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Hautausschlag vom Schwitzen

Einleitung

Große Hitze führt dazu, dass die Menschen anfangen zu schwitzen. Und mit dem Schweiß kommen oft auch viele kleine rote Pickelchen, gemeinhin auch als sogenannte Hitzepickel, Hitzeausschlag oder Schweißpickel bekannt.
Hierbei handelt es sich nicht etwa um ein Einzelphänomen, sondern um ein medizinisches Krankheitsbild, das in der Fachsprache als Miliaria bezeichnet wird. Die Bläschen sind für gewöhnlich sehr hell bis milchig-farben und machen sich durch ihren unangenehmen Juckreiz bemerkbar. Sie heilen in der Regel recht schnell von selbst wieder ab, ohne Spuren zu hinterlassen.

Ursachen

Zustande kommen die Hitzepickel durch verstopfte Schweißporen auf der Haut. Wie und warum genau die Poren verstopfen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt worden. Die Folge ist jedoch in jedem Falle das Entstehen eines Pickels inklusive Rötung und Juckreiz.
Bei der Ursachenforschung werden verschiedene Theorien in Betracht gezogen. Eine Theorie geht zum Beispiel davon aus, dass manche Schweißporen kurz nach der Geburt noch nicht vollständig ausgereift und daher anfällig für Umwelteinflüsse sind. Das könnte ein Grund sein, weshalb vor allem Babys und Kleinkinder zur Bildung von Hitzepickeln neigen.
Aber auch bei Erwachsenen können vermehrte körperliche Aktivität, ein heißes und feuchtes Klima sowie luftundurchlässige Kleidung die Schweißproduktion so stark anregen, dass die Poren in der Haut sich verschließen und Pickel entstehen.
Auch können einige Medikamente dazu führen, dass die Schweißproduktion künstlich angeregt wird und sich Hitzepickel bilden, besonders Betablocker und Opiate sind für diese Nebenwirkung bekannt.
Auch diverse Cremes, Salben und andere Hautpflegeprodukte können durch ihre Inhaltsstoffe die Poren verschließen und die Schweißproduktion beeinträchtigen, was die Pickelbildung begünstigt.
Aber auch andere Faktoren wie zum Beispiel Stress, Schlafmangel, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Immunschwächen können sich in Form von Schweißpickelchen niederschlagen.

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Schweißpickel oder Schwitzbläschen als Hauptsymptom

Schwitzbläschen, auch als Hitzepickel oder in der Fachsprache als Miliaria bezeichnet, nennt man die kleinen oft roten Pickel, die bei großer Hitze entstehen können.
Sie treten nicht etwa durch die Sonneneinstrahlung selbst, sondern durch die Hitzeeinwirkung auf die Haut (Hautausschlag durch Hitze). Die Schweißporen verstopfen und der Schweiß kann nicht mehr aus der Haut austreten. Es bildet sich ein kleines Bläschen in der Haut.

Begleitende Symptome

Die kleinen Hitzepickel an sich sind in der Regel zwar störend, aber harmlos. Manche von ihnen sind von einem unangenehmen Juckreiz begleitet und in seltenen Fällen können sie sogar dazu führen, dass die Schweißproduktion im betroffenen Hautareal versiegt, was dann eine Kühlung von außen notwendig macht, damit die Haut nicht überhitzt.

Diagnose

Die Diagnose von Hitzepickelchen ist in der Regel eine Blickdiagnose. Das heißt, dass keine weiteren großen medizinischen Tests für den Fachmann notwendig sind, um Hitzepickel zu erkennen.
Da die Pickel nicht durch die Sonneneinstrahlung an sich, sondern die Hitzeeinwirkung entstehen, bilden sie sich bevorzugt an eng aneinander liegenden Körperstellen und in Hautfalten. Bei Säuglingen können sie prinzipiell am ganzen Körper auftreten.
Man kann die Schweißpickel in drei verschiedene Formen unterteilen. Die Miliaria crystallina sind klein und schmerzlos. Sie verschwinden nach einigen Tagen von selbst wieder. Die Miliaria rubra sind größere rote Knoten die mit Juckreiz verbudnen sind. Die Miliaria profunda sind sehr selten und zeigen sich als fleischfarbene wellige Hautverfärbungen. Um welche Form es sich handelt, kann der Hautarzt oft auf den ersten Blick schon erkennen.

