Nagelbettentzündung

Synonyme im weiteren Sinne

  • Onychie
  • Oncychitis
  • Onychia subungualis
  • Onychia maligna
  • Panaritium paraunguale
  • Paronychie
  • „Umlauf“

Englisch: felon, whitlow, onychia

Definition

Als Nagelbett bezeichnet man die Stelle am Finger oder an der Zehe, die vom Nagel bedeckt ist und aus der der Nagel wächst. Eine Nagelbettentzündung ist eine meist bakterielle Infektion der Haut an dieser Stelle und kann sowohl Finger- als auch Zehennägel betreffen. Sie macht sich bemerkbar durch die typischen Zeichen einer Entzündung, wozu Schwellung, Rötung und Schmerz gehören. Häufig findet man an den befallenen Stellen auch eine Ansammlung von Eiter.

Allgemeines

Die akute Nagelbettentzündung dauert in der Regel etwa eine Woche und bildet sich von selbst wieder zurück, in einigen Fällen kann sie sich jedoch ausbreiten und unbehandelt oder durch das zusätzliche Auftreten von Risikofaktoren chronisch werden.

Man unterscheidet zwei Formen der Nagelbettentzündung, je nachdem, ob sie nur das Nagelbett an sich oder auch die Umgebung betrifft. Wenn die Entzündung nur das Nagelbett selbst befällt und sich Eiter unter dem Nagel ansammelt, spricht man von Panaritium subunguale (Panaritium ist die allgemeine Bezeichnung für eine Infektion eines Fingers oder einer Zehe). Breitet sich die Entzündung schnell auch auf die Haut um das Nagelbett herum aus, ist vor allem die Umgebung des Nagelbettes betroffen und man nennt dies deswegen auch „Umlauf“ oder im Medizinischen Panaritium paranguale.

Häufigkeit

Die Nagelbettentzündung stellt die häufigste Infektion der Finger dar. Frauen sind häufiger betroffen, da sie durch Maniküre bzw. Pediküre häufiger zu Verletzungen im Bereich der Nägel neigen. Außerdem haben Menschen mit Immunschwächen, Durchblutungsstörungen, Neurodermitis und vor allem Diabetes ein erhöhtes Risiko, eine Nagelbettentzündung zu bekommen.

Ursachen

Die Auslöser der Entzündung des Nagelbettes (Nagelbettentzündung) sind im Regelfall Bakterien, meistens vom Stamm der Staphylokokken, seltener auch Streptokokken, aber auch Viren oder Pilze können für Nagelbettinfektionen verantwortlich sein. Diese dringen durch Wunden in der Nagelhaut, die häufig so klein sind, dass sie selbst unbemerkt bleiben, in das tiefer liegende Gewebe ein. Ursachen der Verletzungen sind sehr vielfältig. Die Haut unterhalb und an den Rändern des Nagels kann zum Beispiel verwundet werden durch zu kurz geschnittene Nägel, eingewachsene Nägel, Nägelkauen, eine eingerissene Nagelhaut, an den Ecken eingerissene Nägel, lang anhaltender auf den Nagel einwirkender Druck, sich unter dem Nagel befindende Hühneraugen oder auch durch einen Splitter. Im Falle der Zehennägel können auch zu enge Schuhe zur Entstehung einer Verletzung führen. Ein Bakterienbefall führt zu einer schnellen, Pilzbefall zu einer eher langsamen Entzündungsentwicklung.

Zu den Risikofaktoren zählt unter anderem die Zuckerkrankheit (Diabetes). Diabetiker neigen zu Infektionen, dadurch weicht die Haut auf und ermöglicht den Bakterien ein erleichtertes Eindringen. Aus dem gleichen Grund begünstigt auch der häufige Kontakt mit Reinigungsmitteln und/oder Wasser das Entstehen einer Nagelbettentzündung.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Abgekaute Fingernägel

Abbildung einer Nagelbettentzündung

Nagelbettentzündung
(Finger- und Zehennägel)
A - gesunder Nagel
B - Panaritium subunguale
(Entzündung betrifft nur
das Nagelbett)
C - Panaritium paranguale
(Entzündung betrifft das
Nagelbett und die Umgebung)

  1. Nagelfalz - Sulcus matricis
  2. Nagelplatte - Lamina unguis
  3. Deckgewebe des Nagelbetts -
    Hyponychium
  4. "Möndchen" - Lunula
  5. Hornschicht des Nagelwalls -
    Eponychium
  6. Nagelwurzel - Margo occultus
    Nagelbettentzündungsymptome:

