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Morbus Bowen

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Der Morbus Bowen (Synonym: Erythroplasie de Queryat, Dermatosis preacancerosa Bowen, Dyskeratosis maligna, Bowen-Hautkrebs) ist eine Präkanzerose der Haut. Unter einer Präkanzerose versteht man eine Krebsvorstufe, die noch nicht invasiv ist. Das bedeutet, dass die entarteten Zellen noch nicht tief ins Gewebe hineinwachsen und somit auch noch nicht streuen und Metastasen bilden können.

Morbus Bowen

Ursachen

Die Entstehung des Morbus Bowen hat verschiedene Ursachen.

  • Früher galt ein chronischer Kontakt zu Arsen als die häufigste Ursache für einen Morbus Bowen. Arsen fand sich dabei nicht nur in Medikamenten, sondern auch als Spritzmittel in den Weinbergen. Daher waren vor allem Winzer von Morbus Bowen betroffen. Auch in anderen Industrien, in denen Arsen verwendet wurde, war das Risiko für einen Morbus Bowen deutlich erhöht. Das zunehmende Wissen um die schädliche Wirkung des Arsens lässt diese Ursache heutzutage immer weiter in den Hintergrund rücken.
  • Als weitere Ursache hat man herausgefunden, dass Humane Papillomaviren, kurz HPV, maßgeblich an der Entstehung des Morbus Bowen beteiligt sind. Es existieren verschiedene Stämme des Virus, die in unterschiedlichem Maße zu einem Morbus Bowen führen können. Unter anderem handelt es sich um sogenannte High-Risk-Virusstämme, wie HPV 16 und 18. Diese können im Übrigen auch Verursacher des Gebärmutterhalskrebses bei der Frau sein.                                   

Symptome

Der Morbus Bowen verursacht in erster Linie Symptome an der Haut:

  • ekzemähnliche Hautveränderung
  • unregelmäßig geformt
  • scharf begrenzt
  • rot, schuppig 

Es ähnelt sehr stark einer Schuppenflechte oder einem Ekzem, da es jedoch nicht auf Cortison-Salben oder andere Medikamente reagiert, fällt der Verdacht sehr schnell auf den Morbus Bowen.

Ungefähr 2/3 der Patienten haben einen solchen Herd, 1/3 weist mehrere Herde an der Haut auf. Die Veränderungen können sich prinzipiell an der gesamten Haut finden, besonders häufig sind sie jedoch am Rumpf, den Unterschenkeln, den Fingern oder im Gesicht lokalisiert.
Eine Sonderform des Morbus Bowen stellt die Erythroplasie de Queryat dar, bei der es sich feingeweblich um dieselbe Krebsvorstufe handelt. Sie befindet sich jedoch an Schleimhäuten und befällt so überwiegend die Eichel des Penis, die Vulva oder auch die Mundschleimhaut. Dort finden sich dann ebenfalls Veränderungen der Schleimhautoberfläche, die nicht auf Therapien mit Salben oder anderen Medikamenten reagieren und deshalb durch eine Probeentnahme näher untersucht werden müssen.                        

Weitere Informationen hierzu: Das sind die Symptome bei Hautkrebs

Symptome an der Mundschleimhaut

Ein Morbus Bowen kann auch an der Mundschleimhaut entstehen. Dort bezeichnet man ihn aber als Erythroplasie de Queryat. Es handelt sich, trotz unterschiedlicher Namen, um dieselbe Art von Krebsvorstufe. Die Erythrplasie de Queryat der Mundschleimhaut führt zu schuppigen, weißlichen Veränderungen, die leicht bluten und zu Verletzungen neigen.

Bereits die Nahrungsaufnahme oder Berührungen mit der Zunge können die Veränderungen verletzen und unangenehm sein. Im Gegensatz zu anderen Entzündungen reagieren diese Veränderungen der Mundschleimhaut nicht auf beruhigende Mundspülungen, Salben oder andere Medikamente. Sie werden auch als therapierefraktär bezeichnet. Ein erfahrener Facharzt stellt dann den Verdacht auf eine Erythroplasie de Queryat.                                  

Ist der Borbus Bowen schon Krebs?

Der Morbus Bowen ist eine Krebsvorstufe, die in der Fachsprache auch als Präkanzerose bezeichnet wird. Es handelt sich also – noch – nicht um eine invasive Krebserkrankung. Aus einem Morbus Bowen kann sich jedoch, wenn er nicht frühzeitig behandelt wird, Krebs entwickeln. Diesen bezeichnet man dann als Bowen-Karzinom.
Der Übergang zwischen einem Morbus Bowen und einem Bowen-Karzinom befindet sich an der Basalmembran, die die oberen Hautschichten (Epidermis) von dem darunterliegenden Gewebe trennt. Wird diese Basalmembran von den Krebszellen durchbrochen, handelt es sich um eine Krebserkrankung.              

