Heilfasten

Synonym

Heilfasten, Diät, Ernährung, Abnehmen

Fasten unter gesundheitsfördernden Gesichtspunkten

Anders als bei der Vielzahl von religiösen Fastenriten / Fastenzeit geht es bei den zahlreichen unterschiedlichen Ansätzen des Heilfastens ausschließlich um gesundheitliche und nicht um religiöse Aspekte. Zugrunde liegendes Ziel des Heilfastens ist es eine bessere gesundheitliche Situation des Körpers und ein verbessertes Wohlbefinden zu schaffen. Meistens sind die als Heilfasten bezeichneten Vorgänge wissenschaftlich nicht belegt. Aus diesem Grund muss auch bei Heilfasten, als eine Art des Fasten von einer großen psychischen Komponente ausgegangen werden. Ähnlich wie bei den heute gängigen Diäten, sind die verschiedenen Heilfastenkuren oft nach ihren Erfindern benannt.


Fastenkur nach Buchinger

Die Fastenkur nach Buchinger praktizieren im Jahr ca. 2 Millionen Deutsche. Die Fastenkur startet mit einem sogenannten Entlastungstag, gefolgt von fünft Fastentagen und zwei Aufbautagen. Am Entlastungstag soll der Körper auf die bevorstehende Zeit des Fastens vorbereitet und bisherige Nahrungsaufnahme gedrosselt und die Ernährung umgestellt werden. Dabei sollten morgens, mittags und abends jeweils Obst, Reis, verschiedene Tees und Kartoffeln zu sich genommen werden. Am ersten, dritten und fünften Fastentag sollte jeweils morgens der Darm mit Hilfe von natürlichen Abführmitteln gereinigt werden. Hierzu zählen: Zitronensaft, Sauerkrautsaft, Apfelessig, Brotdrunk, Pflaumensaft und Buttermilch als leichte Abführmaßnahmen. Ein stärkeres Abführen kann mit Rizinusöl, Glaubersalz, Bittersalz, Sennes-Tee und Faulbaum-Tee erreicht werden. Diese Reinigungsmethoden können außerdem noch mit regelmäßigen Einläufen in den Darm unterstützt werden.
Wichtig ist während der Fastenzeit die regelmäßige und ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. So sollten mindestens 3 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich genommen werden, die sich in 1,5 Liter Wasser und 1,5 Liter Tee unterteilt. Neben den darmreinigenden Maßnahmen sollte der Morgen mit ausreichend Trinken verbracht werden. Am Mittag sollten dann Gemüsebrühe oder Gemüsesaft und am Abend Obstsaft, Gemüsebrühe oder Fastentee zu sich genommen werden. Nach dem 5. Fastentag muss langsam mit dem Kostaufbau begonnen werden. Wichtig ist hierbei, dass nicht sofort wieder mit dem Essen von alltäglicher und schwerer Nahrung begonnen werden sollte, weil dies den Effekt des Fastens sofort wieder zunichte machen würden. Aus diesem Grund wird angeraten am ersten Aufbautag  zunächst am Morgen Fastentee zu trinken und einen Apfel oder Apfelkompott zu essen. Am Mittag dann eine Kartoffel oder Gemüsesuppe und am Nachmittag ein Obst oder Obstkompott. Am Abend kann dann Jogurt, Fastentee, Gemüsesuppe und Knäckebrot zu sich genommen werden. Am zweiten Aufbautag beim Fasten ist der Morgen ebenfalls mit Fastentee, dazu Sauerkrautsaft, Trinkmolke oder 2 Backpflaumen zu beginnen. Am Mittag ist ein Salat, Kartoffeln, Möhrengemüse oder Jogurt erlaubt, am Abend Knäckebrot, Kräuterquark, Tomaten und Fastentee.

Fastenkur nach Mayr

Eine weitere bekannte Fastenkur ist die nach Mayr. Dabei handelt es sich um eine wesentlich längere Fastenzeit als bei der Fastenmethode nach Buchinger. Alles in allem sind es 21 Fastentage, die es zu durchlaufen gilt. Ausgeschriebene Entlastungstage zu Beginn sowie Aufbautage am Ende gibt es dabei nicht. Jeder Morgen der 21 Tage beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darmreinigung bei der die gleichen Hilfsmittel benutzt werden können, wie bei der Methode nach Buchinger. Bei der Mayrmethode muss auf feste Nahrung während der Fastenzeit nicht gänzlich verzichtet werden. Neben Fastentee steht auch Milch, Semmel und 30g Eiweiszulage auf dem morgendlichen Speiseplan. Am Mittag ist neben Gemüsebrühe auch Milch und Semmel sowie 50g Eiweiszulage erlaubt. Am Abend kann dann neben Gemüsebrühe und Fastentee zwischen den Semmeln und 2-3 Scheiben Knäckebrot gewählt werden. Es handelt sich bei der Mayr-Methode also nicht um eine strenge Fastenkur mit Flüssigkeit sondern auch mit regelmäßiger festen Nahrung. Eine weitere sehr bekannte Fastenkur ist nach der Erfinderin Hildegard von Bingen benannt. Ihr Anspruch an eine Fastenkur war nicht ausschließlich die körperliche und physische Genesung, sondern ihr Schwerpunkt lag in der Ausbalancierung der Psyche und im ins Reine kommen mit der eigenen Seele. Nach ihrem Konzept sollte der Mensch kein radikales, sondern vielmehr ein sanftes Fasten betreiben. Dazu gehören mehrmals am Tag der Verzehr einer Fastensuppe, die als Bestandteile Dinkelkörner, frische Körner und Gewürze enthält. Durch ein Ingwergranulat sollte der Patient seinen Darm reinigen. Das Hauptgetränk dieser Kur stellt Fencheltee dar, von Zeit zu Zeit ist das Trinken von Dinkelkaffee erlaubt. Des Weiteren empfiehlt von Bingen in Krisensituationen während der Fastenzeit das Trinken von Petersilie-Honig-Wein.



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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012