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Hausmittel gegen Zahnfleischbluten

Einleitung

Oft ist Zahnfleischbluten nur ein akutes Problem. Die Ursache sind zwar eventuell Bakterien, die Krankheit ist aber noch nicht dermaßen etabliert, dass man starke Medikamente bräuchte. Deshalb helfen folgende Hausmittel zur Erstbekämpfung zu Hause. Sollte das Zahnfleischbluten aber sich innerhalb der nächsten 2 Tage nicht erholen, sollte man einen Zahnarzt aufsuchen, da eventuell größere Probleme die Ursache sein könnten.

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In vielen Heilkräutern und Hausmitteln sind Öle enthalten. Öle sind langkettige Fettsäuren und können gut an Bakterien binden. Deshalb bekämpfen ätherische Öle allesamt Krankheitserreger wie Pilze, Viren und Bakterien. Ihre Aktivität ist mehr oder weniger stark. Deswegen eignen sich einige Öle eher zur Bekämpfung bei einer Zahnfleischentzündung mit Zahnfleischbluten.

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Salbeitee

Salbeitee hat eine desinfizierende Wirkung. Im Salbeitee sind Gerbstoffe und Bitterstoffe, die sich beim Aufgießen herauslösen. Gerbstoffe haben eine kräftigende Wirkung auf die Schleimhäute und verdichten die Oberfläche, sodass die Keime erschwerter in Zahnfleisch eintreten können.

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In den ätherischen Ölen des Salbeis befinden sich Stoffe wie Cineol und Camphen. Sie töten Keime ab und sind dadurch Entzündungshemmer. Salbei ist bekannt für seine adstringierende Wirkung. Das bedeutet, dass sich das Zahnfleisch zusammenzieht und dadurch weniger blutet. Ausserdem mildert Salbei Stress, was ein Grund für das Zahnfleischbluten sein kann. Salbeitee lindert darüber hinaus zusätzlich Schmerzen im Halsbereich. Ist der Hals keimfrei, ist das eine gute Vorraussetzung, um weitere Bakterien im Mundraum zu bekämpfen. Ansonsten ist es für Bakterien ein leichtes Spiel, aus dem Hals in den Mundbereich zu wandern, und dort das Zahnfleisch anzugreifen.

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Kamillentee

Der Vorteil von Kamillentee ist, dass er sowohl antibakteriell, als auch antiviral wirkt. An einer Entzündung sind zwar nur Bakterien beteiligt. Liegt allerdings zusätzlich ein Infekt durch Viren vor, hat der Körper durch den Kamillentee mehr Kraft, die Bakterien der Zahnfleischblutung zu bekämpfen. Außerdem gilt Kamille als immunstimulierend und unterstützt somit die Bekämpfung.

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Inhaltsstoffe verlangsamen das Bakterienwachstum und Wachstum von Pilzen. Einige Stoffe aus der Kamille beschleunigen die Wundheilung. Da beim Zahnfleischbluten das Zahnfleisch tausendfache kleine Risse hat, durch die es blutet, ist es von Vorteil, wenn diese durch Kamille verschlossen werden können. Dafür verantwortlich sind vor allem die Schleimstoffe. Da Kamillentee als Aufguss prozentual nur wenig dieser Heilstoffe enthält, ist die Wirkung nicht so stark. Bein stärkerem Zahnfleischbluten, hilft zum Beispiel Propar, ein Konzentrat aus Bienenkittharz, Arnika und Kamillenextrakten.

Vitamin C

Eine Studie hat ergeben, dass bei Vitamin C Mangel, die Tendenz zum Zahnfleischbluten erhöht ist. Die Probanden wurden dabei für 90 Tage isoliert. Bis auf Vitamin C wurden alle Nährstoffe in ausreichender Form gegeben. Mit der Zeit fielen die Plasmakonzentrationen von Vitamin C auf unter 15 ymol/L. Das kommt daher, dass sie statt den empfohlenen 1000 mg Vitamin C pro Tag nur 5 mg erhalten haben. Das heißt, das der Vitamin C Mangel sehr erheblich sein muss, um ein Zahnfleischbluten auszulösen.

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In diesem Fall kommt das Zahnfleischbluten nicht von einer Peridontitis oder von Bakterien, sondern von der Instabilität der Gefäße und des Gewebes. Denn aufgrund von Vitamin C Mangel, arbeiten einige Vitamin- abhängige Enzyme verlangsamt. Bei der Krankheit Scorbut kommt es auch zu Zahnfleischbluten. Allerdings ist die Krankheit heutzutage nicht mehr Thema unserer Gesellschaft ist. Wer aber trotzdem Angst vor einer Erkrankung hat, kann zur Kontrolle seinen Vitamin C Haushalt bestimmen lassen.