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Wie erkennt man Hautkrebs?                    

Ist eine Bildung von Metastasen bei Morbus Bowen möglich?

Metastasen sind Absiedlungen einer Krebserkrankung in andere Organe oder Lymphknoten. Damit eine Krebserkrankung Metastasen bilden kann, braucht sie Anschluss an Lymph- oder Blutgefäße. Von dort aus können die Krebszellen andere Organe oder Lymphknoten erreichen und Metastasen bilden.
Beim Morbus Bowen ist dies nicht der Fall, da er keinen Anschluss zu diesen Gefäßen hat. Davon hält ihn die noch intakte Basalmembran der oberen Hautschichten ab. Erst wenn diese durchbrochen ist, können Metastasen entstehen. Dann spricht man allerdigs von einem Bowen-Karzinom und nicht von Morbus Bowen.

Diagnose

Die Diagnose eines Morbus Bowen wird durch den Hautarzt gestellt. Das Aussehen des Morbus Bowen ähnelt anderen Hauterkrankungen, wie beispielsweise der Schuppenflechte, weshalb eine feingewebliche Untersuchung zur Sicherung der Diagnose unerlässlich ist. Dazu wird eine Probe aus der verdächtigen Hauterscheinung entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.
Beim Morbus Bowen finden sich dort veränderte Zellen, die man auch als atypisch oder dyskeratotisch bezeichnet. Ein wichtiges Merkmal des Morbus Bowen ist die intakte Basalmembran. Wenn die Basalmembran durchbrochen ist, handelt es sich bereits um einen Hautkrebs.                                                                                                             

Behandlung

Ein Morbus Bowen sollte in jedem Fall behandelt werden, da bei Nichtbehandlung eine Krebserkrankung entstehen kann. Eine frühzeitige Behandlung ist daher sehr wichtig.

Zur Behandlung des Morbus Bowen stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • chirurgische Exzision (Entfernung) der Hautveränderungen
    ​​Mit ausreichendem Sicherheitsabstand zur gesunden Haut, wird dieser kleine Eingriff meist ambulant durchgeführt. Das entfernte Hautmaterial wird nach der Operation unter dem Mikroskop untersucht, damit sichergestellt werden kann, dass auch alle veränderten Zellen entfernt wurden. 
  • nicht-operative Verfahren
    Sehr große und ausgedehnte Hautveränderungen können nicht immer chirurgisch entfernt werden. In diesem Fall können tumorzerstörende Cremes (Imiquimod, 5-Fluoruracil usw.) angewendet werden. Auch eine Strahlentherapie oder eine Vereisung sind möglich. Eine Kombination mehrerer Verfahren kann ebenfalls notwendig und sinnvoll sein. Dies ist immer individuell zu entscheiden.

Wichtig ist eine regelmäßige Nachsorge beim Hautarzt, da der Morbus Bowen auch nach einer erfolgreichen Therapie wiederauftreten kann. Dies bezeichnet man als Rezidiv.

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Prognose

Die Prognose des Morbus Bowen ist bei einer frühzeitigen Behandlung sehr gut. Wenn das veränderte Gewebe entfernt wird und die Haut in regelmäßigen Abständen auf verdächtige Veränderungen hin untersucht wird, kann einer richtigen Krebserkrankung gut vorgebeugt werden. Da der Morbus Bowen schwer von anderen Hauterkrankungen, wie Schuppenflechte, zu unterscheiden ist, kann eine verspätete Diagnose die Prognose verschlechtern.  

Was sind die Heilungschancen?

Die Heilungschancen bei einem Morbus Bowen sind sehr gut, wenn er frühzeitig therapiert wird. Meist können alle Veränderungen chirurgisch entfernt werden. Ist dies nicht der Fall, lassen sich die Veränderungen auch mit nicht-operativen Verfahren sehr gut behandeln.

Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme zur Prävention eines Morbus Bowen ist der Schutz vor UV-Strahlung durch Sonnenschutzkleidung und -cremes und das Meiden von Solariumbesuchen oder langen Sonnenbädern. Zusätzlich sollten auch Personen, die mit Arsen oder auch Teerprodukten in Kontakt kommen, regelmäßig ihre Haut kontrollieren lassen, da diese das Risiko erhöhen, dass Betroffene an Morbus Bowen erkranken.