Operation eines Lipoms

Einleitung

Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor, der von den körperlichen Fettzellen ausgeht.

In den meisten Fällen (99%) wachsen die Lipome direkt unterhalb der Haut, sodass sie häufig stören. Meistens sind Lipome sehr klein und liegen von ihrer Größe im Millimeterbereich. Teilweise können sie aber auch sehr groß werden, bis zu 20cm.

Häufigste Lokalisation der Lipome stellen Nacken, Oberarme, Unterschenkel, Wirbelsäule und Bauch dar. Prinzipiell kann es aber überall dort entstehen, wo es Fettgewebe gibt, also beispielsweise auch in Organen oder in der Bauchhöhle. Ein Lipom verursacht in der Regel keine Symptome wie Schmerzen oder Ähnliches. Treten Lipome in einer großen Anzahl bei einer Person auf, spricht man von einer Lipomatose, die auch häufig genetisch bedingt sein kann.

Wann wird operiert?

Ein Lipom an sich ist harmlos, da es sich dabei um einen gutartigen Tumor handelt und in der Regel auch keine Schmerzen verursacht. Teilweise kommt es allerdings dazu, dass das Lipom auf Blutgefäße oder Nerven drückt und deren Funktion einschränkt, sodass es sekundär zur Entstehung von Symptomen kommt. Häufig verspüren die Patienten dann ein Kribbelgefühl, eine Gefühllosigkeit beispielsweise in einer Extremität oder Schmerzen ausgelöst durch die Kompression des Nerven (siehe dazu: Schmerzen bei einem Lipom). Ebenfalls kritisch ist eine Lokalisation des Lipoms an Stellen besonderer Beanspruchung/Reibung, wie zum Beispiel im Bereich von Gelenken, der Achselhöhle oder im Nacken im Bereich des Hemdkragens.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome eines Lipoms

Ebenfalls operativ entfernt werden Lipome, die eine hohe Wachstumstendenz besitzen und Lipome, bei denen die Gutartigkeit nicht sicher bestätigt ist. Denn letztlich kann man die Gut- oder Bösartigkeit nur hundertprozentig nach einer Operation durch die Untersuchung unter dem Mikroskop entscheiden. Gerade bei derben Tastbefunden muss eine Bösartigkeit ausgeschlossen werden, da Lipome normalerweise in der Regel weich und verschieblich sind. Eine bösartige Differentialdiagnose zu einem Lipom stellt zum Beispiel das Liposarkom dar, welches ebenfalls aus Fettzellen entsteht.

Ein weiterer Grund für eine operative Entfernung eines Lipoms, ist ein kosmetischer Beweggrund. Je nach Lokalisation und Größe werden die kleinen bis großen Knötchen häufig von den Betroffenen als unschön und belastend empfunden, weswegen sie sich eine Entfernung wünschen. Eine Entfernung aus rein kosmetischen Gründen wird allerdings nicht von der Krankenkasse übernommen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Allgemeine Behandlung eines Lipoms


Durchführung der Operation

Abhängig von der Größe des Lipoms erfolgt die Operation unter lokaler Betäubung. Bei größeren Lipomen findet dann teilweise eine Vollnarkose statt. Die Operation nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, da es sich dabei um einen kleinen operativen Eingriff handelt. Mit dem Skalpell führt der Chirurg einen kleinen Hautschnitt durch und nimmt die Gewebekapsel, durch die das Lipom eingeschlossen ist, heraus und näht den kleinen Hautschnitt wieder zu. Die Herausnahme des Lipoms stellt sich in der Regel relativ einfach dar, da das Lipom nicht mit seiner Umgebung verbacken ist wie zum Beispiel ein bösartiger Tumor. Im Gegensatz zu einem bösartigen Tumor muss kein Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe eingehalten werden, um sicher zu gehen, dass auch alle Tumorzellen entfernt werden.

Handelt es sich um ein großes Lipom oder um ein muskuläres Lipom, ein Lipom, welches nicht unterhalb der Haut, sondern unterhalb des Muskels wächst, ist gegebenenfalls eine Vollnarkose nötig. Günstig ist bei der Operation die typische Kapselbildung des Lipoms, da dadurch der Tumor in einem Ganzen entfernt werden kann, ohne dass die Gefahr besteht, dass noch Tumorzellen zurück bleiben. Nach der Operation wird das Lipom zur Untersuchung ins Labor eingeschickt, um sicherzustellen, dass das Gewebe keine bösartigen Zellen in sich trägt.

