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Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
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- Periphere arterielle Verschlusskrankheit Ursachen
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit Diagnose
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit Therapie
Synonyme im weiteren Sinne
Arterielle Verschlusskrankheit (AVK), Schaufensterkrankheit, Claudicatio intermittens, Raucherbein, chronische arterielle Verschlusskrankheit der Extremitäten
Englisch: Peripheral Arterial Occlusive Disease (PAOD)
Lériche-Syndrom (Sonderform der pAVK), Morbus Winiwarter-Buerger (seltene Ursache der pAVK, auch: Buerger-Syndrom, Thrombangiitis obliterans (TAO), Englisch: Buerger’s disease), Takayasu-Syndrom (seltene Ursache der pAVK)
Definition
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist eine Erkrankung der Gefäße. Bei der pAVK kommt es zu Verengungen (Stenosen) oder zum Verschluss (Okklusion) der Hauptschlagader (Aorta) oder der Arm- und Beinarterien, meist chronisch. Am häufigsten sind die Arterien der Beine betroffen (~90% der Fälle).
In über 95% ist dafür eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) verantwortlich, seltener Entzündungen der Gefäßwände (Vaskulitiden, z.B. M. Winiwarter-Buerger). Während anfänglich keine Beschwerden bemerkbar sind, stellen Betroffene bei Fortschreiten Schmerzen beim Gehen, sowie blasse und kalte Beine fest. Dies kann sich bis zu Schmerzen in Ruhe oder sogar einem Gewebeuntergang (Nekrose) steigern.
Häufigkeit
Ungefähr 3% der Bevölkerung über 60 Jahre leiden an einer symptomatischen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), d.h., sie weisen Beschwerden auf. Besonders häufig tritt sie bei Rauchern auf, da Rauchen den wichtigsten Risikofaktor darstellt.
Mit zunehmendem Alter steigt auch die Häufigkeit der pAVK, sie findet sich bei über 5% der über 70jährigen. Dabei sind Männer 4-mal so häufig betroffen wie Frauen.
Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet an Verengungen der Oberschenkelarterien, bei einem Drittel sind die Beckenarterien betroffen und lediglich bei etwa 15% die Unterschenkel- und Fußarterien.
Beschwerden

- Schmerzen: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Da die Verengung an unterschiedlichen Stellen auftreten und verschieden stark ausgeprägt sein kann, unterscheiden sich auch die Beschwerden. Gemeinsam ist jedoch, dass erst ab 90% Verengung der Puls (weitergeleiteter Herzschlag) unterhalb (distal) der Verengung nicht mehr zu tasten ist.
Auch in diesem Stadium können die Betroffenen jedoch noch beschwerdefrei sein. Dies ist von den Umgehungskreisläufen (Kollateralen) sowie der allgemeinen körperlichen Belastbarkeit (z.B. durch andere Krankheiten wie Herzschwäche) abhängig.
Die häufig ersten Beschwerden, die Betroffene bemerken, sind Schmerzen bei Belastung, meist beim (Bergauf-)Gehen, Treppensteigen oder sportlicher Betätigung. Diese treten jenseits (distal) der Engstelle auf und sind somit vom Ort der Veränderung abhängig. Sie äußern sich meist in einem krampfartigen, später stechend-klopfendem Gefühl.
Diese Schmerzen zwingen die Betroffenen dazu, beim Gehen nach einer bestimmten Strecke immer wieder stehen zu bleiben. Dabei verschwinden die Schmerzen dann nach einiger Zeit wieder. Das Gewebe muss unter Belastung mehr Arbeit leisten und verbraucht daher mehr Sauerstoff für die Energieerzeugung. Sobald man zur Ruhe kommt, verringert sich dieser Sauerstoffbedarf wieder und die Schmerzen verschwinden.
Viele Patienten sind somit nur noch in der Lage, kurze Strecken zu gehen. Um nicht aufzufallen, bleiben sie nach einer gewissen Strecke immer wieder stehen und sehen sich die Schaufenster an, wie bei einem Schaufensterbummel. Dies hat dazu geführt, dass die pAVK auch als „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens) bekannt wurde.
Die Schmerzen entstehen durch einen Sauerstoffmangel im Gewebe (Ischämie) des betroffenen Beins (Arms). Zudem wird die betroffene Extremität häufig insbesondere die Füße, blass und kühl.
Hinweis: Wundheilungsstörung
Bereits in diesem Stadium ist die Wundheilung im betroffenen Bereich gestört (Mikroangiopathie) und auch kleine Wunden heilen nur sehr langsam. Ein Vorgang, der auch bei Diabetikern vorkommt. Für die normale Wundheilung werden sog. Gerinnungsfaktoren, Fresszellen (Makrophagen) und Wachstumsfaktoren benötigt. Diese werden mit dem Blut transportiert, weshalb bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit eine schlechtere Wundheilung vorliegt. Zudem wird Sauerstoff benötigt, um das neu entstehende Gewebe zu versorgen.
