Magnesium

Allgemeines

Magnesium ist für den menschlichen Körper unentbehrlich und muss täglich in ausreichenden Mengen zugeführt werden.

Ein gesunder Erwachsener hat etwa 20 g Magnesium in seinem Körper. Um einer Magnesium Mangelerscheinung vorzubeugen, sollte man täglich 300 mg Magnesium zu sich nehmen.
Es kommt in vielen Nahrungsmitteln und im Trinkwasser vor. Vor allem in Milchprodukten, Vollkornprodukten, Fleisch, Nüssen und diversen Obstsorten ist der essentielle Stoff Magnesium enthalten.
Er wird über den Dünndarm in die Blutbahn aufgenommen und über die Nieren verstoffwechselt und ausgeschieden. Magnesium ist an etwa 300 Enzymreaktionen beteiligt, zusätzlich haben freie Magnesium-Ionen Einfluss auf das Membranpotential der Zellen. Sie dienen als Gegenspieler des Calciums und halten das Ruhepotential der Muskel-, Herzmuskel- und Nervenzellen aufrecht. Sie hemmen die Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln. So kann ein Muskelkrampf verhindert und der Herzschlag verlangsamt werden.


Magnesiummangel

Es gibt drei verschiedene Gründe, wie es zu einem Magnesiummangel kommen kann.

  • Es wird zu wenig Magnesium mit der Nahrung aufgenommen.
  • Im Darm wird zu wenig absorbiert.
  • Es wird zu viel Magnesium über die Niere oder die Haut ausgeschieden.

Magnesium ist, wie oben genannt, an vielen Funktionen im Körper beteiligt, weshalb auch mehrere Symptome gleichzeitig bei einer Mangelerscheinung auftreten können.
Zu den Symptomen des Magnesiummangelsyndroms gehören:

Die letzte große Ernährungsstudie in Deutschland konnte zeigen, dass knapp 40% der deutschen Bevölkerung nicht ausreichend Magnesium zu sich nimmt. Etwa 10-20% der Deutschen leiden an einem andauernden leichten Magnesiummangel, der bei voller Gesundheit durch die Niere und den Dünndarm kompensiert werden kann.

Magnesiumtabletten

Zur Vorbeugung oder zur Behandlung eines Magnesiummangels kann Magnesium verschrieben werden. Es soll helfen, die Muskeltätigkeit zu regulieren, dem Körper wieder vermehrt Energie bereitzustellen und die Zellwände wieder aufzubauen. Magnesiumpräparate von Biolectra bieten sich an.

Magnesiumtabletten Risiken

Magnesium als Medikament sollte nicht eingenommen werden, bei Personen, die an schweren Nierenfunktionsstörungen und Reizleitungsstörungen des Herzens (z.B.: AV-Block) leiden.
Auch bei einer bereits aufgetretenen Überempfindlichkeit gegenüber eines Magnesium-Medikaments, sollten keine Tabletten eingenommen werden.

Auch bei leichter und mittelschwerer Nierenfunktionsstörung, sowie bei Einnahme von magensäurebindenden Mitteln oder Abführmitteln und bei leicht auftretenden Nierensteinen sollte eine Magnesium Einnahme nur unter strenger Kontrolle des Arztes erfolgen. Schwangere können Magnesium einnehmen.
Wird es kurz vor der Geburt verabreicht, sollte das Neugeborene mindestens 24, besser 48 Stunden überwacht werden. Kinder können auch Magnesium bekommen. Je nach Präparat, gibt es eine Maximaldosis für Kinder.

Magnesiumtabletten Nebenwirkungen

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Arzneimittel. Die folgenden Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten. Je nach Art und Häufigkeit der Einnahme eines Medikamentes, können unterwünschte Wirkungen unterschiedlich sein.

Wird Magnesium oral als Tablette, Brausetablette oder Kapsel eingenommen, kann es gehäuft zu weichen Stühlen kommen. Falls ein Durchfall auftritt, sollte die Behandlung mit Magnesium kurzfristig unterbrochen werden. Mit einer minimierten Tagesdosis kann die Medikation weiter erfolgen, sofern sich der Stuhlgang normalisiert hat.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann es bei einer dauerhaften Einnahme zu verstärkter Tagesmüdigkeit kommen. Das Arzneimittel sollte vorübergehend abgesetzt und nach einer Pause eine verringerte Dosis eingenommen werden.

Magnesium und Durchfall

Werden Magnesiumtabletten im Rahmen eines Magnesiummangels eingenommen, so kann unter anderem Durchfall als eine bekannte Nebenwirkung auftreten.

