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Hefepilze auf der Haut

Was versteht man unter Hefepilzen auf der Haut?

Als Hefepilze bezeichnet man eine Gattung von Pilzen, zu denen unter anderem die Pilze Candida albicans, Kryptokokkus neoformans und Malassezia furfur zählen. Man bezeichnet sie auch als Sprosspilze. Hefepilze können sich auf der Haut befinden ohne dass dies einen Krankheitswert hat, als Teil der natürlichen Hautflora.

Wenn sie Symptome verursachen, handelt es sich meist um eine sogenannte opportunistische Infektion. Dabei handelt es sich um Infektionen, die in Zuständen der vermehrten Verletzlichkeit eines Organismus, beispielsweise bei einer Immunschwäche oder weiteren Vorerkrankungen, auftreten.
Hefepilze auf der Haut sind also zunächst einmal keine Erkrankung und müssen nicht behandelt werden.
Erst, wenn Beschwerden entstehen, stellen Hefepilze ein behandlungsbedürftiges Problem dar.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hefepilzinfektion

Ursachen für eine Infektion

Sobald die Hefepilze auf der Haut Symptome verursachen, liegt eine Hautpilz-Erkrankung vor, die behandelt werden sollte. Man spricht in diesem Zusammenhang von opportunistischen Infektionen. Vorerkrankungen, Immunschwächen und andere Faktoren können dazu führen, dass sich das Gleichgewicht der Hautflora zugunsten der Hefepilze verschiebt und diese sich ungehemmt vermehren. Dann entstehen Symptome.
Im folgenden Abschnitt sollen die unterschiedlichen Hefepilze und ihre Ursachen dargestellt werden:

  • Candida albicans- Haut-Candidose:

    Der Hefepilz Candida albicans ist der häufigste Erreger der Hautcandidose und findet sich fast ausschließlich nur beim Mensch. Der Pilz ist auf der Haut von bis zu 30% der gesunden Menschen nachweisbar und hat keinen Krankheitswert.

    Durch Veränderungen der Hautflora oder eine Immunschwäche kann es zur Überbesiedlung mit dem Pilz kommen.
    Hauptrisikofaktoren für eine sogenannte Candidose sind immunschwächende Erkrankungen, wie Diabetes Mellitus, HIV und Tumore. Weiterhin sind auch Patienten gefährdet, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen.
    Dazu gehören unter anderem Glukokortikoide oder Zytostatika.
    Auch nach einer Organtransplantation ist das Risiko aufgrund der das Immunsystem stark unterdrückenden Medikation erhöht.

    Der Pilz kann sich gut in Hautfalten und in feuchtem Milieu ausbreiten, weshalb auch zu enge Kleidung, starkes Schwitzen und Übergewicht eine Candidose der Haut begünstigen.

    Lesen Sie mehr zu diesem Krankheitsbild unter: Candidose
     
  • Malassezia furfur – Pityriasis versicolor:

    Der Hefepilz Malassezia furfur gehört zur natürlichen Hautflora des Menschen. In einigen Fällen kann er eine Hautpilzinfektion verursachen, die man als Pityriasis versicolor bezeichnet.
    Das Risiko für eine solche Ausbreitung des Pilzes steigt bei Stress und Übergewicht.
    Darüber hinaus findet sich eine solche Pityriasis gehäuft bei Patienten, die unter einem sogenannten seborrhoischen Ekzem leiden.
    Starkes Schwitzen, sowie heißes und feuchtes Klima begünstigen dies ebenfalls.

    Lesen Sie mehr zu diesem Krankheitsbild unter: Pityriasis versicolor

Diagnose

Die Diagnose eines Hautpilzes durch Hefepilze stellt ein Hautarzt.
Zunächst einmal schaut sich der Hautarzt die Hautveränderungen an und beurteilt deren Aussehen, sowie Begleitsymptome (Inspektion). Anhand des Aussehens kann oft schon eine nähere Ursache eingegrenzt werden.

Im Falle eines Verdachts auf Hefepilze werden wichtige Risikofaktoren, wie immunschwächende Vorerkrankungen (HIV, Diabetes Mellitus) und Medikamente (Glucocortikoide, Zytostatika) erfragt.

Näheren Aufschluss über die Art des Pilzes bieten weiterführende dermatologische Untersuchungen

  • Bei Verdacht auf eine Candida-Infektion kann eine kleine Probe in Form eines Abstriches entnommen werden.
    Mittels einer speziellen Färbung (Gram-Färbung) lassen sich die Pilze anfärben und unter dem Mikroskop darstellen.
     
  • Bei Verdacht auf eine Überbesiedlung mit dem Pilz Malassezia furfur kann der Hautarzt die Hautveränderungen unter dem sogenannten Wood-Licht beobachten.
    Das Wood-Licht ist eine Untersuchungsmethode, bei der man sich die Hautveränderungen unter einem speziellen Licht in einem verdunkelten Raum anschaut.
    Typischerweise erscheinen diese bei einer Pityriasis gelb-ockerfarben.  

