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Behandlung des Reizdarmsyndrom

- Behandlung des Reizdarmsyndrom mit richtiger Ernährung
Therapie des Reizdarmsyndrom
Da die Gründe für die Ausbildung eines Reizdarmsyndrom nicht bekannt sind, beschränkt sich die Therapie auf die Linderung der vorhandenen Symptome. Dabei ist es gerade bei diesem Krankheitsbild sehr wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass es sehr viele unterschiedliche Formen und Schweregrade gibt, die hinsichtlich Symptomen und Verlauf von Mensch zu Mensch stark variieren können. Aus diesem Grunde gibt es für das Reizdarmsyndrom keine Standardtherapie, die eingesetzt werden kann, um jedem Betroffenen zu helfen, sondern sie muss individuell sehr genau abgestimmt werden. Im Allgemeinen umfasst die Therapie die drei verschiedenen Ansätze Medikation, allgemeine Maßnahmen und psychische Unterstützung, die gegebenenfalls einzeln oder in Kombination zum Einsatz kommen können.
Besonders bei wenig ausgeprägter Symptomatik reicht als Behandlung des Reizdarmsyndrom häufig eine entsprechende Diät aus. Es gibt allerdings keine spezielle Behandlung durch „Reizdarm-Diät“, man sollte einfach generell versuchen, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Dazu gehört in erster Linie, dass darauf geachtet wird, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auf eine ballaststoffreiche, abwechslungsreiche Mischkost zu achten. Schlecht verträgliche Getränke und Speisen, wie zum Beispiel starke Gewürze, Kaffee, Alkohol, blähende (Bohnen, Kohl) oder fettige Nahrungsmittel und besonders heiße oder kalte Speisen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Außerdem sollten die Portionen beim Essen nicht zu groß sein und auch nicht zu schnell verzehrt werden. Unter Umständen kann auch eine Ernährungsberatung hilfreich sein. In manchen Fällen helfen auch Lebensmittel, die Kulturen von Mikroorganismen (im Regelfall Bakterien) enthalten (sogenannte Probiotika). Diese sind allerdings nicht immer wirksam und wenn, dann nur, wenn sie regelmäßig eingenommen werden.
Auch Wärme wirkt sich lindernd auf die Schmerzen bei einem Reizdarmsyndrom aus, sodass Wärmflaschen oder Dinkelkissen auf den Bauch gelegt werden können, um akute Beschwerden zu verringern.
Je nachdem, welche Symptome bei Reizdarmsyndrom vorliegen, also Durchfall, Verstopfung oder Blähungen, werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Bei allen Präparaten ist jedoch zu beachten, dass sie nicht über einen längeren Zeitraum hinweg verwendet werden sollten und dass die Einnahme immer nur unter Rücksprache mit einem Arzt erfolgen sollte.
Bei Verstopfung kann man zuerst versuchen, diese durch ballaststoffreiche Ernährung, Bewegung und vermehrte Flüssigkeitszufuhr zu lösen. Wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, sollte man eine medikamentöse Behandlung einleiten. Als Abführmittel dienen zum Beispiel Lactulose, Macrogel oder auch Leinsamen.
Bei Durchfall hingegen werden Quellmittel eingesetzt, zum Beispiel Pektine oder Flohsamenpräparate, und Medikamente verordnet, die die Darmbewegung und somit den Stuhlgang hemmen, zum Beispiel Loperamid. Bei Blähungen werden pflanzliche Präparate (Phytotherapeutika) zum Beispiel in Form verschiedener Tees (Kamille, Kümmel, Pfefferminze, Fenchel, Anis) und Quellmittel empfohlen. Wenn Bauchschmerzen oder Krämpfe das Krankheitsbild dominieren, werden krampflösende Schmerzmittel (Spasmolytika) wie zum Beispiel Butylscopalamin oder Mebeverin eingesetzt. Darüber hinaus können bei allen Formen Schmerzmittel indiziert sein, deren Dosierung der Stärke der Schmerzen angepasst werden muss. Außerdem gibt es noch Medikamente, die Aktivkulturen von Milchsäurebakterien enthalten (vgl. auch Probiotika) und so die natürliche Darmflora aufbauen können, was bei manchen Patienten mit Reizdarmsyndrom ebenfalls eine Besserung der Symptome bewirken kann.
Wenn eine Form des Reizdarmsyndroms vorliegt, die durch psychische Faktoren ausgelöst oder verstärkt wird, ist es ratsam, diese Umstände zu verbessern. So kann zum Beispiel jeder selbst etwas zur Behandlung durch Stressabbau beitragen, indem man Entspannungsübungen (hiervon gibt es unendlich viele, die jedem in unterschiedlichem Maße zusagen, als Beispiele sind das autogene Training oder die Meditation zu nennen) betreibt, auf einen geordneten Tagesablauf achtet, regelmäßig Sport treibt usw. Unter Umständen kann sich auch eine gezielte Psychotherapie als sehr hilfreich erweisen, sie wird allerdings von den wenigsten Patienten in Anspruch genommen. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Gesprächstherapie, Hypnose, Gruppentherapie, Psychoanalyse etc.
Auch Medikamente gegen Depressionen (wie trizyklische Antidepressiva oder Serotonin-Aufnahme-Hemmstoffe) sind manchmal von Nutzen, um die psychosomatische Komponente (durch psychische Faktoren ausgelöste körperliche Beeinträchtigungen) der Krankheit abzuschwächen. Gerade bei solchen Medikamenten ist es enorm wichtig, eine ständige Rücksprache mit Arzt und / oder Psychotherapeut zu führen.
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