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Hautausschlag durch Milch

Einleitung

Hautreaktionen treten in 50 -70 % der Fälle im Rahmen einer Milchallergie auf. Sie können sich in Form von einer Verschlechterung einer bereits bestehenden Neurodermitis äußern, aber auch als Hautausschläge und Ekzeme oder durch allgemeinen Juckreiz. Diese Symptome sind besonders typisch bei Babys und Kleinkindern und sind bei diesen auch ausgeprägter als beim Erwachsenen.

Ursachen

Ursache eines Hautauschlages durch Milch kann eine Milchallergie sein. Hierbei wird durch das Milcheiweiß eine allergische Reaktion ausgelöst. Dabei kann die Allergie auf unterschiedliche Milcheiweiße auftreten. Typische Allergene sind Kasein, ß-Laktoglobulin, alpha-Laktalbumin, selten sind Serumalbumin und Immunglobuline.

Nur die Eiweiße in der Milch können eine Allergie auslösen, die Fette und der Milchzucker (Laktose) hingegen sind nicht allergieauslösend. Die Allergie wird meist durch ein Überreaktion des Körpers gegen eine bestimmte Substanz ausgelöst und durch den Antikörper IgE vermittelt. Die Allergie wird häufig bei Kindern festgestellt, welche nicht oder nicht lange genug gestillt werden. Lesen Sie mehr dazu unter: Stillen-das sollten Sie beachten

Welche Symptome können außer des Hautausschlags noch auftreten?

Weitere Symptome sind vor allem Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Dabei kommt es meist innerhalb von wenigen Stunden nach Milchkonsum zu Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und selten auch Erbrechen. Ganz selten können auch Atemwegsreaktionen auftreten, wie zum Beispiel Asthma, chronischer Schnupfen oder wiederkehrende Lungenentzündungen.

Diagnose

Für die Diagnose ist die Befragung des Patienten besonders wichtig. Es wird erfragt, wie oft, wie lang und nach welchen Mahlzeiten die Symptome auftreten und ob irgendetwas dagegen hilft. Es kann auch helfen ein Ernährungstagebuch anzufertigen.

Wird der Verdacht auf eine Milchallergie erhärtet, wird meist ein 2 bis 4- wöchiger Verzicht auf Kuhmilch angeordnet, um dies zu bestätigen. Zuletzt wird eine Provokation durchgeführt. Dabei wird dem Patienten Milch direkt zugeführt unter Aufsicht eines Arztes und die Reaktion abgewartet.

Außerdem kann hier auch ein Pricktest (Hauttest) durchgeführt werden. Dabei wird das Allergen (Milch) auf die Haut gegeben und bei einer Allergie kommt es dann zu einer lokalen Reaktion. Eine weitere Möglichkeit sind Intrakutan-Tests. Hierbei wird eine Lösung mit dem Allergen vom Arzt direkt in die Haut gespritzt. Bei Allergie kommt es zu einer Rötung und Schwellung.

Milchallergie

Die Milchallergie oder auch Milcheiweißallergie ist eine Überreaktion des Körpers gegen Eiweiße, die in Kuhmilch vorhanden sind, hauptsächlich Kasein und beta-Laktoglobulin. Sie tritt meist bei Kleinkindern und Babys auf und kann in den ersten zwei Lebensjahren auch wieder von selbst abheilen .
Auch Erwachsene können an dieser Allergie leiden. Bei ihnen tritt die Allergie zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf und ist bei Frauen häufiger als bei Männern.

Die Symptome sind bei Kindern hauptsächlich Hautausschläge und Jucken, sowie Magen-Darm-Beschwerden. Bei Erwachsenen treten meist mehrere Symptome auf, vor allem Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, an den Atemwegen und an der Haut. Wie bei allen Allergien kann es auch bei der Milchallergie in seltenen Fällen auch zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Die Betroffenen können meist nur auf Milchprodukte verzichten, um ihre Situation zu verbessern.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: 

Milchunverträglichkeit bzw. Laktoseunverträglichkeit

Die Milchunverträglichkeit oder auch Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegen den Milchzucker Laktose, der auch in Milch enthalten ist. Sie entsteht dadurch, dass der Körper nicht genug des Enzyms Laktase hat, welches Milchzucker spaltet und dafür sorgt, dass der Körper ihn aufnehmen kann. Ohne dieses Enzym kann der Milchzucker also nicht mehr gespalten und aufgenommen werden.

