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Brennen im Unterbauch - Das sind die Ursachen

Definition

Der untere Bauch beschreibt eine grobe anatomische Körperregion, die sich ab dem Bauchnabel abwärts befindet. Im Unterbauch liegen einige Geschlechtsorgane, Organe der Harnwege und des Verdauungstraktes. Brennende Schmerzen sind ein sehr häufiges Symptom. Das Brennen kann auf viele Grunderkrankungen hindeuten, steht aber primär mit entzündlichen Vorgängen an den Bauchorganen in Verbindung. Die meisten dieser Ursachen sind harmlos und müssen nicht behandelt werden. Seltener können aber auch Erkrankungen dahinter stecken, die mitunter lebensbedrohliche Verläufe annehmen können. Auch bei ständigem oder sehr heftigem Brennen, einhergehend mit weiteren Krankheitssymptomen, Leistungsabfällen und Schwächegefühlen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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Ursachen

An erster Stelle bei Beschwerden des Unterbauchs stehen Entzündungen des Verdauungstraktes. Sie stellen eine der häufigsten Krankheitsursachen dar und sind in der Regel harmlos. Die klassische Magen-Darm-Grippe wird dabei nicht von Grippeerregern, sondern von Darmkeimen wie dem Noro-Virus oder den E.coli-Bakterien ausgelöst. Einige Erreger verursachen vermehrt Infektionen in den warmen und andere in den kalten Monaten, weshalb es zu saisonalen Schwankungen der Infekte kommt.

Weiterhin ist die Blinddarmentzündung ein häufiger Grund für Brennen im unteren Bauch. Der Bauch kann dabei verkrampfen und schmerzhaft sein. Die Beschwerden lassen sich besonders durch Druck im rechten Unterbauch verstärken. Auch andere Arten der Darmentzündung können das Brennen im unteren Bauch auslösen. Hierfür kommen die Divertikulitis, der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa in Betracht. Seltener kann hinter dem Schmerz des Darms eine Hernie stecken. Dabei bricht ein Teil des Darms durch die Bauchwand und bildet einen Bruchsack. In der Folge kann der Darm eingeklemmt werden, wodurch schwere Komplikationen auftreten können.

Nicht zu vernachlässigen bei einem Brennen im unteren Bauch sind die Geschlechtsorgane bei Mann und Frau. Insbesondere bei Frauen sind brennende Schmerzen nicht ungewöhnlich. Ob während der Periode, zu Beginn einer Schwangerschaft oder bei einer einsetzenden Geburt können die Schmerzen aus der Gebärmutter kommen. Seltener können bei Frauen auch abseits einer Schwangerschaft Schmerzen der Gebärmutter, der Eierstöcke oder der Eileiter auftreten. Bei Männern hingegen können sich Erkrankungen des Hodens, zum Beispiel die Hordentorsion, über Brennen im unteren Bauch bemerkbar machen.

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Seltener stecken Erkrankungen der ableitenden Harnwege hinter dem Brennen. So etwa können auch Entzündungen der Harnröhre oder der Harnblase ein Brennen verursachen. Auch Harnleitersteine können in den Harnwegen zu starken Schmerzen führen.

Diagnose

Der wichtigste Schritt in der Diagnosefindung ist die detaillierte Erfragung der Beschwerden, Begleitumstände und der weiteren Symptome. Oft lassen sich so bereits Verdachtsdiagnosen stellen, die im Unterbauch gut mithilfe einer Ultraschalluntersuchung weiter diagnostiziert werden können. Im Ultraschall lassen sich entzündliche Veränderungen des Darms, Tumore, Blockaden durch Steine, Schwangerschaften und grobe Veränderungen der Gewebe erkennen. Bei Blinddarmentzündungen, Schwangerschaften und vielen weiteren Auffälligkeiten sind weitere diagnostische Verfahren selten nötig. Andere Auffälligkeiten können nun mithilfe von CT und MRT Untersuchungen näher beurteilt werden. Bei Beschwerden des Dickdarms kann sich hingegen eine endoskopische Untersuchung anschließen. Hierbei wird eine Kamera über den After in Narkose eingeführt, womit die Darmschleimhaut von innen untersucht werden kann.

Begleitsymptome

Neben dem Brennen im unteren Bauch kommt es oft zu Schmerzen. Diese können krampfartig, kolikartig, dumpf, stechend und ziehend sein. Die jeweilige Art des Schmerzes kann wichtige Hinweise auf potentiell beteiligte Organe liefern. Bei Entzündungen des Darms kommt es häufig weiterhin zu Durchfällen, Erbrechen, Übelkeit, Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Bei sehr fortgeschrittenen Entzündungen kann es weiterhin zu blutig-schleimigen Durchfällen kommen. Bei Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane kann es auch zu Unterbauchkrämpfen mit vaginalen Schmierblutungen kommen. Insbesondere in der Schwangerschaft ist dies ein sehr ernstzunehmendes Symptom.

