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Nagelpilz in der Schwangerschaft - So gefährlich ist das!

Einleitung

Nagelpilz entsteht genau wie und oftmals auch aus einem Fußpilz

Lesen Sie hier weiter: Wie behandelt man Fußpilz in der Schwangerschaft?

Vor allem in Schwimmbädern, Sporthallen oder öffentlichen Duschen, kann man sich mit dem Pilz infizieren.
Dabei kann ein bereits vorhandener Fußpilz, der nicht behandelt wurde, auf den Nagel übergreifen. Es ist aber auch möglich, dass die Pilzinfektion direkt den Nagel befällt.

Durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft kann es passieren, dass vermehrt Pilzinfektionen, auch in Form von Nagelpilz, auftreten. Oftmals besteht dann das Problem, dass es keine, oder nur sehr wenige explizit für die Schwangerschaft zugelassenen Präparate gibt.
Das liegt aber daran, dass Medikamententests an Schwangeren, wie auch in der Stillzeit, nicht möglich sind.

Oft gibt es Wirkstoffe, bei denen man sehr sicher davon ausgehen kann, dass sie auch in der Schwangerschaft bedenkenlos eingenommen werden können. Auch wenn der Hersteller damit nicht öffentlich wirbt, oder aus haftungsrechtlichen Gründen, vor der Einnahme in der Schwangerschaft warnt Daher sollte in der Schwangerschaft jede Benutzung, auch von frei verkäuflichen Mitteln, mit einem Arzt besprochen werden.

Gerade beim Nagelpilz in der Schwangerschaft gibt es einige Möglichkeiten, da die Wirkstoffe lokal aufgetragen werden können und daher kaum oder gar nicht in den Blutkreislauf gelangen.

Wie gefährlich ist Nagelpilz in der Schwangerschaft?

Von einem Nagelpilz in der Schwangerschaft geht prinzipiell erstmal kein Risiko für das ungeborene Kind aus.

Da der Pilzbefall regional begrenzt ist und der Nagelbereich kaum in Verbindung zum Blutkreislauf steht, bleibt die Pilzinfektion wo sie ist. Selbst dann, wenn es im Nagelbereich zu Verletzung kommen sollte, ist es extrem unwahrscheinlich, dass große Mengen der Pilzerreger in die Blutbahn gelangen, und so Schaden anrichten können.
Das größte Risiko birgt eine Einnahme von systemischen pilztötenden Wirkstoffen, weshalb diese in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollten.
Aber gerade da man nicht auf die Wirkstoffe in Tablettenform zurückgreifen kann, sollte man versuchen den Nagelpilz mit lokalen Mitteln einzudämmen, um die weitere Ausdehnung frühzeitig zu vermeiden.

Ursache

Die häufigste Ursache für Nagelpilz sind Pilze aus der Gruppe der Dermatophyten, also der Fadenpilze. Meist infiziert man sich damit in Schwimmbädern oder anderen öffentlichen Einrichtungen.

Auf den Nagel greift der Pilz meist von den Zehenzwischenräumen ausgehend über. Der Nagelpilz in der Schwangerschaft, tritt dann meist aufgrund der durch die Hormonumstellung geschwächten Immunabwehr auf, oder kann sich verschlimmern. Besonders häufig betroffen sind dabei generell Diabetiker, diese dementsprechend dann erst Recht in der Schwangerschaft.

Symptome

In der Regel verursacht der Nagelpilz auch in der Schwangerschaft keine Beschwerden.

Meist bemerkt man nur eine gelbliche Verfärbung der betroffenen Nägel. Der Nagel wird trüber und nimmt an Dicke zu. Bei schlimmerer Ausprägung und im Verlauf, können die Nägel dann auch brüchig werden. Zusätzlich kann sich eine Entzündung des Nagelbettes entstehen, die bis zur kompletten Abhebung des Nagels führen kann.

Diagnose

Der Nagelpilz ist eine Blickdiagnose. Bei besonders schweren Verläufen, vielen erfolglosen Behandlungsversuchen oder aus anderen Gründen, kann ein Dermatologe zudem, den genauen Erreger durch eine Probenentnahme bestimmen.

Therapie

Prinzipiell wird der Nagelpilz auch in der Schwangerschaft, durch das Auftragen von Salben oder Nagellacken mit antimykotischen (pilztötenden) Wirkstoffen behandelt.