    a - Eiter
    b - Rötung
    c - Schwellung
    d - Haut um das Nagelbett

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Symptome

Erstes Anzeichen für eine akute Nagelbettentzündung ist die Rötung der Haut, die an den Nagel angrenzt. Darauf folgt dann die Ausbildung der weiteren typischen Entzündungszeichen: Die infizierte Haut wird heiß und schwillt an. Durch die Schwellung kommt es zu zum Teil heftigen Schmerzen, die in der Regel einen klopfenden Charakter besitzen, der durch den Pulsschlag der kleinen Blutgefäße in der betroffenen Region entsteht. Im Laufe der Zeit entwickelt sich normalerweise eine mehr oder weniger ausgeprägte Ansammlung von Eiter unter der Nagelplatte, der sich manchmal spontan oder nach Druckausübung aus den Nagelecken entleert (Nagelbettentzündung). Nicht selten juckt die Haut um den Nagel herum, besonders in der Anfangsphase der Entzündung. Durch Schmerzen und/oder Schwellung kann es eventuell sein, dass die Handlungsfähigkeit der entzündeten Stelle stark eingeschränkt wird. In seltenen Fällen führt eine Nagelbettentzündung auch zur Ausbildung von Fieber oder einer Schwellung der Lymphknoten.

Bei einer nicht ausreichenden Behandlung der Infektion kommt es dazu, dass sich der Nagel verformt oder sogar ganz abfällt.

Die Symptome einer chronischen Nagelbettentzündung unterscheiden sich ein wenig von denen der akuten Form. Hier findet man meistens nur eine rötliche bis bläuliche Verfärbung des betroffenen Nagels, Schmerzen sind nur sehr geringfügig ausgeprägt oder fehlen komplett, was häufig dazu führt, dass die Entzündung gar nicht oder erst sehr spät bemerkt wird. Im Gegensatz zur akuten Entzündung betrifft die chronische Form normalerweise mehrere Nägel. Besonders häufig findet man diese Art an den Fußnägeln von Diabetikern.

Eiter als Symptom einer Nagelbettentzündung

Eiter entsteht durch das Absterben von körpereigenen Entzündungszellen, die in infizierte Stellen einwandern. Eiterbildende Infektionen entstehen in der Regel durch eine Entzündung mit Bakterien, welche deswegen auch „pyogene“ (eitererzeugende) Bakterien genannt werden. Im Falle einer Nagelbettentzündung sind dies meist sogenannte „Staphylokokken“.
Diese befinden sich auch auf gesunder menschlicher Haut und machen erst Probleme, wenn sie die Barriere „Haut“ durchbrechen. Besonders häufig tritt Eiter bei einer sog. „Panaritium subunguale“ auf. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Nagelhaut unter dem Nagel, weshalb der Eiter meist an den Rändern des Nagels austritt.

Sollte man den Eiter ausdrücken?

Häufig, besonders wenn sich der Eiter sehr knapp unter der Haut befindet, wird der Eiter von selbst zur Oberfläche transportiert und dort abgestoßen. Liegt der Eiter jedoch in tieferen Hautschichten oder beispielsweise unter dem Nagel , so ist dies oftmals nicht möglich. In diesem Fall kann eine chirurgische Eröffnung notwendig sein. Eiter kann und muss sogar meistens eröffnet und abgelassen werden, da es sonst zu einer „Verschleppung“ der Keime, zum Beispiel in den Knochen, kommen kann. Zudem ist Eiter oft der Grund für eine schmerzhafte Schwellung. Da das Nagelbett und die Nagelpfalz sehr empfindlich sind, kann es daher schmerzlindernd sein, den Eiter abzulassen, beziehungsweise auszudrücken.
Es ist jedoch ratsam, diese Prozedur den Fachleuten zu überlassen, nämlich Chirurgen oder dem Hausarzt! 

"Wildes Fleisch"

Als Wildes Fleisch wird eine sogenannte „übermäßige Granulation“ bezeichnet. Dabei kommt es aufgrund von meist länger bestehenden Gewebeschäden zu einer verstärkten Heilungsreaktion. Das verletzte oder nicht vorhandene Gewebe wird nicht nur ersetzt, sondern eine Art Überwucherung entsteht. Diese ist in der Regel sehr gut durchblutet und erscheint daher rosa-rötlich. Die Oberfläche des Granulationsgewebes ist grob „körnig“, wie bereits der Name verrät (granulär=körnig). Bei einer Nagelbettentzündung und vor allem bei eingewachsenen Nägeln kommt es häufig zu der Bildung von wildem Fleisch, da der Körper so auf die Reizung durch den Nagel oder die Entzündung reagiert.

Blutvergiftung

Kommt es bei einer Nagelbettentzündung, wie bereits oben beschrieben, zu einer Ausbreitung der Infektion in tiefer liegende Gewebe, so kann es unter Umständen passieren, dass die Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Dadurch kann eine systemische Entzündung ausgelöst werden, welche als Blutvergiftung oder auch „Sepsis“ bezeichnet wird. Symptome einer Blutvergiftung sind Fieber, Abgeschlagenheit, verminderter Blutdruck, erhöhter Puls, Blässe und vermehrtes Schwitzen. Entgegen der allgemein verbreitenden Meinung kommt es dabei nicht zur Ausbildung einer roten Linie auf der Haut. Eine Blutvergiftung aufgrund einer Nagelbettentzündung ist extrem selten und tritt vor allem bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem auf.

