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Fieberblasensalbe

Was ist eine Fieberblasensalbe?

Eine Fieberblasensalbe ist ein Medikament gegen Lippenbläschen im Rahmen einer Herpesinfektion. In der Regel enthält die Salbe einen Wirkstoff wie beispielsweise Aciclovir. Er wirkt nach dem Auftragen auf der Haut lokal gegen die Vermehrung und Ausbreitung der Viren, indem er ihre Zellteilung beeinflusst. Seine Eiweißbausteine werden fälschlicherweise in das Erbgut der Viren eingebaut und es kommt zum Untergang der Viruszellen. Als Folge lässt die Infektion nach und die Lippenbläschen bilden sich zurück, wobei es keinen Beweis für eine beschleunigte Abheilung durch die Anwendung von Fieberblasensalbe gibt.

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Indikation für eine Fieberblasensalbe

Die Anwendung einer Fieberblasensalbe ist immer dann indiziert, wenn der Betroffene merklich unter den Lippenbläschen leidet. Dabei ist es egal ob die Ausprägung besonders schlimm ist oder die Schmerzen im Vordergrund stehen. Zusätzlich spielen noch Begleitfaktoren wie zum Beispiel eine Immunsuppression oder ein vermehrtes Rezidivleiden eine Rolle, wobei hier die Indikation für eine medikamentöse Therapie großzügiger gestellt werden sollte.

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Wirkung der Fieberblasensalbe

Zur medikamentösen Therapie von Fieberblasen werden häufig Salben verwendet. Sie enthalten als Wirkstoffe Virustatika wie zum Beispiel Aciclovir oder Penciclovir. Das besondere an diesen Wirkstoffen ist, dass ihre Bestandteile den Stoffwechsel der Viruszellen beeinflussen. Durch den Einbau ihrer Eiweißbausteine können sich die Viruszellen im Verlauf nicht mehr fortpflanzen und somit bilden sich die Fieberblasen zurück.
Damit das Virus jedoch effektiv durch den Wirkstoff bekämpft werden kann, muss er regelmäßig aufgetragen werden. Andererseits können noch nicht behandelte Viruszellen ihre Zellteilung fortführen und weitere gesunde Zellen befallen.

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Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind bei der äußerlichen Anwendung von Fiebersalben eher selten. Unabhängig von den Wirkstoffen treten erfahrungsgemäß meist nur harmlose Symptome wie ein Brennen im Bereich der Salbenauftragung auf. Bei pflanzlichen Wirkstoffen ist auch ein mögliches Ausbreiten der Rötung im Lippenbereich aufgrund einer allergischen Reaktion möglich.

Weitere Nebenwirkungen treten eigentlich nur bei Verabreichung von Virustatika in Tablettenform auf, wie sie bei schweren Verläufen von Fieberblasen gegeben werden. Hier klagen Betroffene vermehrt über Kopfschmerzen und Schwindel sowie gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Diese Nebenwirkungen begründen sich auf der Tatsache, dass die in den Wirkstoffen enthaltenen Eiweißbausteine auch in gesunden Körperzellen eingebaut werden können und dann auch hier zu einem Absterben der Zelle führen. Umgekehrt bedeutet dies, dass das Medikament nicht spezifisch für Viruszellen ist und beim Einbau seiner Bestandteile jede Zelle schädigen kann. Hier gilt es Betroffene genau über mögliche Nebenwirkungen aufzuklären und bei einer Unverträglichkeit das Medikament abzusetzen.

Wechselwirkungen

Die Ausscheidung von antiviralen Wirkstoffen wie Aciclovir findet über die Niere statt. Daher können Wechselwirkungen mit allen Medikamenten auftreten, die auch über die Niere ausgeschieden werden. Konkurrieren nämlich zwei Medikamente um einen Transporter im Urogenitalsystem, kann sich der Abbau verlangsamen und die Dosis im Körper erhöhen. Beim Überschreiten der therapeutischen Breite kann es dann schließlich zu Nebenwirkungen kommen. Für Betroffene bedeutet dies im Einzelfall einen Arzt oder Apotheker bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit der Dauermedikation zu fragen.

Wann darf Fieberblasensalbe nicht angewendet werden?

Fieberblasensalbe sollte nicht bei besonders ausgeprägten Hauterscheinungen im Lippenbereich angewendet werden. Das heißt, dass aufgesprungene Blasen mit einem blutigen Wundgrund nicht mit Fieberblasensalbe eingerieben werden sollten. Aber auch bei blitzartig auftretenen Schüben einer Herpeserkrankung mit Allgemeinsymptomen wie hohem Fieber und einem deutlichen Krankheitsgefühl sollten nicht lokal mit einer Salbe behandelt werden.
Hier empfiehlt sich die Gabe von Tabletten und bei schwersten Verläufen sogar eine intravenöse Infusionstherapie im Krankenhaus. Schwangere, Babys und Kleinkinder wird die Anwendung von Fieberblasensalbe generell nicht empfohlen, da Nebenwirkungen bei ihnen gravierender ausfallen können.

