Lipom am Arm

Einleitung

Lipome, auch Fettgewebsgeschwülste genannt, zählen zu den häufigsten Tumoren des Weichteilgewebes und sind nahezu immer gutartig. Sie treten vor allem am Rumpf, sowie den Armen und Beinen auf. In den allermeisten Fällen bleiben Lipome symptomlos und werden von den Betroffenen erst entdeckt, wenn sie so groß sind, dass man sie durch die Haut tasten kann. Lediglich wenn der Weichteiltumor auf empfindliche Strukturen, wie z.B. oberflächlich gelegene Nerven am Unterarm drückt, können Schmerzen oder Druckgefühle beobachtet werden.

Warum Lipome letztendlich entstehen, ist bis jetzt unklar. Man vermutet jedoch einen erheblichen genetischen Faktor, da die Fettansammlungen oft familiär gehäuft beobachtet werden. Wenn zweifelsfrei die Gutartigkeit des Lipoms festgestellt worden ist und Betroffene keinerlei Beschwerden haben, gibt es prinzipiell keine Notwendigkeit für eine chirurgische Entfernung. Schmerzhafte, sehr große oder ästhetisch störende Fettgewebsgeschwülste können von einem Facharzt in einer kleinen Operation entfernt werden. Neueste Techniken, wie z.B. Lipolyse („Fett-weg-Spritze“, Injektionslipolyse) versprechen zudem schnelle und unkomplizierte Erfolge.


Ursachen

Wie bereits erwähnt, ist die genaue Ursache weitgehend unbekannt. Neben familiärer Häufung sind zudem Frauen öfters betroffen als Männer. Entgegen der weitläufigen Meinung, hat unser Körpergewicht nichts mit der Lipomentstehung zu tun.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ursachen eines Lipoms

Sonderformen

Wenn Betroffene unter zahlreichen Lipomen leiden, spricht man von „Lipomatose“. Je nach Typ, sind verschiedene Stellen des Körpers mit unzähligen Fettknoten bedeckt. So sind z.B. bei Lipomatose Typ I.I. besonders Schultergürtel und Arme von Lipomen bedeckt. Eine weitere Sonderform, stellt die „Lipomatosis dolorosa“ (Dercum-Krankheit) dar. Charakteristisch sind mitunter sehr schmerzhafte, zahlreiche Fettknötchen. Betroffene leiden schon bei kleinsten Berührungen oder Druck unter extremen Schmerzen, welche im Verlauf der Erkrankung weiter zunehmen. Man findet die Lipome unter anderem am Bauch, Gesäß sowie den Seiten der Oberarme. Äußerst selten, können Lipome entarten und zu bösartigen Weichteiltumoren („Liposarkom“) werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Lipomatose

Symptome

  • Schmerzen: Lipome verursachen nur selten subjektive Beschwerden. Wenn sie jedoch in tieferes Gewebe wachsen und Muskulatur, Nerven oder Blutgefäße komprimieren, sind Schmerzen möglich. An unseren Armen, insbesondere den Unterarmen, liegen Fettgewebe und Nerven räumlich eng bei einander. So können größere Lipome leicht auf sensible Hautnerven, wie z.B. den Nervus radialis ramus superficialis, drücken. Durch die Irritation des Nervs werden Signale an das Gehirn gesendet und das betroffene Gebiet schmerzt. Da Hautnerven des Unterarmes auch große Teile der Hand sensibel versorgen, sind auch ausstrahlende Schmerzen bis in die Fingerspitzen möglich. Am Oberarm befindet sich in der Regel mehr Fettgewebe, so dass Nervenstrukturen ausreichend Platz haben. Erst wenn das Lipom an Größe zunimmt, können Schmerzen entstehen.
    Mehr zum Thema: Schmerzen bei einem Lipom
  • Missempfindungen: Gelegentlich, können Fettgewebsgeschwülste auch Missempfindungen auslösen. Bei ungünstiger Lokalisierung, oder zunehmender Größe am Unterarm, genügt manchmal schon leichter Druck auf Nervenstrukturen um ein „Kribbeln“ oder „Ameisen-laufen“ in den Fingern auszulösen. Zusätzlich, sind auch Kälte- oder Wärmemissempfindungen möglich.
  • Psycho-soziale Probleme: Lipome im Kopfbereich, aber auch an leicht entblößten Stellen, wie z.B. dem Unterarm, stellen für Betroffene nicht selten eine psychische Belastung dar. Häufig wird es als ästhetischer Makel empfunden. Im schlimmsten Fall empfinden Patienten Scham oder Ekel und ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome bei einem Lipom