Lesen Sie hiezu auch unsere Artikel Blutvergiftung und Symptome einer Blutvergiftung

Diagnose

Meistens reichen einem Arzt die klassischen Symptome der Nagelbettentzündung, um eine sichere Diagnose zu erstellen. Um eine genaue Information über den vorliegenden Krankheitserreger zu erhalten, kann er zusätzlich einen Abstrich der betroffenen Stelle entnehmen. Wenn der Verdacht auf eine chronische Form der Nagelbettentzündung vorliegt, sollte der Arzt eine ausführliche Anamnese durchführen, um zugrundeliegende Krankheiten wie einen Diabetes mellitus ausschließen zu können (Nagelbettentzündung Behandlung).

Therapie

Eine akute Nagelbettentzündung, die sich durch leichte Rötung, Schwellung und pochende Schmerzen im Bereich des Zehs bemerkbar macht, kann zunächst mithilfe von lauwarmen Fuß- oder Handbädern mit Kernseife oder Kamillenlösungen behandelt werden.
Sie wirken beruhigend und unterstützen den natürlichen Heilungsprozess. Durch das Waschen wird zusätzlich die Hornschicht gelöst und Eiter kann besser entfernt werden. Nach dem Bad sollten die Nägel vorsichtig trocken getupft werden. Außerdem hilft das Aufbringen von desinfizierenden Salben, die zum Beispiel antibakteriell wirkendes Jod enthalten, da sie besonders bei einer bakteriellen Ursache der Nagelbettentzündung helfen können und den häufig auftretenden Juckreiz lindern. (Z.B. Ilon® Salbe)
Die betroffene Stelle sollte durch Hochlagern, mit kühlenden Umschlägen oder mithilfe von kleinen Schienen ruhiggestellt werden. Bei der akuten Nagelbettentzündung am Fuß sollte auf zu enges Schuhwerk verzichtet werden, stattdessen ist das Tragen von Schuhen, die dem Zeh genug Platz bieten, zu empfehlen, um eine weitere Reizung der betroffenen Stelle zu vermeiden.
Auch der Kontakt mit Reinigungsmitteln und anderen Chemikalien sollte vermieden werden (Schuhe und Handschuhe tragen, zB beim Putzen mit Reinigungsmitteln). Bei sehr heftigen Schmerzen können Schmerzmittel vorübergehend helfen.
Es ist ratsam, bei einer akuten Nagelbettentzündung im Bereich des Nagelbetts nicht selbst Hand an zu legen, da eine Selbsttherapie die Situation eher noch verschlimmern kann. Bei einer mehrere Tage andauernden Entzündung sollte auf jeden Fall ein Arzt hinzugezogen werden.
Wenn die Nagelbettentzündung nach der ersten Behandlung (zB durch Bäder und Salben) nicht zurückgegangen ist, Schwellung, Überwärmung oder Eiter auftritt oder die Beschwerden zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wenn die Entzündung jedoch so weit fortgeschritten ist, dass Fieber, Schüttelfrost, Lymphknotenschwellungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten, kann auch eine antibiotische Behandlung erforderlich sein. Hierfür kommt die Wirkstoffgruppe der Penicilline in Frage, da sie besonders gut gegen Staphylokokken wirken, die Bakterien, die am häufigsten Nagelbettentzündungen hervorrufen.
Sollte ein eingewachsener Nagel die Ursache für eine Nagelbetteinzündung sein, kann der Nagel durch einen Arzt operativ verkleinert werden. In manchen Fällen muss die Nagelplatte auch vollständig entfernt werden.
Bevor man bei einer Nagelbettentzündung durch einen eingewachsenen Nagel eine operative Therapie wählt, können einige andere Maßnahmen ausprobiert werden. Beispielsweise kann eine Spange zwischen dem Nagel und der Haut eingesetzt werden, Watteeinlagen platziert werden oder der seitliche Nagelwall kann durch einen Pflasterzug weggezogen werden.
Wird eine Nagelbettentzündung erst spät oder gar nicht therapiert, können Wachstumsstörungen des Nagels auftreten oder der kann Nagel abgestoßen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Therapie der Nagelbettentzündung

Ab wann braucht man ein Antibiotikum?

Eine Nagelbettentzündung tritt meist akut auf und verschwindet nach circa einer Woche wieder von selbst. Die Infektion findet dabei im oberflächlichen Teil der Haut statt.
In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass die Entzündung in tiefere Schichten fortschreitet. Dabei besteht die Gefahr eines Übergreifens auf den Knochen oder Blutgefäße. Klingt also eine Nagelbettentzündung nach einigen Tagen nicht von selbst ab oder wird sogar schlimmer, so ist ein Arztbesuch unumgänglich. Der Arzt entscheidet, ob eine Antibiotikagabe, eine operative Eröffnung oder beides notwendig sind. Dabei werden in der Regel Antibiotika aus der Gruppe der Penicilline verschrieben.

