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    Das Parkinson-Syndrom

    Definition

    Ein Parkinson-Syndrom ist ein Krankheitsbild mit typischen Symptomen, die die Bewegung einschränken. Diese Symptome sind Bewegungslosigkeit (Akinese) oder eine verlangsamte Bewegung, Muskelstarre (Rigor), Muskelzittern (Ruhetremor) und Haltungsinstabilität (posturale Instabilität).

    Die Symptome entstehen aufgrund eines Dopaminmangels, einem Neurotransmitter, der die Bewegungsabläufe im Gehirn steuert. Dabei müssen die Symptome nicht immer alle gleichzeitig vorhanden sein. Es gibt vier Gruppen innerhalb des Parkinson-Syndroms: der Morbus Parkinson, genetische Formen, atypische Parkinson-Syndrome und sekundäre Formen.

    Was ist der Unterschied zu einem Morbus Parkinson?

    Der Unterschied zu einem Morbus Parkinson ist, dass ein Parkinson-Syndrom nur die Beschreibung einer Gruppe von Symptomen ist, während ein Morbus Parkinson eine Krankheit ist.

    Beim Morbus Parkinson, auch idiopathisches Parkinson-Syndrom genannt, leidet man also unter den typischen Symptomen eines Parkinson-Syndroms. Er entsteht aufgrund eines Untergangs der dopaminhaltigen Nervenzellen im Gehirn.

    Der Grund für diesen Untergang von Nervenzellen ist bis heute nicht geklärt und die Erkrankung leider nicht heilbar. Meistens fangen die Symptome einseitig an und bleiben im Verlauf asymmetrisch. Die Erkrankung hat einen fortschreitenden Verlauf und kann mit Frühsymptomen wie der Verlust des Geruchsinns, Depressionen und Schlafstörungen beginnen.

    Ursachen eines Parkinson-Syndroms

    Die Ursachen eines Parkinson-Syndrom lassen sich in die bereits erwähnten vier Gruppen einteilen.

    • Die erste und häufigste Ursache (75% der Betroffenen) ist der Morbus Parkinson. Die Ursache davon ist noch ungeklärt und ist wahrscheinlich multifaktoriell, also durch mehrere Faktoren beeinflusst. Die Genetik scheint allerdings eine Rolle zu spielen.
    • Die zweite, deutlich seltenere Ursache, ist die rein genetische Form eines Parkinson-Syndroms. Diese Erkrankung ist vererbbar und kommt somit in betroffenen Familien gehäuft vor. Es gibt die Möglichkeit einen Gentest durchzuführen, um die Diagnose zu stellen.
    • Die dritte Gruppe sind die atypischen Parkinson-Syndrome. Hier kommt es auch zu einem Untergang von Nervenzellen, allerdings aufgrund einer anderen neurodegenerativen Erkrankung. Dieser Untergang verursacht ein Parkinson-Syndrom, aber auch zusätzliche Symptome. Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich vom Morbus Parkinson und das Ansprechen auf die Medikamente ist eingeschränkt.
    • Zuletzt kann ein Parkinson-Syndrom sekundär entstehen. Am häufigsten als Nebenwirkung von Medikamenten, die die Ausschüttung oder die Wirkung des Dopamins hemmen. Weitere Ursachen können Tumore, Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen und Entzündungen sein.

    Diagnose eines Parkinson-Syndroms

    Um die richtige Diagnose zu stellen, muss in erster Linie ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung stattfinden.

    Zum Ausschluss eines sekundären oder atypischen Parkinson-Syndroms wird eine Magnetresonanztomographie des Gehirns durchgeführt. Beim Morbus Parkinson sollte diese unauffällig sein.

    Als weitere Untersuchung wird der L-Dopa-Test durchgeführt, in dem man die Wirksamkeit eines Dopaminpräparates prüft. Im Fall eines Morbus Parkinson sollte es die Symptome deutlich bessern. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, eine spezielle bildgebende Diagnostik (IBZM-SPECT) zu machen, wenn die Unterscheidung zwischen Morbus Parkinson und einem atypischen Parkinson nicht geklärt ist.

    Diese Stadien gibt es

    Beim Morbus Parkinson kann man drei Krankheitsphasen unterscheiden.

    Die erste ist die präklinische Phase, in der keine Symptome vorhanden sind. Diese Phase wird gerade erforscht, um Hinweise zur Früherkennung des Parkinsons zu finden.

