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Therapie eines Nasenbeinbruchs

Behandlung der Nasenbeinfraktur

Primär ist es bei der Therapie der Nasenbeinbruch natürlich am wichtigsten, die äußeren Wunden der Nase und ihrer Umgebung zu versorgen. Sollte das Nasenbluten nicht von alleine wieder zum Stillstand kommen, ist es nötig, dem Patienten eine Nasentamponade einzusetzen, wodurch eine Blutstillung erreicht werden soll.

Bei nicht verschobenen Nasenbeinbrüchen ist in der Regel keine Therapie notwendig, da die einzelnen Teile des Nasenbeins auch ohne Behandlung wieder korrekt zusammenwachsen.
Wenn ein oder mehrere Knochenbruchstücke allerdings verschoben wurden, müssen diese unbedingt reponiert werden, damit keine Behinderung der Nasenatmung bestehen bleibt und eine dauerhafte Formveränderung der Nase verhindert werden kann. Aus diesem Grund sollte die Therapie durch Reposition auch innerhalb von 8 bis 10 Tagen erfolgen, da es sonst schon sein kann, dass Knochen in einer falschen Position fest zusammengewachsen sind.

Zu den Formfehlern, die aufgrund einer nicht rechtzeitigen Reposition zurückbleiben können, zählen unter anderem die sogenannte Sattelnase (bei der sich auf dem Nasenrücken eine Eindellung befindet) und die Schiefnase. Die Therapie erfolgt entweder in Lokalanästhesie oder einer Allgemeinanästhesie in Form von einer Intubationsnarkose.
Hierbei werden die Knochenelemente mit Hilfe eines Elevatoriums (ein Hebeinstrument) vom Naseninnenraum aus angehoben und wieder zurück in ihre korrekte Position gebracht. Danach wird die Nase meistens durch eine Gipsschiene, manchmal auch durch eine Metallschiene fixiert, um ein komplikationsloses Abheilen zu sichern.
In manchen Fällen kommt auch nach dem Eingriff noch eine Nasentamponade zum Einsatz, um Nachblutungen direkt abfangen zu können (Nasenbeinbruch).

Wenn ein Septumhämatom oder eine ausgeprägte Septumfraktur mit einer Verschiebung vorliegt, muss in jedem Fall eine operative Therapie stattfinden, da besonders Verbiegungen der Nasenscheidewand relativ gravierende Folgeschäden nach sich ziehen können.
Der entsprechende Eingriff nennt sich Septumplastik und zeichnet sich dadurch aus, dass die Knorpelstrukturen in der Nasenscheidewand vorsichtig begradigt werden. Nach erfolgter Operation muss die Nase von innen geschient werden, was im Regelfall mit Hilfe von zwei Kunststoffplättchen, die „Splints“ genannt werden, geschieht, die von beiden Seiten an das Nasenseptum angenäht werden, um es zu stabilisieren.

Diese müssen ungefähr 5 bis 7 Tage in der Nase bleiben und werden dann vom Arzt wieder entfernt (Nasenbeinbruch).

Nasenbeinbruch bei Kindern

Bei Kindern umfasst die Therapie bei Vorliegen eines Nasenbeinbruchs im Grunde die gleichen Schritte wie beim Erwachsenen. Um zu diagnostizieren ob tatsächlich ein Nasenbeinbruch vorliegt, können verschiedene klinische Tests durchgeführt werden. Eine gebrochene Nase lässt sich in der Regel durch Druck mit den Fingern stark bewegen. Darüber hinaus klagen betroffene Kinder über starke Schmerzen. Zudem verdeutlicht sich ein Nasenbeinbruch gerade bei Kindern durch zum Teil starke Blutungen aus der Nase.

Nach Durchführung eines Gesprächs zwischen behandelndem Arzt und den Eltern und anschließender klinischer Untersuchung werden in der Regel Röntgenaufnahmen in verschiedenen Ebenen durchgeführt. Darüber hinaus sollte dringend eine augenärztliche Untersuchung durchgeführt werden. Bei Nasenbeinbrüchen ist es keine Seltenheit, dass die Wände der Augenhöhle zusätzlich gebrochen sind. Zudem besteht die Gefahr der Verletzung des Auges. Auf die Durchführung einer Computertomographie (kurz: CT) wird bei Kindern auf Grund der hohen Strahlenbelastung zu meist verzichtet.

Die eigentliche Therapie des Nasenbeinbruchs bei Kindern gliedert sich in konservative und chirurgische Maßnahmen. Unmittelbar nach dem Unfall müssen in der Regel zuerst die starken Blutungen aus der Nase gestillt werden. Gerade bei Kindern kann das Nasenbluten ein enormes Ausmaß annehmen und muss deshalb möglichst zügig gestillt werden. Hierfür eignen sich vor allem kalte Auflagen, die im Nacken und auf der Stirn angelegt werden. Das Kind sollte während der Blutstillung möglichst aufrecht sitzen und den Kopf leicht nach hinten neigen. Bei starken Blutungen können zusätzlich Tamponaden in die Nasenlöcher eingeführt werden.