Ziehen im Unterbauch

Ein typisches Ziehen im Unterbauch wird vor allem bei Beschwerden der Sexualorgane von Mann und Frau beschrieben. Typischerweise werden Menstruationsbeschwerden mit ziehenden Schmerzen angegeben. Auch Schmerzen im Rahmen der Schwangerschaft, verschuldet durch das Wachstum des Kindes oder anstehende Wehen, haben oft einen ziehenden Charakter.

Auch bei Männern werden Erkrankungen der Hoden als ziehend beschrieben. Die Hodentorsion ist dabei geprägt von einem ziehenden und brennenden Schmerz im Unterbauch.

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Brennen im Rücken

Auch wenn zusätzlich Rückenschmerzen auftreten, stellen die Unterbauchschmerzen in der Regel keine Gefahr dar. Einige sehr seltene Erkrankungen gehen jedoch typischerweise mit Brennen im unteren Bauch und Schmerzen im Rücken einher. Oft steckt die Blase hinter dieser Kombination der Symptome. Bei Entzündungen der Harnwege kann es nach längerer Zeit ohne Behandlung zu aufgestiegenen Infektionen des Nierenbeckens kommen. Hierbei kommt es neben Bauch- und Rückenschmerzen zu einem erheblichen Krankheitsgefühl mit hohem Fieber. Typischerweise lässt sich ein starker Schmerz durch leichtes Klopfen auf die Flanke provozieren. Seltener kann auch die Bauchspeicheldrüse dahinter stecken. Ist sie entzündet, können Bauchschmerzen auftreten, die gürtelförmig in den Rücken ausstrahlen. Zu einer solchen Entzündung kann es bei einem Gallensteinleiden kommen. Durch den Rückstau der Gallenflüssigkeit in die Bauchspeicheldrüse, entzündet diese sich.

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Behandlung

Die Behandlung des Brennens im Unterbauch muss abhängig von der Ursache durchgeführt werden. Symptomatisch kann bei starken Beschwerden ein Schmerzmedikament eingenommen werden. Dieses senkt in den meisten Fällen auch das Fieber und hemmt die Entzündung, weshalb es den Körper bei der Bekämpfung der Krankheit unterstützt. Herkömmliche Magen-Darm-Grippen müssen in der Regel nicht weiter behandelt werden, da der Körper sie von selbst bekämpft. Lediglich bei starken Durchfällen sollte dringend auf den Wasserhaushalt des Körpers geachtet werden. Hartnäckige bakterielle Infektionen müssen gegebenenfalls unterstützend mit Antibiotika therapiert werden. Bei schweren Blinddarmentzündungen oder einer Divertikulitis müssen unter Umständen die entzündeten Darmabschnitte entfernt werden, wenn eine medikamentöse Heilung nicht möglich ist.

Ein Brennen im unteren Bauch, das in der Gebärmutter entsteht, muss in den meisten Fällen nicht behandelt werden. Auch hier können Schmerzmedikamente die Dauer bis zur Heilung erträglicher machen.

Dauer

Die Dauer des Brennens hängt von der Ursache der Beschwerden ab. Magen-Darm-Grippen können innerhalb weniger Tage auskuriert werden. Auch hartnäckige Infekte sollten mit Beginn der Behandlung nach 3-7 Tagen abklingen. Bleiben die Beschwerden länger bestehen, muss ein Arzt konsultiert werden, um schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen. Unterbauchschmerzen, die durch Krämpfe in der Gebärmutter verursacht werden, lassen sogar häufig schon innerhalb weniger Stunden nach. Bei Erkrankungen wie dem Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa ist hingegen nicht mit einer zeitnahen Heilung zu rechnen. Es handelt sich um seltene chronische Krankheiten, die zwar medikamentös kontrolliert, aber nicht geheilt werden können.

In der Schwangerschaft

Ein Brennen im unteren Bauch während der Schwangerschaft ist zunächst nicht untypisch, sondern häufig harmlos. Auch hier stehen Magen-Darm-Infekte oder simple Magenverstimmungen im Vordergrund, die nicht einer Behandlung bedürfen. Am Ende der Schwangerschaft jedoch können sie erste Anzeichen für beginnende Wehen darstellen.

Nur sehr selten stellt ein Brennen im unteren Bauch in der Schwangerschaft ein Signal für einen drohenden Schwangerschaftsabbruch dar. Um diese seltene Komplikation auszuschließen, wird bei Unterbauchbeschwerden eine vorsorgliche Ultraschalluntersuchung durchgeführt

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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