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Die Schmerzen beim Atmen im Rücken

Einleitung

Durch Atmen verursachte Schmerzen sind sehr beunruhigend. Da das Einatmen aktiv durch Muskelarbeit geschieht, während das Ausatmen überwiegend durch das Entspannen der Atemmuskulatur erfolgt, treten Atemschmerzen verstärkt beim Einatmen auf. Durch Husten, Niesen oder Lachen werden die Schmerzen stärker.

Atemabhängige Schmerzen können auch im Rücken auftreten oder in den Rücken ausstrahlen. Häufig ist die Ursache unbedenklich. Verspannungen und Blockaden sind häufige Ursachen.

Die Ursachen

Die Ursachen für atemabhängige Schmerzen im Rücken sind sehr unterschiedlich. Häufig ist die Ursache ungefährlich. Es liegen Verspannungen, Blockaden oder Intercostalneuralgien (eine Form von Nervenschmerz) vor. Diese Schmerzen sind zudem auch bewegungsabhängig. Die Schmerzen werden durch verstärktes Einatmen, Niesen und Lachen stärker. In manchen Fällen kann sich auch eine Fraktur eines Wirbelkörpers auf diese Weise bemerkbar machen. Im hohen Alter kann es auch ohne eine größere Gewalteinwirkung zu Wirbelkörperfrakturen kommen.

Eine weitere ungefährliche Ursache ist eine Überbeanspruchung des Brustkorbs im Rahmen von Infektionskrankheiten, die mit viel Husten einhergehen. Auch eine Rippenfellentzündung – eine Entzündung der Bindegwebshäute, die die Lunge umgeben - kann zu atemabhängigen Schmerzen im Rücken führen.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Schmerzen beim Atmen.

Die Rippenblockade

Unter einer Rippenblockade versteht man die Einschränkung der Beweglichkeit eines Rippengelenks. Durch die eingeschränkte Beweglichkeit können Schmerzen beim Niesen, Lachen etc. entstehen.

Zwar sind Blockaden nicht schlimm, schränken die Betroffenen jedoch stark in ihrer Lebensqualität ein. Ursache für Rippenblockaden sind Fehlhaltungen. In der Regel deblockiert sich die Blockade von selbst wieder.

Wie kann man eine Rippenblockade lösen? Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema.

Die Intercostalneuralgie

Bei einer Intercostalneuralgie spricht man umgangssprachlich auch von einem eingeklemmten Nerv. Die Schmerzen werden durch tiefes Einatmen stärker. Des Weiteren sind sie bewegungsabhängig. Die Schmerzen bei einer Intercostalneuralgie gehen von Nerven aus. Daher fühlen sie sich im Gegensatz zu von Muskeln ausgehenden Schmerzen brennend, stechend oder kribbelnd an. Die Schmerzen sind in der Regel einseitig.

Eine Intercostalneuralgie kann von Missempfindungen begleitet sein und durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden. Die Gürtelrose ist ein häufiger Auslöser.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Intercostalneuralgie.

Der Herzinfarkt

Bei einem Herzinfarkt kommt es zur Unterversorgung der Herzmuskulatur mit Sauerstoff. Klassischerweise kommt es bei einem Herzinfarkt zu Schmerzen in der Brustregion, die in den linken Arm ziehen. Bei Frauen sind die Schmerzen des Öfteren auch im Oberbauch lokalisiert. Die Schmerzen können vom Arm aus auch in den Rücken ausstrahlen.

Zwar besteht bei einem Herzinfarkt häufig auch Atemnot, jedoch werden die Schmerzen an sich nicht unbedingt durch die Atmung beeinflusst. Falls der Verdacht eines Herzinfarktes besteht, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Die Symptome eines Herzinfarktes? Hier erfahren Sie mehr.

Die Lungenembolie

Eine Lungenembolie ist eine sehr ernste Erkrankung. Es kommt zum Verschluss einer Lungenarterie. Neben einer Atemnot treten atemabhängige Schmerzen auf. Diese müssen allerdings nicht unbedingt im Rücken lokalisiert sein. Wenn Hauptäste der Blutversorgung verschlossen sind, kann es zum Kreislaufstillstand kommen. Die Betroffenen müssen dann reanimiert werden und schnellstmöglich in ein Krankenhaus.

Weitere Informationen zum Thema Lungenembolie finden Sie hier.

