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Kapselriss am Sprunggelenk

Definition

Das Sprunggelenk ist einer hohen Gewichtsbelastung ausgesetzt und damit anfällig für Verletzungen und starke Krafteinwirkungen. Bei einem Riss der Gelenkkapsel handelt es sich um ein sehr schmerzhaftes Krankheitsbild, das unter Umständen auch nach langer Zeit noch Bewegungseinschränkungen hervorrufen kann.

Ursachen

Die primäre Ursache eines Kapselrisses ist eine starke plötzliche Gewalteinwirkung, ausgelöst durch kräftige Druck- oder Zugbelastungen aber auch durch Schläge oder Stöße auf das Gelenk. Zu diesen Gewalteinwirkungen kann es im Sport, bei schweren körperlichen Arbeiten aber auch im Alltag kommen. Eine typische Verletzung im Sport und Alltag ist das Umknicken des Fußes. Das hierbei beteiligte Band ist auch ein Teil der äußeren Sprunggelenkskapsel und kann bei einem Riss auch die Kapsel beschädigen.

Für das Sprunggelenk besonders belastende Sportarten sind Basketball, Fußball oder Sprungsportarten. Auch Wandern auf unebenen Wegen kann ein Risiko für das Sprunggelenk darstellen. In manchen Fällen kann das Bindegewebe der Sprunggelenkskapsel durch andere Vorerkrankungen vorgeschädigt sein. Bindegewebsschwächen können genetisch bedingt oder erworben sein. Auch eine extreme Bewegungsarmut, zum Beispiel nach einer Verletzung des Fußes oder des Beins kann die Kapsel anfälliger für Verletzungen machen.

Symptome

Das wichtigste Symptom bei einem Kapselriss am Sprunggelenk ist der Schmerz. Dieser tritt unmittelbar mit der Verletzung auf und ist nur schwer lokalisierbar, dumpf und pochend im Bereich der Knöchel. Kurz darauf entwickeln sich eine Schwellung und Rötung im Bereich der Knöchel, die auf den Bluterguss hindeuten. Der Fuß fühlt sich dabei sehr warm an. Der Bluterguss verfärbt sich nach wenigen Tagen blau, nach wenigen Wochen schließlich grün und gelb, was darauf hindeutet, dass er sich abbaut. Der dumpfe, pochende Schmerz entwickelt sich nach wenigen Tagen zu einem gut lokalisierbaren, stechenden Schmerz bei Bewegung. In seltenen Fällen kann es zu Fehlstellung des Fußes im Sprunggelenk kommen. Dies deutet stark auf eine knöcherne Beteiligung der Verletzung hin.

Schmerzen nach einem Kapselriss am Sprunggekenk

Der Schmerz ist das Hauptsymptom des Kapselrisses am Sprunggelenk. Er besteht häufig über die gesamte Erkrankungsdauer und kann auch darüber hinaus noch chronisch bestehen bleiben. Beim Kapselriss kommt es zu Schäden an beiden Blättern der Gelenkkapsel aber auch am Gelenkknorpel und dem Knochen selbst. Diese Strukturen und insbesondere die innere Schicht der Gelenkkapsel sind enorm schmerzempfindlich.
Nach wenigen Minuten bildet sich zusätzlich eine Schwellung aus, die wiederum auf die schmerzempfindlichen Strukturen drückt. In den folgenden Wochen entwickelt sich der Schmerz zu einem stechenden und bewegungsabhängigen Schmerz, sodass die wichtigste Maßnahme die Ruhigstellung des Sprunggelenks ist. Die Schmerzen können mit Schmerzmedikamenten reduziert werden, damit nach etwa 2 Wochen ein leichter Bewegungsaufbau möglich ist.

