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Bauchschmerzen durch die Psyche

Einleitung

Probleme der Psyche oder angstbeladene Situationen schlagen sich häufig in Bauchschmerzen nieder.
Jeder kennt das unangenehme Bauchgefühl beispielsweise vor Prüfungssituationen. Besonders häufig beobachtet man dies bei Kindern.

Ursachen

Unter dem Begriff „psychosomatisch“ werden seelische und psychische Beschwerden/Sorgen und/oder innerpsychische Konflikte zusammengefasst, welche sich in körperlichen Beschwerden, so auch häufig Bauchschmerzen, äußern.
Psychosomatischen Bauchschmerzen liegt keine körperliche Erkrankung zu Grunde.

Die häufigste Ursache für solche psychisch bedingten Bauchschmerzen ist Stress. Jeder kennt es, dass dieser sich buchstäblich auf den Magen schlagen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bauchschmerzen durch Stress

Da eine solche körperliche Reaktion infolge stressiger Situationen familiär gehäuft beobachtet werden kann, wird eine genetische Komponente, welche zur Entstehung psychisch bedingter Bauchschmerzen beiträgt, diskutiert.
Vermutet wird eine erhöhte Reaktionsbereitschaft des vegetativen Nervensystems auf Situationen, die den Körper scheinbar in Alarmbereitschaft versetzen, wie beispielsweise Vorträge oder Prüfungen.
Das vegetative Nervensystem ist für Steuerung zahlreicher Organsysteme verantwortlich und kann durch verschiedene Hormone in seiner Funktion beeinflusst werden.

Neben dieser genetischen Komponente spielen vor allem das Wesen eines Menschen, sein soziales Umfeld und die Unterstützung, die er erfährt, und eine häufig begleitende, ungesunde Lebensweise eine wichtige Rolle bei der Entstehung des psychosomatischen Bauchschmerzes.

Ein Mensch mit einem gesunden Selbstbewusstsein und stabilem sozialen Umfeld erkrankt beispielsweise und mit großer Wahrscheinlichkeit seltener daran als solche, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden und dabei wenig Rückhalt erfahren.

Neben Stress sind Ängste, Depressionen, Trauer, Überforderung und Nervosität weitere häufige Auslöser des psychisch bedingten Bauchschmerzen.
Auch positiver Stress kann zu eher als angenehm empfundenen „Bauchschmerzen“, den berühmten „Schmetterligen im Bauch“ führen. Hier spielt ebenfalls die Sensibilisierung und Reizung des vegetativen Nervensystems für die Entstehung des flauen Magengefühls eine wichtige Rolle.

Therapie

Die Therapie psychisch bedingter Bauchschmerzen ist oft sehr komplex und langwierig.

Zunächst muss sichergestellt werden, dass keine körperliche Erkrankung oder eine Infektion den Schmerzen zugrunde liegt, was häufig selbst schon viel Zeit in Anspruch nimmt.

Eines der wichtigsten Ziele der Therapie ist es, eine Chronifizierung der Schmerzen und vor allem auch weitere psychische Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen zu vermeiden.

Das Fundament der Behandlung wird durch zwei Ansätze gebildet.
Der eine dient vor allem der Linderung der Bauchschmerzen, auch um eine zusätzliche Stressreaktion des Körpers als Folge der Beschwerden zu verhindern. Dies gelingt mithilfe diverser, auf den Betroffenen angepasster Medikamente und sollte nicht in eigenem Ermessen, sondern in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Der zweite wichtige Ansatz ist eine psychotherapeutische Behandlung, mit dem Ziel die eigentliche Ursache der Beschwerden zu beheben. Ein Wiederaufflammen der Schmerzen in erneuten Stresssituationen ist häufig, weshalb eine Therapie bis zur endgültigen Beschwerdefreiheit auch Jahre in Anspruch nehmen kann.