Therapie

Eine medizinische Behandlung der Hitzepickel ist normalerweise nicht notwendig. Die kleinen Bläschen verschwinden so schnell, wie sie aufgetreten sind und hinterlassen auch keine Folgeschäden. In der akuten Situation hilft es oft schon, sich in klimatisierten Räumen aufzuhalten und auf atmungsaktive Kleidung zu achten. Körperliche Anstrengung sollte vermieden werden.
Ist der Juckreiz sehr stark, können die Betroffenen eine Zinkoxidmixtur, die als Calamine Lotion bekannt ist, auftragen. Diese mildert das Brennen und pflegt die Haut pflegt.
Nur in seltenen Fällen, wenn durch die Bildung der Hitzepickel auch die Schweißproduktion beeinträchtigt ist, wie es etwa bei der Miliaria rubra und profunda vorkommen kann, müssen kühlende Gegenmaßnahmen ergriffen werden, da die Betroffenen sonst Gefahr laufen zu überhitzen.

Homöopathische Behandlung des Hautausschlages

Da die kleinen Schweißpickel bevorzugt auf zu feuchter Haut entstehen, bieten sich Bäder mit Zusätzen, die die Haut austrocknen zur Bekämpfung der Bläschen an. Besonders Apfelessig, Eichenrinde und Salbei wird eine solche Wirkung nachgesagt. Die Homöopathie bietet diverse Cremes und Salben an, die zum Beispiel Mahonien oder Asche enthalten und einen heilenden Effekt versprechen.
In Fällen von sehr starker Schweißproduktion, die mit der Bildung von Schweißpickelchen verbunden ist, hat es sich oft bewährt, eine Iontophorese durchführen zu lassen, welche die Schweißproduktion hemmt und somit Abhilfe verspricht. Diese sollte jedoch von einem erfahrenen Homöopathen durchgeführt werden.

Dauer des Hautausschlages

Die kleinen Hitzepickel entstehen meist recht schnell in der akuten Situation der Überhitzung des Körpers und bleiben dann für einige Tage bestehen. Spätestens nach einer Woche sind die kleinen unangenehmen, aber völlig harmlosen Bläschen wieder folgenlos verschwunden.
Sollte dies nicht der Fall sein, ist ein Arztbesuch ratsam, da es sich dann eventuell doch um ein anderes Krankheitsbild, als um die klassischen Miliaria-Hitzepickelchen handeln könnte. Auch, wenn sich die kleinen Bläschen verschlimmern oder gar entzünden sollten, ist ein Arztbesuch angeraten.

Hautausschlag vom Schwitzen bei Kleinkindern und Säuglingen

Kleinkinder und Säuglinge neigen ganz besonders zur Bildung von Schweißpickelchen. Anders als bei Erwachsenen beschränkt sich das Problem nicht nur auf die Hautfalten und eng aneinander liegenden Körperregionen, sondern kann überall auftreten.
Eine Theorie geht davon aus, dass die Schweißdrüsen der Haut bei Geburt noch nicht vollständig entwickelt sind und erst im Laufe der Zeit komplett funktionstüchtig werden. In der Zwischenzeit sind die Drüsen besonders anfällig für eine erhöhte Schweißproduktion und ein Verstopfen der feinen Drüsengänge, was dann wiederum zur Bildung von Schweißpickeln führt. Wie bei Erwachsenen auch, sind die Pickel an sich nicht weiter gefährlich, können sich aber bei falscher Pflege verschlimmern und entzünden.
Tritt das Problem öfter auf oder benötigen die Pickel ungewöhnlich lange zum Abheilen, sollte ein Kinderarzt oder Hautarzt aufgesucht werden, da es sich in diesen Fällen auch um andere Krankheitsbilder, wie zum Beispiel eine Allergie, eine Unverträglichkeit, eine Neurodermitis oder Schuppenflechte handeln könnte. Ist dies der Fall, muss medizinisch eingegriffen werden.
Handelt es sich um die üblichen Schweißpickel, gelten dieselben Empfehlungen wie bei Erwachsenen. Haut trocken halten und vor weiterem Hitzeeinfluss schützen. Bei starkem Juckreiz eventuell spezielle Cremes verwenden oder bei zu großer Überhitzung vorsichtig mit feuchten Lappen oder einem Handtuch kühlen. Die Pickel sollten nach wenigen Tagen wieder verschwunden sein und keine Schäden an der Haut hinterlassen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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