Behandlung mit Salben

Die Behandlung einer Nagelbettentzündung richtet sich vor allem nach den Beschwerden, der Ausprägung der Entzündung und dem Ergebnis der ärztlichen Untersuchung. Dabei muss unterschieden werden, ob die Entzündung durch Bakterien, Hefepilze oder Viren ausgelöst wurde.

Je nachdem, welcher Krankheitserreger die Nagelbettentzündung ausgelöst hat, kommen auch verschiedene Salben und Arzneimittel in Betracht. Grundsätzlich wirken bei einer Nagelbettentzündung entzündungshemmende Bäder und Salben beruhigend und können sogar den natürlichen Heilungsprozess unterstützen.
Dafür kommen besonders desinfizierende Lösungen oder Salben in Betracht, die etwa Jod oder andere antibakteriell wirkende Stoffe enthalten. Vor allem wenn Bakterien die Ursache der Nagelbettentzündung waren, können diese Inhaltsstoffe helfen, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Um die im individuellen Fall am besten geeigneten Salben und Maßnahmen herauszufinden, ist es sinnvoll, mit dem behandelnden Arzt zu sprechen.
Es kann sich unter Umständen nachteilig auf den Krankheitsverlauf auswirken, wenn selbstständig mit Salben herumexperimentiert wird. Besonders wichtig ist es, nicht im Bereich der Nagelbettentzündung zu manipulieren und mit ungeeignetem Werkzeug zu versuchen, den Eiter abfließen zu lassen.

Bei einer weiter fortgeschrittenen, stärkeren Entzündung kann in manchen Fällen der Einsatz von antibiotikahaltigen Salben notwendig werden. Wenn es zu einem Ausbreiten der Entzündung mit geschwollenen Lymphknoten und Fieber kommt, so kann zusätzlich ein Antibiotikum in Tablettenform verordnet werden.

Liegt der Nagelbettentzündung keine bakterielle Ursache zugrunde, sondern beispielsweise eine Infektion mit Hefepilzen, so sind Salben mit einem Anti-Pilzmittel wirksam. Auch bestimmte Viren können eine Nagelbettentzündung verursachen. Eine Infektion mit Herpesviren kann gut mit einer Salbe behandelt werden, die sogenannte Virusstatika enthält, also Inhaltsstoffe, die das Virus bekämpfen (z.B. Aciclovir).

Es gilt zu bedenken, dass bei leichten Nagelbetteinzündungen das Auftragen einer Salbe sowie das Schonen des betroffenen Nagels (beispielsweise durch angemessenes Schuhwerk) in der Regel ausreichen, um die Entzündung zu heilen. In schwereren Fällen kann auch eine kleine Operation notwendig sein, bei der der Nagel eventuell entfernt werden muss, damit der Eiter abfließen kann. Anschließend wird ein desinfizierender Salbenverband angelegt, damit die Wunde gut abheilen kann.

Bei chronischen Nagelbettentzündungen kann es sinnvoll sein, bestimmte Reizstoffe zu meiden. Auch manche Inhaltsstoffe in Salben oder (Hand-) Cremes können für die ständig wiederkehrenden Nagelbetteinzündungen verantwortlich sein und sollten gemieden werden. Menschen, die viel mit aggressiven Stoffen in Kontakt kommen, sollten regelmäßig ausreichend fetthaltige Salben auf die Hände auftragen, um eine Nagelbettentzündung vorzubeugen.

Behandlung mit einer Zugsalbe

Bei einer Nagelbettentzündung kann die Anwendung von Zug- oder Ziehsalbe hilfreich sein. Zugsalbe findet in der Medizin Anwendung bei entzündlichen Hauterkrankungen, Abszessen, Furunkeln, Akne, sowie bei Splittern und Nagelbettentzündungen. Die Salbe wirkt dabei entzündungshemmend, antibakteriell, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd und weicht die obersten Hautschichten auf, sodass Fremdkörper und Eiter leichter nach außen abtransportiert werden können. Letzteres ist auch der Grund, weshalb Zugsalbe gerne bei Nagebettentzündungen verwendet wird. Durch den vorhandenen Eiter, zum Beispiel unter dem Nagel, entsteht ein schmerzhafter Druck, welcher durch die Beseitigung des Eiters gelindert werden kann.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Zugsalbe

Behandlung mit Betaisodona®

Betaisodona® ist ein in Deutschland verwendeter Handelsname für „Povidon-Iod“. Povidon-Iod ist ein Iod enthaltendes Desinfektionsmittel, das in der Medizin häufig Anwendung findet. Iod schädigt die Hülle von Mikroorganismen, wie Bakterien, Viren, Pilzen und bakteriellen Sporen und tötet diese dadurch ab. Neben Betaisodona® werden in der Medizin zahlreiche weitere Iod-haltige Desinfektionsmittel verwendet.
Betaisodona® hat jedoch den Vorteil, dass es sich besonders gut für die Anwendung auf empfindlichen Stellen, wie Schleimhäuten und Wunden eignet.
Betaisodona® wird dabei in einer meist 10%-igen Verdünnung großflächig über dem zu desinfizierenden Bereich aufgetragen. Bei Nagelbettentzündungen ist eine Anwendung von Betaisodona® ebenfalls möglich, insbesondere, wenn die Nagelhaut infiziert oder verschmutzt ist.
Nachteile sind Juckreiz, Ausschlag, sowie häufig auftretende allergische Reaktionen. Bei Erkrankungen der Schilddrüse sollten auf keinen Fall Iod-haltige Produkte angewendet werden, da diese den Stoffwechsel der Schilddrüse sehr stark beeinflussen können.