Psychogene Bauchschmerzen bei Kindern

Bauchschmerzen ist mit das häufigste Symptom, dass von Kindern geäußert wird.
Häufig kann, vor allem bei immer wiederkehrenden Bauchschmerzen, keine organische Ursache im Sinne einer körperlichen Erkrankungen gefunden werden. Man nennt diese oft auch Nabelkolik beim Kind

Inzwischen wird vermutet das jedes fünfte Kind an solchen psychosomatischen Beschwerden leidet. Zurückzuführen ist dies vermutlich auf den stetig steigenden Leistungsdruck, schulisch sowie auch teils im privaten Umfeld.
Viele leiden schon im Grundschulalter unter Versagensängsten und die Entwicklung körperlicher Symptome, wie gesagt häufig Bauchschmerzen, ist ein Versuch der Psyche mit diesem Stress umzugehen.

Auch bei Kindern, die gemobbt werden oder Angst vor anderen Mitschülern und Lehrern haben werden häufig Bauchschmerzen beobachtet, vor allem morgens, wenn die Kinder zur Schule aufbrechen müssen.

Halten die Beschwerden über längere Zeit an und ändert sich auch an den auslösenden Situationen und dem begleitenden Stress nichts, besteht die Gefahr einer Chronifizierung und Entwicklung weiterer psychischer Erkrankungen, angeführt von Depressionen.

Im Zweifel sollte deshalb immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Die Therapie stützt sich auf zwei Pfeiler – zum einen die Behandlung der Schmerzen, um nicht wie unter dem Punkt „Ursachen“ beschrieben in einen Teufelskreis aus Schmerz und Depression zu gelangen und zum anderen die Behebung beziehungsweise Behandlung der zugrundeliegenden psychischen Ursache.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bauchschmerzen bei Kindern

Psychogene Bauchschmerzen mit Durchfall

Durchfall ist häufig ein begleitendes Symptom bei psychisch bedingten Bauchschmerzen. Die Aktivierung des vegetativen Nervensystems als Folge von Stress, Angst oder Nervosität spielt auch hier mit großer Wahrscheinlichkeit eine tragende Rolle bei der Entstehung.

Der Durchfall verstärkt sich nicht selten mit Zunahme des Stresslevels oder tritt ausschließlich in solchen Situationen auf.
Die Durchfälle werden häufig von krampfhaften Bauchschmerzen begleitet.

Hier finden Sie mehr zum Thema: Bauchschmerzen und Durchfall

Beim allseits bekannten Reizdarmsyndrom, bei dem die Betroffenen häufig unter Durchfällen leiden, haben Betroffene von Natur aus einen empfindlicheren Magen-Darm-Trakt. Die Ursache ist bislang unbekannt. Es wird jedoch eine psychische Komponente vermutet, da sich vor allem Stress bei den darunter Leidenden häufig auf die Verdauung schlägt und es zum Auftreten von Durchfällen kommt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Reizdarmsyndrom

Psychogene Bauchschmerzen mit Blähungen

Viele Menschen sind geplagt von Blähungen und dem damit verbundenen aufgetriebenen Bauch.
Nicht selten ist ein geblähter Bauch psychosomatisch als Folge eines erhöhten Stresslevels bedingt.

Menschen, die von Natur aus schon unter einem empfindlichen Magen leiden, reagieren umso stärker auf stressbeladene Situationen und klagen häufig über eine Kombination aus Bauchschmerzen, Durchfällen und Blähungen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Was tun bei Bauchschmerzen?

Der innere Druck, der sich durch die psychische Belastung aufbaut, schlägt sich buchstäblich auf diese Weise körperlich nieder. Mit abnehmendem Stressniveau nehmen die Beschwerden oft ab oder verschwinden sogar gänzlich.
Psychisch bedingte Blähungen
werden von den Betroffenen sehr häufig als unangenehm und belastend empfunden, was wiederum selbst auf die Psyche schlagen kann. Es entsteht ein Teufelskreis, der im schlimmsten Fall zu ernsteren psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder sozialen Rückzug enden kann.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Bauchschmerzen durch Blähungen

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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