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Furunkel der Brust

Definition

Ein Furunkel (lateinisch furunculus: „kleiner Dieb“) ist eine Entzündung eines Haarbalgs.
Diese Entzündung sitzt in der Regel tief in der Haut und geht mit einer Rötung und Schmerzen einher.
Ein Furunkel kann teilweise sehr belastend für die Betroffenen sein und ist deswegen nicht zu unterschätzen. Im Zentrum der Entzündung bildet sich oft Eiter. Das Haarbalg, auch Haarfollikel genannt, befindet sich an jedem Haar in der Haut.
In diesem Fall betrifft das Furunkel das Haarfollikel eines Brusthaares.

Die Ursache für ein Furunkel

Die Ursache für ein Furunkel an der Brust ist eine Infektion durch Bakterien am Haarbalg.
Jedes Haar ist in der Haut mit einem Haarbalg verbunden.
Durch das Haarbalg werden die Haare in der Haut verankert. Gelangen nun Bakterien am Haar entlang zum Haarbalg, kann es zu einer Entzündung kommen, welche zunächst nicht bemerkt wird.
Besonders Bakterien der Familie der Staphylokokken (vor allem Staphylokokkus aureus) werden häufig für eine Infektion verantwortlich gemacht. Der Grund für die Bildung eines Furunkels und das Eindringen der Bakterien ist sehr unterschiedlich. Zum einen kann eine fehlende Desinfektion nach einer Rasur ein Furunkel bedingen. Bei der Rasur der Brusthaare können Bakterien am Haar entlang in das Haarfollikel eindringen. Aus diesem Grund ist eine anschließende Desinfektion mit Rasierwasser oder ähnlichen Produkten ratsam. Außerdem können eng anliegende Oberteile, welche an der Haut scheuern, zu einem Furunkel der Brust führen. Zusätzlich kann die Bildung eines Furunkels noch durch andere Krankheiten wie z.B. der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Nierenleiden begünstigt werden. Auch andere immunschwache Personen haben eine höhere Neigung zu Furunkeln, was an der mangelnden Abwehr gegen die Bakterien liegt.
Weitere Informationen finden Sie unter: Ursachen eines Furunkels

Die Diagnose

Die Diagnose eines Furunkels ist in der Regel eine Blickdiagnose.
Das bedeutet, dass der Arzt durch das alleinige Anschauen des Furunkels die Diagnose stellen kann. Vor allem die Leitsymptome der Entzündung lassen häufig eine Diagnose zu.
Diese Entzündungssymptome sind hierbei: Rötung, Schwellung und Schmerzen. Im Verlauf der Entzündung bildet sich Eiter im Furunkel, welcher im späten Stadium durch die Haut zu sehen ist. Zusätzlich zur Blickdiagnose kann es von Interesse sein, ob chronische Krankheiten bestehen. Beispielsweise der Zuckerkrankheit (Diabetes) wird nachgesagt, zu einer vermehrten Entstehung von Furunkeln zu führen.

Um festzustellen, welches Bakterium die Infektion hervorgerufen hat, kann der Arzt einen Abstrich des Furunkels entnehmen. Dieser wird dann im Labor analysiert, um eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.

Die Symptome des Furunkels

Die Symptome des Furunkels sind anfangs kaum bemerkbar.
Unmittelbar nach dem Eindringen der Bakterien und am Anfang der Infektion treten keine Symptome auf.
Erst durch die Immunreaktion, also die Entzündung, kommt es zu den typischen Symptomen. Nach und nach bildet sich ein kleiner Pickel, welcher immer größer wird. Das liegt daran, dass durch die Entzündungsreaktion bestimmte Stoffe wie Histamin und Prostaglandine ausgeschüttet werden. Diese Entzündungsmediatoren bewirken eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit, die typische Rötung und eine Schwellung im betroffenen Hautareal.
Das Furunkel nimmt man dann als prallen, druckschmerzhaften Knoten wahr. Außerdem kommt es zu einer Eiterbildung im Bereich des Haarbalgs und in dem angrenzenden Hautgebiet. Der Eiter entsteht durch sogenannte proteolytische („auflösende“) Enzyme, welche das Gewebe um die Infektion herum „einschmelzen“. Nach und nach sammelt sich immer mehr Eiter an, welcher im Laufe der Zeit zur Hautoberfläche durchbricht. Am Ende entleert sich der Eiter an der Hautoberfläche und die Wunde verheilt anschließend unter Narbenbildung.

