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Wie kann man die Diastole am besten senken?

Einleitung

In seltenen Fällen, kann nur der diastolische Wert des Blutdruckes zu hoch sein. Von dieser sogenannten „isolierten diastolischen Hypertonie“ sind nahezu ausschließlich Jüngere bzw. Patienten mittleren Alters betroffen. Betroffene messen nicht selten Blutdruckwerte von 135/100. Im Verlauf steigt jedoch meist auch der systolische Wert, so dass eine Therapie unvermeidbar ist. 

Therapie einer erhöhten Diastole

Heutzutage, ergibt sich die Indikation, also die Notwendigkeit einer Therapie, nicht nur aus der Höhe des Blutdruckes, sondern vielmehr aus der Gesamtheit des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz etc.). Dieses Risiko ist z.B. beim Vorliegen sehr hoher Blutdruckwerte (>180/110 mmHg) und/oder bereits bestehenden Krankheitsbildern des Herz-Kreislauf-Systems, besonders hoch. In diesen Fällen, ist eine medikamentöse Therapie also absolut notwendig. Wenn ausschließlich der diastolische Druck erhöht ist, können unter Umständen allgemeine Maßnahmen eine ausreichende Senkung der Diastole bewirken:

Gewichtsreduktion

Übergewichtige Patienten sollten eine Reduktion ihres Gewichtes anstreben. Als grobe Orientierung kann hierfür der „Body-Mass-Index“ (BMI) dienen. Er berechnet sich nach der Formel BMI = Körpergewicht (kg) / (Körpergröße [m])2 und sollte bei ca. 25 kg/m2 liegen.

Enährungsumstellung

Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden und ihre Diastole senken wollen, sollten sie auf salzreiche Kost verzichten, sowie Speisen nicht zusätzlich nachsalzen. Stattdessen, empfiehlt es sich auf spezielles Diätsalz zurück zu greifen. Viel Obst, Gemüse, Salat, Nüsse und möglichst wenig tierische Fette haben zudem eine begünstigende Wirkung auf die Diastole.

Salzreduktion

Allgemein betrachtet, benötigt der Mensch Salz um bestimmte Körperfuntionen regelrecht ausführen zu können. Die meisten Menschen, vor allem in Deutschland neigen aber zu einer erhöhten Salzzufuhr, die den täglichen Bedarf weit übersteigt. Salz trägt aus der Sicht von vielen Medizinern zu einem erhöhten Blutdruck bei.
In Studien konnte gezeigt werden das gerade Bluthochdruckpatienten mit einem Anstieg des Blutdruck reagieren können. Doch es gab auch eine Reihe an Patienten, die keinen Anstieg aufwiesen.
Die allgemeine Empfehlung der Mediziner besteht dennoch in einer salzreduzierten Ernährungsform bei Bluthochdruckpatienten, da in weiteren Studien belegt werden konnte, dass sie zu einer milden Form der Blutdrucksenkung insbesondere des diastolischen Wertes, beitragen kann.

Lebensstiländerung

Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum fördern die Entstehung von Bluthochdruck. Daher sollten Sie das Rauchen einstellen und nach Möglichkeit wenig Alkohol zu sich nehmen. Auch Kaffekonsum kann negative Folgen auf den diastolischen Blutdruckwert haben. Entspannungstraining und Stressvermeidung sind zusätzlich hilfreich.

Sport

Regelmäßiges Ausdauertraining (5-7/Woche für mindestens 30 Minuten), wie Schwimmen, Walken oder Laufen, reduziert das Herzinfarktrisiko erheblich und kann einen entscheidenden Effekt auf die Senkung der Diastole haben.

Grundsätzlich, lassen sich bereits durch volles Ausschöpfen der genannten Maßnahmen ungefähr 25% der Fälle, leicht erhöhte Blutdruckwerte (insbesondere die Diastole) senken.

Medikamentöse Therapie einer erhöhten Diastole

In vielen Fällen, muss Bluthochdruck jedoch zusätzlich mit Medikamenten behandelt werden. Prinzipiell, kann dann zwischen einer sogenannten „Monotherapie“ und einer „Kombinationstherapie“ unterschieden werden. Während bei Ersterer nur ein Medikament zum Einsatz kommt, werden bei der Kombinationstherapie zwei oder mehrere Mittel parallel verwendet. Wenn ausschließlich die Diastole behandlungswürdig ist und gesenkt werden muss, reicht meistens eine Monotherapie aus.