Bei Vorliegen eines Nasenbeinbruches mit nicht oder nur minimal verschobenen Bruchstücken ist auch bei Kindern keine operative Intervention notwendig. Diese Art des Nasenbeinbruchs wird in der Regel durch das Anlegen eines Stützverbandes therapiert. Bei instabilen und/oder stark verschobenen Nasenbeinbrüchen muss die Therapie jedoch durch chirurgische Reposition erfolgen. Ziel der Operation ist es auch bei Kindern die Lage des Nasenbeins zu normalisieren und im Anschluss stabil zu halten. Eine chirurgische Nasenbeinkorrektur sollte bei Kindern innerhalb eines Tages nach dem Unfall erfolgen. Die operative Therapie des Nasenbeinbruchs bei Kindern kann theoretisch unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Bei kleinen Kindern wird im klinischen Alltag jedoch in der Regel auf eine Vollnarkose zurückgegriffen.

Während der Operation versucht der behandelnde Arzt die Knochenstücke, ausgehend vom Naseninneren, derart zu Positionieren, dass eine natürliche Nasenform entsteht. In vielen Fällen ist es allerdings notwendig einen kleinen Schnitt auf der Innenseite der Nase durchzuführen. Auf diese Weise können vor allem Trümmerbrüche (es liegen viele kleine Knochenstücke vor) ideal repositioniert werden. Ein Nasenbeinbruch bei Kindern mit zusätzlicher Beteiligung der Nasenscheidewand müssen außerdem zwei fixierende Kunststoff-Folien eingebracht werden.

Während des operativen Eingriffs können zusätzlich Blutergüsse entfernt werden. Auf diese Weise kann das Risiko der Entstehung von Gewebsnekrosen (Gewebe stirbt ab) und Entzündungen des Knorpels gesenkt werden. Direkt im Anschluss an die Operation des Nasenbeinbruchs bei Kindern muss ein Gipsverband oder eine Schiene angelegt werden. Um starke Blutungen zu vermeiden, kann zusätzlich eine Nasentamponade in die Nasenlöcher eingeführt werden. In Fällen bei denen die die Nase umgebenden Strukturen verletzt sind, müssen in der Regel zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

Nach chirurgischer Therapie des Nasenbeinbruchs bei Kindern kann es vor allem in den ersten Tagen zu starken Schwellungen und/oder Blutungen kommen. Bei vermehrtem Nasenbluten sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Schwellungen können durch umsichtiges Kühlen gut in den Griff bekommen werden. Zudem können zeitweise Gefühlseinschränkungen im Bereich der Nase auftreten. Diese verschwinden in den meisten Fällen jedoch bereits nach wenigen Wochen wieder. Sollten Kinder nach Durchführung einer konservativen oder chirurgischen Nasenbeinbruch Therapie über Schmerzen klagen, so können leichte Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen angeboten werden. Je nach Notwendigkeit können diese Präparate, angepasst an das Gewicht der Kinder, alle fünf bis sechs Stunden eingenommen werden. Auf die Einnahme von Aspirin sollte bei Kindern generell und vor allem nach einer Operation dringend verzichtet werden.

Darüber hinaus sollte nach der chirurgischen Nasenbeinbruch Therapie auch bei Kindern darauf geachtet werden, dass die Nase in der ersten Woche nicht geschnäuzt wird. Auch beim Niesen sollten die Kinder den Mund weit öffnen. Eine Erhöhung des Drucks im Naseninneren kann das Behandlungsergebnis negativ beeinflussen und/oder zu Nachblutungen führen. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass auch von außen kein Druck auf die gerade gerichtete Nase einwirkt. Betroffene Kinder müssen also gerade beim Spielen darauf achten keinen Stoß auf die Nase zu bekommen.

Das Ergebnis des Repositionierungsversuchs lässt sich erst Wochen bis Monate nach dem Nasenbeinbruch bei Kindern beurteilen. Dies ist drin zu begründen, dass Schwellungen im Bereich der Nase sehr lange verweilen können bis es zu einer vollständigen Rückbildung kommt. Zusätzlich muss beachtet werden, dass sich dieses Ergebnis auf Grund der Tatsache, dass sich Kinder noch im Wachstum befinden, über die Jahre verändert. Falls notwendig, kann nach einigen Jahren eine Korrekturoperation notwendig werden.

Therapie mit einer Maske

Die Gesichtsmasken beim Nasenbeinbruch können eingesetzt werden, damit nach der Behandlung der Bruch und die Wunde gut verheilen und vor weiteren Irritationen geschützt sind. Normalerweise werden die Masken von Profisportlern nach einem Nasenbeinbruch genutzt.

