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Komplikationen von Scharlach

Einleitung

Scharlach ist eine Infektion, die durch bestimmte Bakterien, den Streptokokken, ausgelöst wird. In der Regel führt die Infektion zu Symptomen wie Fieber und Halsschmerzen, sowie zu Schwellung und Rötung der Mandeln. Auch die Zunge kann nach einiger Zeit rot erscheinen, man nennt dieses Symptom Himbeerzunge (Scharlachzunge). Nach einigen Tagen tritt zudem ein Hautausschlag auf, der charakteristischerweise den Mund ausspart. Gefährliche Komplikationen von Scharlach entstehen dann, wenn sich der Erreger im gesamten Körper einnisten kann.

Allgemeine Informationen zum Thema: Scharlach

Diese Komplikationen können bei Scharlach auftreten

  • Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom

  • Rheumatisches Fieber

    • Rheumatische Endokarditis

  • Poststreptokokken-Glomerulonephritis

  • Tourette Syndrom

  • PANDAS

  • Chorea minor

Auch interessant: Hautausschlag bei Scharlach

Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom

Beim Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom, kurz STSS, handelt es sich um eine Infektion mit den Bakterien Streptokokken, die sich im gesamten Körper ausgebreitet hat.

Die häufigste Infektionsquelle sind Tampons, auf die beim Einführen Streptokokken gelangen. Die Bakterien können sich in der warmen und feuchten Umgebung schnell vermehren, zudem werden sie über die Vaginalschleimhaut in die Blutbahn aufgenommen und verbreiten sich so im gesamten Körper. Aufgrund des Infektionsweges sind meist Frauen vom STSS betroffen, aber auch Männer können sich mit den Streptokokken infizieren. Dies geschieht beispielsweise über Wundinfektionen.

Symptome beim STSS sind Fieber, Hautausschlag und ein Schockzustand des Herz-Kreislauf-Systems, der sich durch einen niedrigen Blutdruck und einen hohen Puls definiert. Weiterhin können grippeähnliche Symptome auftreten. Durch die Streptokokkeninfektion können auch Leber und Nieren geschädigt werden. Zudem kommt es zu Bewusstseinseintrübungen, wenn die Streptokokken auch das Gehirn erreicht haben. Die Folge ist das Versagen vieler Organe, was sogar tödlich enden kann.

Die Therapie des Streptokokken-Toxic-Shock-Syndroms besteht aus einer Antibiotikagabe, diese erfolgt meist über einen Zugang in der Vene.

akute rheumatische Fieber (ARF)

Das akute rheumatische Fieber ist eine Antwort des Körpers auf eine Streptokokkeninfektion, die etwa drei Wochen nach der eigentlichen Erkrankung auftritt.

Die gefürchteste Komplikation ist dabei die rheumatische Endokarditis, Myokarditis und Perikarditis. In der Folge kommt es ohne eine adäquate Antibiotikatherapie in der Regel zum Herzversagen, was meist tödlich endet. Auch mit Antibiotikagabe kann das Herz dauerhaft geschädigt werden, oftmals sind Erkrankungen der Herzklappen auf eine Reaktion nach der Streptokokkeninfektion zurückzuführen.

Zudem kommt es zu einer akuten Entzündung einzelner Gelenke, der sogenannten Polyarthritis. Diese Komplikation ist am häufigsten bei Kindern anzutreffen.

Auch das Gehirn kann vom akuten rheumatischen Fieber betroffen sein, was sich in neurologischen Auffälligkeiten äußert. Wie der Name schon sagt, tauchen außerdem eher unspezifische Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen auf.

Die Therapie des ARF erfolgt idealerweise bereits bevor diese Komplikation auftritt. Dazu muss eine Streptokokkeninfektion rechtzeitig erkannt werden und mit Antibiotika wie Penicillin behandelt werden. Ist das akute rheumatische Fieber tatsächlich eingetreten, sollten entzündungshemmende Medikamente verabreicht werden. Da es sich beim ARF um eine Reaktion es Immunsystems auf die Streptokokkeninfektion handelt, kann auch mit Kortison therapiert werden, was zu einer veränderten Reaktion des Immunsystems führt.