Insgesamt, kann aus fünf verschiedenen Medikamentenklassen gewählt werden:

  • Thiazide: Sie zählen zu den harntreibenden, also entwässernden Medikamenten, und wirken in der Niere. Somit wirken Thiazide indirekt blutdrucksenkend. Bekannte Wirkstoffe sind Hydrochlorthiazid (HCT) oder Xipamid. Da unter der Therapie, die Elektrolyte („Salze“) unseres Körpers, insbesondere Kalium, ins Ungleichgewicht geraten können, müssen unter Therapie regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt werden. Der Nachteil dieser Substanzgruppe ist, dass sie den Blutzuckerspiegel steigern, was im Falle eines Diabetes Mellitus ungünstig ist. In Notfällen oder wenn keine Thiazide genommen werden können, kommen Schleifendiuretika zum Einsatz (z.B. Furosemid). Da bei Schleifendiuretika schnell viel Wasser und damit auch Elektrolyte verloren gehen, müssen Natrium- und Kaliumwerte überprüft werden. Schleifendiuretika sind durch ihre schnelle und starke Wirkung bei einer akuten Herzinsuffizienz hilfreich.
  • ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptorblocker: Wirkstoffe wie Enalapril oder Ramipril bzw. Valsartan oder Candesartan senken den Blutdruck durch Eingriff in das wichtige Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), welches durch komplexe Regelkreise u.a. den Blutdruck reguliert. Entscheidende Organe sind hierfür Herz, Lunge und Niere.
  • Kalziumantagonisten: Sie blockieren Kalziumkanäle in den Wänden arterieller Blutgefäße und verursachen so zu deren Erweiterung bzw. Ausdehnung. Wirkstoffe wie Amlodipin senken so den Blutdruck.
  • Betablocker: Lange Zeit galten Betablocker (Metoprolol, Bisoprolol etc.) als Mittel der Wahl gegen Bluthochdruck. Neueste Studien zeigen jedoch, dass andere Medikamente, wie z.B. ACE-Hemmer, im Vorteil sind und Patienten besser vor Folgeerkrankungen schützen. Dennoch sind Betablocker in bestimmten Fällen von Bluthochdruck, nach wie vor unverzichtbar.

Hausmittel zur Senkung des diastolischen Blutdrucks

Wichtigster Grundsatz bei der Senkung des diastolischen Blutdruckwertes ist die Stressreduktion. Ein möglicher Rahmen, um zur inneren Ruhe zu kommen, ist zum Beispiel ein Kuraufenthalt.
Auch gibt es pflanzliche Mittel die zur Senkung des Blutdrucks beitragen können, dazu gehören Moringa sowie Weißdorn.
Medizinisch fraglich, von Heilpraktikern jedoch befürwortet, wird die Einnahme von Basenpulver. Sie sind der Auffassung, dass Patienten, welche an einer Hypertonie leiden, stark übersäuert sind.

Diese diastolischen Werte gelten als gefährlich

Diastolische Werte größer als 100 mmHg gelten als schwere Form der diastolischen Hypertonie also des Bluthochdrucks. Die isolierte diastolische Hypertonie kann zu einer sogenannten malignen Hypertonie führen.
Neben diastolischen Werten von über 120-130 mmHg ist die maligne Hypertonie durch weitere schwere Syptome gekennzeichnet. Hierzu zählen Übelkeit und Erbrechen, ein Versagen der Niere, eine Schädigung des Auges und des Hirns.
Es handelt sich dabei um einen medizinsichen Notfall der umgehend ärztlich behandelt werden sollte. Die Maligne Hyperthermie ist nicht nur eine gefürchetete Verlaufsform der isolierten diastolischen Hypertonie, sondern kann auch auf dem Boden aller anderen Hypertonieformen entstehen.

Prognose

Ein unbehandelter Bluthochdruck schädigt auf Dauer das Herzkreislaufsystem. Bereits eine Erhöhung des Blutdrucks von 10 mmHg über dem Normalwert (150/100 mmHg) senkt die Lebenserwartung um ca.10 Jahre. Das liegt daran, dass eine Hypertonie die Verkalkung der Arterien fördert, was das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) erheblich steigert. Da das Herz ständig gegen einen zu hohen Druck pumpen muss, vergrößert es sich zunächst, wird aber auf Dauer geschädigt und die Gefahr einer Herzinsuffizienz steigt drastisch an. Eine Entgleisung des Blutdrucks (>200/120 mmHg) stellt sogar einen medizinischen Notfall dar, denn es besteht große Gefahr, dass die Hirnarterien dem Druck nicht standhalten können und reißen. 

Ursache

In über 90% der Fälle, lässt sich keine konkrete, einzelne Ursache für Bluthochdruck finden. Bei dieser sogenannten „primären Hypertonie“, spielen verschiedene Faktoren wie z.B. Übergewicht, zunehmendes Alter, Stress, Diabetes oder Alkoholkonsum eine Rolle. Selten kann Bluthochdruck auch die Folge einer anderen Grunderkrankung, wie z.B. Schilddrüsenüberfunktion, darstellen. Zum Einen spielt es eine Rolle, dass die Gefäße, vor allem die Arterien vom elastischen Typ, mit zunehmendem Alter steifer werden und weniger Blutvolumen speichern können. Das führt dazu, dass das Blut schneller fließt. Zum Anderen vermutet man, dass sich die körpereigenen Mechanismen zur Blutdruckerhöhung immer mehr gegenseitig stimulieren und die Niere, die den Blutdruck reguliert, höhere Werte als den ursprünglichen Sollwert akzeptiert. So muss das Herz größeren Druck aufbringen, um Blut gegen den wachsenden Widerstand durch den Körper zu pumpen. Zum anderen, steigt durch verschiedene Ursachen das Blutvolumen, welches unser Herz mit jedem Schlag weitertransportieren muss. Beide genannten Faktoren begünstigen sich zudem gegenseitig.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Folgen von Übergewicht