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Darf man Fieberblasensalbe bei Kindern anwenden?

Es ist zu betonen, dass sich Fieberblasen auch ohne eine Behandlung in circa zwei Wochen zurückbilden und das betroffene Kind keinerlei Schaden oder Nachteil von einem reinen Abwarten davon trägt, wenn es sich um einen milden Krankheitsverlauf handelt. Ist die Infektion mit einem Herpesvirus jedoch so stark, dass das Kind sehr beeinträchtigt ist, ist auch die Anwendung von Fieberblasensalbe oder gar eine intravenöse Therapie mit Aciclovir indiziert egal wie alt das Kind ist.

Beim Kind gilt also der Grundsatz so wenig wie möglich und so viel wie nötig ein Antivirustatikum wie Aciclovir im Rahmen der Therapie einzusetzen, wobei die Dosierung und Verabreichung dem Alter und dem Gewicht des Kindes angepasst werden muss. Entscheidet sich ein Arzt für die Therapie mit einer Fieberblasensalbe sollte das Auftragen jedoch von den Eltern bzw. den Betreuungspersonen übernommen werden und auf eine genaue Dosierung geachtet werden. Beim Auftreten von Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden und die Therapie angepasst werden.

Wie häufig am Tag sollte man die Salbe aufrtagen?

Hersteller empfehlen die Salbe alle vier Stunden in einer ausreichenden Dosierung aufzutragen. Für Betroffene bedeutet dies, die Lippenbläschen circa fünf Mal am Tag mit einem dünnen Film der Salbe einzucremen. Es sollten somit nach der Anwendung keine weißen Salbenrückstände zu sehen sein.
Die Menge ist genau dann richtig, wenn sie durch leichtes, kurzes Einmassieren direkt aufgenommen wird und maximal einen leichten, fettigen Glanz auf den Lippenbläschen hinterlässt. Das Zeitintervall von vier Stunden ist insofern wichtig, als dass dann möglichst viele Viruserreger erreicht werden können und somit die Ausbreitung der Infektion bestmöglich verhindert werden kan

Wie viel kostet die Fieberblasensalbe?

Fieberblasensalben sind grundsätzlich für jedermann erschwinglich. Der Preis variiert zwar etwas von Hersteller zu Hersteller, liegt aber generell immer im einstelligen Eurobereich. Ob die Kosten für die Salbe von der Krankenversicherung übernommen werden, hängt ganz von der Krankenkasse ab. Dies müssen Betroffene individuell bei Ihrer Versicherung erfragen. Erfahrungsgemäß übernehmen aber nur wenige Krankenkassen die Kosten.

Welche Alternative gibt es zur Fieberblasensalbe?

Die beste und nebenwirkungsärmste Alternative zu einer Fieberblasensalbe ist das geduldige Abwarten bis zum Abheilen der Lippenbläschen. Auch wenn sie die Betroffenen optisch beeinträchtigen und auch zeitweise Brennen oder Jucken, heilen sie doch am Besten ab, wenn man sie ganz in Ruhe lässt. Jede Manipulation an Ihnen kann die Erreger auf gesunde Hautareale verschleppen und die Entzündungsreaktion weiter unterhalten.
Wollen Betroffene nur die Symptome lindern, können sie juckende Hautstellen zeitweise kühlen. Hier ist es jedoch wichtig, den Kühlakku nach der Anwendung zu desinfizieren, um einer Schmierinfektion vorzubeugen.

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Darf man Fieberblasensalbe in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

Eine Anwendung von Fieberblasensalbe sollte in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Absprache erfolgen. Zwar gelangt erfahrungsgemäß der Wirkstoff bei Schwangeren nur in einer sehr geringen Konzentration in den Blutkreislauf, jedoch kann er rein theoretisch fruchtschädigend sein. Immerhin erreicht das Aciclovir seine antivirale Wirkung, indem es das Erbgut der Viruszellen verändert und somit ihre Vermehrung verhindert.
Theoretisch ist dieser Mechanismus in jeder menschlichen Zelle möglich, was somit auch zu Schädigungen am Ungeborenen besonders in frühen Stadien der Schwangerschaft führen kann. Daher gilt es die Risiken im Einzelfall abzuschätzen und die Indikation von einer Frauenärztin stellen zu lassen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lippenherpes in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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