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Unterrichtsform

Definition

In der Schule oder anderen Bildungseinrichtungen wird durch den Unterricht von einem Lehrer / einer Lehrerinn Wissen an die Schüler vermittelt. Dabei gibt es verschiedene Methoden der Wissensvermittlung, die in aller Regel darauf abzielen, möglichst schnell und effektiv das Wissen weiterzugeben und so das Lernziel zu erreichen.

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Diese verschiedenen Methoden werden Unterrichtsformen genannt, in der allgemeinen Didaktik werden die Unterrichtsformen als Grundtypen des Unterrichts bezeichnet.

Man unterscheidet zwischen 

  • geschlossenem Unterricht
  • offenen Unterricht
  • Werkstattarbeit
  • kooperativen Unterricht.

An vielen Schulen werden auch verschieden Unterrichtsformen miteinander kombiniert.

Offener Unterricht

Der Begriff des offenen Unterrrichts ist nicht genau definiert. In den frühen 2000er Jahren wurde diese Form des Unterrichts durch den Pädagogen Falko Peschel  geprägt.
Prinzipiell versteht man darunter, dass das Lerngeschehen im offenen Unterricht vollständig von den Schülern selbst gestaltet wird und sich der Lehrende mehr im Hintergrund hält. Er unterstützt die Schüler beim selbstorganisierten Lernen und steht für Fragen oder Probleme zur Verfügung. 

Ziel ist, dass sich der Schüler mit den Inhalten entsprechend der individuellen Interessen und Fähigkeiten auseinandersetzt. Dadurch kann der Schüler aus einer Auswahl von Lernmaterialien, den Lernstoff wählen, der seinem Lerntyp  entspricht. Wenn jemand zum Beispiel besonders gut über das Hören lernt, dann bieten sich Hörspiele oder Filme und Diskussionen an. 
Es ist also dem Schüler überlassen, welche Methode er benutzt und ob dies in Einzel- oder Gruppenarbeit stattfindet.

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Geschlossener Unterricht

Ein geschlossener Unterricht bezeichnet ein schulisches Lernen, welches vom Lehrer und/oder einem Lehrplan festgelegt ist. Der Unterricht ist so ständig nachvollziehbar und im Bezug auf die Ausführung und Ergebnis immer kontrollierbar. Es stehen schon, bevor der Unterricht begonnen hat, die verbindliche Lernziele fest.  Dabei sind die Lerninhalte, Methoden, Medien, zeitliche Strukturierung und Leistungsnachweise ebenfalls schon exakt geplant.

Der geschlossene Unterricht fördert und fordert besonders ein Reproduktion von Seiten der Schüler. Es handelt sich bei diesem Unterrichtskonzept weniger um ein Lernen miteinander, sondern um eine eher einseitige Kommunikation von Seiten des Lehrers.

Aus diesem Grund ist diese Methode sinnvoll, wenn eine möglichst schnelle und fehlerfreie Reproduktion von Lerninhalten gefordert ist. Vom Schüler wird ein Verhalten erwartet, das sich an die vorgegebenen Regeln anpasst.
Für kreative Aufgaben oder individuelle Lösungsansätze ist diese Unterrichtsform ungeeignet

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Kooperativer Unterricht

Kooperative Unterrichtformen sind kompetenzorientiert mit Schwerpunkt auf dem selbstständigen und eigenverantwortlichen Handeln der Schüler. Das kooperative Lernen ist durch drei Grundstufen gekennzeichnet.

  • In der ersten Stufe, erarbeiten sich die Schüler in Einzelarbeit etwas. In dieser Stufe ist die Wissensaneignung im Vordergrund.
  • Dieses wird in der zweiten Stufe mit dem Partner, bei Partnerarbeit, oder der Gruppe besprochen, es wird sich in dieser Stufe ausgetauscht und das Wissen verglichen.
  • In der dritten Stufe wird das Erarbeitete präsentiert, nun sollte jeder Schüler in der Lage sein, die erarbeiteten Ergebnisse aus der gesamten Gruppe vorstellen zu können.

Zusammenfassend gesagt, bekommen alle Gruppenmitglieder ein gemeinsames Verständnis von einer Fragestellung.

Unterrichtsformen in der Grundschule

In der Grundschule werden häufig verschiedene Unterrichtsformen gemischt, um möglichst allen Lerntypen gerecht zu werden. Durch einen abwechslungsreichen Unterricht lässt sich die Motivation von den Grundschülern erhöhen.

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Neben dem klassischen geschlossenen Unterricht, wird oft Wert auf offenere Elemente gelegt. Die Schüler dürfen sich dann in Partner- oder Gruppenarbeit Themen selber erarbeiten, sodass die Schüler miteinander und von einander lernen können.

Manche Grundschulen bieten den Schülern in einigen Unterrichten eine Werkstattarbeit an. Diese kann im Rahmen von bestimmten Themen stattfinden, in aller Regel hat diese Unterrichtsform aber keinen festen Platz im Stundenplan. In der Werkstattarbeit haben die Kinder die Möglichkeit, an selbstgewählten Lernstationen in der eigenen Geschwindigkeit zu verschiedenen Themen sich selber etwas zu erarbeiten. Durch solche Lernstationen lernen die Kinder eine selbstorganisiertes Lernen und Selbstkontrolle.

Nicht nur viele Grundschulen, sonder auch fast alle weiterführenden Schulen, bieten einmal im Jahr oder alle zwei Jahre die Projektunterrichtsform an, häufig wird dies als Projektwoche betitelt. Innerhalb dieser Woche arbeiten die Schüler an Themen, die sie interessieren und die im normalen Schulalltag keinen Platz finden. In aller Regel wird in dieser Projektwoche ein interaktiver Unterricht und kein frontaler Unterricht angeboten, bei dem Kinder auch häufig etwas selber herstellen dürfen.

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Hilbert Meyer über Unterricht

Hilbert Meyer wurde 1941 geboren und ist ein deutscher Pädagoge und Professor für Schulpädagogik an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.

Meyer wurde bekannt durch seine Studienbücher zur Didaktik und für sein Plädieren für handlungsorientierten Unterricht. Er gilt als Koryphäe der Schulpädagogik. Meyer formuliert zehn Standards zur Analyse und Bewertung von Unterricht, wie zum Beispiel das Gleichgewicht zwischen individualisierten und gemeinsamen Lernen.

Meyer beschäftigt sich jedoch nicht nur mit der Unterrichtsentwicklung, sondern mit Schulleitung und der Führung des Lehrerkollegiums

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.04.2019
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