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Die Behandlung eines Furunkels der Brust

Die Behandlung des Furunkels besteht aus verschiedenen Komponenten, die von der Ausprägung des Furunkels abhängen.
In vielen Fällen ist es die beste Lösung, nicht an der betroffenen Stelle herumzudrücken und auf das Abheilen des Furunkels zu warten. Durch das Drücken am Furunkel besteht die Gefahr, dass sich die Bakterien in das umliegende Gewebe verteilen. Dadurch wird die Entzündung verstärkt und die Größe des Furunkels nimmt zu. Besteht der Furunkel jedoch länger und heilt nicht spontan ab, kann das Aufbrechen der Eiterbeule provoziert werden.

Dies ist beispielsweise mit warmen und feuchten Kompressen möglich. Diese weichen die Haut ein und ermöglichen so das Entleeren des Furunkels. Auch Zugsalbe wird häufig angewendet. Sie bewirkt eine erhöhte Durchblutung und wirkt entzündungshemmend. Im Zweifelsfall sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere, wenn das Furunkel über einen längeren Zeitraum besteht und nicht abheilt. Der Arzt kann das Furunkel in diesem Fall unter lokaler Betäubung mit einem kleinen Schnitt öffnen. Anschließend wird der Inhalt entfernt und die Wunde ausgespült. Meist folgt darauf eine gute Heilung. 

Lesen Sie mehr zu dem Them: Salbe bei einem Furunkel

Wie lange dauert die Heilung eines Furunkels

Wie lange ein Furunkel besteht hängt sehr stark von der Größe und den Behandlungsmaßnahmen ab. Eine pauschale Aussage über die Dauer zu treffen ist nicht möglich. Eine spontane Abheilung eines Furunkels kann zwischen Tagen und Wochen andauern. Die Dauer ist hierbei sehr davon abhängig, ob an der betroffenen Stelle gedrückt wird. Das kann dazu führen, dass die Abheilung noch länger andauert, da sich die Infektion ausbreiten kann. Sobald der Eiter jedoch entleert ist, dauert es in der Regel nur wenige Tage, bis die Wunde verheilt ist. Durch die Verwendung von Kompressen oder Zugsalbe wird die Reifung des Furunkels beschleunigt. Dadurch kann die Dauer um einige Tage verkürzt werden. Wird ein Arzt aufgesucht und das Furunkel aufgeschnitten, so ist mit einer schnellen Heilung von wenigen Tagen zu rechnen.

Lesen Sie auch den Artikel: Die Dauer eines Furunkels.

Ein Furunkel an der Brust durch Stillen

Ein Furunkel an der Brust kann durch das Stillen provoziert werden. Hier ist das Furunkel jedoch klar von einem Abszess oder einer Brustentzündung abzugrenzen.
Bei einem Furunkel handelt es sich nur um die Entzündung eines Haarbalg in der Haut. Ein Abszess beschreibt eine Eiteransammlung in einer Aushöhlung der Brust. Eine Brustentzündung wiederum ist eine Entzündung der Brustdrüsen. Die Brustentzündung (Mastitis) tritt sehr häufig durch das Stillen auf. Jedoch ist auch die Bildung eines Furunkels an der Brust durch Stillen möglich. Auch die weibliche Brust ist von kleinen Haaren überzogen. Befinden sich nun vermehrt Bakterien (insbesondere vom Typ Staphylokokkus aureus) auf der Haut, kann es zur Bildung eines Furunkels kommen. Durch das dauerhafte Stillen wird die Haut einer verstärkten Belastung durch Reibung ausgesetzt. Auch Tücher oder die Mundflora des Babys können das Bakterium Staphylokokkus aureus enthalten. Durch dieses Zusammenspiel von vermehrter Belastung und einer großen Zahl an potentiell kontaminierten Objekten kann es schneller zur Bildung eines Furunkels kommen. Es ist jedoch nicht bekannt, dass sich Furunkel beim Stillen eines Babys besonders häufig bilden. Häufiger ist beim Stillen die Brustentzündung (Mastitis), welche eine bakterielle Entzündung der Brustdrüse beschreibt.