An welchen Arzt muss ich mich wenden?

Eine leichte Nagelbetteinzündung tritt nicht selten auf und heilt meist schon nach wenigen Tagen aus, wenn der Nagel entlastet wird und eventuell mit unterstützenden, antiseptischen Bädern oder Salben behandelt wird. Es kann sinnvoll sein, eine stark entzündete Nagelbettentzündung einem Arzt zu zeigen, bevor Selbstmaßnahmen ergriffen werden, da die Entzündung dadurch verschlimmert werden kann. In der Regel wendet man sich zunächst an den Hausarzt, der die Nagelbettentzündung behandelt.

Je nachdem, wie ausgeprägt die Entzündung ist, kann der Hausarzt eine Überweisung zu einem Hautarzt (Dermatologen) oder einem Chirurgen ausstellen. Nagelbettentzündungen treten gehäuft bei chronischen Grunderkrankungen wie der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auf.
In diesem Fall sollte der behandelnde Arzt die Grunderkrankung aufsuchen. Der Hausarzt erkennt eine Nagelbettentzündung meist schon beim Untersuchen der betroffenen Stelle. Trotzdem wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) erheben, wie es zu der Verletzung gekommen ist, um auf den möglichen Erreger zu schließen oder Ratschläge zur Vorbeugung wiederkehrender Nagelbettentzündungen geben zu können (z.B. das Tragen von geeignetem Schuhwerk).

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, dass der Arzt einen Abstrich des entzündeten Gewebes vornimmt, um den Krankheitserreger festzustellen. In einem fortgeschrittenen Stadium kann der Arzt eine Röntgenaufnahme (oder eventuell Magnet-Resonanz-Tomographie/ Kernspin) der Hand oder des Fußes als notwendig erachten, um abzuklären, ob die Entzündung bereits in tiefer liegendes Gewebe, Knochen oder Knochenmark vorgedrungen ist.

Homöopathie bei Nagelbettentzündungen

Eine Nagelbettentzündung ist eine häufige Erkrankung. Schnell kommt es zu kleinen Verletzungen im Bereich des Nagels, die sich entzünden können. In vielen Fällen wird eine Nagelbettentzündung sehr früh durch Schmerzen oder Rötungen des Gewebes erkannt.
In einem solchen frühen Stadium einer Nagelbettentzündung können Mittel der Homöopathie häufig erfolgreich angewendet werden. Um die richtige Wahl der Homöopathie zu treffen, unterscheidet man zwischen den im Vordergrund stehenden Symptomen. Homöopathen empfehlen bei einer Nagelbettentzündung im Allgemeinen Tarantula cubensis in einer Potenz D12, wovon dreimal täglich fünf Globuli eingenommen werden.

Ist der betroffene Nagel stark gerötet und erwärmt, so kann Belladonna D12 gegen die Entzündung eingenommen werden. Bis die Beschwerden abnehmen sollten alle zwei Stunden fünf Globuli eingenommen werden. Ist die Nagelbettentzündung bereits soweit fortgeschritten, dass sich Eiter gebildet hat, kann zur Unterstützung des Heilungsprozesses das Homöopathikum Hepar verspüren D10 (sechsmal täglich fünf Globuli) verwendet werden.
Die Lehre der Homöopathie empfiehlt des weiteren Silicea D12, wenn der Nagel bereits Schaden genommen hat und deformiert oder brüchig geworden ist (zweimal täglich fünf Globuli). Grundsätzlich sollte die Einnahme von homöopathischen Mitteln nur in Verbindung mit einer Schonung des betroffenen Nagels geschehen. Auf eine ausreichende Desinfizierung der Stelle und eine antientzündliche, jodhaltige Salbe können verhindern, dass Bakterien eindringen können.

Sollten die Beschwerden der Nagelbettentzündung trotz Homöopathie nicht besser werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Da sich die Entzündung ausbreiten kann und unter Umständen Komplikationen verursachen kann, hilft in fortgeschritteneren Fällen einer Nagelbettentzündung oft nur noch nein Antibiotikum oder eine Eröffnung der Eiterblase, um die Entzündung in den Griff zu bekommen.