Weniger häufig, aber dafür besser verstandene Form des Bluthochdrucks ist die sekundäre Hypertonie. Sekundär bedeutet, dass das ursächliche Problem in einem anderen Organ liegt und sekundär einen Bluthochdruck erzeugt. Das kann beispielsweise eine Nierenearterienstenose oder eine endokrine (den Hormonhaushalt betreffende) Störung wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder hormonproduzierende Tumoren sein, die den Blutdruck in die Höhe treiben. Ein Beispiel hierfür ist das Phäochromozytom, ein Tumor des Nebennierenmarks, der Adrenalin in großen Mengen bildet.

Physiologische Grundlagen des Bluthochdrucks

Der Grunddruck, der in den Gefäßen während der Füllungsphase des Herzens herrscht, heißt diastolischer Blutdruck. Er liegt bei ca. 80 mmHg und ist abhängig von Blutvolumen, von (vor allem dem venösen) Gefäßdurchmesser sowie von dem Herzminutenvolumen. Das ist die Menge Blut, die pro Minute vom Herzen gepumpt wird. Je höher das Blutvolumen in den herznahen Venen, desto mehr füllt sich das Herz und desto mehr pumpt es wieder in die Peripherie. Wenn eine größere Blutmenge gepumpt wird, steigt auch das Herzminutenvolumen. Beides führt zu einer Erhöhung des Blutdrucks, vor allem eine Erhöhung des diastolischen Drucks. Deshalb stellt die das Blutvolumen und die „Vorfüllung“ des Herzens den Hauptangriffspunkt der Medikamente dar, die die Diastole senken. Weil das Blutvolumen in dieser Form des Bluthochdrucks eine große Rolle spielt, spricht man von einem Volumenhochdruck. Die Vorfüllung oder die venöse Blutfüllung des Herzens wird auch als Vorlast bezeichnet. Dem gegenüber steht die Nachlast des Herzens. Sie beschreibt den Druck in den Arterien, die dem Herzen nachgeschaltet sind und gegen den das Herz pumpen muss. Eine Erhöhung der Nachlast führt vor allem zu einer Erhöhung des systolischen Drucks.

Im Rahmen unser Herzaktion unterscheidet man also zwei Phasen: die bereits genannte Systole und die Diastole. Während der Systole, auch Anspannungsphase genannt, pumpt der kräftige Herzmuskel Blut in den Körper- und Lungenkreislauf. In der Diastole, auch Füllungsphase genannt, erschlafft das Hohlorgan und füllt sich mit Blut. Beide Herzphasen erzeugen einen messbaren Druck in den Arterien unseres Körpers, auch bekannt als systolischer bzw. diastolischer Druck. Im Idealfall, liegt der systolische Blutdruck eines Erwachsenen zwischen 100 und 140 mmHg („erste Wert“) und der diastolische Blutdruck zwischen 60 und 90 mmHg („zweite Wert“).
Bei Blutdruckwerten von >140 mmHg systolisch und/oder Werten > 90 mmHg diastolisch, spricht der Arzt von arterieller Hypertonie- auch als Bluthochdruck bekannt. Alleine in Europa, leiden circa 30-45% der Bevölkerung an zu hohem Blutdruck! Kurz- und langfristige Folgen können Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenerkrankungen, Erblindung und viele weitere, ernst zunehmende Erkrankungen sein. Daher sind geeignete Therapiemaßen zur Senkung des Blutdruckes unabdingbar.

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Typische Symptome bei hohen diastolischen Blutdruck

Insbesondere bei alleinigem diastolischem Bluthochdruck, können Beschwerden längere Zeit fehlen. Typische Symptome können u.a. sein:

Leider tritt die Erkrankung oft erst durch Komplikationen oder Notfälle, wie z.B. einen Schlaganfall in Erscheinung.

Diagnose

Die Diagnose ist recht einfach mithilfe eines Blutdruckmessgerätes zu ermitteln. Um zu überprüfen, ob der Blutdruck situationsunabhängig und dauerhaft erhöht ist, wird nicht nur beim Arzt oder zu Hause gemessen, sondern ein 24-Stunden-Messgerät verwendet. Das erhält man von dem behandelnden Arzt und trägt es für einen Tag mit sich herum. Diastolische Werte über 90 mmHg sind behandlungspflichtig. Bluthochdruck wird in drei Schweregrade eingeteilt. Bei Grad 1 liegen diastolische Werte zwischen 90-100 mmHg vor, bei Grad 2 zwischen 100-110 mmHg und bei Grad 3 mehr als 110 mmHg.

Prophylaxe

Wie in vielen Dingen, kann ein gesunder und ausgewogener Lebenswandel diastolischen Bluthochdruck vorbeugen. Fettarmes und gesundes Essen, Nikotinverzicht, mäßiger Alkoholgenuss, regelmäßiger Sport und Stressreduktion bilden hierfür die Grundpfeiler.

Weitere Informationen zum Thema Diastole senken

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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