Lesen Sie weitere Informationen zu diesem Thema unter Schmerzen im Sprunggelenk

Schwellung

Da es sich bei einem Kapselriss um eine ausgedehnte Verletzung durchbluteter Bindegewebe handelt, kommt es auch immer zu einer Verletzung kleinerer Blutgefäße. Die Blutgefäße selbst können sich problemlos regenerieren, unmittelbar nach dem Verletzungsereignis jedoch können kleinere Blutungen im Gelenk stattfinden, die unangenehme Schwellungen verursachen. Eine ausgeprägte Schwellung schränkt die Bewegung des Sprunggelenks maßgeblich ein, verschlimmert bestehende Schmerzen und kann sich negativ auf die Heilungsdauer auswirken. Um die Blutung aus den kleinen Gefäßen frühzeitig nach dem Trauma zu stoppen, sollten schnellstmöglich eine Hochlagerung, Kompression und Kühlung des Fußes erfolgen.  

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Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
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Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.
Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
In die Reihe der "schnellen Messerzücker" möchte ich mich nicht einreihen.
Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Knochenabsplitterung beim Kapselriss am Sprunggelenk

Das obere Sprunggelenk muss einen Großteil des Körpergewichts und kräftige Bewegungen der Unterschenkel und Füße aushalten. Um das Gelenk ausreichend zu stabilisieren, wird es von vielen straffen Bändern umgeben, die auch an der äußeren Hülle der Gelenkkapsel beteiligt sind. Die Bänder setzen an den Knöcheln der Unterschenkelknochen und am Fuß an. Bei schweren Zugbelastungen im Rahmen eines Unfallereignisses können die Bänder ausreißen und dabei sogar zu Knochenabsplitterungen führen. Am häufigsten ist dabei der Außenknöchel bei einem Umknicktrauma betroffen. Mit einem Röntgenbild müssen Knochenbeteiligungen ausgeschlossen werden, da diese eine deutlich höhere Instabilität im Gelenk zur Folge haben. Auch die Therapie ändert sich bei einer Knochenfraktur. Hier müssen der Knochen und das betroffene Band häufig operativ wieder fixiert werden.

Diagnose

Die Diagnosestellung eines Kapselrisses am Sprunggelenk erfolgt in den meisten Fällen lediglich auf Grundlage der ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Eine starke Schwellung nach einem Unfall, die mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht, deutet auf eine Verletzung der Bänder und Strukturen der Gelenkkapsel hin.
Dennoch sollte zusätzlich bei gravierenden Verletzungen ein Röntgenbild angefertigt werden, da beim Sprunggelenk die erhöhte Gefahr einer Knochenbeteiligung besteht. Im Gegensatz zu anderen Gelenken hat eine Beteiligung von Knochenfragmenten des Unterschenkels oft eine Operation zur Folge. Unter Umständen kann auch ein MRT Bild angefertigt werden, um die Verletzung besser beurteilen zu können.

MRT vom Sprunggelenk

Die MRT Untersuchung ist nur in seltenen Fällen notwendig.
Eine klinische Untersuchung, sowie eine Röntgenkontrolle auf Beteiligungen des Knochens reichen oft aus, um die Diagnose Kapselriss zu stellen.
Das MRT kann insbesondere Weichteile hochauflösend darstellen und ist somit gut geeignet, um Kapselschäden, Schwellungen, Bänderrisse und viele weitere Verletzungen der Weichteile am Sprunggelenk beurteilen zu können.
Jedoch handelt es sich um ein eher aufwendiges und teures diagnostisches Verfahren, das in den meisten Fällen keine Therapieänderung zur Folge hat und somit überflüssig ist. Bei lange bestehenden Beschwerden kann die MRT Untersuchung wichtige Hinweise auf unerkannte Schäden am Bandapparat des Sprunggelenks liefern.

