Schlafapnoe-Syndrom

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Synonyme im weiteren Sinne

Schlafapnoesyndrom, CPAP, Schlaflabor, Englisch: Sleep Apnoea

Definition und Symptome

Apnoe bedeutet Aussetzen der Atmung und ist das wesentliche Merkmal des Schlaf-Apnoe-Syndroms:
Das Schlafapnoe Syndrom ist gekennzeichnet durch Atempausen im Schlaf, die über 10 Sekunden andauern. Diese Atempausen bedingen eine Unterbrechung des Nachtschlafes, es kommt beim Schlafapnoe Syndrom zu nächtlichen Schweißausbrüchen und ausgeprägte Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungsknick und Depression am Tag sind mögliche Symptome des Schlaf-Apnoe-Syndroms. 

Durch die Müdigkeit und der Neigung zum Einschlafen (Sekundenschlaf) kommt es zu einer erhöhten Unfallgefahr bei Tag. Darüber hinaus können die Partner der Patienten mit einem Schlafapnoe Syndrom über ein nächtliches lautes Schnarchen berichten. Ebenso werden die Atemstillstände häufig durch die Partner des Patienten bemerkt. Die Patienten selbst geben häufig einen trockenen Mund beim Aufwachen am Morgen an.

Vorkommen in der Bevölkerung

Etwa 4% der Männer und 2% der Frauen über 40 Jahre sind an einem Schlaf-Apnoe-Syndrom erkrankt und mit zunehmendem Alter wird die Erkrankung immer häufiger. Der Großteil der Patienten ist übergewichtig.


Ursache des Schlaf-Apnoe-Syndrom

Schlaf-Apnoe-Syndrom

In über 90% der Fälle liegt die Ursache des Schlafapnoe-Syndroms im Bereich der oberen Luftwege:
Der Rachenraum der Betroffenen verengt sich mit dem Beginn der Tiefschlafphase, weil die Rachenwandmuskulatur erschlafft und somit der Zugang der oberen Atemwege zum Teil verlegt wird. Dieses Phänomen tritt bevorzugt bei übergewichtigen Patienten auf und wird durch Konsum von Alkohol, Rauchen oder die Einnahme von Beruhigungsmitteln verstärkt. Erkrankungen im Bereich der oberen Luftwege wie Nasenpolypen oder eine schrägstehende Nasenscheidewand (Nasenscheidewandverkrümmung) können die Entstehung des Schlaf-Apnoe-Syndroms fördern.

Die Schnarchgeräusche entstehen durch das Zusammenfallen der oberen Atemwege, so dass Patienten mit Schlaf-Apnoe-Syndrom praktisch immer starke Schnarcher sind. Bei Schnarchern mit starker Tagesmüdigkeit sollte daher eine Untersuchung auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom erfolgen.

Das Schlafapnoe-Syndrom ist in weniger als 10% der Fälle durch zentrale Fehlsteuerungen der Atmung im Schlaf bedingt oder entsteht in Folge einer chronischen Lungenkrankheit.

Die zumeist adipösen Schlafanoe-Patienten haben häufig zusätzliche Begleiterkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, eine Verengung oder einen kompletten Verschluss der Herzkranzgefäße (Koronare Herzerkrankung) oder eine Pumpschwäche des Herzens (Herzinsuffizienz).

Der hohe Blutdruck, den etwa 50% der Patienten mit Schlaf-Apnoe-Syndrom haben, ist Folge einer gesteigerten Aktivität des stressvermittelnden Nervensystems, das vermehrt die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet:
Durch die Apnoephasen im Schlaf atmet der Patient weniger Sauerstoff ein und der Körper droht, in die Situation der Sauerstoff- Unterversorgung zu kommen. Der Organismus muss also zu verstärkter Atemarbeit angetrieben werden. Dies tut das stressvermittelnde Nervensystem, indem es durch die Noradrenalin und Adrenalin einen Alarm an den Körper sendet. Die nachfolgende verstärkte Atemarbeit ist allerdings oft nicht effizient, so dass es schließlich zu einer Aufwachreaktion (micro arousal) kommt, die wieder ein normales und effizientes Atmen mit ausreichender Sauerstoffaufnahme ermöglicht.

Das nächtliche Aufwachen bleibt zumeist unbewusst, bedingt aber eine Zerstückelung des Schlafes und stört die nächtliche Erholung, so dass die Patienten tagsüber sehr müde sind und es sogar zu Einschlafattacken kommen kann.

Darüber hinaus kann man ein Schnellerwerden des Pulses im Schlaf und Herzrhythmusstörungen bei Schlafapnoe- Syndrom Patienten beobachten.

Diagnose

Eine Schlaflabor-Untersuchung dient der sicheren Diagnose des Schlafapnoe Syndroms.
Der Patient schläft eine Nacht im Schlaflabor und während des Schlafes werden neben den Gehirnströmen der Sauerstoffgehalt des Blutes, die Frequenz der Atmung, der Puls und der Blutdruck sowie der Fluss der Atmung gemessen. Mit all diesen Informationen kann ein Gesamtbild der Körperfunktion im Schlaf bei einem Patienten mit Schlafapnoe Syndrom entstehen.

Außerdem ist für Schlafapnoe Syndrom Patienten eine Vorstellung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt nötig, der den Patienten auf mögliche Atemhindernisse untersucht: Nasenpolypen, sehr große Rachenmandeln, eine schrägstehende Nasenscheidewand oder eine sehr große Zunge können zu Atemproblemen im Schlaf führen und werden deshalb als „Atemhindernisse“ bezeichnet.

Prognose

Wird die CPAP-Therapie bei einem Schlafapnoe Syndrom regelmäßig durchgeführt, wird auch ein erholsamer Schlaf möglich, der positive Effekte mit sich bringt: 

Die Patienten sind tagsüber weniger müde, ihre Leistungsfähigkeit steigt und das Unfallrisiko senkt sich ab, da es seltener zu Sekundenschlaf kommt. Bei Schlafapnoe-Patienten mit hohem Blutdruck kann eine Blutdrucksenkung von ca. 10mmHg eintreten.

Die Patienten sind ausgeglichener und auch das Schlafverhalten der Partner verbessert sich, da diese während der Apnoe-Phasen häufig in Sorge sind, dass die Atmung vollständig aussetzt und nicht nur pausiert. Außerdem kann durch die Beendigung des Schnarchens beim Partner auch die Qualität ihres Nachtschlafes gesteigert werden.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012