Wirbelbogen

Einleitung

Der Wirbelbogen schießt an die Rückseite des Wirbelkörpers und bildet mit ihm zusammen einen Wirbel. Die Wirbelbögen bilden gemeinsam den Wirbelkanal, durch welchen das Rückenmark verläuft.

Abbildung Wirbel

Abbildung drei typische Wirbel von oben gesehen

A - Fünfter Halswirbel (rot)
B - Sechster Brustwirbel (grün)
C - Dritter Lendenwirbel (blau)

  1. Wirbelkörper - Corpus vertebrae
  2. Wirbelloch - Foramen vertebrale
  3. Dornfortsatz
    (bei Halswirbeln meist
    zweigeteilt) -
    Processus spinosus
  4. Querfortsatz -
    Processus transversus
  5. Gelenkfläche für die Rippe -
    Fovea costalis processus
  6. Oberer Gelenkfortsatz -
    Processus articularis superior
  7. Wirbelbogen - Arcus vertebrae
  8. Gelenkfläche für die Rippe
    am Wirbelkörper -
    Fovea costalis superior
  9. Rippen-Querfortsatz-Gelenk - Articulatio costotransversaria
  10. Rippe - Costa
  11. Rippenkopfgelenk - Articulatio capitis costae
  12. Querfortsatzloch (nur bei Halswirbeln) - Foramen transversarium
  13. Querfortsatz des Lendenwirbels ("Rippenfortsatz") - Processus costiformis

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Symptome

Symptome, die am Wirbelbogen vorkommen können sind zum einen Schmerzen in Folge einer Verletzung und zum anderen die Schädigung von Nerven, wenn das Rückenmark im Wirbelkanal zu sehr eingeengt wird.

Besonders die Beine sind von den neurologischen Auffälligkeiten betroffen. Diese tun dann weh und kribbeln. Folglich können keine langen Strecken mehr gegangen werden. Außerdem geben Betroffene an, dass die Beine sich schwer anfühlen und taub sind. Eine deutliche Besserung der Symptome gelingt durch Vorbeugen.

Ursachen

Ursache für Beschwerden am Wirbelbogen kann einerseits kann eine Verletzung durch einen Unfall oder die altersgemäße oder abnormale Abnutzung der Knochen oder andererseits eine angeborene Fehlbildung des Wirbelbogens sein. Bei der Degenration kann es zur Arthrose kommen, das heißt unter anderem auch zur Ausbildung von Knochenanbauten, die dann letztendlich die Nervenaustrittsstellen und den Wirbelkanal immer weiter einengen können.

Therapie

Eine Therapie eines geschädigten Wirbelkörpers kommt vor allem dann in Frage, wenn damit verbunden Beschwerden auftreten, wie zum Beispiel Nervenausfälle. Ziel ist es dann die Ausgangssituation so gut es geht wiederherzustellen oder zumindest das Rückenmark und die Nerven zu entlasten.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Umstände wie es zu den Beschwerden gekommen ist, einer körperlichen Untersuchung speziell des Rückens und der Beine und einer Bildgebung wie zum Beispiel einer Röntgenaufnahme beziehungsweise MRT-Aufnahme gestellt.

Prognose

Die Prognose ist je nach Ausmaß der Schädigung oder Degeneration des Wirbelbogens individuell unterschiedlich zu beurteilen. Zum Teil können neurologische Auffälligkeiten trotz Therapie weiter bestehen.

Prophylaxe

Manche Veränderungen des Wirbelbogens, etwa die Arthrose oder einen Unfall, kann man nicht prophylaktisch angehen. Man kann nur durch Sport und speziell Aufbau der Rückenmuskulatur einer zu starken Belastung und Abnutzung der einzelnen Wirbel vorbeugen.