Weiter Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: MRT vom Sprunggelenk

Behandlung

Der wichtigste Teil der Behandlung findet innerhalb der ersten zwei Tage nach dem Unfallereignis statt. Um die Heilungsdauer, den Schmerz und die Schwellung zu verringern, sollte sofort mit einer Ruhigstellung, Kühlung, Kompression und Hochlagerung des Fußes begonnen werden. Durch diese Maßnahmen können kleinere Blutungen früher stoppen, wodurch die Schwellungen geringer ausfallen. Die Ruhigstellung kann am Sprunggelenk mithilfe von Schienen, Bandagen und Tapes erfolgen.

Auch in den folgenden Wochen stellen die Schonung und Ruhigstellung die wichtigsten Maßnahmen der Behandlung dar. Die Schwellung erfordert Zeit, um sich zu resorbieren und der Kapselriss kann mehrere Wochen der Heilung benötigen. Um die Schmerzen zu lindern und einen langsamen Muskel- und Bewegungsaufbau ermöglichen zu können, sollten ausreichend Schmerzmedikamente eingenommen werden.

Tapeverband

Das Sprunggelenk ist ein kräftiges Gelenk, das viel Körpergewicht trägt. Bei Verletzungen wie einem Kapselriss sollte es geschont und ruhiggestellt werden, was mit einem Tapeverband nur teilweise möglich ist. Zum Einsatz kommen starre und elastische Tapeverbände. Sie können unter Anleitung eines Arztes oder Physiotherapeuten am Sprunggelenk angebracht werden und die Gelenkführung und Bewegungen schienen.
Ein starrer Tapeverband hat dabei deutlich stärkere schienende Wirkungen. Die Wirkungen des Tapes liegen darin, Bewegungen bewusster auszuführen, schnelle Bewegungen und Überdehnungen im Gelenk zu verhindern und die Muskelaktivität des Gelenks bei Bewegungen zu fördern. Ein Tapeverband nach einem Kapselriss bietet sich insbesondere nach wenigen Wochen der bereits erfolgten Heilung an, um Bewegungen langsam und bewusst wieder zuzulassen und aufzubauen.

Lesen Sie mehr zum Tapen auf unserer Seite Tapen des Sprunggelenks

Schiene

Für das Sprunggelenk gibt es verschiedene Schienen, die vor allem in der frühen Behandlung des Kapselrisses zum Einsatz kommen können. Eine Schiene ist starr und kann das Gelenk somit bei einem akuten Kapselriss ruhigstellen und Bewegungen verhindern. Viele Schienen können so eingestellt werden, dass gewisse Bewegungen zugelassen werden. Dadurch können mit der Schiene sowohl die anfängliche Schonung, als auch ein langsamer Bewegungsaufbau kontrolliert durchgeführt werden.

Sprunggelenksbandage

Die Bandage stellt eine weitere Therapiemöglichkeit zur Ruhigstellung des Sprunggelenks dar. Bandagen sind in den meisten Fällen aus einem elastischen, weichen Stoff gefertigt. Ihre Hauptaufgaben liegen in der Ruhigstellung, der Verlangsamung der Bewegungen und dem Bewusstwerden der Muskulatur und einzelner Bewegungen im Gelenk. Insgesamt hat die Bandage eine deutlich geringere Ruhigstellung zur Folge als eine Schiene oder ein starrer Tapeverband. Deshalb sollte die Bandage bei einem Kapselriss lediglich nach wenigen Wochen zur weiteren Therapie oder zur Prophylaxe erneuter Verletzungen eingesetzt werden.

Lesen Sie mehr hierzu auf unserer Seite Sprunggelenksbandage

Wann ist eine OP nötig?

Ein Kapselriss muss nur selten operiert werden. Im Regelfall heilt die Kapsel von selbst aus, sodass auch eine vollständige Wiederherstellung der Bewegung möglich ist. Bei Knochenbeteiligungen muss jedoch gegebenenfalls eine Operation erfolgen. Am Sprunggelenk wird die Gelenkkapsel unter anderem von diversen Bändern und Muskeln gebildet, die an Bewegungen des Unterschenkels und Fußes beteiligt sind. Bei starken Zugbelastungen an den Bändern können unter Umständen wichtige Knochenanteile absplittern, die für die Stabilität im Sprunggelenk verantwortlich sind. Diese müssen in vielen Fällen operativ durch Schrauben oder Platten fixiert werden. Auch die gefürchtete Sprunggelenksfraktur, ein Bruch des Wadenbeins, muss aufwendig operativ behandelt werden, um die Stabilität zu gewährleisten.