Aus diesem Grund ist eine regelmäßige und gute Fußpflege und die Pflege auch kleiner Verletzungen sehr wichtig! (siehe Therapie).
Bei Fortschreiten der Erkrankung können sich die Beschwerden verschlimmern und auch in Ruhe Schmerzen auftreten. Dies passiert meist nachts oder nachdem das Bein angehoben wurde, da nachts der Blutdruck sinkt und das Blut die Verengung somit nur noch schwer passieren kann.
Im Endstadium der pAVK können sogar Gewebeuntergänge (Nekrosen), Schwarzfärbungen (Gangrän) der Beine und Geschwüre (Ulcus) auftreten. Dies kann im Extremfall so weit führen, dass eine Amputation nötig wird.
Auch die Nerven können durch die Unterversorgung mit Blut (und damit mit Sauerstoff) geschädigt werden (ischämische Neuropathie). Dies führt zu Fehlwahrnehmungen (Parästhesie), die sich verschiedenartig äußern können. So sind Taubheitsgefühle (Hypästhesie), aber auch schmerzhaft-brennende Verläufe möglich (Kausalgie), die meist an den Füßen beginnen.
Lokalisation
Man nimmt eine Unterteilung bezüglich des Orts der Gefäßverengung vor und unterteilt in drei Typen:
| Aortoiliakler Typ | Oberschenkeltyp | Peripherer Typ |
|---|---|---|---|
Häufigkeit | 35% | 50% | 15% |
Ort | Hauptschlagader Darmbein- bzw. Beckenarterie | Oberschenkelarterie (A. femoralis) Kniebeugerarterie | Unterschenkel- und Fußarterien |
Schmerzen | Gesäß Oberschenkel | Wade | Fußsohle |
Fehlende Pulse | ab der Leiste | ab der Kniekehle | Fußpulse |
Stadieneinteilung (nach Fontaine-Ratschow)
Stadieneinteilung der pAVK (Fontaine-Raschow) | |
|---|---|
Stadium | Beschreibung |
I | Keine Beschwerden (nachweisbare Veränderungen) |
II | Belastungsschmerzen (Claudicatio intermittens) |
a | Schmerzfreie Gehstrecke >200m |
b | Schmerzfreie Gehstrecke <200m |
III | Schmerzen in Ruhe (kritische Unterversorgung) |
IV | Schmerzen in Ruhe, zusätzlich Gewebsuntergang (Nekrose), Schwarzfärbung (Gangrän), Geschwüre (Ulcus) (kritische Unterversorgung) |
Andere Erkankungen mit ähnlichen Beschwerden (Differentialdiagnose)
Die Symptome dieser Krankheit sind jedoch keineswegs absolut einzigartig, daher gibt es auch hier eine Reihe von weiteren Erkrankungen, an die gedacht werden muss.
So können auch orthopädische Erkrankungen der Füße, Knie oder des Beckens zu Schmerzen beim Gehen und bei Anstrengung führen. Darunter fallen z.B. Hüftarthrose, Kniearthrose, Beinverkürzung oder Beckenschiefstand.
Auch verschiedene Nervenerkrankungen oder –schädigungen können Schmerzen oder auch Taubheits- und Kältegefühle erzeugen. Dies ist bei Schäden an (peripheren) Nerven oder auch bei Einengngen / Einklemmungen im Rückenmark möglich: z.B. Spinalstenose, Wurzelreizsyndrome, Bandscheibenvorfall.
Zudem ist es möglich, dass anstelle des Blutzuflusses (durch die Arterien) der Blutabfluss (durch die Venen) behindert ist. Dies kann im Rahmen einer CVI (chronisch venöse Insuffizienz) vorkommen. Dadurch kann es sogar zu Geschwüren (Ulcus) kommen.
Diese können auch durch Verletzungen (Traumen) entstanden sein, so dass nicht automatisch eine pAVK vorliegen muss.
Auch Spätfolgen des Diabetes mellitus können zu Nervenschäden führen und sogar Schmerzen in Ruhe hervorrufen (diabetische Polyneuropathie).
Zuletzt gibt es noch Krankheiten des Bindegewebes und systemische Erkankungen (betreffen den ganzen Körper). Diese Gruppe ist sehr vielfältig und umfasst auch sehr seltene Erkrankungen. (Lupus erythematodes, Sklerodermie, Amyloidose, Kryoglobulinämie u.v.m.).
Weitere Informationen
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