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Hautausschlag bei Windpocken

Was sind Windpocken?

Windpocken ist eine Erkrankung, die durch den Varizella-Zoster-Virus verursacht wird.

Der Virus ist hoch infektiös und wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Er kann mehrere Meter über die Luft übertagen werden, daher auch der Begriff Windpocken. Nach der Infektion, meist im Kindesalter, erhält der betroffenen lebenslange Immunität. In 20% der Fälle kann es jedoch durch Verweilen des Virus im Körper nach Jahren zu einer Gürtelrose kommen. Hierbei breitet sich der Virus entlang sensibler Nervenfasern aus und verursacht einen gürtelförmig ausstrahlenden Ausschlag.

Auch die einfache Windpocken-Infektion zeigt im Verlauf neben Symptomen wie Fieber und allgemeines Unwohlsein kleine, rote, juckende Pocken.

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Ursachen des Ausschlags bei Windpocken

Der durch Windpocken verursacht Hautausschlag beginnt in der Regel ca. 14 Tage nach der Infektion.

Er zeigt sich charakteristisch in Form von kleinen, roten, juckenden Flecken, die sich innerhalb weniger Stunden zu Bläschen mit klarer Flüssigkeit entwickeln. Nach ein bis zwei Tagen platzen die Bläschen und verkrusten. Ursache für die Bläschenbildung ist die Vermehrung der Viren in der Haut.

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Genauer genommen kommt es nach dem Befall der Schleimhäute durch eine Tröpfchenübertragung zu einer ersten Virämie. Über das Blut gelangt der Virus in die Gefäße der Haut. Dort befällt er die Zellen um die Gefäße, die sogenannten Endothelzellen. In den Endothelzellen beginnt der Virus sich zu vermehren. Zur Unterbindung diese Vermehrung reagiert das körpereigene Immunsystem mit einer Entsendung von Entzündungszellen, dies spiegelt sich wieder in Form des Hautausschlags.

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Begleitsymptome bei Windpocken

Neben dem charakteristischen Hautausschlag liegt häufig Fieber und Abgeschlagenheit als Begleitsymptom Primärinfektion vor.

Je nach betroffenem Körperareal kann es ebenso zur Beteiligung des zentralen Nervensystems kommen mit Symptomen wie Gangunsicherheit und Nackensteifigkeit. Auch eine Lungenentzündung kann in schweren Verläufen auftreten.

Eine Sonderstellung stellt die Infektion mit Windpocken während der Schwangerschaft da. Hierbei kann es zu Missbildungen des ungeborenen Kindes kommen.

Die häufigste, glücklicherweise aber ehr harmlosen, Komplikation ist die Hypopigmentierenung der Haut an den Stellen, an denen Bläschen verkrusten. In manchen Fällen bleiben auch lokale Narben zurück.

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Therapie des Hautausschlags bei Windpocken

Bei gutartigem Verlauf wird in der Regel nur eine symptomatische Therapie empfohlen. Dies umfasst:

- kühlen der Pusteln, da Wärme den Juckreiz verstärkt.

- Stutzen der Fingernägel, um das Aufkratzen der Bläschen zu verhindern und so bakterielle Superinfektionen vorzubeugen. Ebenso steigt mit dem Aufkratzen der Bläschen das Risiko für eine narbige Ausheilung

- Antihistaminerge Creme, um den Juckreiz zu unterdrücken

- Paracetamol oder Ibuprofen, zur Behandlung des Fiebers

[Achtung! Acetylsalicylsäure, Aspirin, ist bei Kindern kontrainduziert, da es ein sogenanntes Reye-Syndrom hervorrufen kann, mit schweren neurologischen Schäden]

Eine Sonderstellung in der Therapie haben immunsupprimierte Patienten, bei ihnen sollte stets eine Therapie mit Virostatika durchgeführt werden. Häufig angewandte Mittel sind Aciclovir oder Vidarabin.

Bei Kindern über 12 Jahren ohne Impfschutz kann eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden, sofern der Ausbruch des Exanthems max. 24 h zurückliegt.

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Dauer der Varizellen-Infektion

Nach einer Inkubationszeit von ca. 10-20 Tagen zeigt sich bei gutartigem Verlauf bereits nach 3-4 Tagen eine Besserung, mit Ausheilung der verkrusteten Bläschen.

Beim Aufkratzen jedoch kann es zu bakteriellen Superinfektionen zum Beispiel mit Staphylokokkus aureus kommen derartige Komplikationen zögern die Abheilung deutlich hinaus.

In der Regel erhält der Patient nach ausgestandener Infektion eine lebenslange Immunität bei besonders leichtem und sehr frühem Verlauf kann es nochmals zu einem Wiederaufflackern der Symptome kommen.

In ca. 20% der Fälle zeigt sich jedoch ein Wiederausbruch der Varizella Zoster Infektion im Sinne einer Gürtelrose. Als Virus der Herpesviren-Familie besitzt das Varizella Zoster Virus die Fähigkeit in Nervenknoten zu persistieren.

Auf einen unspezifischen Reiz hin kann es im Alter zu einer erneuten Vermehrung des Virus mit Befall von sensiblen Nerven kommen. Charakteristisch ist dabei der gürtelförmige ausstrahlende Hautausschlag und Schmerz entlang des Verlaufes der sensiblen Hautnerven.

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Impfung gegen Varizella Zoster Virus

Seit 2004 wird die Varizella Zoster Impfung zusammen mit der Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln offiziell von der STIKO empfohlen.

Es handelt sich dabei um einen Lebenimpfstoff, das heißt der Körper bildet aktiv Antikörper gegen den verabreichten Impfstoff. Zugleich bildet er Gedächtniszellen aus, die sich bei erneutem Kontakt mit impfstoffähnlichen Strukturen erinnern und die spezifische Antikörperproduktion wieder hoch regulieren. So können 70-90% der geimpften Patienten eine lebenslange Immunität erhalten.

Besteht kein Impfschutz in Form einer aktiven Immunisierung besteht die Möglichkeit der passiven Immunisierung. Hierbei werden dem Patienten keine Antigene verabreicht sondern direkt die spezifischen Antikörper. Der Nachteil einer solchen Immunisierung ist das Ausbleiben der Gedächtniszellbildung und damit nur ein vorübergehender Schutz. Ebenso kann die passive Immunisierung nicht nach Infektion verabreicht werden, sondern muss ebenfalls vor der Exposition durchgeführt werden.

Patienten mit einer Indikation für diese Methode sind ungeimpfte, schwangere Frauen in einem Risikoumfeld. Auch Säuglinge, die während der Schwangerschaft an einer Varizelleninfektion erkranken, wird nach der Geburt eine Kombination aus Aciclovir und den Antikörpern gegeben.

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Ansteckungswege der Varizelle Zoster Infektion

Wie bereits erwähnt wird der Varizella Zoster Virus hauptsächlich über die Luft- und Atemwege übertragen. Eine weitere Infektionsquelle ist jedoch auch die Übertragung über die Haut.

Mit Aufplatzen der Bläschen z.B. durch häufiges Kratzen kann es zu Schmierinfektionen kommen. Kontaktpersonen können sich so über kleine Verletzungen in der Haut oder über die Schleimhäute infizieren. Enger Kontakt sollte daher bei nicht vorliegender Immunität vermieden werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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