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Behandlung einer Nagelbettentzündung

Synonyme im weiteren Sinne

Onychie, Oncychitis, Onychia subungualis, Onychia maligna, Panaritium paraunguale, Paronychie, „Umlauf“

Englisch: felon, whitlow, onychia

Zu welchem Arzt soll ich gehen?

Eine Nagelbettentzündung ist nicht nur äußerst schmerzhaft sondern sollte auch ernst genommen werden, da sich die entzündlichen Erreger sonst weiter ausbreiten und umliegende Strukturen mit befallen. Um eine adäquate Behandlung der Nagelbettentzündung zu ermöglichen ist es wichtig, zu welchem Arzt der Patient geht. Handelt es sich um eine leichte Entzündung, reicht es in den meisten Fällen zunächst aus zum Hausarzt zu gehen. Dieser kann dann entscheiden, wie weit die Entzündung bereits voran geschritten ist und welche Behandlung am besten passt. Zusätzlich kann der Hausarzt aus dem Eiter eine Probe entnehmen, diese an ein Labor schicken und dann den Erreger bestimmen lassen um dann entweder eine antivirale, eine antibakterielle oder eine antimykotische Therapie einzuleiten.

Ist die Entzündung bereits weit voran geschritten und droht eine Ausbreitung in die umliegenden Gewebe, kann es auch sein, dass der Hausarzt direkt eine Überweisung an einen Chirurgen schreibt, der dann unter Betäubung (Narkose) den Nagel entfernt und den Eiter abfließen lässt. Ein Hautarzt kann im Anfangsstadium zwar ebenfalls aufgesucht werden, meist reicht jedoch ein Hausarzt völlig aus, da dieser bereits wichtige Tipps und Einschätzungen geben kann.

Therapie der Nagelbettentzündung

Zur Therapie der Nagelbettentzündung gibt es sehr viele verschiedene Ansätze (Nagelbettentzündung Behandlung).

Eine gute Behandlung der Nagelbettentzündung zeigen Bäder mit warmem Wasser, die deshalb am besten mehrmals täglich erfolgen sollten. Hierbei wird die Hornschicht gelöst und eventuell vorhandener Eiter kann sich besser entleeren. Nach dem Bad sollten die Haut um den Nagel und der Nagel selbst sorgfältig trockengetupft und danach eingecremt werden, am besten mit einer desinfizierenden Salbe, wie zum Beispiel Povidon-Jod. Zudem gibt es diverse Hausmittel, die eine Milderung der Symptome und ein schnelleres Zurückbilden der Infektion bewirken. Hierzu gehören unter anderem Seifenlauge, Teebaumwasser oder eine Mischung aus Meerrettich und Honig. Auch einige Heilpflanzen, wie zum Beispiel Arnika, Kamille, Zwiebeln oder Wirsing, besitzen eine entzündungshemmende Wirkung. Sie können entweder als Badezusatz, Tee, Tinktur, Kompresse oder in Salben und Cremes zum Einsatz kommen (siehe: Arnika-Salbe). Wenn die Infektion des Nagels innerhalb von 3 Tagen nicht wieder verschwunden (oder zumindest deutlich besser geworden) ist oder gar durch zunehmende Schwellung und Schmerzen auffällt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann dann für hartnäckige eitrige Stellen entzündungshemmende Mittel (Antiphlogistika) verschreiben, die den Abfluss des Eiters erleichtern (Nagelbettentzündung Behandlung). Darüber hinaus gibt es desinfizierende Medikamente und antiseptische Salben. Die zusätzliche Verabreichung von Antibiotika (in Form von Tabletten) wird erst nötig, wenn die Entzündung auf die angrenzenden Lymphbahnen übertritt. Dann kommen in der Regel Penicilline, zum Beispiel Oxacillin, zum Einsatz, die eine besondere Wirksamkeit gegen die Bakteriengruppe der Staphylokokken zeigen.

Was kann man gegen den Eiter machen?