Die Betroffenen haben hauptsächlich Magen-Darm-Beschwerden. Hier treten besonders Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen oder auch Verstopfungen auf. Seltener könne auch Kopfschmerzen und andere Symptome auftreten. Die Laktoseintoleranz lässt sich zwar nicht behandeln, aber die Betroffenen können das Enzym Laktase z.B. in Tablettenform einnehmen, bevor sie Milchprodukte zu sich nehmen, um die Symptome zu lindern.

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Behandlung des Hautausschlags durch Milch

Es gibt bislang weder für die Milchallergie noch für die Milchunverträglichkeit eine heilende Therapie. Die Behandlung der Symptome, wie auch des Hautauschlags, besteht lediglich in dem Verzicht auf milchhaltige Lebensmittel. Die betroffenen müssen ihre Ernährung komplett umstellen und auf Milch, Joghurt, Butter, Quark, Sahne, Käse und ähnliches verzichten.

Dabei ist wichtig, dass man darauf achtet, dass man andere wichtige Inhaltsstoffe von Milchprodukten, wie zum Beispiel Calcium, weiterhin zu sich nimmt. Dafür helfen zum Beispiel Calcium-Tabletten. Außerdem ist es wichtig besonders bei Kindern die milchlose Diät auf 6-8 Monate zu beschränken, da Kinder nach gewisser Zeit oft wieder anfangen Milch zu vertragen .

Bei der Milchunverträglichkeit (Milchzuckerunverträglichkeit) gibt es außerdem die Möglichkeit Laktase-Tabletten zu sich zunehmen vor dem Verzehr von Milch- oder Laktose (Milchzucker)-haltigen Lebensmitteln. Dies stellt zwar keine Therapie dar, aber zumindest eine Möglichkeit, die Lebensmittel trotzdem zu essen. Bei besonders schlimmem Hautausschlag kann dieser symptomatisch mit Cremes oder Salben behandelt werden, bis hin zur Cortisonsalbe.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten finden Sie unter: Hausmittel gegen Hautausschlag

Wie lange dauert ein Hautausschlag durch Milch?

Die Allergie tritt meist bei Kindern auf und kann von selbst innerhalb weniger Monate abklingen. Noch bis zum 2. Lebensjahr kann die Allergie spontan ausheilen. Je nachdem, ob es sich um eine Früh- oder Spätreaktion handelt, kann der Hautausschlag innerhalb von 2 Stunden nach Milchaufnahme bis 48 Stunden nach Milchaufnahme auftreten.

Hautausschlag beim Baby durch Milch

Bei Babys ist der Hautausschlag ein sehr häufiges Symptom einer Kuhmilchallergie. Außerdem haben sie oft anhaltenden Husten, Ekzeme, Atemgeräusche, Schreien und Koliken, eine laufende Nase, Nesselsucht, Reflux, Schlafprobleme, untröstliches Weinen und vieles andere. Allerdings sind dies alles sehr unspezifische Symptome und sie können daher auch Symptome vieler anderer Ursachen bzw. Erkrankungen sein.

Generell haben Babys häufig Ausschläge, die zum Teil nicht schlimm sind, sondern nur dadurch entstehen, dass die Kinder noch eine sehr empfindliche Haut haben. Besonders Babys, die gefährdet sind und mit normaler Säuglingsnahrung gefüttert werden oder Babys, die zu früh Zusatznahrung bekommen oder solche, die gar nicht gestillt wurden, entwickeln wahrscheinlicher eine Allergie.

Kinder, die allergisch gegen Milch sind, können trotzdem gestillt werden oder mit extrem hydrolysierter Nahrung gefüttert werden. Beides soll auch vor der Entwicklung einer Allergie schützen. Bei Babys und Kleinkindern reicht es in der Regel als Therapie einer Allergie aus, die Kuhmilch für ein paar Monate wegzulassen. Meist entwickeln sie dann einer Toleranz und vertragen Milch und Milchprodukte wieder sehr gut

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Hautausschlag im Gesicht

Hautausschläge durch Allergien zeigen sich im Gesicht meist als Quaddeln. Diese jucken meist stark und sind oft mit Flüssigkeit gefüllt. Außerdem können auch Angioödeme auftreten. Dies sind Schwellungen, die unter anderem im Gesicht auftreten können. Sehr starke allergische Ausschläge im Gesicht können gefährlich werden, da sie sich in den Mund-Rachen-Raum ausbreiten können. Dort können sie dazu führen, dass die Atemwege zu schwellen und es zur Luftnot kommt.

Lesen Sie weiter unter: Hautausschlag im Gesicht

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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