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Hornhautgeschwür

Definition

Unter einem Hornhautgeschwür versteht man eine oberflächliche Läsion, also Verletzung, der Hornhaut im Auge. Weil die Hornhaut die vorderste Schicht des Auges ist, kann sie z. B. durch Splitter schnell verletzt werden. Die Verletzung bleibt auf die obersten Schichten beschränkt und ist sehr schmerzhaft

Ursachen eines Hornhautgeschwürs

Als Auslöser kommt als einfachstes Beispiel eine Verletzung durch einen Gegenstand in Frage. Häufig sind dies Objekte wie z.B. Sektkorken, Kleiderbügel oder Metallsplitter.

Ein Hornhautgeschwür kann allerdings auch durch einen zu seltenen Lidschlag verursacht werden. Dieser seltene Lidschlag äußert sich im allgemein bekannten „ trockenen Auge“. Sobald die Hornhaut nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit befeuchtet wird, trocknet sie aus.
Hierbei sind verschiedene Ursachen denkbar: Lähmung des Gesichtsnerven, die Parkinson- Krankheit  oder ein verminderter Lidschlagreflex.

Aber auch Fremdkörper, die der Hornhaut direkt anliegen, können zum Hornhautgeschwür führen. Durch zu langes Tragen von Kontaktlinsen zum Beispiel wird die Hornhaut gereizt und kann austrocknen. 

Lesen Sie auch: Fremdkörper im Auge

Hornhautgeschwür durch Kontaktlinsen

In einigen Fällen kann auch ein falscher Umgang mit Kontaktlinsen oder eine falsche Kontaktlinsenpflege die Ursache für ein Hornhautgeschwür sein. Bei einer unzureichenden Reinigung der Kontaktlinsen wird das Eindringen von Keimen erleichtert und durch die Infektion kann ein Hornhautgeschwür entstehen.

Außerdem sorgen Kontaktlinsen für einen veränderten Tränenfluss des Auges, was die Entstehung eines Hornhautgeschwürs begünstigen kann. Daher ist es wichtig den Anweisungen der Packungsbeilage und des Augenarztes zur korrekten Anwendung der Kontaktlinsen zu folgen. Bei Schmerzen oder anderen Beschwerden sollte ein Augenarzt kontaktiert werden.

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Symptome eines Hornhautgeschwürs

Bei Schädigungen der Hornhaut zu sehr ausgeprägten Symptomen. Da an der Hornhaut sehr viele Nervenendigungen sind und sie dadurch gut von Nerven versorgt wird, kommt es bei einem Hornhautgeschwür zu meist starken Schmerzen.

Außerdem kann es zu gesteigertem Tränenfluss kommen. Das vermehrte Tränen des Auges dient als Schutz- und Reinigungsmechanismus bei Schäden auf der Hornhaut, wie sie bei einem Hornhautgeschwür vorkommen.
Allerdings ist auch das Gegenteil möglich: Durch zu wenig Tränenflüssigkeit wird das Auge trocken und ein Fremdkörpergefühl kann sich einstellen. Ein Fremdkörpergefühl, so als ob man ein Sandkorn im Auge hätte, ist also ebensfalls häufig beim Hornhautgeschwür. 

In einigen Fällen kommt es auch zur Absonderung von Eiter, da es sich bei dem Hornhautgeschwür um einen entzündlichen Vorgang handelt. Dies erklärt auch die meist auftretende deutliche Rötung des Auges.

Ein Hornhautgeschwür führt zu einem dauerhaften Reizzustand des Auges. Daher sind die Betroffenen oft sehr lichtempfindlich. Des Weiteren kann es durch den Reizzustand zu einer Verkrampfung des Augenlides kommen.

Da die Hornhaut eine wichtige Rolle für das Sehen spielt kommt es bei einem Hornhautgeschwür meist auch zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Sehens. Die Umwelt kann nicht mehr so deutlich erkannt werden und im Bereich des Hornhautgeschwürs kann in der Regel nichts mehr gesehen werden, da an dieser Stelle kein Licht ins Auge einfallen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Augenschmerzen

Therapie eines Hornhautgeschwürs

Die Behandlung des Hornhautgeschwürs besteht in einer extremen Hornhautpflege. Regelmäßiges Einbringen von Tropfen und vor allem Salben steht hier im Vordergrund. Die Salben, welche meist den Wirkstoff Dexpanthenol enthalten, fördern die Regeneration der Hornhaut, sie helfen ihr also schneller zu verheilen.

