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Streptokokkensepsis

Sepsis ist der Fachbegriff für eine Blutvergiftung. Bei diesem Krankheitsbild ist der Körper mit Bakterien, seltener auch mit Viren oder Pilzen infiziert.
Im Falle der Steptokokkensepsis wird die Blutvergiftung durch die Streptokokkenbakterien ausgelöst.

Bei der Infektion ist der Körper nicht in der Lage, eine ausreichende Immunantwort zu starten, er kann sich also nicht genügend gegen die Bakterien wehren.
Stattdessen beginnen die Streptokokken mehrere Organe zu besiedeln, sodass es im ganzen Körper zu Entzündungsreaktionen gegen diese Bakterien kommt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Blutvergiftung

Ursachen einer Streptokokkensepsis

Die Ursachen de Streptokokkensepsis sind sehr vielfältig, ihnen liegt jedoch immer das gleiche Prinzip zugrunde:

  • Die Streptokokken befallen ein Organ, dort kann der Körper sich nicht ausreichend wehren.
  • Anschließend kommt es zu einer Ausbreitung der Streptokokken und zur generalisierten Entzündung.

Der Ausgangsort für eine solche Sepsis kann in der Lunge (Pneumonie), am Herzen (Endokarditis), der Harnblase (Urozystitis) und vielen anderen Organen liegen.
Eine Sepsis bekommen daraufhin vor allem Personen, deren Immunsystem geschwächt ist.
Also beispielsweise kleine Kinder oder alte Menschen, aber auch wer Immunsuppressiva (Medikamente, die das Immunsystem hemmen) einnimmt oder an einer Immunkrankheit wie HIV leidet, ist gefährdet.

Lesen Sie mehr zum Thema unter:

Diagnose

Die Diagnostik bei eine Streptokokkensepsis besteht aus drei Teilen.

  1. Zunächst müssen die Bakterien nachgewiesen werden. Diese können meist aus einer Blutprobe gewonnen werden.
  2. Im zweiten Schritt wird der sogenannte Infektfokus gesucht. Dabei versucht man den Ursprungsort der Infektion zu finden, um die Quelle der Erreger behandeln zu können.
  3. Die dritte Komponente besteht aus der Beurteilung der Funktion aller Organe. So kann man feststellen, wie weit sich die Sepsis bereits ausgebildet hat und anhand dessen die Schwere der Erkrankung sowie die notwendige Therapie festlegen.

An diesen Symptomen erkenne ich eine Streptokokkensepsis

Die Streptokokkensepsis lässt sich charakteristischerweise nicht an einem einzelnen sogenannten Leitsymptom festmachen.
Vielmehr macht gerade die Fülle vieler Einzelsymptome das Bild der Sepsis aus.

Leitend für den Verdacht auf eine Sepsis durch Streptokokken sind

  • eine erhöhte Atemfrequenz (über 22/min),
  • ein erniedrigter systolischer Blutdruck (unter 100 mmHg)
  • sowie eine Vigilanzminderung (Verminderung der geistigen Fähigkeiten wie Wachheit, Aufmerksamkeit, etc.).

Aufgrund der Infektion kommen in der Regel die Symptome Fieber und Schüttelfrost hinzu.
Da der Kreislauf während der Streptokokkensepsis versucht, möglichst wenig Wärme loszuwerden, kommt es zu einer Zentralisation.

Dabei werden Hände (und Arme) sowie Füße (und Beine) nur wenig durchblutet, die inneren Organe dagegen bekommen viel Blut aus dem Kreislauf.
In besonders schlimmen Fällen, wenn der Flüssigkeitshaushalt schon sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist, können auch Ödeme (Wassereinlagerungen) und Petechien (kleine Hauteinblutungen) entstehen.

Je nachdem wo der Infektfokus liegt, kommen zudem Symptome aus dem betroffenen Organsystem hinzu.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome einer Blutvergiftung

Behandlung und Therapie

Bei der Streptokokkensepsis handelt es sich um ein sehr schweres Krankheitsbild, das ohne adäquate Therapie lebensbedrohlich werden kann.
Daher ist ein früher Behandlungsbeginn (innerhalb weniger Stunden) entscheidend.