Furunkel an der Brustwarze

Das Auftreten eines Furunkels an der Brustwarze beschränkt sich meist auf die Region um den Warzenhof herum.
Der Warzenhof ist die haarlose, etwas dunklere Region, welche die Brustwarze umgibt. Um den Warzenhof herum finden sich meistens viele Haarfollikel. Da das Furunkel ja nur an Haarbälgen auftritt, ist besonders die behaarte Region um den Warzenhof gefährdet. Das trifft sowohl auf Männer als auch auf Frauen zu.
Bei Männern ist die Brustbehaarung zwar stärker ausgeprägt, jedoch sind auch bei Frauen Brusthaare vorhanden, auch wenn diese kaum sichtbar sind. Kommt es nun zu einem Furunkel neben der Brustwarze, ist der Verlauf und die Therapiemöglichkeiten in der Regel identisch mit der Behandlung an anderen Hautstellen. An der Brustwarze an sich kann kein Furunkel entstehen, da sie nicht behaart ist. Kommt es zu einer Entzündung der Brustwarze, hängt dies vermutlich mit einer kleinen Wunde zusammen und ist nicht als Furunkel zu benennen. Diese Entzündung der Brustwarze kann beispielsweise beim Stillen oder durch einen Piercing hervorgerufen werden. Sie hängt jedoch nicht mit den Haarfollikeln zusammen.

Furunkel an der Brust beim Mann

Auch bei der männlichen Brust kann es zu Furunkeln kommen. Ein großer Risikofaktor ist die Rasur der Brustbehaarung. Wird nach der Rasur nicht ausreichend desinfiziert, gelangen Bakterien in die Haarfollikel und es kommt zu Entzündungen und Furunkeln. Bei einer gründlichen Desinfektion werden die verantwortlichen Bakterien abgetötet und die Gefahr eines Furunkels wird reduziert. Man könnte mutmaßen, dass Männer ein erhöhtes Risiko haben, ein Furunkel an der Brust zu entwickeln. Der Grund dafür wäre die verstärkte Brustbehaarung, welche ja den Angriffspunkt für die Bakterien darstellt. Jedoch ist die Brustbehaarung bei Männern keine Neubildung von Haaren sondern eine Umwandlung der schon vorhandenen Haare. Das heißt, dass kleine Härchen in stärkerer Haare umgewandelt werden. Aus diesem Grund besitzen Männer und Frauen also eine ähnliche Anzahl an Haarfollikeln auf der Brust. Somit ist das Risiko der Bildung eines Furunkels ähnlich hoch.

Wie gefährlich kann ein Furunkel an der Brust werden?

Ein Furunkel der Brust an sich ist in der Regel nicht gefährlich. An anderen Körperregionen ist das auftreten eines Furunkels gefährlicher. Beispielweise im Gesicht kann die falsche Behandlung eines Furunkels verheerende Folgen haben.
Meistens heilen Furunkel spontan ab und haben keine negativen Folgen für den Betroffenen.
An der Brust sollte jedoch trotzdem nicht an dem Furunkel gedrückt werden, da sich die Entzündung und Ausbreitung der Infektion verschlimmern kann.
Außerdem könnten Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und damit eine Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen. Dieser Fall ist jedoch sehr selten. Man kann also sagen, dass man bei einer sachgemäßen Behandlung keine gefährlichen Folgen zu befürchten hat.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 24.04.2019
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