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OP bei einer Nagelbettentzündung

Die Behandlung durch eine OP

Normalerweise wird eine Nagelbettentzündung, die im medizinischen Fachjargon auch als Paronychie bezeichnet wird, konservativ, das heißt mit Fingerbädern, Antibiose und einer Ruhigstellung des entsprechenden Fingers therapiert.

Bei einem komplizierten Verlauf einer Nagelbettentzündung können zur Entlastung auch operative Maßnahmen notwendig werden. Dabei wird der Eiterherd am punctum maximum (Stelle, an der etwas am stärksten ist) unter örtlicher Betäubung eröffnet, so dass sich der Eiter (Pus) entleeren kann. In leichten Fällen erfolgt eine Schnitt in der Umschlagfalte. Mit Hilfe einer Pinzette kann der Schnitt gespreizt werden, so dass der Eiter abfließen kann. Hiervon kann ein bakteriologischer Abstrich gewonnen werden, so dass in einem mikrobiologischen Labor eine Bestimmung des verursachenden Keims möglich ist.

Befindet sich der Eiter jedoch unterhalb des Nagels, so muss dieser teilweise entfernt werden, da nur so der komplette Abfluss des Eiters gewährleistet ist. Die Teilresektion des betroffenen Nagels erfolgt mit Hilfe einer sogenannten Emmert-Plastik, bei der eine Nagelkeilresektion erfolgt. Unter örtlicher Betäubung wird ein keilförmiges Stück des Zehen- oder Fingernagels einschließlich der anliegenden Nagelmatrix (Nagelfalz, Nagelwall).

Ist ein eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus) für die Nagelbettentzündung verantwortlich, so kann der operierende Arzt den entsprechenden Nagel durch die Emmert-Plastik auch verkleinern. Nach entsprechender Blutstillung wird die Wunde nicht vernäht. Sie heilt anschließend ohne weitere Vorkehrungen unter einem sterilen Verband.

Im Rahmen des operativen Eingriffes können bei Bedarf auch Laschen in die Wunde gelegt werden, so dass der Abfluss des Eiter auch weiterhin gewährleistet ist. Die Laschen können meist nach wenigen Tagen entfernt werden, vorausgesetzt die Eiterbildung ist zum Stillstand gekommen. Nach Abschluss der chirurgischen Maßnahmen wird ein desinfizierender Salbenverband angelegt. In den folgenden Tagen ist ein täglicher Verbandswechsel in der behandelnden Arztpraxis indiziert, welcher auch Fingerbäder mit desinfizierenden Lösungen beinhalten sollte.

Darüber hinaus sollte der betroffene Finger im Anschluss mit Hilfe einer Lagerungsschiene ruhiggestellt werden. Auch eine antibiotische Therapie ist indiziert, da eine Nagelbettentzündung vor allem von Bakterien wie Staphylokokken verursacht wird. Nach einigen Tagen liegt meist das Ergebnis des bakteriologischen Abstrichs vor, so dass bei Bedarf die antibiotische Therapie angepasst werden kann.

Von enormer Bedeutung ist, dass man als Laie selbst den Eiterherd nicht eröffnet oder auch nicht daran manipuliert, da man sonst eine gefährliche Keimverschleppung provozieren kann. Bleibt eine entsprechende Therapie einer Nagelbettentzündung aus, so kann sich die Infektion weiter ausbreiten und das Nagelbett zerstören oder auch zu einem sogenannten Panaritium führen. Dabei handelt es sich um eine Infektion eines Fingers mit Einschmelzen von Gewebe.

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Indikationen einer OP

Meist können Nagelbettentzündungen gut konservativ mittels Salben oder antiseptischer Bäder behandelt werden. Ist eine Nagelbettentzündung schon weiter fortgeschritten oder es zu Fieber und Schüttelfrost kommt, können Antibiotika eingesetzt werden.