Teebaumöl

Teebaumöl wird aus den Blättern des in Australien wachsendem Teebaums gewonnen und wird bereits seit über hundert Jahren in der Medizin eingesetzt. Es hat eine „antiseptische“, also desinfizierende, Wirkung und bekämpft vor allem Bakterien und Pilze. Bei einer Entzündung des Nagelbetts wird es häufig einem warmen Wasserbad beigemengt. Neben der antiseptischen Wirkung werden auch psychische Effekte, wie beispielsweise eine Antriebssteigerung beschrieben. Manchmal kann die Anwendung von Teebaumöl zu einer Kontaktallergie führen, weshalb vor allem bei der ersten Verwendung besondere Vorsicht geboten ist.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Teebaumöl.

Ansteckungsgefahr

Nagelbettentzündungen werden fast immer durch Bakterien ausgelöst. Dabei handelt es sich jedoch meist um Bakterien, welche in der menschlichen Hautflora und/oder im Mundraum sowieso vorkommen. Die Erreger müssen in eine offene Wunde gelangen, um eine Infektion zu verursachen. Eine Ansteckung ist daher nicht oder nur sehr schwer möglich. In seltenen Fällen, wenn eine Nagelbettentzündung beispielsweise durch einen Hautpilz verursacht wird, kann es zu einer „Ansteckung“ oder besser gesagt zu einer „Übertragung“ kommen.

Dauer

Die Dauer einer Nagelbettentzündung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und lässt sich daher schwer vorhersagen. Meistens klingt die Entzündung im Verlauf einer Woche von selbst wieder ab. Dabei spielt vor allem eine Rolle, wie ausgeprägt die Entzündung ist und wie früh eine Behandlung erfolgt ist. Eine frühe Anwendung von warmen Bädern, Zugsalbe und Desinfektionsmitteln (z.B. Betaisodona®) kann den Verlauf verbessern. Die Heilung hängt außerdem von dem Immunsystem des Betroffenen ab und kann daher stark variieren. Ein weiterer Faktor ist der Grund für die Entzündung. Meist sind dies kleine Stich- oder Schnittverletzungen.
Vor allem bei Entzündungen der Zehennagelbetten ist häufig ein ein eingewachsener Nagel die Ursache. Dadurch kann die Entzündung chronische werden, was die Dauer deutlich verlängert. In diesem Fall ist oftmals das Schuhwerk schuld und ein Wechsel kann eine dauerhafte Linderung ermöglichen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Eingewachsener Zehennagel

Nagelbettentzündung am Zeh

Eine Nagelbettentzündung am Zeh (Panaritium) kann sehr schmerzhaft sein. Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung des Gewebes unter dem Zehennagel.
Das Nagelbett an den Zehennägeln ist recht gut geschützt von den umliegenden Strukturen. Dennoch ist es möglich, dass durch kleine Verletzungen in der Nagelhaut oder im Nagelwall Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze in das Nagelbett eindringen und zu einer Nagelbettentzündung führen.
Am Zehennagel liegt die Ursache dafür oft darin, dass der Nagel falsch wächst und sich in die Haut hineinschiebt. Zu enges Schuhwerk kann die Entstehung der Nagelbettentzündung dann noch zusätzlich begünstigen, da sie zu einer Verformung des Fußnagels führen können.
Wenn der Fußnagel als Folge in das Nagelbett hineinwächst, bildet dies eine Eintrittspforte für Infektionen. Eine Nagelbettentzündung am Zeh kann sowohl akut als auch chronisch auftreten. Eine chronische Nagelbettentzündung äußert sich meist durch Schäden an mehreren Nägeln, die mehr oder weniger schmerzhaft sind. Es ist immer Vorsicht geboten, wenn sich Eiterherde bilden. In diesem Fall ist umgehend ein Arzt aufzusuchen, da sich die Entzündung im schlimmsten Fall bis auf den Knochen ausdehnen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Nagelbettentzündung Zeh

Nagelbettentzündung am Fuß vorbeugen

Wichtig ist neben der Fußpflege auch ein vorsichtiges Schneiden der Zehnägel, der seitliche Nagelbereich sollte nicht verletzt werden. Außerdem sollten die Seiten nicht zu schräg oder zu tief geschnitten werden. Zu kurz geschnittene Nägel bieten dem Nagelbett weniger Schutz und erhöhen das Risiko der Entstehung einer Nagelbettentzündung.
Die Zehnägel sollten regelmäßig und gerade geschnitten werden und die Fußhaut sollte gepflegt werden, zum Beispiel mit Hilfe von pflegenden Cremes oder Fußbädern.
Wichtig ist, dass die Nagelhaut beim Schneiden nicht verletzt wird. Nagellack und Nagellackentferner können den Nagel und das umliegende Gewebe zusätzlich reizen und eine Nagelbettentzündung verursachen. Wenn man also häufiger unter einer Nagelbettentzündung leidet, sollte man keinen Nagellack benutzen.