Die Masken werden in orthopädischen Fachhandlungen angefertigt.

Um solche Masken zu fertigen, muss ein/e Orthopäde/in zunächst einen Abdruck der Nasen- und Wangenstellen machen. Der Abdruck wird aus Gips gemacht und insbesondere die Nasenpartie ist dabei am entscheidendsten. Zum Augenschutz wird in der Regel eine Folie über die Augen gelegt. Danach werden Gipsplättchen vorsichtig an das Gesicht aufgelegt und angedrückt. Um die Sauerstoffzufuhr des Patienten zu gewährleisten wird meist ein kleines Loch in Mundhöhe geschlitzt. Wenn der Gips nun hart geworden ist, muss man in Kleinarbeit die Maske anpassen und formen. Mit verschiedenen Instrumenten wird die Makse geraspelt und Konturen und Kanten geglättet. Stellen die besonderen Schutz benötigen erhalten eine zusätzliche Gipsschicht. Die Masken sind meist aus Kunststoff oder Carbon gefertigt. Bei Basketballsportlern nimmt man meist dann durchsichtigen Kunststoff, bei Handballern und Fußballern dagegen lieber Carbon. Das Carbon sorgt für etwas besseren Schutz bei einem Kopfaufprall, was insbesondere bei diesen Sportarten wichtig ist.

Nun beginnt der nächste Arbeitsschritt, welcher sich „Tiefziehen“ nennt. Dabei werden als erstes Löcher in Augenregion gebohrt. Daraufhin wird die Maske mit Silikonfett bestrichen. Eine Platte aus verformbarem Kunststoffs wird auf ca. 150 Grad erhitzt. Wenn die Platte diese Temperatur erreicht hat, muss die Kunststoffplatte über das Gipsmodell gelegt werden, damit sie dessen Form annehmen kann. Zudem gibt es einen Vakuumsauger, welcher durch die Bohrlöcher eingebracht wird und die Kunststoffplatte über das Gipsmodell zieht.

In einem letzten Schritt muss die Maske nur noch ausgeschnitten werden und die Maske wird vom Patienten zu guter Letzt anprobiert. Die Anfertigung einer Maske dauert mindestens acht Stunden und beinhaltet fünf Arbeitsschritte.

Solche maßgefertigten Masken sind jedoch meist sehr teuer und werden auch nicht von den Krankenkassen übernommen. Normalerweise werden sie von Profisportlern getragen und gezahlt.

Daneben gibt es aber auch in speziellen Sanitätshäusern Gesichtsmasken für ungefähr 70 Euro, welche jedoch nur in Standardgrößen existieren und nicht maßgefertigt auf das jeweilige Gesicht sind.

Der Gebrauch einer Gesichtsmaske bei Nasenbruch ist für Nichtsportler in der Regel nicht notwendig. Bei Sportlern wird die Maske nur getragen, damit man die vollständige Abheilung des Bruches und der Wunde nicht abwarten muss, sondern dem Sport weiter nachgehen kann und trotzdem vor erneuten Brüchen und Verletzung geschützt bleibt.

Kosten der Therapie bei Nasenbeinbruch

Die Kosten der Therapie bei Vorliegen eines Nasenbeinbruchs werden in der Regel sowohl von den gesetzlichen, als auch von den privaten Krankenkassen vollständig getragen. Falls auch nach den standardmäßig durchgeführten Maßnahmen zur Therapie des Nasenbeinbruchs das ursprünglich ästhetische Gesichtsbild nicht wieder hergestellt werden konnte, übernehmen einige Krankenkassen aus Kulanz eine zusätzliche kosmetische Operation. Dies ist aber nicht der Regelfall und es besteht keine Verpflichtung der Kassen die anfallenden Kosten zu übernehmen.

Falls die Ursache des Nasenbeinbruchs in die Versorgungsbereiche einer regulären Unfallversicherung fällt, so ist diese dazu verpflichtet, die entstehenden Kosten zu tragen. Ein Nasenbeinbruch, der im Rahmen einer Schlägerei entsteht, wird von dieser Regelung in den meisten Fällen jedoch ausgeschlossen.

Bei unverschuldetem Nasenbeinbruch durch Schlägerei kann gerichtlich die Zahlung eines Schmerzensgeldes eingeklagt werden. Die Übernahme der Behandlungskosten durch den Täter wird meist auch vor Gericht nicht durchgesetzt. Zumindest die gewöhnlichen Behandlungskosten werden in diesen Fällen jedoch von den gestzlichen oder privaten Krankenversicherungen getragen. Eine anschließende ästhetische Operation muss vom Betroffenen jedoch meistens selbst gezahlt werden.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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