Dauer der Heilung

Die Dauer der Heilung kann unterschiedlich ausfallen und lässt sich nur schwer abschätzen. Das Ausmaß der Verletzung kann stark variieren und damit Einfluss auf die Symptome, die Therapie und die Heilungsdauer nehmen. Ein Kapselriss kann ein sehr langwieriges Krankheitsbild sein, da die Verheilung des Bindegewebes nur langsam fortschreitet und die vollständige Beweglichkeit des Gelenks häufig erst nach Monaten wieder erreicht werden kann.
Ein leichter Kapselriss kann schon innerhalb einiger Tage schmerzfrei sein. Bei einem aufwendigen Riss der Gelenkkapsel kann es jedoch zu wochenlangen Beschwerden kommen. Von einer vollständigen Heilung kann häufig erst nach 2-3 Monaten gesprochen werden. Eine Knochenbeteiligung kann die Erkrankung zusätzlich in die Länge ziehen. Häufig müssen operative Therapien erfolgen, die eine langwierige Rehabilitation nach sich ziehen. In seltenen Fällen kann der Kapselriss die Grundlage für chronische Beschwerden und Erkrankungen des Gelenks sein.

Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit richtet sich nach dem persönlichen Befinden und der Einschränkung am Arbeitsplatz, die durch die Verletzung entsteht. In den meisten Fällen erfolgt zunächst eine Krankschreibung von 1-2 Wochen, um die Akutbehandlung abzuschließen und die Schmerzen zu reduzieren. Auch die Bewältigung des Alltags sollte trotz der Verletzung am Sprunggelenk möglich sein.
Bürotätigkeiten können oft schon nach diesen zwei Wochen wieder aufgenommen werden, da die Arbeit durch die Verletzung nicht eingeschränkt wird. Ausgeprägte Schmerzen können jedoch ein Verhinderungsgrund sein. Körperliche Arbeiten müssen in vielen Fällen deutlich länger pausiert werden. Die Tätigkeit sollte erst dann wieder begonnen werden, wenn eine Schmerzfreiheit und uneingeschränkte Bewegung und Berufsausübung bestehen. Die Krankschreibung kann zunächst von einem Arzt ohne Einschränkungen des Gehalts für 6 Wochen ausgestellt werden. In einigen Fällen müssen bei körperlichen anstrengenden Berufen Wiedereingliederungsmaßnahmen vollzogen werden, bei denen die Arbeit nach der Verletzung langsam wieder gesteigert wird.

Was können die Spätfolgen sein?

Kapselrisse können sich trotz konservativer oder operativer Therapie sehr langwierig gestalten. Am Ende sind eine vollständige Schmerzfreiheit und uneingeschränkte Gelenkfunktion jedoch sehr wahrscheinlich. Bei vielen Betroffenen kann es noch über längere Zeiträume zu Einschränkungen bei Streck- und Beugungsbewegungen im Sprunggelenk kommen. Eine konsequente Physiotherapie kann Bewegungseinschränkungen in der Heilungsphase verhindern.
Durch den Kapselriss können unbemerkt Schäden an Knochen und Knorpel des Gelenks entstehen. Diese verursachen oft keine Beschwerden und können über Jahre hinweg einen Verschleiß des Gelenks bewirken. So kann sich nach vielen Jahren eine Arthrose aufgrund eines Kapselrisses am Sprunggelenk schmerzhaft bemerkbar machen. Die Arthrose stellt eine typische und chronische Spätfolge von Gelenksverletzungen dar.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.06.2019
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