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Karbunkel

Definition

Als Karbunkel, auch Eiterbeule genannt, bezeichnet man eine Entzündung mehrerer benachbarter Haarbälge. Ein Karbunkel kann sich aus einer Entzündung eines einzelnen Haarbalges entwickeln,was als Furunkel bezeichnet wird, welche dann auf andere Haare übergreift und diese sich als Folge ebenfalls entzünden.
Karbunkel können überall am Körper auftreten wo Haare sind. Sie treten jedoch vor allem im Gesicht oder im Gesäßbereich auf und können äußert schmerzhaft sein.

Heilt die entzündete Stelle aus kommt es meist zur Heilung mit Narbenbildung. Es ist dringend davon abzuraten die Karbunkel selbst auszudrücken oder sonst irgendwie selbst zu manipulieren, da die Entzündung dadurch meist nur noch schlimmer wird und die Narbenbildung so meist viel schlimmer ausfällt.

Symptome eines Karbunkels

Die Symptome eines Karbunkels sind die üblichen Infektionszeichen. Dazu gehören:

  • Überwärmung
  • Schmerzen
  • Rötung und
  • Schwellung

Außerdem kann mein einen derben Knoten tasten, der meist als gelber Eiterpropf schnell sichtbar wird. Um den Eiterknoten finden sich eine überwärmte, gerötete Haut. Die Umgebung und der Knoten sind meist schmerzhaft. Auch kann Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Mattigkeit und Müdigkeit auftreten. Es können auch geschwollene Lymphknoten in der Umgebung auftreten, auch sie können Schmerzen bereiten, sind aber meist nur druckschmerzhaft und bereiten meist keine Probleme.

Der Eiterpfropf entleert sich meist von alleine wenn er aufplatzt. Es kann allerdings ein paar Tage dauern bis der Eiterpropf von alleine aufplatzt. Man sollte jedoch trotzdem nie versuchen selbst an dem Karbunkel zu manipulieren, auch wenn das Karbunkel schon aufgeplatzt ist.

Therapie eines Karbunkels

Je nach Größe und Lage des Karbunkel gibt es eine konservative oder operative Möglichkeit. Meist müssen Karbunkel jedoch chirurgisch entfernt werden, bzw. aufgeschnitten, um den Eiter zu entfernen und mit Antibiotika behandelt werden.

Eine Operation ist in den meisten Fällen die einzige Möglichkeit ein Karbunkel zu heilen, da Zugsalben oder andere Cremes oft nicht zu einer Abheilung führen. Diese helfen meist nur wenn es sich um einzelne Haarbälge handelt, also um Furunkel.
Die Operation eines Karbunkels wird normalerweise nicht in Narkose durchgeführt, sondern in einer sogenannten Lokalanästhesie (örtliche Betäubung). Je nach Größe kann es allerdings auch sein, dass eine örtliche Betäubung nicht ausreichend ist und man die Operation dennoch in Vollnarkose durchführen muss. Als erstes wird das Gebiet um den Karbunkel desinfiziert und mit sterilen Tüchern von der übrigen Haut abgegrenzt. Nach dem Desinfizieren erfolgt dann das Spritzen des Lokalanästhetikums. Hierbei wird der zu operierende Bereich mit einem Lokalanästhetikum fächerförmig umspritzt. An dieser Stelle ist die Empfindung deutlich eingeschränkt und ein Schmerzempfinden völlig aufgehoben, sodass man beim Herausschneiden keine Schmerzen verspüren sollte, sondern höchstens ein Drücken und Ziehen bemerkt. Die Wirkung kann überprüft werden, indem man die Haut mit einem spitzen Gegenstand berührt und den Patienten fragt ob er noch etwas spürt.
Nach dem Überprüfen der Wirkung wird nun eine Spindel um das Karbunkel gezeichnet, um die Schnittlinien zu markieren. Eine Spindelform deshalb, um die Wundrändern hinterher wieder besser einander anzunähern und dadurch eine schönere und weniger sichtbare Narbe zu hinterlassen, was ja im Bereich des Gesichtes von besonderer Bedeutung ist. Die Spindellage wird anhand von sogenannten Hautspaltlinien gewählt, um hinterher möglichst wenig Spannung auf der Naht zu haben. Durch eine höhere Spannung kann es zu einer Wiedereröffnung der Wunde und schließlich zu einer größeren und deutlich sichtbareren Narbe kommen.
Als nächstes erfolgt nun die Entfernung des kompletten Karbunkels. Je nach Größe kann man das Karbunkel eröffnen und den Eiter abfließen lassen oder man kann das Karbunkel als Ganzes entfernen. Eröffnet man die Eiterhöhle und lässt den Eiter abfließen, so wird danach die Höhle mehrmals ausgespült und gereinigt. Als letzter Schritt wird die Wunde nun wieder vernäht.
Möglicherweise kann es sinnvoll sein, nach der Operation ein Antibiotikum zu verabreichen, um eine Ausbreitung der Entzündungskeime zu verhindern. Die verwendeten Fäden sollte optimalerweise nach etwa 7-8 Tagen entfernt werden.

