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Phlegmone

Einleitung

Bei einer Phlegmone handelt es sich um eine Erkrankung des Weichteilgewebes (Fett, Haut…) bei der es zu einer diffusen Eiterung und Entzündung kommt. Dies führt dazu, dass sich die Haut sowie das darunter liegende Fett- und Bindegewebe rot verfärben und zusätzlich schmerzhaft und eitrig werden. Ursächlich für Phlegmone ist eine Entzündung mit Bakterien.

Ursache

Phlegmonen werden durch Bakterien verursacht. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Bakterien um die Erreger beta-hämolysierende Streptokokken, oder seltener um Staphylokokken vom Typ Staphylococcus aureus.

In sehr seltenen Fällen kann es jedoch auch sein, dass andere Bakterien die Phlegmone verursachen, beispielsweise die Gruppe der sogenannten Anaerobier.
Hierbei handelt es sich um verschiedene Bakterien, welche nur ohne Sauerstoff (an-aerob) überleben können und sich deshalb beispielsweise im Darm aufhalten, wo sie keinem Sauerstoff ausgesetzt sind, der sie schädigen könnte.

Vereinzelt kommt es auch zu sogenannten Mischinfektionen, bei denen verschiedene Bakterien zusammen für die Entstehung der Phlegmone verantwortlich sind. Die Ursache, weshalb Phlegmone überhaupt entstehen kann, ist meist auf eine kleine Verletzung der Haut und dem darunter liegenden Gewebe zurückzuführen.
Hierbei kommt es dazu, dass Erreger, die sich eigentlich auf der Haut (Cutis) befinden und diese normalerweise nicht überwinden können da die Haut eine Schutzbarriere darstellt, durch den Schnitt oder die Wunde in die Tiefe der Haut (Subcutis) eindringen können.In einigen Fällen kann sogar ein Stich mit einer kleinen Nadel dazu führen, dass sich die Bakterien in der Tiefe des Gewebes ausbreiten und dort eine Phlegmone verursachen können.

Des Weiteren ist es möglich, dass Patienten nach einer zahnärztlichen (dentalen) Behandlung plötzlich Schmerzen und Rötungen im Bereich des Kiefers bemerken.
Durch die Manipulation der Mundhöhle während der zahnärztlichen Behandlung kann es dazu kommen, dass Bakterien durch das eröffnete Zahnfleisch in die Tiefe des Gewebes eindringen können, was dann dazu führt, dass sich eine Phlegmone ausbilden kann.
Hierbei ist es wichtig daran zu denken, dass die Ursache nicht immer eine äußerlich zugeführte Verletzung sein muss sondern dass auch eine durch den Arzt unabsichtlich verursachte (iatrogene) Verletzung zu einer Phlegmone führen kann.

Diagnose

Sobald eine Phlegmone vorangeschritten ist, erkennt ein Arzt es bereits per Blickdiagnose da die Haut gerötet ist und die Verletzung oder die Eintrittspforte der Bakterien vereitert ist. Oftmals kann man auch bereits erste schwarze Veränderungen der Haut erkennen.Hierbei handelt es sich um abgestorbenes Gewebe, sogenannte Nekrosen.

Häufig kommt es dazu, dass sich die Phlegmone binnen kürzester Zeit schnell ausbreiten sodass auch Muskeln oder weite Flächen des Gewebes betroffen sind.
Zusätzlich kann der Arzt noch dem Patienten Blut abnehmen da hier Entzündungszeichen erhöht sind (unter anderem das C-reaktive Protein, kurz CRP sowie die Erythrozyten-Sedimentations-Rate, kurz ESR).
Da die Phlegmone meist chirurgisch behandelt werden müssen, kann zusätzlich aus dem Wundsekret ein Abstrich genommen werden um die genaue Art der verursachenden Bakterien zu diagnostizieren.

Symptome

Bei einer Phlegmone kommt es zu unterschiedlichen Symptomen, die je nach Schweregrad der Entzündung nur leicht oder verstärkt auftreten können. Es kommt jedoch immer zu einer Rötung der betroffenen Körperstelle, die zusätzlich mit einer Überwärmung einhergeht. Des Weiteren kommt es zu mit unter starken Schmerzen sowie zu Fieber. Ist die Phlegmone von außen sichtbar, so erkennt der Patient nach kürzester Zeit außerdem Eitereinschmelzungen sowie schwarz verfärbte Bereiche. Spätestens in diesem Stadium ist es enorm wichtig, einen Arzt aufzusuchen da es sich bei den schwarz verfärbten Bereichen um abgestorbenes Gewebe (Nekrose) handelt, welche im schlimmsten Fall dazu führen können, dass der Patient eine Blutvergiftung (Sepsis) bekommt.