Durchfall, medizinisch auch Diarrhoe genannt, kann im Rahmen der Magnesiumeinnahme eventuell auch Zeichen einer Überdosierung mit Magnesiumsalzen sein.
Es gibt aber auch Menschen, die so empfindlich reagieren, dass sie schon bei der normalen empfohlenen Tagesdosis zum Auftreten von weichen Stühlen bis hin zu Durchfall neigen.

Sollte es also unter der Einnahme von Magnesiumpräparaten zum vermehrten Auftreten von dünnen Stühlen oder zum Auftreten von Durchfällen kommen, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, um diese zu reduzieren oder um diese völlig zu vermeiden. Zunächst kann man probieren, die tägliche Dosis zu reduzieren. Möglicherweise kann schon eine geringere Tagesmenge an Magnesium dazu führen, dass die Anzahl der Durchfälle sinkt oder sogar vollständig verschwindet.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, statt der Einnahme einer reduzierten Magnesiummenge, die Einnahme der Magnesiumpräparate auf den Abend zu legen. Vor allem die Einnahme von Magnesium vor dem Schlafengehen ist zu empfehlen. Wenn es zum Auftreten von Durchfällen unter der Magnesiumeinnahme kommt, ist eine weitere Möglichkeit, nicht die gesamte Tagesmenge auf einmal einzunehmen, sondern sie auf mehrere kleinere Portionen über den Tag zu verteilen.
Möglicherweise schafft es der Körper so, das Magnesium vollständig aus dem Darm aufzunehmen.

Das Auftreten von Durchfällen bei der Einnahme von Magnesiumpräparaten lässt sich leicht erklären:
Magnesium wird über den Mund eingenommen. Es gelangt dann über den Magen in den Darmbereich, wo es von der Darmschleimhaut aufgenommen werden soll. In der Schleimhaut gibt es hierfür kleine Kanäle, über die das Magnesium in Richtung Blutbahn gelangt. Die Kanäle haben allerdings eine beschränkte Aufnahmekapazität. Wird diese nun überschritten, kann nicht das komplette Magnesium von der Schleimhaut aufgenommen werden, sodass ein Teil im Darmlumen verbleibt und mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Das Problem dabei ist allerdings, dass hohe Magnesiumkonzentrationen im Inneren des Darms dazu führen, dass vermehrt Wasser in den Darm gezogen wird. Durch diesen Mechanismus kommt es dazu, dass der Körper vermehrt Wasser in den Darm ausscheidet, der Stuhl dadurch weicher bis flüssiger wird und es dann zum Auftreten von Durchfällen kommt.
Daher sollte man bei der Einnahme von Magnesium immer viel trinken, da dem Körper Wasser entzogen wird. Dies ist ein nützlicher Nebeneffekt bei älteren Menschen. Diese leiden oft unter Verstopfungen (medizinisch: Obstipation genannt) oder nehmen Medikamente ein, die zu Verstopfungen führen.
Die Verträglichkeit der verschiedenen Magnesiumpräparate kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Daher kann es vorkommen, dass man von dem einen Präparat Durchfall bekommt, von dem anderen allerdings nicht. Daher kann hier ein Wechseln des Präparates ebenfalls helfen, sobald Durchfall auftritt.

Magnesiumtabletten Wechselwirkung

Je nach Art des Arzneimittels können Wechselwirkungen auftreten. Oral sollte Magnesium nicht zeitgleich mit Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Aminoglykoside, Tetracycline oder Penicilline eingenommen werden. Sie verhindern gegenseitig die Aufnahme in die Blutbahn. Magnesium sollte drei bis vier Stunden versetzt dazu eingenommen werden, um das Risiko der schlechteren Aufnahme zu minimieren. Falls Sie zusätzlich Eisentabletten nehmen, müssen Sie Acht geben, da die Aufnahme von Eisen auch durch Magnesium gestört wird. Leiden Sie an eine Rhythmusstörung und nehmen Sie dafür Antiarrhythmika wie Chinidin ein, sollten Sie keine Magnesiummedikamente nehmen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Herzglykosiden gegen eine bestehende Herzschwäche, Isoniazid bei Tuberkulose oder gewissen Psychopharmaka wird die Aufnahme der oben genannten Arzneimittel in die Blutbahn durch Magnesium verlängert. Sofern eine Nierenfunktionsstörung besteht und zusätzlich Abführmittel, kalziumhaltige Medikamente oder kaliumsparende Entwässerungsmittel eingenommen werden, kann Magnesium zu einer Blutkonzentrationerhöhung von Kalzium und Magnesium führen. Wird Magnesium in die Vene gespritzt, kann es zur Hemmung der Atemtätigkeit kommen, sofern zeitgleich Schlafmittel oder Narkosemedikamente verabreicht wurden. Magnesium, in die Vene verabreicht, verstärkt die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten und Muskelrelaxantien.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 10.01.2018
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