Generell gilt, dass entzündungshemmende Salben, beispielsweise mit Kamille, oder Bäder sich unterstützend auf den Heilungsprozess auswirken. Ammoniumbituminosulfonat ist ein entzündungshemmendes Mittel, das auf stark eiternde Stellen aufgetragen werden kann. Es können auch desinfizierende Bäder empfohlen werden durch die gleichzeitig die Hornhaut etwas abgelöst wird und somit der Eiter besser abfließen kann. Da Eiter hauptsächlich aus Bakterien besteht, können antibakterielle Stoffe helfen. Ist die Entzündung schon weiter fortgeschritten und es hat sich viel Eiter angesammelt, kann es notwendig sein, die entsprechende Stelle mit einem kleinen Schnitt zu öffnen, damit der Eiter abfließen kann. Dies sollte jedoch keinesfalls vom Betroffenen selbst durchgeführt werden. Es ist zu empfehlen, in diesem Fall einen Arzt aufzusuchen und die angebrachte Behandlung abklären zu lassen.

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Wie lange ist die Behandlungsdauer?

Je nachdem wie ausgeprägt die Entzündung ist, kann der Heilungsprozess unterschiedlich lange dauern. Bei einer leichten Nagelbettentzündung kann die Behandlung mit Salben und Bädern innerhalb einiger Tage ihre Wirkung zeigen und die Entzündung beseitigen. Bei schwereren Entzündungen, bei denen möglicherweise ein kleiner operativer Eingriff durchgeführt werden muss, kann die Heilung mehrere Wochen bis zu Monaten dauern. Wird dementsprechend eine Nagelbettentzündung früh erkannt und direkt behandelt, verringert sich die Heilungsdauer.

Falls die eitrige Nagelbettentzündung nicht von alleine wieder abklingt, kann ein Röntgen hilfreich sein, um festzustellen, wie weit die Infektion bereits vorgedrungen ist.

In gar keinem Fall sollte ein Laie versuchen, den Entzündungsherd, in dem sich der Eiter angesammelt hat, selbst aufzuschneiden, da dies nicht ungefährlich ist. Ist die Infektion so schwer, dass eine operative Behandlung notwendig wird, wird dieser Eingriff vom Arzt in örtlicher Betäubung durchgeführt, wobei die Wundhöhle desinfiziert und der Eiter anschließend nach außen abgeleitet wird. Im Anschluss an die Operation muss der Patient für einige Zeit eine Gipsschiene tragen (Nagelbettentzündung Behandlung).

Je nach Ursache ist es natürlich zusätzlich nötig, das eigentlich zugrundeliegende Problem zu behandeln. Das besteht zum Beispiel darin, vorsichtiger bei der Maniküre oder beim Umgang mit Reinigungsmitteln zu sein oder im Falle eines Diabetikers darin, den Zucker korrekt einzustellen.

Behandlung am Zeh

Eine Nagelbettentzündung am Zeh ist äußerst unangenehm und schmerzhaft und bedarf deshalb einer ausreichenden Behandlung. Wichtig ist vor der Behandlung jegliche Art von Pediküre zu unterlassen, da das Feilen und Lackieren der Nägel den Entzündungsprozess im Zweifelsfall nur noch verschlimmert. Je nach Erreger sollte die Nagelbettentzündung am Zeh mit antibakteriellen, antiviralen oder mit antimykotischen Mitteln (Mittel gegen Pilzerkrankungen) behandelt werden.

Außerdem sollte zusätzlich der Entzündungsprozess gehemmt werden. Bei einer leichten Nagelbettentzündung am Zeh reicht häufig das zweimal tägliche, entzündungshemmende Kamillenbad, welches jeweils für 20 Minuten angewandt werden sollte. Auch desinfizierende Jodbäder sind möglich. Anschließend sollte der Zeh mit einer desinfizierenden Salbe eingerieben werden. Hier empfiehlt sich eine Betaisodana-Salbe, die nach jedem Bad, nicht zu dick, auf die entzündete Stelle des Zehs eingerieben werden sollte. Wichtig ist es immer, die Behandlung mit dem jeweiligen Arzt abzusprechen um die Entzündung nicht zu verschlimmern!
Es kann nämlich sein, dass je nach Erreger, verschiedene Salben verordnet werden. Bei einer bakteriellen Infektion hilft es oft, eine Antibiotika-haltige Salbe zu verwenden, in manchen Fällen sollte das Antibiotika auch oral eingenommen werden (geschluckt werden).
Bei einer Pilzinfektion sollten antimykotische Salben verwendet werden, bei einer Virusinfektion helfen häufig Cytostatika-Salben wie Aciclovir. Es kann jedoch sein, dass die Behandlung einer Nagelbettentzündung am Zeh nur noch schwer möglich ist, da der Eiter sich nicht entfernen lässt. In diesem Fall sollte ein Arzt (niemals der Patient selber!) die Eiterblase unter örtlicher Betäubung aufstechen, den Nagel entfernen und den Eiter abfließen lassen.