    Das sogenannte Prodromalstadium folgt und kann Jahre bis Jahrzehnte bestehen. Hierbei treten die Frühsymptome auf: vermindertes Geruchsempfinden (Hyposmie), Depression, Verstopfung und Schlafstörungen.

    Zuletzt kommt die klinische Phase, in der die Bewegungsstörung anfängt und die Diagnose gestellt werden kann.

    Symptome des Parkinson-Syndroms

    Ein Parkinson-Syndrom besteht klassischerweise aus Bewegungsarmut oder Bewegungslosigkeit (Brady-/Akinese). Dieses Symptom muss mindestens von einem weiteren Symptom begleitet werden.

    Typischerweise kommt Muskelstarre (Rigor), Muskelzittern (Ruhetremor) oder Haltungsinstabilität (posturale Instabilität) vor. Der Morbus Parkinson fängt mit den oben genannten Frühsymptome an.
    Lesen Sie dazu auch: Zitternde Hände im Jugendalter​​​​​​​

    In der klinischen Phase treten die Bewegungsstörungen meistens einseitig betont auf. Die Bewegungen verlangsamen sich und werden immer kleiner. Das Gangbild wird kleinschrittig und unsicher.

    Oft treten Schwierigkeiten beim Loslaufen oder Anhalten auf. Die Arme schwingen beim Gehen nicht mehr mit und die Patienten stürzen viel öfter. Aber nicht nur die Bewegung vom Körper ist beeinträchtigt, auch die Mimik wird weniger.

    Die Stimme wird leiser und es kann zu Schluckstörungen kommen. Den Patienten kann es öfter schwindelig und ,,Schwarz vor Augen’’ werden. Es können auch Blasenentleerungsstörungen und sexuelle Funktionsstörungen auftreten.

    Schließlich können die Patienten im Spätstadium auch an psychiatrischen Symptomen wie Angststörungen oder Demenz leiden. Je nach Form des Parkinson-Syndroms unterscheiden sich die Symptome und der Verlauf.

    Behandlung eines Parkinson-Syndroms

    Das Hauptziel der Behandlung beim Parkinson-Syndrom ist es, den Dopaminmangel zu beheben.

    Dazu gibt es mehrere Präparate. Allerdings ist der wichtigste Wirkstoff das L-Dopa. Die Wahl des Medikaments ist abhängig von der Ausprägung der Symptome, Alter des Patienten und Begleiterkrankungen.

    In der Initialphase bei milderen Symptomen kann man einen sogenannten MAO-B-Hemmer nehmen. Bei einer stärkeren Ausprägung der Symptome und einem Alter von unter 70 Jahren wird ein Non-Ergot-Dopaminagonist gegeben. Wenn dieser unzureichend ist, kann man ihn mit L-Dopa kombinieren.

    Wenn der Patient über 70 Jahre alt ist oder schwer krank, fängt man direkt mit L-Dopa an. Im Verlauf kann die Wirkung von L-Dopa unzuverlässiger werden und während des Tages schwanken.

    Um diese Schwankungen zu vermeiden, wird L-Dopa mit anderen Medikamenten kombiniert, die seinen Effekt stabilisieren. Bei Schluckstörungen und Verdauungsschwierigkeiten gibt es auch die Möglichkeit, eine Sonde über die Bauchdecke in den Darm zu legen und darüber die Medikamente zu geben.

    Eine weitere Möglichkeit wäre eine Pumpe, die unter der Haut platziert wird. In manchen Fällen kommt auch eine tiefe Hirnstimulation in Frage, bei der eine Art Schrittmacher das Bewegungszentrum im Gehirn steuert.

    Zuletzt sind unterstützende Therapien wie Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie ganz wichtig, um die Symptome zu bremsen und Komplikationen zu vermeiden.

    Dauer eines Parkinson-Syndroms

    Die Dauer eines Parkinson-Syndroms ist abhängig von der Form. Bei sekundären Formen kann es unter Behebung der Ursache zu einer Heilung kommen.

    Die anderen Formen sind leider nicht heilbar und somit ist die Dauer lebenslang.

    Lebenserwartung mit einem Parkinson-Syndrom

    Die Patienten mit Morbus Parkinson können unter einer guten Therapie eine normale Lebenserwartung haben!

    In den ersten zehn Jahren treten die ersten Wirkungsschwankungen der Medikamente auf. Innerhalb von etwa 20 Jahren Erkrankung sind die meisten Betroffenen pflegebedürftig. Meistens sind die Todesursachen Komplikationen der Erkrankung, wie Lungenentzündungen oder Infekte.

    Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.08.2019
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