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Kleienflechte

Definition

Kleienflechte ist auch bekannt unter dem Namen „Pityriasis versicolor“.
Es handelt sich um eine Pilzerkrankung der oberen Hautschicht, die auch mit den Zeichen einer Entzündung einhergehen kann. Typisch ist die Lokalisation am Nacken oder dem oberen Rumpf (Brust und Rücken). Der Erreger der Kleienflechte ist Malassezia furfur, ein Hefepilz der normalen Hautflora. Durch die Infektion kommt es zu kleinfleckigen Pigmentveränderungen. Auf gebräunter Haut wirken die Herde hell, da der Pilz das UV-Licht absorbieren kann. Im Winter erscheinen die Pilzherde neben der blassen Haut wiederum bräunlich.

Wie ansteckend ist die Kleienflechte?

Da es sich bei Malassezia furfur ohnehin um einen Hefepilz der normalen Hautflora handelt, ist die Kleienflechte keine ansteckende Erkrankung. Jeder trägt diesen Hefepilz auf seiner eigenen Haut. Die Symptome treten nur auf, wenn bestimmte Risikofaktoren zutreffen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Wie ansteckend sind Hefepilze?

Ursachen

Die Hauterscheinungen, die durch den Hefepilz Malassezia furfur der Hautflora auftreten, treten nur dann in Erscheinung, wenn bestimmte Risikofaktoren das Wachstum der Hefepilze begünstigen.

Zu den Risikofaktoren zählen starkes Schwitzen und eine Überproduktion der Talgdrüsen. Dazu kommt ein heißes und feuchtes Klima. Unter diesen warmen und feuchten Bedingungen fühlt sich der Hefepilz wohl und kann sich gut ausbreiten.

Lesen Sie mehr dazu unter Übermäßiges Schwitzen - was sind die Ursachen?

Auch Übergewicht zählt zu den Risikofaktoren, da sich in großen Hautfalten ebenfalls ein passendes Klima bildet. Außerdem kann Stress für die Erkrankung verantwortlich sein, da unter Stress das Immunsystem geschwächt ist.

Begleitende Symptome

Bei der Kleienflechte können neben den braun bis rötlichen oder unter Sonneneinwirkung hell erscheinenden Herden auch andere Symptome auftreten. Ein geringer Juckreiz ist beispielsweise möglich, muss aber nicht auftreten.

Lesen Sie mehr dazu unter Haut juckt - das sind die Ursachen

Bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem (zum Beispiel bei HIV-Erkrankten oder unter Chemotherapie) ist es auch möglich, das über die reinen „Flecken“ hinaus eine entzündliche Infektion der Haarfollikelausgänge auftritt.

Diagnose

Die Diagnose der Pityriasis versicolor lässt sich meist schon durch die typische Farbveränderung der Pilzherde im Vergleich zur gebräunten oder ungebräunten Haut stellen. Des Weiteren streichen Hautärzte mit einem Spatel über die Herde, wodurch es zu einer feinen weißlichen Schuppung kommt. Dieses sogenannte „Hobelspanphänomen“ ist typisch für die Erkrankung. Außerdem kann mit Hilfe eines Klebestreifenabstrichs und einer Methylenblau-Färbung der Erreger unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.

Behandlung / Therapie

Die Kleienflechte ist keine gefährliche Erkrankung. Sie wird vor allem aus kosmetischen Gründen behandelt. Für die Therapie können Azolantimykotika lokal auf der Haut eingesetzt werden. Diese gibt es außerdem enthalten in Shampoos. Durch zweimaliges Haarewaschen in der Woche wird eine Ausbreitung des Hefepilzes von den Haarfollikeln aus verhindert.

Bei fehlendem Ansprechen auf die lokale Behandlung können Azole auch systemisch angewendet werden. Dafür können Triazolantimykotila wie Itraconazol oder Fluconazol über eine Woche lang in Form von Tabletten systemisch gegeben werden.

Lesen sie mehr zu diesem Thema unter Medikamente gegen Pilzinfektion

Hausmittel

Neben der Antimykotischen Therapie ist es sinnvoll die Risikofaktoren der Kleienflechte zu bekämpfen. Gewichtsreduktion und Stressabbau können hilfreich sein. Besonders ist aber darauf zu achten, dem Hefepilz sein Milieu, indem er sich wohlfühlt, zu entziehen. Dafür sollte man die Entstehung von feuchtem und warmen Klima (vor allem in Hautfalten) vermeiden.

Lesen sie mehr dazu auf unserer Hauptseite zum Thema Abnehmen

Bei starkem Schwitzen oder nach dem Duschen sollen alle feuchten Stellen daher sorgfältig abgetrocknet werden. Betroffene Hautstellen können außerdem mit Teebaumöl eingerieben werden. Teebaumöl wird eine antiseptische, bakterizide und fungizide Wirkung zugeschrieben.

Lesen sie mehr dazu auf unserer Hauptseite zum Thema Teebaumöl

Homöopathie

Eine homöopathische Therapie kann zusätzlich zu der Therapie mit antimykotischen Wirkstoffen zur Unterstützung eingesetzt werden. Dafür eignet sich die Einnahme von Arsenicum jodatum und Arsenicum album, sowie Sepia Kügelchen. Bei der Pityriasis versicolor wurden auch schon Sulfurkomplexe erfolgreich angewendet. Eine Kombination von Sulfur und Arsenicum album zweimal täglich stellen eine weitere Alternative dar, um die antimykotische Therapie zu unterstützen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter

Dauer der Erkrankung

Der Pilzbefall sollte sich im Rahmen der Antimykotischen Therapie zurückbilden. Meist findet diese über ein bis zwei Wochen statt. Da die befallenen Hautareale jedoch nicht mit der restlichen Haut bräunen konnten, bleiben die Flecken noch eine Weile zu sehen. Bis sich die Hauterscheinungen wieder an die umliegende Hautfarbe angepasst haben kann es, wie bei anderen zunächst ungebräunten Hautstellen, eine Weile dauern.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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