    In der Untersuchung lässt sich weiterhin das Hobelspanphänomen auslösen. Beim Bestreichen der Hautveränderungen entstehen feine, weißliche Schuppen. Der Pilz kann außerdem mikroskopisch nachgewiesen werden.

Begleitende Symptome

Hefepilze auf der Haut führen zunächst einmal nicht zu Beschwerden oder Symptomen. Als Teil der natürlichen Hautflora entstehen durch die Hefepilze keine Schäden und sie werden gar nicht von den Betroffenen bemerkt.

In bestimmten Fällen können jedoch Beschwerden entstehen, wenn sich das Hautgleichgewicht zugunsten der Pilze verschiebt.
Dadurch können verschiedene Begleitsymptome entstehen:

Eine Candidose der Haut kann mit Juckreiz und Schmerzen einhergehen.
Schmerzen entstehen vor allem dadurch, dass die Haut aufweicht und so rissig wird.
Bevorzugt entsteht die Hautcandidose an Hautfalten und in den Finger-, sowie Zehenzwischenräumen. Das Aufweichen der Haut bezeichnet man auch als Mazeration.

Es können auch Schleimhäute befallen werden (Vaginalcandidose, Mundcandidose).

Lesen Sie mehr zur Candida Albicans Infektion im Mundraum: Mundsoor

In schweren Fällen kann der Pilz innere Organe befallen. Am häufigsten ist die Speiseröhre betroffen. Man spricht dann von einer Soorösophagitis, die mit Schluckstörungen und Schmerzen beim Schlucken einhergehen kann.

Die Pityriasis versicolor führt in der Regel bis auf die typischen Hautveränderungen nicht zu Beschwerden. Selten können ein Spannungsgefühl der Haut oder leichter Juckreiz begleitend auftreten.

Hautausschlag

Als Hautausschlag (Exanthem) im engeren Sinne bezeichnet man nur das großflächige Auftreten von gleichartigen Hautveränderungen. Hefepilze verursachen in der Regel keine Hautveränderungen auf der gesamten Haut oder auf dem größten Teil der Haut, sondern an umschriebenen Stellen.
Daher handelt es sich streng genommen nicht um Hautausschläge.

Da im Volksmund meistens jedoch auch solche Hautveränderungen als Hautausschlag bezeichnet werden, werden an dieser Stelle kurz die typischen Hautveränderungen vorgestellt: 

  • Hefepilze der Gattung Candida führen typischerweise zu roten Flecken an deren Rändern sich häufig Pusteln finden.
    In den Zehen- und Fingerzwischenräumen führt Candida weiterhin zu weißlichen Aufweichungen der Haut und zu Rissen.
     
  • Der Pilz Malassezia furfur hingegen verursacht unregelmäßige bräunliche Flecken, die sich durch das Sonnenlicht entfärben und dann weißlich aussehen.
    Dieser Farbwechsel führt zu dem Namen Pityriasis versicolor.

Sie sind sich nicht sicher, ob tatsächlich eine Pilzinfektion die Ursache Ihres Ausschlags ist? Lesen Sie, welche anderen Auslöser in Frage kommen:

Wie werden Hefepilze auf der Haut behandelt?

Hefepilze auf der Haut, werden je nach Art des Pilzes unterschiedlich behandelt.

  • Bei einer sogenannten Pityriasis versicolor, die von dem Hefepilz Malassezia furfur verursacht wird, wird eine Lokaltherapie mit azolhaltigen Shampoos durchgeführt. Azole töten den Pilz ab.
    Das Shampoo muss auf den gesamten Körper, einschließlich der Kopfhaut, aufgetragen werden und über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen kann es abgeduscht werden.
    Die Therapie erfolgt an mehreren aufeinanderfolgen Tagen. Meist ist auch eine Wiederholung nach einigen Wochen notwendig.

    Bei hartnäckigen Fällen wird der Pilz mit Tabletten behandelt, die Azole enthalten.
     
  • Die Therapie einer Hautcandidose stützt sich ebenfalls vor allem auf lokale Maßnahmen. Dazu stehen Salben mit verschiedenen pilzabtötenden Wirkstoffen, wie Clotrimazol, Nystatin oder Ciclopirox zur Verfügung. Weiterhin ist es wichtig, die betroffenen Stellen trocken zu halten und gut zu belüften.
    Starkes Schwitzen und enge Kleidung sollten vermieden werden.

    Bei hartnäckige Candidosen oder einem zusätzlichen Befall innerer Organe, sowie bei immunschwächenden Vorerkrankungen, muss eine orale Therapie mit Fluconazol oder Caspofungin erfolgen.

Welche Salben werden eingesetzt?

Zur Behandlung von Hautveränderungen durch Hefepilze werden verschiedene Salben mit antimykotischen Wirkstoffen eingesetzt.
Das sind Salben, die die Pilzzellen abtöten.