Besonders bei Kindern im Wachstum sollte immer darauf geachtet werden, dass sie passende und bequeme Schuhe tragen, die den Zehennägeln genug Platz bieten.
Denn auch Druckstellen an den Zehen können zu kleinen Verletzungen führen, in die Krankheitserreger eindringen können. Für Krankheitserreger, die zu einer Nagelbettentzündung führen können, ist eine feuchte Umgebung von Vorteil, deshalb sollte darauf geachtet werden, die Füße trocken zu halten.
Außerdem sollte man zu jeder Gelegenheit passendes und schützendes Schuhwerk tragen, sodass es nicht zu kleinen Verletzungen im Bereich des Nagelbetts kommen kann (z.B. robuste Schuhe bei der Gartenarbeit).
Fehlstellung der Zehen oder des Fußes können dazu führen, dass die Entstehung von Nagelbettentzündungen begünstigt werden, beispielsweise dadurch, dass Druckstellen entstehen. Hier können orthopädische Einlagen verordnet werden, um die Fehlstellung zu beheben und das Risiko für Nagelbettentzündungen zu senken.

Nagelbettentzündung am Zeh bei chronischen Erkrankungen

Chronische Erkrankungen wie die Diabetes-Erkrankung (Zuckerkrankheit) erhöhen die Anfälligkeit für Nagelbettentzündungen. Nagelbettentzündungen am Zeh sind besonders für Diabetiker gefährlich, da sie zu schweren Komplikationen führen können und häufig einen chronischen Verlauf haben. Da es durch die Diabetes-Erkrankung zu Empfindungsstörungen kommt, kann eine Nagelbettentzündung leicht unentdeckt bleiben.
Weil auch die Wundheilung aufgrund des Diabetes oft verlangsamt ist, kann die Nagelbettentzündung zu Komplikationen führen, sogar dazu, dass Gewebe abstirbt. Im schlimmsten Fall bedeutet dies manchmal, dass der betroffene Zeh amputiert werden muss, um ein Fortschreiten der Infektion zu verhindern.
Ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel und sorgfältige Fußpflege, besonders auch der Zehennägel, sind für Diabetiker also sehr wichtig.
Aber nicht nur Diabetiker, sondern auch Menschen, die an Durchblutungsstörungen oder einer Immunschwäche leiden (Leukämie, HIV-Infektion, Tumorerkrankung), haben ein erhöhtes Risiko für kompliziert verlaufende Nagelbettentzündungen am Fuß.
Jedes Anzeichen für eine akute Entzündung sollte ernst genommen werden und ein Arzt aufgesucht werden. Generell gilt bei chronisch erkrankten Menschen: Je besser sie die Grunderkrankung im Griff haben, umso besser können Komplikationen aufgrund einer verzögerten Wundheilung und chronische Verläufe vermieden werden.

Nagelbettentzündung am Finger

Eine akute Nagelbettentzündung am Finger zeigt sich durch Schwellung, Rötung und Schmerzen am betroffenen Fingernagel. Die betroffene Hautstelle fühlt sich oft heiß an und es wird typischerweise ein klopfender Schmerz wahrgenommen. Dieser entsteht durch einen erhöhten Druck auf die kleinen Blutgefäße durch das entzündete Gewebe, wodurch der Pulsschlag "fühlbar" wird.
An den seitlichen Rändern und unter der Nagelplatte des Fingers bildet sich nach einiger Zeit Eiter, der manchmal durch Druck auf den Nagel austritt. Bei einer schweren Entzündung des Fingernagels kann es auch zu einem Anschwellen der Lymphknoten unter den Achseln und in der Ellenbeuge oder zu Fieber kommen.

Am Finger kommt es in den meisten Fällen zu Nagelbettentzündungen durch Fehler bei der Pflege der Fingernägel. Scharfe Nagellackentferner, zu kurze Nägel und grobes Abschneiden des Nagelhäutchens beim Nägelkürzen sind typische Dinge, die die Entstehung einer Nagelbettentzündung begünstigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Fingernägel regelmäßig, aber nicht zu tief in den seitlichen Nagelwall zu kürzen. Rückfettende Handcremes können das Risiko für Hautrisse verringern und sollten regelmäßig auf die Haut rund um den Fingernagel aufgetragen werden. Bei Haus- oder Gartenarbeiten sollte man sowohl zur Vorbeugung als auch bei einer bereits bestehenden Nagelbettentzündung am Finger Handschuhe tragen, um die Finger vor Chemikalien und Verletzungen zu schützen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Nagelbettentzündung am Finger

Nagelbettentzündung am Daumen

Eine Nagelbettentzündung kann an allen Hand- oder Fußnägeln auftreten, auch am Daumen. Häufig zeigt sich das Gewebe gerötet und eine starke Schwellung tritt auf. Es kommt im Verlauf zu pulsierenden Schmerzen, einem Hitzegefühl, Eiterblasen, Druck- und Klopfempfindlichkeit und der Daumen ist nicht selten in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.

