Schlafapnoesyndrom

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Synonyme im weitesten Sinne

Obstruktives Schlaf-Apnoesyndrom (OSAS), Obstruktive Schlafapnoe (OSA), obstruktive schlafbezogene Atmungsstörung (OSBAS), obstruktives Schnarchen, Schlafapnoe-Syndrom (SAS – Oberbegriff)

Englisch.: (obstructive) sleep apnea syndrome

Apnoe: aus dem Griechischen: „Atemstillstand”; Sprich: „Apnoë“, nicht „Apnö“

Schreibfehler: Schlafapneusyndrom

Was versteht man unter einem (obstruktiven) Schlafapnoesyndrom?

Der Begriff der Schlafapnoe bezeichnet während des normalen Nachtschlafes auftretende Atemstillstände, die dann einen Krankheitswert besitzen, wenn sie mindestens 10 Sekunden dauern und 10 mal pro Stunde, bei einer Schlafphase von insgesamt zumindest 6 Stunden, auftreten.
Neben der häufigen und hier weiter beschriebenen obstruktiven Form, bei der die Ursache in einer mechanischen Unterbrechung des Atemgasflusses durch Nase oder Mund liegt (S. Atmung), gibt es auch eine zentrale Schlafapnoe, bei der die Ursache im zentralen Nervensystem liegt und welche eher selten, z.B. als Folge einer Borreliose, auftritt. Eine gemischte Form aus den beiden genannten ist ebenfalls möglich.


Wie kommt es zu den Atemstillständen und welche Folgen haben diese?

Im Schlaf entspannt sich beim Menschen die gesamte Muskulatur, eine zu starke Erschlaffung der Muskeln in Gaumen und Rachen kann, wie auch andere Hindernisse (Polypen, Nasenscheidewandverkrümmung = Septumdeviation), eine relevante Barriere des Atemgasflusses (S. Atmung) darstellen.

Es kommt zu wiederholter Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) des Körpers, wovon besonders das Gehirn betroffen ist. Bei gleichzeitig gestiegenem Kohlenstoffdioxidgehaltes des Blutes (Hyperkapnie) kommt es zu zentralnervösen Aufweckreaktionen (so genannte „arousel“ bzw. „micro-arousel“). Diese werden in der Regel vom Betroffenen nicht bewusst wahrgenommen.
Es werden Stresshormone ausgeschüttet, es kommt zu starken Schwankungen der Kreislaufparameter in der Nacht (Blutdruck, Herzfrequenz), die Schlafarchitektur und die Erholungsfunktion ist gestört. Letztlich wird dadurch auch Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) am Tage bedingt, es kommt zu Tagesmüdigkeit und Einschlafzwang, aufgrund der starken Belastung des Herz-Kreislauf-Systems steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Welche Symptome treten auf, wann ist die Schlafapnoe therapiebedürftig?

Häufig werden Bettnachbarn auf den unruhigen Schlaf des Partners mit Atempausen, die mit einem Schnarchlaut oder Seufzer beendet werden, und unregelmäßigem lauten Schnarchen aufmerksam. Der Atemrhythmus ist gestört.

Info: Abgrenzung Schnarchen - Obstruktives Schlafapnoesyndrom

Fast alle der von einer Schlafapnoe Betroffenen sind Schnarcher. Doch nicht alle Schnarcher leiden an einer Schlafapnoe – vor allem die Schwere (s. Definition: Auftreten der Atemstillstände bis zu hundertmal und häufiger pro Nacht), Dauer sowie das Auftreten von Folgeerkrankungen bestimmen das Bild der Schlafapnoe.

Warnzeichen eines Schlafapnoesyndroms

Der Betroffene selbst fühlt sich morgens abgeschlagen, leidet womöglich unter Kopfschmerzen oder Schwindel, nicht selten besteht eine Mundtrockenheit. Als ein wichtiges Alarmzeichen gilt die abnorme Tagesmüdigkeit, vor allem bei monotonen Tätigkeiten kann es zum Sekundenschlaf kommen (erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr!).
Langfristig kommt es zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, depressiven Verstimmungen, Potenzstörungen (Impotenz, erektile Dysfunktion) und verminderter Leistungsfähigkeit. Vermehrtes Schwitzen oder Harndrang in der Nacht kann ebenfalls auf die Schlafapnoe hinweisen.


Welche Patienten sind betroffen? Patientenprofil:

Männer sind weitaus häufiger betroffen als Frauen.
Daneben sind ca. 2/3 der Betroffenen übergewichtig, wobei das Übergewicht (Adipositas) auch eine Folge der nächtlichen Apnoe sein kann.
Angeborene oder erworbene Hindernisse in den oberen Atemwegen, wie etwa Polypen, Nasenscheidewandverkrümmung, vergrößerte Mandeln oder ein großer Unterkieferwinkel (dolichofazialer Gesichtstyp) bedingen ebenfalls die Erkrankung.
Abendlicher Alkoholkonsum oder die Einnahme einiger Beruhigungs- oder Schlafmedikamente, die zu einer nächtlichen Erschlaffung der Rachenmuskulatur führen, sind weitere Ursachen.

Welche Möglichkeiten zur Diagnosesicherung gibt es?

Bei einem hinreichenden Verdacht auf das Vorliegen eines obstruktiven Schlaf-apnoesyndroms besteht die Möglichkeit einer Diagnostik im ambulanten Rahmen mittels so genannter Nicht-Labor-Monitoring-Systeme (NLMS).

Es handelt sich um kompakte Geräte, die während der Nacht, die der Betroffene zuhause verbringt, Parameter, wie etwa Atemgeräusche, die Sauerstoffsättigung im Blut, die Herzfrequenz und die Atemströmung (nasaler Flow), aufzeichnet. Die Daten werden in der Arztpraxis oder in einem Schlaflabor ausgewertet.
Darüber hinaus kann diese Diagnostik auch in einem Schlaflabor durchgeführt werden, in dem man ein bis zwei Nächte verbringt und neben der oben genannten Daten z.B. auch ein EEG (Elektro- enzephalogramm, die Aufzeichnung der Hirnströme), Langzeit-Blutdruck, Herzströme (EKG) sowie Videoaufnahmen angefertigt werden können (Polysomnographie).

Weitere Informationen

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Autor: Dr. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 07.08.2011