Trotz der Schmerzen werden vom Arzt - in der Regel Facharzt für Augenheilkunde - keine betäubenden Augentropfen oder –salben verordnet, da diese den Lidschlag wiederum verringern. Spürt der Patient keinen Schmerz mehr besteht außerdem die Gefahr, dass die Augen gerieben werden. Eine Verschlimmerung der Ausgangssituation ist zu erwarten.

In schweren Fällen eines nicht verheilen wollenden Geschwürs bei dem die übliche Therapie versagt, kommen die noch umstrittenen autologen Serum - Augentropfen zum Einsatz. Vielen Patienten helfen diese ausgezeichnet. Es handelt sich hierbei um Augentropfen, die aus dem Blut des Patienten gewonnen werden. Viele Stoffe, die für die Heilung benötigt werden, werden aus dem Blut des betroffenen Patieten extrahiert und in den autologen Serumaugentropfen angereichert.

Mehr dazu finden Sie unter: autologen Serum - Augentropfen

Wie ist die Prognose bei einem Hornhautgeschwür?

In der Regel wachsen Hornhautgeschwüre schnell wieder zu und bereiten damit auch keine Schmerzen mehr. Der Betroffene sollte – natürlich abhängig von der Größe des Geschwürs – innerhalb von etwa 24 Stunden wieder beschwerdefrei sein. War die Verletzung groß oder ging bis in tiefere Schichten der Hornhaut, so könne Narben bleiben. Liegen diese in der optischen Achse, können eventuell Seheinschränkungen entstehen.

Gelegentlich heilen diese Verletzungen langsamer oder weniger gut zu. In jedem Fall sollte bei einer Verletzung des Auges ein Augenarzt (Facharzt für Augenheilkunde) aufgesucht werden.

Heilungsverlauf eines Hornhautgeschwürs

Der Heilungsverlauf des Hornhautgeschwürs wird wesentlich durch den Zeitpunkt der Diagnose und die möglicherweise auftretenden Komplikationen beeinflusst. Wird zeitnahe eine Therapie begonnen, sind die Heilungschancen und die damit verbundene Regeneration der Hornhaut sehr hoch.

Bei fortgeschrittenen Geschwüren kann es allerdings zu einer Perforation, also einer Durchbohrung der Hornhaut mit Einrissen kommen. In solch einem Fall muss eventuell eine Hornhauttransplantation durchgeführt werden, die aber in der Regel einen recht guten Heilungsverlauf hat.

Erfahren Sie mehr dazu unter: Augenoperationen

Dauer eines Hornhautgeschwürs

Die Dauer eines Hornhautgeschwürs ist abhängig von der Ursache, die zu der Veränderung der Hornhaut geführt hat.

Handelt es sich um eine akute Schädigung der Hornhaut, beispielsweise im Rahmen einer Infektion, ist die Dauer bei einer schnellen zielgerichteten Therapie relativ kurz. Dies liegt daran, dass eine zielgerichtete medikamentöse Behandlung gegen den zugrundeliegenden Erreger schnell zu einer Heilung führt.

Wird diese Infektion allerdings nicht rechtzeitig erkannt und es bildet sich ein ausbreitendes Hornhautgeschwür kann die Dauer mehrere Wochen bis Monate betragen.

Wie beugt man einem Hornhautgeschwür vor?

Einem Hornhautgeschwür kann man vorbeugen, indem man die Augen ausreichend befeuchtet hält. Leidet man an trockenen Augen, so sollte vermehrt geblinzelt werden.
Auch Tränenersatzmittel kommen hier zum Einsatz. Bleibt die Hornhaut immer befeuchtet, erhält das Geschwür keine Grundlage zu entstehen. Tränenersatzmittel gibt es in Form von Tropfen, aber auch hornhautpflegende Salben können verwendet werden.
Diese dienen sowohl der Prophylaxe des Hornhautgeschwürs, als auch der Abheilung des bereits entstandenen Geschwürs.

Ansonsten ist die beste Prophylaxe von Augenverletzungen aller Art, eine Schutzbrille zu tragen, wenn man handwerklich tätig ist. So können Splitter erst gar nicht ins Auge eindringen und die Hornhaut schädigen. 

Für Kontaklinsenträger ist die richtige Handhabung ein wichtiger Schritt einer möglichen Hornhautentzündung oder eines Hornhautgeschwürs vorzubeugen. 

Erfahren Sie mehr unter: Richtige Kontaktlinsenpflege

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Eine Übersicht aller Themen finden Sie unter: Augenheilkunde A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 10.08.2018
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