Diagnose

In der Regel, erkennt Ihr Hautarzt ein Lipom schon per Blick- bzw. Tastdiagnose. Meistens ist es von weicher Konsistenz, gut tastbar, gelappt und leicht verschieblich. Manchmal, können sich die Fettknoten jedoch auch eher derb und hart anfühlen. Ihre Größe reicht von erbsengroß bis zu den Maßen von Dimensionen eines kleinen Fußballes! Zusätzlich liefert die Befragung (Anamnese) des Patienten wertvolle Hinweise. Insbesondere Wachtsumsgeschwindigkeit und Veränderlichkeit des Lipoms sind von großer Bedeutung, da Lipome in der Regel langsam wachsen und wenige Veränderungen aufweisen. Um bösartige Geschehen, wie z.B. ein Liposarkom, ganz sicher auszuschließen, kann Ihr Hautarzt unter Umständen auch auf eine Ultraschalluntersuchung zurück greifen. In sehr seltenen Fällen muss sogar eine MRT-Aufnahme erfolgen.

Therapie

Entfernen des Lipoms

Da nicht alle Lipome im Armbereich Beschwerden verursachen, ist therapeutisches Eingreifen nicht immer notwendig. Wenn jedoch folgende Kriterien zutreffen, kann eine Entfernung angezeigt sein:

  • Schmerzen
  • Missempfindungen
  • Zweifel an der Gutartigkeit, bei z.B. schneller Wachstumstendenz
  • Ästhetische/kosmetische Einschränkungen

Prinzipiell stehen verschiedene Möglichkeiten zur Entfernung des Lipoms zur Verfügung. Ihr Hausarzt entscheidet mit Ihnen gemeinsam, welche Methode am besten für Sie geeignet ist.

  • OP: Üblicherweise werden Lipome in einer kurzen Operation unter örtlicher Betäubung entfernt. Durch einen möglichst klein gehaltenen Hautschnitt können schnell und unkompliziert kleinere Lipome beseitigt werden. Bei den ambulanten Eingriffen können Betroffene in der Regel nach kurzer Zeit wieder nach Hause entlassen werden. Bei größeren oder ungünstig lokalisierten Fettgewebsgeschwülsten, kommt unter Umständen auch eine OP in Vollnarkose in Frage. Da bereits durch einen minimalen Hautschnitt gute Ergebnisse erzielt werden können, ist die Narbenbildung zumeist eher geringfügig.
  • Lipolyse: Neuste Methode zur Entfernung der störenden Fettknoten stellt die sogenannte „Lipolyse“ dar ( siehe: Injektionslipolyse). Wenn Betroffene z.B. unter Lipomen am Unterarm leiden, können bei der operativen Entfernung entstehende Narben, als kosmetisch sehr unangenehm empfunden werden. Bei der Lipolyse, werden mit einer kleinen Spritze („Fett-weg-Spritze“), fettauflösende Stoffe direkt in das Lipom appliziert und verursachen anschließend eine „Einschmelzung“ der Fettzellen. Im Gegensatz zur operativen Entfernung kann das Lipom bei dieser Methode nicht histologisch („unter dem Mikroskop“) untersucht werden. Bestehen daher geringste Zweifel an der Gutartigkeit, darf die Lipolyse nicht angewendet werden.
  • Fettabsaugung: In manchen Fällen, insbesondere bei größeren Lipomen, kann auch eine Fettabsaugung die Methode der Wahl sein. Ähnlich den kosmetischen Fettabsaugungen, wird in örtlicher Betäubung Flüssigkeit in das Lipom gespritzt. Anschließend wird die Fettansammlung durch eine große Kanüle abgesaugt. Zurück bleibt nur die Einstichstelle.

„Watchful Waiting“

Wenn Ihr Lipom keine Beschwerden verursacht und kosmetisch ebenfalls nicht stört, muss keine Therapie erfolgen. Aufmerksames Beobachten („Watchful Waiting“) auf etwaige Veränderungen oder mögliche Einschränkungen, wie z.B. Schmerzen, sind völlig ausreichend.

Lesen Sie mehr zum Thema: Behandlung eines Lipoms

Prognose

Lipome entarten nur äußerst selten zu bösartigen Tumoren. Ab einer gewissen Größe oder ungünstigen Lokalisation, wie z.B. oberhalb eines Hautnervs am Unterarm, können Schmerzen oder funktionelle Beeinträchtigungen beobachtet werden. Durch eine Entfernung ist jedoch in fast allen Fällen Symptomfreiheit zu erreichen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht über alle Themen, die wir bereits veröffentlicht haben, finden Sie unter: Dermatologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.11.2017
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