Myrrhetinktur

Die Tinktur besteht aus Myrrhe und Alkohol. Das Verhältnis ist 1 Teil Myrrhe auf 5 Teile 90%iges Ethanol. Alleine durch das Ethanol werden Erreger, die für eine Zahnfleischentzündung verantwortlich sind abgetötet. Durch Auftragen von der hochprozentigen Alkoholtinktur, ist es für Bakterien schwerer, an der Oberfläche des Zahnfleisches zu haften. Auch das Gurgeln und Spülen des Mundes, tötet rundum Bakterien ab. Ein Inhaltsstoff der Myrrhetinktur weist analgetische Effekte auf. Der Stoff bindet an Opioidrezeptoren und mildert Schmerzen.

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Außerdem ist nachgewiesen, dass die Stoffe das Wachstum von Bakterien hemmt. Myrrhe selbst enthält besondere ätherische Öle. Das besondere an den Ölen ist, dass sie Fette, die auf der Bakterienmembran vorkommen lösen. Dadurch zerstören sie die Wände von Bakterien und können das Bakterium von Innen beeinflussen. Entweder Hemmen sie die Vermehrung des Bakteriums, oder sie verändern das Erbgut dermaßen, dass das Bakterium abstirbt. Ein weiterer Effekt von Myrrhe ist die verbesserte Wundheilung. Bei Zahnfleischbluten ist das Zahnfleisch durch viele kleine Mikrorisse im Gewebe zerstört. Myrrhe fördert indirekt die Zellerneuerung und somit das heilen der Gefäße und der Schleimhaut.

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Beinwellwurzeln

Der in den Beinwellwurzeln enthaltende Wirkstoff Allantoin fördert die Wundheilung und Geweberegeneration. Wie oben beschrieben, werden die kleinen Risse im Gefäß und im Zahnfleisch so schneller geheilt. Weitere Inhaltstoffe, die von pharmazeutischer Bedeutung sind, sind Cholin, ätherische Öle und Gerbstoffe. Die Gerbstoffe haben eiweisbindende Eigenschaften und bilden eine Schutzschicht auf der Schleimhaut, sodass sie die Blutung stoppen.

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Eigentlich sollte Beinwell in Form von Pasten und Tinkturen nur äußerlich angewendet werden und sollte nicht in Kontakt mit Schleimhäuten geraten. Vor allem weil in jeder Pflanze ein unterschiedlich starker Gehalt an toxischen Pyrrolizidinalkaloiden enthalten ist. Eine sichere Möglichkeit, die Wirkstoffe von Beinwell zu nutzen, ist sie in Form von Tee aufzunehmen. Ansonsten darf eine Tinktur nur mit viel Wasser verdünnt als Mundspülung eingenommen werden. Sie sollte aber nicht geschluckt werden.

Teebaumöl

Die wichtigen Stoffe im Teebaumöl sind Terpinen und Cineol. Sie sind zwar bakterizid, allerdings kann Terpinen allergieauslösend sein. Ausserdem sollte Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermieden werden. In starker Verdünnung kann es als Mundspülung und zum gurgeln verwendet werden. Dazu gibt man 5 Tropfen Teebaumöl in ein Glas und verdünnt dies mit Wasser. Wer eine Munddusche besitzt, kann das Öl auch in die Munddusche füllen und gezielt an die empfindlichen Stellen sprühen. Im Zuge des Zähneputzen, kann man auch einen Tropfen auf die Zahnpasta geben und damit die Zähne und das Zahnfleisch reinigen. Zur Beruhigung des Zahnfleisches eignet sich auch ein Dampfbad. Dabei ist es wichtig, den heißen Dampf durch den Mund einzuatmen, sodass die Inhaltsstoffe ans Zahnfleisch gelangen.

Gänsefingerkraut

Gänsefingerkraut ist ein Adstringens, das bedeutet es hat eine zusammenziehende Wirkung. Werden Gefäße zusammengezogen, verschließen sich die kleinen Risse, durch die es durchblutet. Gänsefingerkraut ist also indirekt blutstillend. Adstringenzien sind zudem noch antibakteriell und somit entzündungshemmend. Auf der Zahnfleischoberfläche wirken Gerbstoffe aus dem Kraut heilend, indem sie die Oberfläche durch einen dünnen schleimigen Film verdichten.

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Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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