Hausmittel zur Behandlung eines Karbunkels

Grundsätzlich sind Karbunkel ernstzunehmende Infektionen behaarter Haut, die eine ärztliche Behandlung erfordern. Um die Beschwerden zu lindern, kann ein warmer Schwarzteebeutel aufgelegt werden. Dieser wirkt antibakteriell und beruhigend. Um den Eiter zu leeren, gibt es Hausmittel. Damit sich der Eiter leeren kann, muss der Karbunkel reifen. Um die Reifung zu fördern, kann man feuchte Hitze ausprobieren, ein Sauna-Besuch, warme Milch oder ein feuchtwarmer Waschlappen können dazu führen, dass sich der Karbunkel entleert.

Kamillentee oder Thymiantee können auch verwendet werden, da sie antibakteriell wirken. Dafür gibt man einen Waschlappen oder ein Handtuch in heißen Kamillen- oder Thymiantee und legt diesen auf den Karbunkel. Beliebt ist außerdem heißes Salzwasser, welches ebenfalls desinfizierend wirkt. Wir raten dringend davon ab, einen Karbunkel selbst zum Platzen zu bringen. Die Infektion wird von hartnäckigen Bakterien verursacht und sollte ärztlich beobachtet und behandelt werden. Um zu vermeiden, dass die eitrige Entzündung lediglich wandert und wiederkehrt, ist in der Regel ein kleiner operativer Eingriff mit nachfolgender Antibiotika-Therapie notwendig.

Enstehung und Gefahren eines Karbunkels

Im Prinzip kann ein Karbunkel überall dort auftreten, wo sich Haare am Körper befinden. Karbunkel treten jedoch gehäuft im Gesichtsbereich oder am Po auf.
Da gerade im Gesicht viele kleine Haare wachsen, kann es auch hier zur Entstehung von Furunkeln (Entzündung eines einzelnen Haarbalges) und der Entstehung von Karbunkeln kommen.

Ursächlich für die Entzündung ist oft eine Infektion mit Bakterien. Besonders häufig ist hierbei eine Infektion mit dem Erreger Staphylococcus aureus. Dies ist ein Keim, der sich wie einige andere Bakterien auch, normalerweise immer auf der Haut befindet, also zur normalen Hautflora gehört und nur unter bestimmten Umständen zur einer Entzündung führt.
Zu einem Karbunkel der Nase kann es aufgrund eines geschwächten Immunsystems, einer schlechten Hygiene oder auch durch eine veränderte Hormonlage, wie sie zum Beispiel während der Pubertät auftritt, kommen.