Einige Patienten klagen hingegen über eine allgemeine Antriebslosigkeit, ein Schwächegefühl und nur hin und wieder auftretende Schmerzen. Vor allem bei Phlegmonen, welche nach einer zahnärztlichen Behandlung entstanden, ist es typisch, dass diese nicht sichtbar sind und zu Beginn auch nur leichte Symptome verursachen. Häufig treten dann jedoch Schwellungen im Bereich des Kiefers auf. Außerdem gehen Phlegmonen, egal wo sie lokalisiert sind, meist mit einer Körpertemperatur über 39°C einher (Fieber). Da es sich um eine Entzündung handelt, welche sich diffus ausbreitet kommt es meist zusätzlich dazu, dass die Lymphknoten in der Nähe der Phlegmonen geschwollen sind. Allgemein erkennt man eine Phlegmone jedoch sehr gut bereits an der äußeren Erscheinung. Es kommt zu einer starken Schwellung um den Bereich der Wunde, zusätzlich zu einer sich weit ausbreitenden Rötung sowie zu Eiteransammlungen um die Wunde herum. Schwarz verfärbte Nekrosen treten meist in späteren Stadien auf. Charakteristisch ist auch, dass Phlegmonen schmerzhaft sind und den Patienten allgemein sehr beeinträchtigen.

Therapie

Phlegmonen sind unbedingt therapiebedürftig und sollten nicht ignoriert werden da es durch die sich diffus ausbreitende Entzündung dazu kommen kann, dass die Entzündung auch auf das Blut übergreift und hier eine Blutvergiftung (Sepsis) auslöst. Da das Blut sich ungehindert im ganzen Körper verteilt, kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass die Entzündung via Blut im ganzen Körper verteilt wird und es somit auch zu einem oder mehreren Organversagen kommen kann. Dieses Szenario kann man jedoch mit einer adäquaten Therapie vermeiden.

Eine Therapie kann nur im Krankenhaus erfolgen. Zum einen ist eine hochdosierte Antibiotika-Therapie nötig, welche unbedingt in die Vene (intravenös) gegeben werden sollte da nur somit eine systematische Ausbreitung der Entzündung verhindert werden kann. Welches Antibiotikum gegeben wird, hängt ganz vom dem Erreger der Phlegmone ab. Des Weiteren ist es nötig, eine Wundsanierung (Debridement) durchzuführen. Hierbei wird das nekrotisierende und vereiternde Gewebe großflächig in einer kleinen Operation entfernt sodass sich die Entzündung nicht weiter ausbreiten kann und das abgestorbene Gewebe, welches nicht regenerieren kann, der Regeneration des neuen Gewebes nicht im Wege steht. Während der Operation wird die Wunde auch immer wieder durchgespült und es kann, bei großflächigen Phlegmonen, zusätzlich ein Schlauch in die Wunde gelegt werden, der das Wundsekret und den Eiter ableitet. Man nennt dieses Prinzip mit dem Schlauch, der mit einem Auffangbehälter verbunden ist auch Wunddrainage. Nach der Operation ist es sehr wichtig, das betroffene Gewebe immer wieder gut zu reinigen. Das bedeutet, dass jeden Tag der Verband erneuert werden sollte und außerdem die Wunde mithilfe von Antiseptika gereinigt werden muss. Da diese Hygienestandards und vor allem auch die Therapie nur von einem Arzt und dem behandelnden Pflegepersonal durchgeführt werden können, ist ein Aufenthalt im Krankenhaus bei einer Phlegmone unabdingbar.

Prognose

Wenn der Patient rechtzeitig ins Krankenhaus geht um dort eine adäquate Therapie zu erlangen, so haben Phlegmonen meist eine sehr gute Prognose. Ist eine Phlegmone jedoch vorangeschritten und geht der Patient nicht früh genug ins Krankenhaus, so kann es unter Umständen sein, dass die Entzündung so weit voran geschritten ist, dass im schlimmsten Fall, wenn beispielsweise ein Finger betroffen ist, dieser amputiert werden muss. Dennoch ist allgemein zu sagen, dass Phlegmonen, wenn sie richtig behandelt werden, keine dramatische Erkrankung sein müssen. Ohne die richtige Therapie kann es jedoch sehr schnell zu mit unter großen Komplikationen kommen, welche vor allem bei immun-schwachen Patienten (Kindern, Alten, AIDS-Patienten, Schwangeren…) schneller auftreten können und deshalb sehr ernst genommen werden sollten.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2018
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