  • Um den Kreislauf zu stabilisieren, wird Flüssigkeit in die Vene gegeben, zudem verabreicht man sogenannte Katecholamine, also Hormone, die den Kreislauf zusätzlich antreiben.
  • Außerdem gehört eine starke Antibiotikatherapie in den ersten Stunden zur Behandlung. Diese wird nach dem Motto „hit early and hard“ (schlage früh und hart zu) gegeben, um die Bakterienflut einzudämmen.
  • Diese Antibiotika werden bei einer Sepsis meist als Breitbandantibiotika gegeben, da man zu Beginn häufig noch nicht weiß, welche Bakterien für die Infektion verantwortlich sind, um frühestmöglich einen möglichst großen potenziellen Spektrum an Bakterien abzudecken. Nachdem die Blutkulturen auf Bakterien untersucht wurden, werden die Antibiotika angepasst.
  • Bei einer Streptokokkensepsis werden zur Behandlung vor allem Penicillinantibiotika eingesetzt.
  • Im zweiten Therapieschritt wird der Infektfokus behandelt. Dazu kann man örtlich zusätzlich Antibiotika geben, eventuell muss der Bakterienherd sogar chirurgisch behandelt werden.

Weitere therapeutische Maßnahmen werden je nach Symptomatik eingesetzt.
Bei Atemnot kann man beispielsweise unterstützend Sauerstoff geben, wer Probleme mit der Blutzuckerregulation bekommt, kann hier eine vorrübergehende Insulinbehandlung bekommen. Sollte ein Organ unter der Streptokokkensepsis versagen, muss die Funktion vorrübergehend maschinell ersetzt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Therapie einer Blutvergiftung

Dauer und Prognose

Die Streptokokkensepsis ist eine sehr schnell und schwerwiegend verlaufende Erkrankung.
Wird nicht innerhalb weniger Stunden eine Therapie begonnen, greift die Infektion auf den gesamten Körper über und beginnt damit einzelne Organe zu schädigen.

Bereits nach 24 Stunden ohne Behandlung steigt das Sterberisiko auf etwa 25%.

Ist die Streptokokkensepsis zu einer schweren Sepsis mit Organschäden fortgeschritten, überlebt nur etwa die Hälfte der betroffenen diese Erkrankung.
Kommt es zu einem septischen Schock, versagt der Kreislauf aufgrund der Organschäden.
Daran versterben etwa 60% der betroffenen Personen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Organversagen

Krankheitsverlauf

Die Streptokokkensepsis beginnt in der Regel mit einer einfachen Streptokokkeninfektion.
Im Verlauf kommt es zu einer Fehlregulation der Immunantwort, woraufhin plötzlich der gesamte Körper beginnt, auf die Infektion zu reagieren.

Wenn bereits an dieser Stelle eine Therapie eingeleitet wird, können Organbeteiligungen in der Folge oftmals verhindert werden.
Wird die Sepsis jedoch erst später erkannt, kommt es meist zu einem sehr instabilen Kreislauf und anschließend zu Ausfällen oder Fehlfunktionen von betroffenen Organen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Streptokokkeninfektion

Wie ansteckend ist das?

Eine Streptokokkensepsis an sich ist nicht ansteckend, jedoch können die Streptokokken auf andere Personen übertragen werden.
Liegt der Infektionsherd beispielsweise in der Lunge, kann es durch Tröpfcheninfektion (also z.B. Husten) zu einer Ansteckung von anderen Personen kommen.

Normalerweise sollte das Immunsystem einer  angesteckten Person stark genug sein, die Bakterien zu bekämpfen, sodass es meist nicht zu einer Sepsis kommt.
Jedoch besteht eine erhöhte Gefahr bei Personen mit Risikofaktoren (zum Beispiel ein hohes Alter oder schwaches Immunsystem).

Streptokokkensepsis bei einem Baby

Streptokokken sind Bakterien, die sich bei etwa 25% der schwangeren Mütter im Genitaltrakt befinden und daher bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden können.

Jedoch kommt es nur bei 0,05% der Neugeborenen anschließend zu einer Streptokokkensepsis.

Tritt diese Erkrankung jedoch ein, sind die Babys aufgrund ihres noch nicht gut ausgebildeten Immunsystems besonders gefährdet. Eine frühe und starke Therapie kann dabei lebensrettend sein.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Blutvergiftung bei Kindern

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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