Karbunkel der Nase sind im Gegensatz zu Karbunkeln auf dem Rücken oder im Nacken besonders gefährlich, da hier die Distanz bis zum Gehirn sehr klein ist. Über die Blut- und Lymphgefäße können sich die Bakterien schnell ausbreiten und ins Gehirn gelangen, wo sie dann ebenfalls zu einer Infektion und Entzündung führen können. Hierbei können besonders die Hirnhäute, die das Gehirn wie ein Mantel umgeben, betroffen sein. Eine Entzündung der Hirnhäute wird medizinisch auch als Meningitis bezeichnet. Daher ist es besonders wichtig Karbunkel der Nase, aber auch Karbunkel der Lippen, in Ruhe zu lassen und nicht den entstehenden Eiter selbstständig zu entleeren. Auch wenn Karbunkel der Nase besonders auffällig sind und auch sehr schmerzhaft sein können, da in diesem Bereich sehr viele sensible Nervenfasern verlaufen, sollte man diese trotzdem nicht ausdrücken, sondern lieber frühzeitig zu einem Arzt gehen.

Im Gegensatz zu Furunkeln hilft bei Karbunkeln meist nur noch eine operative Entfernung, da Zugsalben oder auch andere Cremes oft nicht mehr ausreichend sind. Daher ist es sinnvoll, frühzeitig zu einem Hautarzt zu gehen, um einer weiteren Ausbreitung der Entzündung auf benachbarte Haarbälge vorzubeugen, damit das entzündete Gebiet nicht zu groß wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ursachen für ein Furunkel

Ursachen eines Karbunkels

Das Karbunkel ensteht durch Bakterien, die in der Medizin Staphylokokken genannt werden. Das sind Bakterien, die eigentlich auf jeder Haut zu finden sind und meist keinen Schaden anrichten. Dringen diese Bakterien jedoch in tiefere Hautschichten, können sie dort eine Entzündung auslösen. Entzünden sich gleich mehrere Haarfollikel oder schmelzen diese zusammen, entsteht ein Karbunkel. Durch das körpereigene Immunsystem werden diese Bakterien bekämpft und es kommt zur Eiteransammlung. Warum manche Menschen eher zu Furunkeln und Karbunkeln neigen ist nicht genau geklärt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren für die Entstehung der Entzündungen. Dazu gehören:

  • Rauchen: Patienten, die rauchen haben ein 10mal höheres Risiko Karbunkel zu bekommen
  • Patienten mit einer angeborenen Immunerkrankung haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko Karbunkel zu entwickeln
  • die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist ein Riskofaktor
  • Hauterkrankungen wie Impetigo oder Sycosis begünstigen ebenfalls die Entstehung
  • Medikamente wie Cortison können das Immunsystem beeinflussen und ebenfalls Entzündungen begünstigen
  • mangelnde Desinfektion, besonders nach der Rasur. Durch die Verletzung der Haut bei der Rasur können Bakterien leichter eindringen und somit auch zu Furunkeln oder Karbunkeln führen.

Wo können Karbunkel entstehen?

Außer im Gesicht gibt es auch andere Lokalisationen, an denen Karbunkel vorkommen können.

Karbunkel am Po

Wenn Haarfollikel sich entzünden, entstehen Furunkel. Entzünden sich mehrere Furunkel, bilden diese gemeinsam einen eitrigen Karbunkel. Karbunkel können überall dort auftreten, wo behaarte Haut vorkommt. Neben dem Gesicht kommen Karbunkel häufig am Po vor. In der Regel sind Bakterien dafür verantwortlich, häufig das Bakterium Staphylococcus aureus. Ein Karbunkel am Po ist eine Eiterbeule, die durch Überwärmung, Rötung, Schwellung und Schmerzen gekennzeichnet ist.

