Autologe Serumaugentropfen

Englisch: autologous eyedrops

Synonyme

Augentropfen aus Eigenblut

Definition

Bei den so genannten autologen Serumaugentropfen handelt es sich um Augentropfen die aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen werden.

 

Verwendung und Wirkung

Diese Art der Behandlung kommt bei verschiedensten Erkrankungen, welche die Hornhaut des Auges betreffen zum Einsatz. So können diese sowohl bei trockenen Augen (Sicca- Syndrom), Hornhautgeschwür, als auch bei transplantierten Hornhäuten angewendet werden.
Sie kommen zum Einsatz wenn die oberflächliche Schicht der Hornhaut kleine Defekte aufweist, die nicht gut verheilen wollen.
Als Ursachen solcher Defekte kommen unter anderem in Frage:

Die autologen Serumaugentropfen stellen eine Alternative bei sonst therapieresistenten Hornhautproblemen oben genannter Art dar. Sie fördern die Regeneration der Hornhaut und beschleunigen so das Abheilen von Geschwüren, befeuchten die Augen mit körpereigenen Substanzen und pflegen die Hornhaut.
Einige dieser Substanzen seien im Folgenden genannt:

  • Wachstumsfaktoren
  • Vitamin A
  • Fibronectin (ein Protein).

Diese Bestandteile findet man auch in der menschlichen Tränenflüssigkeit. Im Serum jedoch liegt die Konzentration um ein vielfaches höher.

Herstellung

Um die Augentropfen herstellen zu können, muss dem Patienten Blut abgenommen werden. In der Regel handelt es sich um 50 bis 70 ml Blut. Dieses Blut wird in speziell zertifizierten Labors untersucht. Der wesentliche Schritt in der Herstellung dieser Tropfen ist die Zentrifugierung des Blutes. So setzt sich das Serum von den festen Bestandteilen des Blutes, wie roten und weißen Blutkörperchen, ab.

Voraussetzung für die Anwendung von autologen Serumaugentropfen ist, dass das Eigenblut frei von Infektionskrankheiten, wie Hepatitis und HIV ist. Dies wird vor der erstmaligen Anwendung durch Labortests geprüft.
Liegt eine der oben genannten Infektionen vor, dürfen die Augentropfen nicht hergestellt und verwendet werden. Auch bei jeder weitern Blutentnahme wird das Patientenblut bebrütet und auf Keime untersucht. Denn auch wenn ein Patient sich nicht krank fühlt, können im Blut schon erste Erreger sein. Diese Untersuchungen verursachen die lange Herstellzeit.

Die Tropfen müssen kühl gelagert werden und sind lediglich 14 Tage haltbar.

Nur einige wenige Zentren in Deutschland (Mainz, Homburg oder auch München) bieten diese Art von Behandlung an. Die Mehrzahl der Patienten berichtet überzeugend gute Fortschritte und Ergebnisse. Erste Erfolge werden nach unterschiedlichen Zeiträumen beobachtet.

Der Nachteil allerdings besteht neben der kurzen Haltbarkeit auch in dem nicht ganz unerheblichen Zeit- und Kostenaufwand.
Jedes dieser Herstellungsverfahren kostet etwa um 100 Euro, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Anwendung

Die autologen Serumaugentropfen können individuell sehr unterschiedlich häufig angewendet werden. Manche Patienten verwenden die Tropfen sehr häufig, andere lediglich wenige Male am Tag. Dies kann vom Patienten ziemlich selbstständig entschieden werden. Die Tropfen wirken pflegend und können deshalb je nach Bedarf dosiert werden.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert Veröffentlicht: 17.02.2009 - Letzte Änderung: 22.10.2021