Diese finden vor allem bei der Candidose der Haut Anwendung. Die Salben können die Wirkstoffe Ciclopirox, Nystatin oder auch Clotrimazol enthalten.

Welche Medikamente können helfen?

Für die Behandlung von Hautpilzen müssen pilzabtötende Medikamente eingesetzt werden. Diese bezeichnet man in der Fachsprache auch als Antimykotika.

  • Für die Behandlung einer Candidose werden die Wirkstoffe Ciclopirox, Nystatin oder auch Clotrimazol eingesetzt.
    Diese sind für eine lokale Therapie der Hautveränderungen mit Salben geeignet.
    Für eine innerliche Therapie mit Tabletten eignen sich die ebenfalls antimykotischen Wirkstoffe Fluconazol, Caspofungin oder in schweren Fällen Amphotericin B.
     
  • Bei einer Pityriasis versicolor werden Azol-Antimykotika, wie Clotrimazol oder Ketoconazol, eingesetzt.

Sie wollen genaueres zu den vorgeschlagenen Medikamenten, deren Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung wissen? Lesen Sie hierfür unseren Artikel

Welche Hausmittel können helfen?

Zur Therapie von Pilzerkrankungen der Haut sollten keine Hausmittel verwendet werden.

Sie können den Pilz unglücklicherweise nicht abtöten und daher auch keine Heilung erzielen. Die ausschließliche Selbstbehandlung mit Hausmitteln verzögert nur den Therapiebeginn und dadurch auch die Heilung.
Das Auftragen von Essig, Knoblauch oder Zitrone auf die Haut sollte unterlassen werden, da dies die Hautschädigungen zusätzlich fördern kann.

Wie ansteckend sind Hefepilze auf der Haut?

Hefepilze gehören in den meisten Fällen zur natürlichen Hautflora des Menschen, sie können jedoch auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Der Pilz Malassezia furfur, der die Pityriasis versicolor verursacht, ist praktisch nicht ansteckend. Er findet sich bei den meisten Menschen auf der gesunden Haut und führt erst bei bestehenden Risikofaktoren zu einer übermäßigen Ausbreitung auf der Haut.

Ähnlich ist es im Grunde auch bei einer Candidose der Haut. Der Pilz kann zwar durch Hautkontakt übertragen werden, er findet sich jedoch ohnehin bei nahezu einem Drittel der Menschen auf der gesunden Haut.
Selbst eine Übertragung des Pilzes ist noch nicht gleichzusetzen mit einer Infektion.
Erst bei vorliegenden Risikofaktoren kann eine Candidose der Haut entstehen.

Für weitere Informationen lesen Sie auch den Artikel:

 

Was kann man tun, um sich nicht anzustecken?

Die besten Maßnahmen, um sich nicht mit einem Hefepilz anzustecken, bestehen darin, gewisse Verhaltens- und Hygienemaßnahmen zu befolgen.
Wenn ein Betroffener gerade Hautveränderungen im Rahmen einer Candidose hat, sollte man diese nicht berühren.

Weiterhin sollte man auf die gemeinsame Benutzung von Wäsche und Handtüchern verzichten.
Falls man in einem gemeinsamen Haushalt lebt, sollte die Wäsche mit einem desinfizierenden Hygienespüler nach den Herstellerangaben gewaschen werden.

Wie lange bleiben Hefepilze auf der Haut?

In der Regel befinden sich Hefepilze auch nach erfolgter Therapie ein Leben lang auf der Haut.
Dies ist jedoch nicht schlimm.
Als Teil der natürlichen Hautflora sind sie primär nicht als krankhaft zu werten.

Wenn sie Beschwerden verursachen, ist die Dauer der Beschwerden von verschiedenen Faktoren, wie dem Therapiebeginn, Vorerkrankungen und der Therapietreue abhängig.
Ein vollständiges Abheilen kann bei einer konsequent angewandten Therapie circa 7 bis 14 Tage in Anspruch nehmen.
Nach einer erfolgreichen Therapie kann eine Pilzerkrankung jedoch wieder auftreten.

Welche Besonderheiten gibt es bei einem Hefepilz auf der Kopfhaut?

Die Kopfhaut kann durch den Hefepilz Malessezia furfur besiedelt sein.
Das hat zunächst einmal keinen Krankheitswert.

Sollte der Pilz jedoch zu einer Pityriasis versicolor führen, muss die Kopfhaut für einen Therapieerfolg stets mitbehandelt werden.
Für die Behandlung stehen azolhaltige Shampoos zur Verfügung, die auf der gesamten Haut, einschließlich der Kopfhaut, angewendet werden können.
An der Kopfhaut selbst zeigen sich in der Regel jedoch keine Symptome. Beim Bestreichen der Kopfhaut kann es höchstens zu einer leichten Schuppung kommen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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