Was macht man gegen wildes Fleisch?

Wildes Fleisch kann in frühen Stadien vom Betroffenen beispielsweise mit Bädern selbst behandelt werden. In desinfizierenden Bädern wird die Hornhaut etwas aufgelöst und kann sich ablösen. Damit der Heilungsprozess von wildem Fleisch gut unterstützt wird, sollten keine engen Schuhe getragen und die Nägel richtig geschnitten werden. Beispielsweise sollten Nagelecken leicht rund gefeilt werden. Gehen die Beschwerden nicht zurück, sollte dringend ein Fußpfleger (Podologe) aufgesucht werden. In schweren Fällen muss wildes Fleisch operativ entfernt werden. Ist der Nagel stark eingewachsen, kann es notwendig sein, einen Teil des Nagels mit zu entfernen.

Lesen Sie mehr zum Thema: OP bei einer NagelbettentzündungEingewachsener Zehennagel - Was hilft am Besten?

Was ist bei der Behandlung in der Schwangerschaft zu beachten?

Eine Nagelbettentzündung (Onychie) in der Schwangerschaft kann sehr lästig und unangenehm sein. Um eine Nagelbettentzündung in der Schwangerschaft adäquat zu behandeln sollte die Frau darauf achten, mindestens einmal täglich die Füße oder die Hände, je nach Symptomatik, zu waschen und zu reinigen. Wichtig ist hierbei, dass die Entzündung ausgewaschen wird und dass eventueller Eiter entfernt wird. Am besten sollte man desinfizierende Bäder nehmen um somit der Entzündung entgegenzuwirken. Hier bietet sich beispielsweise ein Jodbad oder ein Bad mit Octenisept an. Anschließend sollte der Fuß eingecremt werden. Hier bietet sich vor allem eine Betaisodona Salbe an. Diese wirkt ebenfalls desinfizierend und hilft dem Entzündungsprozess entgegenzuwirken. Wichtig ist es, verschiedene desinfizierende Mittel nicht miteinander zu mischen. Badet man die Finger beziehungsweise die Zehen in einer Lösung mit Octenisept, sollte danach keine Betaisodona Salbe auf die Haut geschmiert werden. Stattdessen sollte eine parfümfreie Creme verwendet werden. Oder man kann wahlweise in einem Bad mit Seifenlauge die Füße/Hände waschen und anschließend mit der Betaisodana-Salbe den entzündeten Bereich behandeln. Wichtig ist ebenfalls bei der Behandlung einer Nagelbettentzündung in der Schwangerschaft, dass Maniküre und Pediküre fürs Erste unterbunden werden.

Was ist bei der Behandlung einer Nagelbettentzündung beim Baby zu beachten?

Nagelbettentzündungen beim Baby sind nicht selten, beispielsweise beim Spielen verletzen sich Kinder häufig. Meist sind Nagelbettentzündungen beim Baby nicht gefährlich, da Babys jedoch noch kein ausgeprägtes Immunsystem haben und die Entzündung sich schnell im Körper ausbreiten kann, ist es besonders wichtig bei einer Entzündung beim Baby den Arzt aufzusuchen.

Die Beschwerden einer Nagelbettentzündung beim Baby sind ähnlich wie beim Erwachsenen. Die entsprechende Stelle ist gerötet und überwärmt. Aufgrund der Schmerzen schreit das Baby viel. Bildet sich Eiter, kann ein Abszess (Eiterhöhle) entstehen. In schweren Fällen, bei denen sich die Entzündung in dem ganzen Körper verteilt, kann es zu Fieber, ausgeprägter Müdigkeit und Schüttelfrost kommen.