Man unterscheidet zwischen oberflächlichen und tiefen Formen der Nagelbettentzündung. Tritt die Erkrankung am Daumen auf, so kann es zu der Besonderheit einer sogenannten V-Phlegmone kommen. Da die anatomischen Strukturen im Bereich der Fingernägel den Abfluss von Eiter nach außen erschweren, kommt es in bei einer Phlegmone zu einer Ausbreitung der Entzündung in umgebende Weichteilstrukturen, sowie in Gelenke, Knochen und Sehnenscheiden. Die V-Phlegmone bezeichnet die Entzündung der Sehnenscheiden von Daumen und Kleinfinger (die Infektion ist V-förmig). Aufgrund des Risikos einer Entzündungsausbreitung müssen Nagelbettentzündungen am Daumen (sowie an allen anderen Fuß- und Fingernägeln) immer möglichst rasch behandelt werden.

Eitrige Nagelbettentzündung

Bei einer akuten Nagelbettentzündung dringen Krankheitserreger über kleine Wunden in das Gewebe ein, es kommt zu einer Rötung und Schwellung. Nach einiger Zeit kann es zur Bildung von Eiter kommen, was sehr schmerzhaft ist.
Eiter wird in der Regel durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst und ist eine Immunantwort des Körpers auf den Entzündungsreiz. Bedingt durch die anatomischen Strukturen im Bereich der Hand- und Fußnägel kann der Eiter nicht gut nach außen abfließen. Deshalb wird eine Ausbreitung der Infektion in umgebende Weichteilstrukturen, wie in Knochen und Sehnenscheiden sogar begünstigt bei einer eitrigen Nagelbettentzündung.
Daher muss die eitrige Nagelbettentzündung möglichst rasch behandelt werden. In manchen Fällen ist bei einer eitrigen Nagelbettentzündung ein kleiner chirurgischer Eingriff in örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose notwendig. Damit der Eiter abfließen kann, muss der Eiterherd aufgeschnitten werden, manchmal muss auch eine Öffnung durch den Nagel geschaffen oder der Nagel entfernt werden. Die entstandene Wunde muss dann täglich gereinigt und neu verbunden werden, am besten unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle.
Vor dem chirurgischen Eingriff kann eine Röntgenaufnahme Auskunft darüber geben, wie weit die eitrige Infektion in angrenzende Gewebe oder sogar bis zum Knochen vorgedrungen ist.
Den Eiter abfließen zu lassen, ist deswegen notwendig, um eine mögliche Blutvergiftung zu vermeiden und eine Streuung der Infektion im Körper zu verhindern. Außerdem ist die eitergefüllte Schwellung der Haut sehr schmerzhaft und das Eröffnen der Eiterblase wird oft als wohltuend empfunden, da der Druckschmerz sich sofort bessert und die Beschwerden abklingen.
Als medizinischer Laie sollte man jegliche Manipulation an einem Eiterherd unterlassen und nicht selbstständig versuchen, in die Nagelbettentzündung hineinzustechen oder sie auszudrücken. Dies könnte zu einer gefährlichen Verschleppung der Keime in tiefere Gewebeschichten und weiteren Komplikationen führen, im schlimmsten Fall kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Wenn der Eiter von selbst abfließt, darf die offene Wunde aus hygienischen Gründen nur mit Handschuhen, Desinfektionsmittel und sterilem Verbandmaterial behandelt werden. Außerdem sollten die Hände nach jedem Verbandswechsel gründlich gewaschen werden und Körperöffnungen und andere Personen vor dem Eiter geschützt werden, um einer Ausbreitung der Keime (Phlegmone) vorzubeugen.

Nagelbettentzündung beim Babys

Bei Säuglingen, Babys und Kleinkindern treten Nagelbettentzündungen relativ häufig auf. Kleine Verletzungen im Bereich der Nägel entstehen beim Greifen und Spielen schnell, außerdem ist es oft nicht ganz einfach die kleinen Finger- und Zehennägel zu schneiden. Besonders die Fußnägel sollten so gerade wie möglich geschnitten werden, um eine Nagelbettentzündung oder ein Einwachsen des Zehennagels beim Baby zu verhindern.

Kommt es zu einer akuten Nagelbettentzündung, schreit das Baby häufig vermehrt, es fällt am Betroffenen Nagel eine starke Rötung, Schwellung und eventuell eine Eiterbildung auf. Babys haben noch kein so gut entwickeltes körpereigenes Abwehrsystem wie Erwachsene, weshalb sich eine Nagelbettentzündung schneller im Körper ausbreiten und zu Fieber, Schüttelfrost oder erhöhter Müdigkeit kommen kann.
Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Nagelbetteinzündung bei einem Baby früh zu erkennen und zu behandeln. Es ist sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, besonders wenn es sich um eine weiter fortgeschrittene Form der Nagelbettentzündung handelt. In diesem Fall ist eventuell eine Eröffnung des Eiterherds mit anschließender Desinfektion notwendig. Die Anwendung von Salben und Lösungen, die desinfizierend und antibakteriell wirken, kann die Beschwerden des Babys unter Umständen lindern. Allerdings sollten nur Präparate angewendet werden, die für Babys zugelassen sind.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.02.2018
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