Allerdings sollte man als Schwangere, wie auch bei anderen Beschwerden, auf eine Selbsttherapie, ohne ärztliche Indikation verzichten.
Wenn die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten ist, kann auch darüber nachgedacht werden, mit der Therapie erst nach der Entbindung zu beginnen.

Der Einsatz von lokalen Mitteln, vor allem mit den Wirkstoffen Ciclopirox, Amorolfin (z.B. als Amorocutan®) und Bifonazol (z.B. in Canesten®) gilt in der Schwangerschaft als unbedenklich.
Wie oben erwähnt hat die Tatasache, dass diese Mittel oft nicht offiziell für die Schwangerschaft zugelassen sind, andere Gründe.

Auch Clotrimazol und Miconazol können in Schwangerschaft und Stillzeit prinzipiell angewendet werden. Da der Wirkstoff lokal auf den Nagel aufgetragen wird, und von dort auch kaum Möglichkeiten hat ins Blut zu gelangen, ist diese lokale Anwendung unbedenklich.

Als ergänzende Maßnahme, um den Nagelpilz einzudämmen, kann eine professionelle Fußpflege helfen. Dabei wird das betroffene Material durch Fräsen und Schleifen entfernt und so auch die Wirkung anschließend aufgetragener Mittel verbessert.

Bei nicht Schwangeren, werden bei sehr schwerem Befall diese Wirkstoffe auch als Tablette eingesetzt. Diese systemischen Mittel, sollten in der Schwangerschaft aber nicht eingenommen werde, da bei Ihnen eine Schädigung des Kindes nicht auszuschließen ist.

Generell ist die Behandlung eines Nagelpilzes eine langwierige Sache, die sich eine ganze Weile hinziehen kann. Eine Therapie kann durchaus einige Monate dauern, wobei man einen bestehenden Fußpilz immer mitbehandeln sollte.

Hausmittel gegen Nagelpilz

Gerade bei Nagelpilz in der Schwangerschaft, versuchen viele es zunächst mit Hausmitteln.

Dabei werden meist Mittel verwendet, denen man eine antivirale oder generell antimikrobielle Wirkung nachsagt. Zu diesen Mitteln gehören Alkohol, Zahnpasta, Essig oder Teebaumöl.
Allerdings ist die Wirkung dieser Mittel mehr als fragwürdig.

Zwar können bei diesen Stoffen die antimikrobiellen Eigenschaften teilweise, wie beim Teebaumöl, sogar im Labor nachgewiesen werden. Die Wirkung ist aber viel zu schwach, um unter realen Bedingen einen Effekt zu erzielen. Im besten Fall lässt sich, wie auch mit Salbei oder Eichenrinde, das Wachstum etwas eindämmen.
Diese Hausmittel haben zudem den Nachteil, dass sie zu Allergien und Reizungen im Bereich des Nagelbettes führen können, und so das Problem eher noch verschärfen.
Zudem gilt auch die systemische Aufnahme von Teebaumöl, in der Schwangerschaft als problematisch. Zwar ist auch beim Teebaumöl, nicht damit zu rechne, dass es vom Nagel in die Blutbahn gelangt, aber insgesamt sollte man bei gleichem Risiko wohl eher auf wirkungsvollere Mittel zurückgreifen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hausmittel gegen Nagelpilz

Prophylaxe

Um eine Infektion mit Nagelpilz in der Schwangerschaft zu verhindern, kann man natürlich Schwimmbäder oder ähnliche Orte meiden.

Wenn vorhanden, sollte nach dem Schwimmen zumindest die Fußdesinfektionsanlage genutzt werden. Generell sollte man darauf achten, die Füße auch nach dem Duschen, gut abzutrocknen, um die Vermehrung der Pilze zu erschweren. Auch zu warme Schuhe und damit schwitzige Füße, können die Entstehung von Nagelpilz fördern.

Einen gleichen negativen Effekt können synthetische Socken haben. Wenn ein Nagel bereits von Nagelpilz betroffen ist, ist es wichtig, für diesen andere Pflegeinstrumente zu verwenden, als für die gesunden, oder diese gründlich zu reinigen. Hierzu empfehlen sich z.B. Einwegnagelpfeilen. Benutzte Handtücher und Socken sollten bei 60° gewaschen werden, um die Pilze abzutöten. Auch eine professionelle Fußpflege kann zu einer schnelleren Ausheilung und Prophylaxe beitragen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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