Meist jedoch reicht die Behandlung mit antiseptischen Salben und Bädern aus. Bei schwereren Entzündung kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Selten kann auch ein operativer Eingriff, bei dem die entsprechende Stelle durch einen kleinen Schnitt eröffnet wird, notwendig sein. Um fortgeschrittene Entzündungen zu verhindern, sollte somit möglichst frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden, um eine entsprechende Behandlung zu erhalten.

Um eine Nagelbettentzündung zu verhindern, sollten dem Baby keine zu engen Schuhe angezogen werden und die Nägel richtig, das heißt nicht zu kurz und gerade, geschnitten werden.

Salben bei Nagelbettentzündung

Je nachdem, ob die Nagelbettentzündung von Viren, Bakterien oder Pilzen verursacht wurde, verwendet man als Therapie unterschiedliche Salben, um die Nagelbettentzündung zu behandeln.

Allgemein kann man sagen, das entzündungshemmende Salben eine gute Grundlage bieten um die Nagelbettentzündung erträglicher zu machen, vor allem durch Linderung der Schmerzen und Hemmung der Entzündung. Außerdem wird der natürliche Heilungsprozess des Körpers unterstützt, sodass die Nagelbettentzündung schneller und mit weniger Schmerzen verschwindet.

Da vor allem Kamillenextrakte eine entzündungshemmende Wirkung haben, kann man bei einer leichten Nagelbettentzündung versuchen, mit reiner Kamillensalbe aus der Apotheke die Nagelbettentzündung zu heilen.

Wichtig ist es, keine Salbe zu verwenden, die neben den Kamillenextrakten noch zusätzliche Duft- oder Zusatzstoffe enthält, da diese die Nagelbettentzündung nur reizen oder sogar fördern können.

Handelt es sich um eine bakteriell bedingte Nagelbettentzündung, was beim Arzt durch eine Blutbildanalyse festgestellt werden kann, so sollte der Patient zusätzlich desinfizierende Salben verwenden, wie beispielsweise Iod-haltige Salben.

Auch bei Viren und Pilzen können Iod-haltige Salben unterstützend wirken, jedoch sind sie am besten zur Behandlung bakteriell bedingter Nagelbettentzündung geeignet.

Deshalb ist es auch sehr wichtig, vor einer Behandlung immer mit dem Hausarzt zu besprechen, welche Salbe er für die richtige hält. So wird gewährleistet, dass die Behandlung individuell auf den Patienten abgestimmt und zielführend ist.

Um außerdem den Juckreiz zu mildern, der oft mit einer Nagelbettentzündung einhergeht, kann man zusätzlich Salben mit Gerbstoffen (wie beispielsweise Phenol-Methanal-Harnstoff-Polykondensat) verwenden.

Werden Nagelbettentzündungen nicht durch Bakterien sondern durch Viren verursacht, ist eine Behandlung mit einer antiviralen Salbe angebracht.

Da diese Salben die Viren nicht direkt abtöten, sondern nur ihr Wachstum hemmen, dauert es meist einige Zeit (wenige Tage) bis die Nagelbettentzündung komplett verschwunden ist.

Handelt es sich hingegen um eine Entzündung, die durch Pilze hervorgerufen wird, so muss der Patient eine Salbe enthalten, welche antimykotisch (gegen Pilze) wirksam ist. Auch hierbei wird meist lediglich das Wachstum des Pilzes gehemmt, es kann also etwas länger dauern, bis die Salbe ihre volle Wirkung zu entfaltet.

Wichtig ist es ebenfalls, dass bei einem weiteren Fortschreiten der Nagelbettentzündung trotz Salbenbehandlung erneut ein Arzt aufgesucht werden sollte. Vor allem wenn sich größere Eiterblasen entwickelt haben, sollte ein Arzt diese eröffnen. Danach kann ein Verband mit desinfizierender und antientzündlicher Salbe angelegt werden, um die Nagelbettentzündung endgültig zu heilen, und eine ausreichende Feuchtigkeit unter dem Verband zu gewährleisten.