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akute Glomerulonephritis

Bei der Krankheit Glomerulonephritis handelt es sich um eine Entzündung der Nieren. Diese kann als Komplikation einer Streptokokkeninfektion auftreten. Auch die akute Glomerulonephritis tritt einige Wochen nach der eigentlichen Infektion der Streptokokken auf und äußert sich vor allem durch Blut im Urin. Zudem kann es auch zur Ausscheidung von Proteinen (Eiweiße) sowie einem erhöhten Blutdruck und Wassereinlagerungen kommen.

Die Diagnose der akuten Glomerulonephritis erfolgt in der Regel durch eine Untersuchung des Blutes und des Urins. Meist lässt sich schon anhand der Anamnese, also der Befragung der betroffenen Person herausfinden, ob eine Streptokokkeninfektion aufgetreten ist. Anschließend werden in der Urinuntersuchung Blut und Proteine nachgewiesen. Da die Niere bei der Glomerulonephritis entzündet ist, kann auch ein sogenannter Nierenklopfschmerz auftreten. Um diesen zu untersuchen klopft der Arzt der betroffenen Person auf Höhe der Nieren gegen den Rücken. Um die Diagnose mit absoluter Sicherheit stellen zu können, ist oftmals auch eine Probenentnahme aus der Niere notwendig. Diese kann unter dem Mikroskop untersucht werden und so den letzten entscheidenden Hinweis liefern, damit die richtige Therapie eingeleitet wird.

Die Behandlung besteht meist aus einer Antibiotikagabe. Zudem kann eine Dialyse als Nierenersatztherapie vorrübergehend notwendig sein.

Wichtige Informationen finden Sie hier: Gomerulonephritis: Symptome und Diagnostik

neurologische Auffälligkeiten

Die neurologischen Auffälligkeiten nach einer Streptokokkeninfektion lassen sich im Wesentlichen in drei Krankheitsbildern zusammenfassen.

Das Tourette-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der es zu sogenannten Tics kommt. Diese treten meist in Form von sehr plötzlichen Bewegungen auf. Charakteristisch für die Krankheit sind zudem aggressive Ausdrücke, die plötzlich aus betroffenen Personen heraussprudeln.

PANDAS ist eine Krankheit, die in der Regel nur bei Kindern auftritt. Sie kann nur durch eine Streptokokkeninfektion wie Scharlach ausgelöst werden und äußert sich durch psychische Symptome wie Schlafstörungen, Depression, Reizbarkeit, Ängstlichkeit. Die Erkrankung ist noch nicht ausreichend erforscht, weshalb die Therapie bisher aus einer Antibiotikagabe besteht. Da PANDAS als Reaktion des Immunsystems auf die Streptokokkeninfektion auftritt, kann auch eine immunsuppressive Therapie, also eine Behandlung, die das Immunsystem herunterfährt, in Erwägung gezogen werden.

Chorea minor tritt ebenfalls einige Wochen nach dem Scharlach auf und äußert sich durch Grimassieren sowie Schluckstörungen und Schwierigkeiten in der Kontrolle der Zungenmuskulatur. Die Behandlung besteht aus einer hochdosierten Antibiotikagabe.

Lesen Sie auch: Tourette-Syndrom

Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen können bereits während der Scharlachinfektion auftreten. Diese treten ähnlich wie bei einer Grippe in Form von Muskelschmerzen während der Fieberschübe auf. Aber auch nach der eigentlichen Erkrankung kann es zu einer Polyarthritis kommen. Diese entsteht im Rahmen des akuten rheumatischen Fiebers. Dabei sind meist einzelne große Gelenke wie Knie, Hüfte, Schulter, Ellenbogen betroffen. Der Schmerz wandert in der Regel von einem Gelenk zum anderen.

Die Therapie besteht in diesem Fall aus Antibiotika, Schmerzmittel und eventuell Kortison.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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