Ein ausgeprägter Karbunkel kann außerdem Allgemeinsymptome verursachen, wie Mattigkeit, Müdigkeit und Fieber. Je nach Lage des Karbunkels am Po kann das Sitzen teilweise sehr unangenehm werden, da Karbunkel sehr druckschmerzhaft sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Karbunkel am Po zu behandeln. Gelegentlich werden Karbunkel konservativ behandelt, dabei kommen Cremes und Zugsalben zum Einsatz. Häufig ist jedoch eine Operation nötig, bei der in Lokalanästhesie eine Entfernung des Karbunkels erfolgt. Hinzu kommt in der Regel eine Antibiotika-Therapie, um die Bakterien, die für den Furunkel verantwortlich sind, zu eliminieren.

Karbunkel im Intimbereich

Ein Karbunkel im Intimbereich ist eine schmerzhafte Eiterbeule unter der Haut. Durch die Entzündung mehrere Haarfollikel zu Furunkeln, kann sich ein Karbunkel entwickeln. Bei einem Furunkel im Intimbereich kann es zu einer Lymphknotenschwellung in der Leistengegend und Schwächegefühl, Müdigkeit und Fieber kommen. Die Eiterbeule selbst ist gerötet, warm, geschwollen und äußerst druckschmerzhaft. Ein Karbunkel im Intimbereich bedarf einer ärztlichen Behandlung. Je nach Größe des Karbunkels kann eine konservative Therapie mit Zugsalbe probiert werden, oder direkt eine operative Spaltung des Karbunkels. Eine Antibiotika-Therapie ist anschließend indiziert, damit die Keime erfolgreich beseitigt werden.

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Karbunkel in der Achsel

Schmerzhafte Karbunkel bilden sich in behaarter Haut und deshalb häufig in der Achselhöhle. Durch den Zusammenschluss mehrerer kleiner entzündeter Furunkel kann eine große Eiterbeule in der Achsel entstehen. Ein Karbunkel in der Achsel ist durch die typischen Entzündungssymptome gekennzeichnet, Rötung, Erwärmung, Schwellung und Schmerz. Die eitrige Beule bedarf einer ärztlichen Behandlung und sollte nicht selbstständig ausgedrückt werden.

Diagnose

Die Diagnose des Karbunkels ist eine Blickdiagnose. Karbunkel fallen auf durch ihr typisches Aussehen mit einer rötlichen Umrandung eines oder meherer Eiterknoten, welche sich derbe anfühlen. Die typischen Stellen, an denen Karbunkel auftreten sind:

  • Gesichtsbereich

  • Achselhöhlen

  • Nasenbereich

  • Po

  • Brustbereich

Zur Abklärung des Erregers kann ein Abstrich genommen werden. Es handelt sich jedoch meist um das Bakterium Staphylococcus aureus.

Kommen die Karbunkel immer wieder,spricht man von einem rezidivierenden Auftreten und es kann nötig sein, nach Immundefekten oder nach Krankheiten zu suchen, welche das Immunsystem schwächen.

Prophylaxe

Patienten die öfter Karbunkel bekommen, sollten auf eine sehr genaue Körperhygiene achten. Jedoch bietet auch eine gute Körperhygiene nicht immer 100% Schutz. Entstehen die Karbunkel durch eine Immunschwäche, muss die Immunschwäche mitbehandelt werden, sonst werden immer wieder Karbunkel entstehen. Auch kann man die sogenannte Muciprocinsalbe genommen werden um wiederholte Infektionen zu vermeiden.

Prognose

Bei nicht immunsuppremierten oder immungeschwächten Patienten ist die Prognose gut, dass die Karbunkel wieder abheilen und nicht wiederkommen.

Es bleiben jedoch oft narbige Veränderungen zurück. Patienten, die zu einer sogenannten kolloiden Narbenbildung neigen, können auch größere Narben zurückbehalten.

Wird ein Karbunkel nicht behandelt, kann dies schlimme Folgen haben. Verbreiten sich die Erreger im Blut kann es zu einer Sepsis, also einer Blutvergiftung kommen. Die kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Verbreiten die Erreger sich im Blut und treten ins Gehirn ein, können sie irreparable Schäden anrichten. Daher ist in jedem Fall ein Arztbesuch zu empfehlen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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