Eine Alternative zur Operation stellt die Fettabsaugung (Liposektion) dar. Dabei spritzt der Chirurg über einen kleinen Hautschnitt eine Flüssigkeit in das Lipom, durch die sich das Fettgewebe verflüssigt, sodass sich das Lipom absaugen lässt. Im Gegensatz zur Operation besteht bei dieser Methode das Risiko, dass dabei nicht alle Zellen des Lipoms erwischt werden und diese verbleibenden Zellen dann weiterhin wuchern können. Ebenfalls nachteilig bei dem Verfahren der Fettabsaugung ist, dass das Material nicht gut vom Pathologen auf eine Bösartigkeit untersucht werden kann, da die Zellen meist bereits zerstört sind. Auch wenn man die Operation zur Entfernung des Lipoms wählt, besteht allerdings das Risiko, dass es wieder zu einem Rezidiv kommt, sodass unter Umständen ein zweites Mal operiert werden muss.

Dauer/ Krankschreibung

Die Operation an sich dauert nur wenige Minuten, da es sich um einen sehr kleinen Eingriff handelt. Anschließend wird ein Druckverband aufgelegt, um Nachblutungen zu vermeiden. Ebenfalls sollte in der Anfangsphase eine kurze Ruhigstellung der betroffenen Stelle stattfinden. Wie schnell Sie nach der Operation wieder fit sind, hängt vor allem davon ab, ob zur Operation eine lokale Betäubung angewendet wurde oder eine Vollnarkose.

Nach einer lokalen Betäubung bleiben Sie noch kurz zur Beobachtung da, um zu gucken, ob Unverträglichkeiten gegen die Betäubung auftreten, ansonsten gelten keine Einschränkungen.

Wurde eine Vollnarkose durchgeführt, bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Stunden unter Beobachtung, anschließend können Sie nach Hause entlassen werden. Bei der Vollnarkose gilt allerdings, dass Sie am Tag des Eingriffes nicht mehr mit dem Auto fahren sollten, sondern sich abholen lassen sollten. Im Verlauf des Tages kann noch eine gesteigerte Müdigkeit und Abgeschlagenheit bestehen.

Eine Krankschreibung über den OP-Tag hinaus ist meist nicht nötig. Wurde allerdings ein größeres Lipom entfernt oder wird eine Arbeit mit starker körperlicher Belastung verrichtet, kann eine Krankschreibung für zwei bis drei Tage erfolgen. Dies ist immer eine individuellle Entscheidung. Wenige Tage nach dem Eingriff findet eine Kontrolluntersuchung beim Hausarzt statt, der den Heilungsprozess der Wunde kontrolliert und die Fäden zieht.

Operation eines Lipoms der Schulter

Die Schulter ist ein häufiger Auftrittsort eines Lipoms. In etwa zwölf Prozent der Fälle kommt ein Lipom an der Schulter vor. Im Bereich der Schulter ist vor allem das Schulterblatt eine prädestinierte Stelle. Da es im Bereich der Schulter viele Gelenke gibt, kann dieses dort häufig Störungen verursachen, weshalb eine operative Entfernung meist sinnvoll ist. Ebenfalls kommt es im Bereich der Schulter durch das Tragen von Taschen/Rucksäcken häufig zu Reibungen, weswegen das Lipom ebenfalls störend sein kann. Auch kosmetische Gründe für eine Lipomentfernung stehen im Bereich der Schulter häufig im Vordergrund.

Lesen Sie mehr zum Thema: Lipom an der Schulter

Kosten der Lipomentfernung

Ist die Entfernung des Lipoms medizinisch indiziert, zum Beispiel wenn das Lipom auf einen Nerven drückt, dann werden die Kosten von der jeweiligen Krankenkasse übernommen. Handelt es sich allerdings um eine operative Entfernung aus rein kosmetischen Gründen, müssen die Kosten vom Patienten selbst übernommen werden. Die Kosten belaufen sich dabei auf circa 140€ pro Lipom. Wobei die Kosten auch abhängig davon sind, ob der Eingriff unter lokaler Betäubung oder unter Vollnarkose stattfindet.

Heilung

Der Heilungsprozess nach einer Operation stellt sich relativ unkompliziert und kurz dar. Es handelt sich um einen kleinen Eingriff, für den nur ein kleiner Schnitt nötig ist, weshalb der Organismus dadurch wenig beeinträchtigt wird und sich der Heilungsprozess sehr schnell abschließt.

Sollten Zeichen einer Entzündung wie Fieber, eine Rötung, Schwellung oder Schmerzen im Bereich der Wunde, festgestellt werden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.11.2017
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