In besonders schweren Fällen kann es sein, dass der Nagel komplett mit entfernt werden muss. In diesen Fällen wird ebenfalls ein schützender Verband angelegt, in dem eine Salbe ist, welche zum einen für ausreichend Feuchtigkeit sorgt und zum anderen antientzündlich wirkt.

Auch hier ist es sehr wichtig, dass die Eröffnung der Eiterblasen oder die Entfernung des Nagels nur von einem Arzt durchgeführt werden dürfen, da es sonst sein kann, dass man die Entzündung in tiefere Gewebeschichten verschleppt und die Entzündung auf den kompletten Zeh beziehungsweise Finger übergreift.

Wann braucht man ein Antibiotikum?

Antibiotika wirken bei Entzündungen, die durch Bakterien ausgelöst wurden, nicht aber bei Entzündungen durch Pilze oder Viren. Es können beispielsweise lokal antibakterielle Salben angewendet werden. Bei einer fortgeschrittenen Nagelbettentzündung kann die Einnahme von einem Antibiotikum sinnvoll sein. Die Einnahme des Medikamentes sollte vorab jedoch mit einem Arzt abgeklärt werden.

Welches Antibiotikum ist das Beste?

Je nach bakteriellem Erreger kann die Einnahme verschiedener Antibiotika sinnvoll sein. Meist werden Antibiotika gegen Staphylokokken, welches häufige Erreger einer Nagelbettentzündung sind, eingesetzt. Dies sind beispielsweise Vertreter der Antibiotikagruppe der Penicilline. Ein Beispiel dafür ist Oxacillin. Auch Antibiotika mit den Wirkstoffen Cefalexin oder Clindamycin werden angewendet.

Lesen Sie mehr zum Thema: Behandlung mit Antibiotikum

Hausmittel gegen eine Nagelbettentzündung

Bei einer Nagelbettentzündung sollte der Patient möglichst schnell handeln und eine adäquate Behandlung in die Wege leiten, da die Entzündung sonst fortschreiten kann und dann eine operative Entfernung des Nagels droht. Es gibt verschiedene Hausmittel, die der Behandlung einer Nagelbettentzündung dienen. Zum einen kann man bei milden Entzündungen zunächst versuchen die entzündete Stelle zweimal am Tag für 20 Minuten mit einem Kamillebad zu waschen. Statt der Kamille kann man aber auch 15 Tropfen Teebaumöl oder 2-3 EL Kochsalz in das Bad geben und darin für circa 10-15 Minuten baden.
Nach dem Bad sollte man den entzündeten Nagel eincremen. Hier kann man 1 Teelöffel Meerrettich mit 9 Teelöffeln Honig vermischen. Dieses Gemisch wird nach dem Bad auf die Haut aufgetragen um dann für 15 Minuten einzuwirken. Abends kann das betroffene Areal zusätzlich mit Nelkenöl bestrichen werden. Stattdessen kann man auch Aloe vera-Gel verwenden. In der Apotheke bekommt man auch Kompressen, die man mit schwarzer Zugsalbe beschmieren kann. Wichtig ist es, sich für eine Art von Salbe und eine Art von Bad zu entscheiden und nicht alles auf einmal durchzuprobieren. Sollte nach 3 Tagen keine Besserung auftreten oder sollten sich die Symptome verschlimmern, ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen, da sich die Entzündung sonst in umliegende Strukturen ausbreiten kann.

Homöopathie

Eine Nagelbettentzündung sollte immer ernst genommen werden und möglichst schnell und ausreichend behandelt werden. Vor allem das regelmäßige Baden der betroffenen Stelle und das anschließende Eincremen mit einer desinfizierenden Salbe (beispielsweise Betaisodana-Salbe) helfen, der Entzündung entgegenzuwirken. Hat sich bereits ein Eiterherd gebildet, der aber nicht richtig an die Oberfläche kommt um sich zu eröffnen, nutzt man in der Homöopathie Hepar sulfuris in einer Niedrigpotenz (D4 oder D6) zur Behandlung der Nagelbettentzündung. Sobald sich der Eiterherd öffnet, sollte Hepar sulfuris dann in einer höheren Potenz (D30) eingenommen werden um die Entzündung rasch abklingen zu lassen. Hatte Hepar sulfuris keine Wirkung, kann man stattdessen auch Myristica sebifera verwenden. Besteht die Entzündung schon länger oder möchte man nach einer Operation die Folgebeschwerden behandeln, bietet sich Silicea an, da dieses Mittel die Abwehrkraft der Haut erhöht.

