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Pannus am Auge

Einleitung

Bei einem Pannus handelt es sich um das vermehrte Auftreten von Bindegewebe, welches stark mit Gefäßen durchwachsen ist. Beim Pannus am Auge überwächst dieses zusätzliche Gewebe die Hornhaut und führt zu einer Hornhauttrübung. Je nach Stadium der Erkrankung reicht entweder eine Antibiotikatherapie aus oder im schlimmsten Fall muss eine Hornhauttransplantation durchgeführt werden.

Definition

Bei einem Pannus handelt es sich um eine übermäßige Bindegewebsentstehung, die durch eine überschüssige Reaktion des Körpers auf Entzündungen hervorgerufen wird. Dieses Bindegewebe ist stark mit Gefäßen durchzogen und kann entweder am Auge durch beispielsweise Bindehautentzündungen entstehen oder an Gelenken im Rahmen von Gelenksentzündungen. Der Pannus am Auge ist gekennzeichnet durch eine bindegewebige Gewebeschicht, die in die normalerweise gefäßlose Hornhaut wächst.

Ursachen

Ein Pannus des Auges kann durch eine langwierige Bindehautentzündung (Konjunktivitis) entstehen. Die Entzündung ruft Abwehrmechanismen des Körpers hervor, welche sich darin äußern können, dass vermehrt Bindegewebe mit Blutgefäßen ausgebildet werden, um einen Gewebedefekt an der Bindehaut zu reparieren. Wenn diese Gewebsvermehrung überschießend verläuft, kommt es zum Pannus am Auge, welches in die Hornhaut einwächst.

Auch ein sogenanntes Trachom kann eine mögliche Ursache für ein Pannus darstellen. Ein Trachom ist eine Entzündung des Auges, die durch Bakterien der Gruppe der Chlamydien hervorgerufen wird. Es verläuft zunächst ähnlich einer schweren Bindehautentzündung, die einen chronischen Verlauf hat. Es kommt zunehmend zur Narbenbildung der Bindehaut und zur Trübung der Hornhaut. Je nach Schweregrad kann ein Trachom im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.
Das Auftreten eines Trachoms ist heutzutage sehr selten und meist nur noch in den Entwicklungsländern aufgrund der mangelnden Hygiene zu finden. In den meisten Fällen kommt es im frühen Kindesalter zu dieser Erkrankung.

Symptome

Bei einem Pannus des Auges ist das Hauptsymptom eine Trübung der Hornhaut. Diese ist durch das einwachsende Bindegewebe und die Blutgefäße über die Hornhaut zu erklären. Zunächst aber kommt es als Frühsymptom zu einem Fremdkörpergefühl am Auge.

Der Pannus beim Trachom geht mit den Symptomen einer Bindehautentzündung, also einer stark geröteten Bindehaut, und einem Fremdkörpergefühl im Auge einher. Nach und nach kommt es zum Einwachsen von Blutgefäßen aus der Bindehaut in die Hornhaut. Die Hornhaut wirkt dadurch trüb. Außerdem besteht eine Vernarbung der Bindehaut.

Durch eine Hornhauttrübung ist das Sehvermögen beeinträchtigt und es kommt zum Sehen "wie durch einen Schleier" hindurch. Eine komplette Vertrübung, unter anderem auch durch Hornhautnarben, führt zur Erblindung.

Mehr Informationen zu diesem Thema können Sie hier nachlesen: Hornhauttrübung

Diagnose

Die Diagnose eines Pannus des Auges kann aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes der Erkrankung gestellt werden. Der Arzt erkennt die Wucherungen und die Blutgefäße in der Hornhaut, die mit einer Trübung einhergehen.
Mit einer Spaltlampenuntersuchung kann die Hornhauttrübung begutachtet werden.

Die Diagnose eines, in Industrieländern fast nicht mehr vorkommendem, Trachoms kann durch einen Abstrich der Bindehaut und der Hornhaut erfolgen, wobei dann die Chlamydien-Bakterien identifiziert werden.

Therapie

Je nachdem, in welchem Stadium der Grunderkrankung der Patient sich befindet, reicht eine Antibiotikatherapie (bei Chlamydien-Infektionen) aus oder es muss zusätzlich eine Operation durchgeführt werden. Bei diesem Eingriff wird das Narbengewebe entfernt und die eventuelle Fehlstellung des Augenlids, die durch die Wucherung besteht, korrigiert.
Bei besonders weit fortgeschrittener Krankheit, also wenn die Hornhaut bereits sehr stark vernarbt ist und dadurch das Sehen eingeschränkt ist, kann eine sogenannte Keratoplastik (Hornhauttransplantation) durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um einen Ersatz der Hornhaut, durch die das Sehen wieder verbessert wird.

Mehr Informationen zu diesem Thema können Sie hier nachlesen: Hornhauttransplantation

Weitere Informationen

Qualitätssicherung durch: Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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