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Symptome der Adnexitis

Synonyme im weiteren Sinne

Entzündung der Gebärmutteranhängsel wie Eierstock und Eileiter
Eileiterentzündung, Eierstockentzündung
Englisch: adnexitis

Die typischen Symptome

Die Beschwerden einer Adnexitis hängen von der jeweiligen Verlaufsform ab. Dabei unterscheidet man ein akuten von einem chronischen Verlauf.

Im akuten Krankheitsbild treten meist starke häufig in beiden Seiten bestehende Unterbauchschmerzen auf, begeleitet durch ein starkes plötzlich eintretendes Krankheitsgefühl. Ursächlich für die Unterbauchschmerzen ist eine Schwellung des Eileiters und gegebenenfalls auch des Eierstocks. Häufig, allerdings nicht zwingend, ist das Auftreten von Fieber. Je nach Ausbreitung der Infektion können ebenfalls Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang auftreten. Außerdem sind Verstopfung, Blähungen und Erbrechen als Begleitbeschwerden bekannt. Aus der Scheide können Schmierblutungen und anderer Ausfluss austreten. Wird der Gebärmutterhals bewegt so führt auch dies zu Schmerzen. Im Blut der Patientin finden sich erhöhte Entzündungswerte wieder.

Ist die akute Adnexitis abgeklungen und treten noch weiterhin gerade im Hinsetzen dumpfe Unterbauchschmerzen auf, so hat sich eine chronische Adnexitis ausgebildet, deren Ursache in einer nicht adäquaten Therapie oder in Verwachsungen des Eileiters und seiner Umgebung zu finden ist. Diese Verwachsungen sind Grund für die von einigen Patientinnen angegeben Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Häufig verschließen diese Verwachsungen den Eileiter, so dass sich in ihm Flüssigkeit sammelt, welche auf das Gewebe drückt und zum Absterben von Zellen führen kann.
Die Folge davon ist die Unfruchtbarkeit. Zusätzlich können wie auch im akuten Verlauf

auftreten.

Schmerzen am Eierstock

Etwa 1% aller Frauen leiden im Laufe ihres Lebens einmal an einer Entzündung der inneren Geschlechtsorgane. Solche Entzündungen können verschiedene Symptome, darunter auch Schmerzen, verursachen. Sowohl ein- als auch beidseitige Schmerzen an den Eierstöcken sind je nach Ort der Entzündung möglich. Eine Adnexitis kann verschiedene Krankheitsstadien durchlaufen, in denen die Schmerzen nicht immer gleich stark ausgeprägt sind. Im akuten Stadium setzt der Schmerz am Eierstock sehr plötzlich ein. Häufig ist der Schmerz dann einer bestimmten Seite zuzuordnen, weshalb man ihn auch als seitenbetont bezeichnet. Es handelt sich in dieser akuten Phase um stärkste Schmerzen. Die Erkrankung kann jedoch auch subakut verlaufen. Das bedeutet, dass die Symptome nicht so stark ausgeprägt sind. Schmerzen am Eierstock können jedoch trotzdem vorhanden sein. Häufig lassen sich die Schmerzen dann aber nur in der Untersuchung durch ein gezieltes Ertasten des betroffenen Eierstockes provozieren. Im chronischen Stadium der Erkrankung sind die Schmerzen oft gar nicht so genau einer Seite zuzuordnen und haben einen eher dumpfen, drückenden Charakter.

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Unterleibsschmerzen als Symptom einer Adnexitis

Eine Adnexitis führt zu teils sehr starken Bauchschmerzen, die unterschiedlich lokalisiert sein können. Es handelt sich jedoch nahezu immer um Unterleibsschmerzen, zu denen auch die Schmerzen am betroffenen Eierstock gehören. Je nach Stadium der Erkrankung variiert die Schmerzstärke und auch die Qualität des Schmerzes. Im akuten Stadium ist ein ausgeprägter, seitenbetonter Unterleibsschmerz typisch. Er ist auf der Seite des betroffenen Eierstocks lokalisiert und hat einen ziehenden Charakter. Dieser Schmerz kann sich im Verlauf jedoch auf den gesamten Unterleib ausdehnen. Der Schmerz ist so stark, dass die meisten Frauen in diesem Krankheitsstadium eine Notaufnahme oder eine Arztpraxis aufsuchen, da sie den Schmerz nicht tolerieren können. Dazu kommen weitere Beschwerden, wie Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Im chronischen Stadium verursacht eine Adnexitis nur sehr wenige, bis gar keine Unterleibsschmerzen. Die Schmerzen lassen sich dann meist nur durch ein Drücken auf den Unterleib auslösen und sind in Ruhe nicht vorhanden.

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Fieber als Symptom einer Adnexitis

Fieber ist ein typisches Begleitsymptom verschiedenster Infektionskrankheiten. Zu diesen Infektionskrankheiten zählt auch die Adnexitis. Vor allem im akuten Krankheitsstadium ist hohes Fieber keine Seltenheit. Es wird begleitet von anderen Beschwerden, wie einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Übelkeit und stärksten Bauchschmerzen. Häufig wird eine Adnexitis jedoch lange Zeit übersehen, da sie nicht immer zu solch deutlichen Symptomen führt. Sie kann lange Zeit bestehen und nur leichte Schmerzen oder eine leichte Temperaturerhöhung verursachen. In diesem Falle spricht man auch von subfebrilen Temperaturen, die eine Höhe bis 37,9°C erreichen. Im chronischen Stadium verursacht eine Adnexitis keine Temperaturerhöhung. Bei Fieber können fiebersenkende Medikamente, wie Paracetamol oder Ibuprofen, eingenommen.

Schmerzen beim Wasserlassen

Ein mögliches Begleitsymptom einer Adnexitis kann eine sogenannte Dysurie sein. Dabei handelt es sich um Schmerzen beim Wasserlassen. Daher wird eine Adnexitis gelegentlich mit einer Blasenentzündung verwechselt. Die Schmerzen beim Wasserlassen bessern sich, sobald die Adnexitis mit einem Antibiotikum behandelt wird. In seltenen Fällen kann eine unbehandelte Adnexitis zu einem sogenannten Douglas-Abszess führen. Ein Douglas-Abszess ist eine Eiteransammlung im kleinen Becken. Durch Druck auf die Blase kann es in diesem Falle ebenfalls zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen.

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Im Rahmen verschiedener bakterieller Infektionen der Adnexe kann es zu einem eitrigen Ausfluss kommen. Ein klassisches Beispiel für eine Infektion, die einen Ausfluss verursacht, ist die Gonorrhö. Der Ausfluss hat meist eine weißlich-gelbliche Farbe und einen unangenehmen Geruch. Ein eitriger Ausfluss findet sich eher im akuten Krankheitsstadium, kann aber auch im chronischen Stadium der Erkrankung auftreten. Obwohl eiteriger Ausfluss an der Scheide ein sehr typisches Symptom für eine Infektion der inneren Geschlechtsorgane darstellt, muss er nicht zwingend vorhanden sein. Viele Frauen haben keinen Ausfluss und sind dennoch an einer Adnexitis erkrankt.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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