Weitere begleitende Symptome

Die begleitenden Symptome sind wichtig, um die vielen möglichen unterschiedlichen Ursachen voneinander zu unterscheiden.

Bei zugrunde liegender Infektionskrankheit leiden die Patienten neben den Atembeschwerden unter einer allgemeinen Abgeschlagenheit, Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen und Husten. Bei atemabhängigen Schmerzen, die durch Probleme an den Rippen entstehen, werden die Schmerzen durch eine tiefe Atmung, Husten und Niesen stärker.

Bei muskulären Problemen, Blockaden, Wirbelkörperbrüche oder einer Intercostalneuralgie treten wenige Begleitsymptome auf. In der Regel ist die Beweglichkeit der Wirbelsäule aufgrund der Schmerzen eingeschränkt. Bei einer Lungenembolie treten zusätzlich Kurzatmigkeit, Husten, Fieber und unter Umständen eine Blaufärbung der Lippen auf. Ein Herzinfarkt wird in der Regel neben den Schmerzen von Atemnot begleitet. Des Weiteren kommt es zu Todesangst, Schwitzen und Unruhe

Das Sodbrennen

Sodbrennen verursacht typischerweise ein Brennen hinter dem Brustbein. In stark ausgeprägten Fällen können die Schmerzen auch weiter ausstrahlen – in den Rücken. Die Rückenschmerzen sind bei Sodbrennen jedoch nicht atemabhängig, sondern treten verbunden mit den anderen klassischen Beschwerden eines Sodbrennens auf. Die Beschwerden bestehen vor allem nach dem Essen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Das Sodbrennen.

Die Diagnose

Bei einem Arzt erfolgt eine körperliche Untersuchung, in welcher zum einen die Lunge auskultiert wird, um die Atmung zu überprüfen. Des Weiteren wird die Wirbelsäule auf Beweglichkeit und Schmerzen untersucht, um mögliche Fehlstellungen, Blockaden oder Brüche zu erkennen. In vielen Fällen ist ein ausführliche Beschwerdeschilderung an den Arzt und eine körperliche Untersuchung ausreichend, um die Ursache für die Schmerzen beim Atmen im Rücken identifizieren zu können.

Falls der Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung, wie eine Lungenembolie oder ein Herzinfarkt vorliegen, müssen weitere Untersuchungen, wie eine Blutuntersuchung oder ein EKG durchgeführt werden. Wenn sich der Verdacht nicht ausschließen lässt, muss ein Krankenhaus für die weitere Abklärung und Behandlung aufgesucht werden.

Die Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache für die Rückenschmerzen.

Eine Intercostalneuralgie lässt sich durch Wärmanwendungen lindern. Außerdem sollte man sich in entspannter Haltung ausruhen. Falls das nicht ausreicht kann auch manuelle Therapie angewendet werden. Manuelle Therapie kann auch bei einer Rippenblockade angewendet werden. Außerdem sollte man sich bei einer Blockade weiterhin bewegen - dies natürlich aber nicht übertreiben. Um Blockaden, Fehlhaltungen und schmerzhafte Verspannungen vorzubeugen, sollte man auf ausreichend Bewegung und die richtige Körperhaltung im Alltag achten.

Bei einem Herzinfarkt oder einer Lungenembolie muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden. Bei einer Lungenembolie wird Sauerstoff, Schmerzmittel und ein Medikament zur Blutverdünnung verabreicht. Bei einer schlimmen Lungenembolie kann es zu einem Kreislaufstillstand kommen und eine Reanimation muss durchgeführt werden.

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Die Prognose

Insgesamt ist die Prognose ziemlich gut. Die Dauer und die Prognose der Schmerzen sind abhängig von der Ursache.

Bei Verspannungen, Blockaden und Intercostalneuralgien vergehen die Beschwerden normalerweise über einen Zeitraum von wenigen Tage. Bei Schmerzen aufgrund einer Rippenfellentzündung oder einer Überbeanspruchung durch Husten bei einem Infekt, dauert es bis die Infektion abgeklungen ist. In dieser Zeit sollte man sich schonen.

Ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie sind schwerwiegende Erkrankungen, die einer sofortigen Therapie bedürfen, da sie sonst auch tödlich verlaufen können. Je nach Ausmaß und Therapieansprechen kann die Prognose sehr gut sein.

Weiterführende Information

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.05.2019
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