Symptome bei einem Lipom

Einleitung

Lipome sind gutartige, aus Fettzellen bestehende Tumore, die in den meisten Fällen im Unterhautfettgewebe angesiedelt sind, seltener auch in inneren Organen oder innerhalb von Muskeln. Sie gehören zu den häufigeren, gutartigen Tumoren, wobei die genaue Ursache bisher noch nicht geklärt werden konnte.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lipom Ursachen.

Etwa 16 Prozent der Menschen können ein Lipom nachweisen, dabei sind beide Geschlechter gleich stark betroffen. Eine Häufung findet man jedoch zwischen der vierten und fünften Lebensdekade, sowie bei bestimmten Erbkrankheiten wie der Lipomatosis dolorosa oder der Neurofibromatose.

Bevorzugt treten Lipome am Rumpf und im Kopf-Hals-Bereich auf, seltener sind sie an den Extremitäten anzutreffen.


Symptome

Bei Lipomen handelt es sich um fettzell- und blutgefäßreiche Tumore, die in der Regel eine weiche Konsistenz haben und gut verschieblich im Unterhautfettgewebe zu tasten sind. Besitzen sie jedoch einen hohen Bindegewebsanteil (z. B. bei Fibrolipomen), können sie auch als ein etwas härterer Knoten unter der Haut imponieren.

Dadurch, dass Lipome in den allermeisten Fällen keinerlei Beschwerden verursachen, werden sie oft nur zufällig als Tastbefund entdeckt. In der Regel wachsen sie nur sehr langsam und können somit auch erst nach Jahren das erste Mal auffallen. Ihre Größe ist sehr variabel, sodass Durchmesser zwischen 1 und 10 cm und mehr vorliegen können. Kleinere Lipome im Unterhautfettgewebe fallen dabei also oft nur als kleine, verschiebliche, weiche, eindrückbare Knoten unter der Haut auf, die nur durch gezieltes Tasten gefühlt werden können, da sie ansonsten keinerlei Symptome bereiten. Größere Lipome sind hingegen als deutliche Beule unter der Haut mit bloßem Auge sichtbar.

Beschwerden und Symptome treten bei Lipomen im Allgemeinen nur dann auf, wenn sie lagebedingt oder durch ihre Größe umliegende Strukturen, wie Nerven oder Gefäßen sowie Organe komprimieren.
Liegen sie beispielsweise im Unterhautfettgewebe unmittelbar im Bereich von Gelenken, können sie bei Bewegungen komprimiert werden, sodass es zur Bewegungseinschränkung oder einem unangenehmen Druckgefühl bis hin zu Schmerzen kommen kann.

Im Allgemeinen können Lipome, die eine enge räumliche Nähe zu Nerven haben und diese durch Größenwachstum oder bei Bewegung abdrücken, erstmals durch Schmerzen auffallen. Aber auch eine nahe Lage im Bereich von größeren Gefäßen kann zu Symptomen führen, wenn zum Beispiel ein etwas größeres Lipom am Hals zu einer Komprimierung der Halsschlagader oder zu Bewegungseinschränkungen in der Halsmuskulatur führt.

Tiefer gelegene Lipome in der Nähe von bzw. in oder an inneren Organen sind zwar selten (1-2%), können dafür aber zu verschiedensten Symptomen führen, die im Rahmen von ihrer Raumforderung durch Organfunktionsstörungen zustande kommen.

Viel häufiger und harmloser sind wiederum Lipome des Körperstammes, die bevorzugt am Rücken, am Bauch, an der Brust, der Schulter oder dem Oberarm und Oberschenkel vorkommen, da sie hier nur in wenigen Fällen zu ernsthaften Beschwerden führen, sondern eher ein kosmetisches Problem darstellen.

Am Rücken können Lipome ab einer bestimmten Größe zum einen ein diffuses Druckgefühl (vor allem im Liegen) erzeugen, zum anderen aber auch bei einer möglichen Kompression der Umgebung zu Nervenschmerzen, Taubheitsgefühlen bzw. Gefühlsstörungen im umliegenden Hautbereich oder zu druckbedingten Schmerzen im Bereich der Rückenmuskeln oder Sehnen führen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lipom am Rücken

Im Bereich der Schulter werden Lipome meist relativ früh bemerkt, weil sie aufgrund des geringen Unterhautfettgewebes schnell als Knoten über dem Hautniveau imponieren. Außerdem können sie hier auch schnell ab einer bestimmten Größe bzw. Lage ein Druck- und/oder Schmerzgefühl erzeugen. Gerade in Bereichen, die beim Rucksack oder Handtasche tragen oder Sporttreiben beansprucht werden, fallen sie relativ schnell durch unangenehme Beschwerden auf.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lipom an der Schulter

Lipome im Brustbereich können theoretisch ähnliche Symptome hervorrufen, sind aber in der Regel symptomatisch unauffällig. Gerade bei Frauen fallen Lipome an der Brust seltener auf, meist werden sie nur durch Zufall durch die Frau selbst oder den Gynäkologen ertastet. Um eine Verwechslung mit anderen Brusterkrankungen, speziell einen Brustkrebs (siehe: Brustkrebs erkennen), auszuschließen, werden Lipome in der Brust häufig routinemäßig noch genauer mittels Ultraschall oder Mammographie untersucht. Ein erhöhtes Krebsrisiko geht von nachgewiesenen Lipomen im Brustgewebe jedoch nicht aus.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lipom an der Brust

Lipome im Bauch oder Flankenbereich verursachen, genauso wie Brustlipome, kaum Beschwerden und werden in der Regel auch schwerer erkannt, was an der Mehrverteilung von Unterhautfettgewebe in diesem Bereich liegt. Beschwerden bzw. Symptome treten auch hier nur dann auf, wenn das Lipom ab einer bestimmten Größe oder durch eine bestimmte Lage auf umliegende Nervenstrukturen drückt, sodass es zu Sensibilitätsstörungen im Bauch-Flanken-Bereich oder sogar in den unteren Extremitäten kommt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lipom am Bauch

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.11.2017
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