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Bessert sich die Entzündung nicht oder verschlimmert sie sich sogar, sollte operiert werden. Außerdem sollte bei eitrigen Nagelbettentzündungen eine operative Therapie in Erwägung gezogen werden. Ist die Ursache einer Nagelbettentzündung ein eingewachsener Nagel, kann es ebenfalls sinnvoll sein, diesen operativ zu entfernen. Vor der Operation wird meist eine Röntgenaufnahme durchgeführt, um abzuklären, ob der Knochen von der Entzündung mitbetroffen ist.

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Dauer einer OP

Die Dauer der Operation einer Nagelbettentzündung kann je nach Ausmaß der Entzündung variieren. Je nachdem, wo sich die Entzündung befindet, kann ein kleiner seitlicher Schnitt genügen oder es muss ein Teil des Nagels mitentfernt werden. Falls Sehnen oder Knochen mitbetroffen sind, kann die Operation deutlich länger dauern. Meist jedoch stellt die Operation nur einen kleinen Eingriff dar und dauert daher nur etwa eine viertel bis halbe Stunde. Da sie unter örtlicher Betäubung und nicht unter Vollnarkose durchgeführt wird, ist der Patient während der Operation und am Ende direkt wach.

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Risiken einer OP

Die Risiken der Operation einer Nagelbettentzündung sind gering bzw. selten. Während der Operation kann es zur Verletzung von Nerven oder Gefäßen kommen. Ist eine Entzündung sehr ausgedehnt, besteht die Möglichkeit, dass das entzündete Gewebe nicht vollständig entfernt werden kann und eine erneute Entzündung nach dem Eingriff auftritt. Es kann in seltenen Fällen zudem zu einer allergischen Reaktion auf das Betäubungsmittel kommen. Meist jedoch verläuft eine solche Operation ohne Komplikationen.

Welche Narkose brauche ich?

Die Operation einer Nagelbettentzündung wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Eine Vollnarkose ist bei diesem Eingriff nicht notwendig. Somit ist der Patient während der Operation wach, hat jedoch keine Schmerzen. Es kann ein Beruhigungsmittel vor dem Eingriff gegeben werden, falls dies erwünscht ist.

Wie stark sind die Schmerzen?

Eine Nagelbettentzündung kann ohne Behandlung sehr schmerzhaft sein. Da die Operation unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird, sollte man während des Eingriffes keinerlei Schmerzen verspüren. Lediglich der Einstich der Betäubungsnadel zu Beginn der Operation kann einen kleinen schmerzhaften Stich sowie ein Brennen verursachen. Lässt die Betäubung nach dem Eingriff nach, kann die Stelle wieder schmerzen. In diesem Fall kann jedoch ein Schmerzmittel verordnet werden, durch welches die Beschwerden gelindert werden.

Wie verläuft die Heilung?

Nach einer Operation muss die entsprechende Stelle ruhiggestellt werden, beispielsweise mit Hilfe einer Gipsschiene. Je nach Ausmaß der Entzündung und dementsprechend des Eingriffes sollte die Hand oder der Fuß eine bis mehrere Wochen nicht belastet werden bis die Wunde verheilt ist.

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Nach sehr großen Eingriffen kann die Heilung Monate betragen. Somit ist es zu empfehlen, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen, um einer Verschlimmerung der Entzündung vorzubeugen. Zudem sollte das Tragen von engen Schuhen nach einer Operation vermieden werden. Wurde während der Operation ein Teil des Nagels entfernt, wächst dieser meist innerhalb von drei Monaten von selbst wieder nach.

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Nachbehandlung nach einer OP

Nach der Operation einer Nagelbettentzündung wird das entsprechende Gebiet mit einem desinfizierenden Salbenverband abgedeckt. Je nach Ausmaß des Eingriffes kann die Heilung eine Woche bis Monate dauern. Meist jedoch verheilt die Stelle innerhalb mehrerer Tage. Während dieser Genesungszeit sollte die Stelle ruhig gestellt werden. Dies kann mittels einer Gipsschiene unterstützt werden. Nach dem Eingriff kann von dem Arzt Schmerzmittel verschieben werden, um auftretende Schmerzen zu lindern.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Nagelbettentzündung OP finden Sie unter:

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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