Prophylaxe

Generell sollte man einfach darauf achten, sowohl Finger- als auch Fußnägel gut zu behandeln, was bedeutet, dass man sie regelmäßig mit Cremes oder Salben pflegen sollte, bei Belastungen für entsprechenden Schutz sorgt oder auch einfach, dass man geeignetes Schuhwerk trägt, sodass keine Druckstellen entstehen können (Nagelbettentzündung Behandlung).

Um einer Nagelbettentzündung vorzubeugen, sollte man vor allem bei der Maniküre und Pediküre sehr vorsichtig vorgehen, um den Nagel und die umgebende Haut nicht zu verletzen. Das Nagelhäutchen sollte niemals entfernt werden und auch das Benutzen von Nagellack fördert die Entstehung einer Infektion, weshalb dieser nur möglichst selten zum Einsatz kommen sollte. Weiterhin sollte die Berührung mit reizenden Putzmitteln weitestgehend vermieden werden. Falls dies nicht möglich ist, sollte man auf entsprechende Schutzkleidung wie Kunststoffhandschuhe mit Stoffinnenseite achten, die der Haut den wichtigen Feuchtigkeitsschutz bieten. Darüber hinaus besteht noch die Option, die Nägel allgemein durch kieselsäurereiche Nahrung (Kieselsäure ist unter anderem in hohen Konzentrationen in Hirse, Vollkornreis, Haferflocken oder Bananen enthalten) zu stärken.

Bei Patienten mit Wundheilungsstörungen, Diabetes oder einer geschwächten Immunabwehr ist es sinnvoll, auch kleinere Verletzungen und geringe Entzündungszeichen sehr sorgfältig zu überwachen, da bei ihnen Infektionen eine gravierendere Auswirkung haben als beim Gesunden (Nagelbettentzündung Behandlung).

Salben zur Prophylaxe

Bei Patienten, die anfällig sind für Nagelbettenentzündungen, ist es wichtig, effektiv vorzubeugen.

Dazu gehören vor allem Patienten, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) erkrankt sind, oder sonstige Blutzirkulationsschwierigkeiten haben. Für diese Patienten ist es meist neben einer gründlichen Hygiene selbstverständlich, sich die Zehen und die Finger regelmäßig mit pflegenden, rückfettenden Salben einzucremen.

In besonders schwerwiegenden Fällen können regelmäßig auch desinfizierende Salben aufgetragen werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Eine Salbe mit Cortison ist nur in den seltensten Fällen geeignet, und sollte aufgrund vielfältiger Nebenwirkungen nur dann verwendet werden, wenn alle anderen Methoden ausgeschöpft sind.

Prognose

Die Nagelbettentzündung heilt normalerweise ungefähr innerhalb einer Woche von selbst wieder ab. Sollte sie das einmal nicht tun, besteht die Gefahr, dass sie sich auf die Nagelwurzel oder auch darüber hinaus ausbreitet. Im schlimmsten Fall kann sie sich auch auf die umgebenden Weichteile wie die Sehnenscheiden ausdehnen und sogar den Knochen selbst erreichen. Dadurch kann eine bakterielle Entzündung des Knochens entstehen, eine Osteomyelitis. Bei einer lange bestehen bleibenden Entzündung kann es zu Wachstumsstörungen des betroffenen Nagels kommen, wobei der Nagelwuchs eventuell für immer verändert bleibt. Ganz selten kommt es auch dazu, dass der Nagel komplett abgestoßen wird.

Wenn die Infektion über zu lange Zeit unbehandelt (Nagelbettentzündung Behandlung) bleibt oder der Patient mit Risikofaktoren „vorbelastet“ ist, kann es zur Ausbildung einer chronischen Nagelbettentzündung kommen, die allerdings weniger schmerzhaft ist.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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