Gebrochener Wirbelbogen

Der Wirbelbogen kann insbesondere bei übermäßigen Beugung, Streckung oder Drehung der Wirbelsäule um die eigene Achse gebrochen werden. Bei einem gebrochenen Wirbelbogen besteht je nach Ausmaß und Bruchstelle die Gefahr, dass der Wirbelkörper nicht mehr ausreichend in der Wirbelsäule verankert ist und es somit zur Instabilität kommt. Außerdem kann einer der Nerven, die vom Rückenmark aus zwischen den Wirbelbögen hindurchtreten, bei einem Bruch beschädigt werden.

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Funktion

Der Wirbelbogen hat die Funktion an der Rückseite des Wirbelkörpers das sogenannte Wirbelloch zu bilden. Zusammen mit den Wirbelbögen der anderen Wirbel ergibt sich der Wirbelkanal, durch welchen das Rückenmark läuft. Er führt und schützt dieses also.

Des weiteren formen die Bogenwurzeln zweier benachbarter Wirbelbögen das „Foramen intervertebrale“, ein Loch, durch welches der jeweilige Nerv vom Rückenmark aus rechts und links in die Körperferne zieht.

Außerdem befinden sich einige Fortsätze am Wirbelbogen. So zum Beispiel ein Dornfortsatz, welcher sich am Punkt der stärksten Beugung befindet und nach hinten zeigt und zwei Querfortsätze, die sich nahe den Bogenwurzeln befinden und zur Seite zeigen. Diese Fortsätze haben die Funktion der Ursprung oder Ansatz für Muskel oder Bänder zu sein. Daneben entspringen dort wo die Querfortsätze liegen, jeweils zwei Gelenkfortsätze mit Gelenkflächen, die nach oben und unten weisen und mit denjenigen der benachbarten Wirbel Wirbelbogengelenke bilden.

Wirbelbogen nicht geschlossen

Wenn der Wirbelbogen nicht geschlossen ist, so spricht man von einer „Spina bifida“. Dabei unterscheidet man unterschiedlich starke Ausprägungen.

Bei der „Spina bifida occulta“ ist im Prinzip nur der Wirbelbogen im Laufe der Entwicklung des Embryos nicht komplett geschlossen worden, das Rückenmark mit den Rückenmarkshäuten und die Haut über der Wirbelsäule sind normal verschlossen. Da diese Form meist keine Beschwerden verursacht und man sie von außen nicht sehen kann, wird sie in der Regel zufällig diagnostiziert und ist als relativ harmlos zu betrachten. Eine Behandlung ist nicht nötig.

Dahingegen sind bei der „Spina bifida aperta“ die Rückenmarkshäute, Haut über der Wirbelsäule und das Rückenmark selbst unterschiedlich stark mitbetroffen und sind im schlimmsten Fall vollkommen freigelegt. Eine operative Behandlung sollte hier so schnell wie möglich durchgeführt werden, um Schädigungen des Rückenmarks und Infektionen möglichst zu vermeiden. Man kann diese Form des nicht geschlossenen Wirbelbogens bereits im Mutterleib operieren.

Spalt im Wirbelbogen

Bei der „Spondylolyse“ kommt es zur Ausbildung eines Spalts im Wirbelbogen und zwar an der „Pars interarticularis“, die zwischen dem oberen und unteren Gelenkfortsatz liegt. Meist bildet sich der Spalt jedoch nicht nur einseitig, sondern beidseits aus. Die Lendenwirbel vier oder fünf sind am häufigsten davon betroffen.

Die Folge von der Entstehung des Spalts ist, dass der betroffene Wirbel nicht mehr hinreichend in dem Gefüge der Wirbelsäule befestigt ist und dann in manchen Fällen Stück für Stück nach vorne, also bauchwärts, abrutscht.

Dieser Spalt im Wirbelbogen macht allerdings nur in seltenen Fällen Beschwerden in Form von Rückenschmerzen. Viel öfter bleibt er allerdings unerkannt. Falls dennoch Schmerzen auftreten und man dahinter eine Spondylolyse vermutet, so kann diese radiologisch dargestellt werden.

Das Ziel einer Therapie im Anfangsstadium wäre eine Stabilisierung der Wirbelsäule, sodass der Wirbelkörper möglichst nicht abrutscht.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.10.2016
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