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Hautausschlag durch Streptokokken

Definiton

Bei Streptokokken handelt es sich um Bakterien, die verschiedene Krankheiten auslösen können, wie beispielsweise Infektionen der Atemwege oder der Haut. Dabei kann direkt am Ort der Infektion eine Hautreaktion im Sinne einer Entzündung auftreten, wie es beispielsweise beim Streptokokken-vermittelten Erysipel (=Wundrose) oder der Impetigo (=Eiterflechte) der Fall ist. Kommt es jedoch im Rahmen einer Streptokokken-Infektion zu einem Ausschlag am ganzen Körper, spricht man von einem Exanthem, das in erster Linie durch die Immunreaktion des Körpers zustande kommt.

Behandlung/Therapie

Im Vordergrund steht die kausale Therapie, also die Beseitigung der Ursache, in diesem Fall die Eliminierung des Erregers. Dafür stehen dem behandelnden Arzt verschiedene Antibiotika zur Verfügung, die je nach Streptokokken-Art und Resistenzlage zum Einsatz kommen. Zusätzlich sollte eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet und die Symptome der Infektion mittels schmerzstillenden und fiebersenkenden Medikamenten gelindert werden. Die Immunreaktion, die für den Hautausschlag verantwortlich ist, wird in der Regel nicht direkt behandelt, da sie mit Abklingen der Erkrankung zurück geht und kaum ursächlich therapierbar ist. In der Regel reicht daher die Eliminierung der Streptokokken aus. Auf Cortison-Cremes und ähnliches sollte verzichtet werden, der Pflege mit rückfettenden Lotionen zur Regeneration der Haut spricht aber nichts entgegen. In seltenen Fällen, wenn die Überstimulation des Immunsystems neben dem Exanthem noch weitere Symptome verursacht, sollte der Patient in einem Krankenhaus überwacht werden, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

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Dauer

Kommt es zu einem Streptokokken-Exanthem, so tritt es in der Regel schon in den ersten Krankheitstagen auf und verschwindet nach ca. 1 Woche wieder, ähnlich wie die Streptokokken-Infektion selbst. Nach Abklingen der Rötung folgt die Schuppung der Haut, die wenige Tage anhält. Der Hautausschlag mitsamt Schuppung ist somit nach 1-2 Wochen überstanden.

Begleitsymptome

In den meisten Fällen verursacht der Ausschlag keine Schmerzen, kann aber unangenehm, überwärmt und empfindlich sein. Nach dem Auftreten der Rötung kommt es häufig zu einer Schuppung der Haut, die mit einem Juckreiz einhergeht. In manchen Fällen betrifft die Immunreaktion nicht nur die Haut, sondern auch die inneren Organe. Daher kann es im späteren Verlauf zu Komplikationen wie z.B. einer Entzündung am Herzen, an den Nieren oder am Auge kommen und auch rheumatische Erkrankungen sind möglich, weswegen solche Patienten regelmäßig nachkontrolliert werden sollten.

Ursache

Wie ein Erreger, der in den meisten Fällen für Infektionen des oberen Atemtraktes verantwortlich ist, einen Ausschlag am ganzen Körper verursachen kann, ist für den Laien erstmal unverständlich. Manche Streptokokken, wie beispielsweise die A-Streptokokken der Scharlach-Erkrankung, bilden schädliche Stoffe, sogenannte Toxine, die nicht nur am Ort der Infektion, sondern im ganzen Körper Schaden anrichten können, indem sie oder der Erreger selbst das Immunsystem überstimulieren. Bei Scharlach sind das die sogenannten erythrogenen Toxine, die zu einer Schädigung der kleinsten Blutgefäße der Haut führen können. Aber auch andere Streptokokken-Arten, die beispielsweise Infektionen der Haut verursachen, können solche Stoffe bilden. Verantwortlich für die Rötung und den Ausschlag ist daher die Reaktion des eigenen Immunsystems. Diese Überstimulation ist besonders häufig bei Streptokokken und führt dann durch aggressive Immunzellen und ausgeschüttete Antikörper zur Bekämpfung des Erregers, aber auch zu kleineren Schädigungen des eigenen Körpers, wie beispielsweise den Blutgefäßen der Haut.

Für mehr Informationen zu der Ursache: Urachen eines Hautausschlags

Diagnose

Kommt es während einer Streptokokken-typischen Infektion mit beispielsweise Halsschmerzen zu einem Hautausschlag, sollte dieser dem behandelnden (Haus-) Arzt gezeigt werden. Meistens handelt es sich um eine ungefährliche Begleiterscheinung, die mit Abklingen der Erkrankung wieder verschwindet. Der Arzt sollte jedoch bei Antibiotika-Gabe eine Allergie ausschließen, die sehr ähnlich aussehen kann, und den Patienten engmaschig kontrollieren, um eine zu starke Überreaktion des Immunsystems rechtzeitig zu erkennen.

Streptokokkentests

Auf dem Markt sind eine gute Handvoll verschiedener Tests zur Diagnose von Streptokokkenerkrankungen zu finden. Dabei handelt es sich in der Regel um Schnelltests, die im Einzelpreis verhältnismäßig günstig sind. Das Charakteristikum dieser Tests ist jedoch, dass sie jeweils nur auf eine bestimmte Streptokokkengruppe hin untersuchen. So gibt es Tests für die Streptokokken der Gruppe A und Tests für Erreger der Streptokokken B Familie.
Dieser Test sollte jedoch von ärztlichem Personal durchgeführt werden, um je nach Ergebnis die entsprechenden Schlüsse zu ziehen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten.

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Streptokokken in der Nase

Streptokokken in der Nase gehören teils zu den Bakterien unserer normalen Mund- und Rachenflora, teils nicht. Dennoch zeigt sich in der deutschen Bevölkerung eine recht hohe „Durchseuchungsrate“ mit Streptokokken im Mund, Nasen und Rachenraum.
In aller Regel ist das menschliche Immunsystem stark genug, die Bakterienzahl in Schach zu halten, sodass sich die Erreger nicht zu stark vermehren und es auch nicht zu einer Infektion kommt. Ist das Immunsystem jedoch angeschlagen, können sich die Bakterien so stark vermehren, dass es zu einer Infektion kommt.
Zu den physiologischerweise vorkommenden Streptokokken, also jenen , die sich sowieso auf den Schleimhäuten befinden, zählen zum Beispiel der Streptococcus mutans.
Zu den nicht natürlich vorhandenen Streptokokken gehört hingegen der Streptococcus pyogenes, der Erreger des Scharlach.
 

Streptokokken im Urin

Bakterien im Urin treten in aller Regel bei einer Blasenentzündung auf. Schlimmer und in deutlich höherer Zahl noch, wenn die Infektion nicht nur die Harnblase, sondern auch noch die oberen Harnwege oder gar die Nieren betrifft.
Zur Sicherung der Diagnose wird dann meist ein Becher Urin abgenommen, dessen Inhalt auf Bakterien hin untersucht wird. Dabei sind Streptokokken in der potentiell anzutreffenden Bakterienarten, auf welche hin auch untersucht wird. Besonders prominent ist dabei der Streptococcus agalactiae, der häufig zu Harnröhrenentzündungen oder Harnblasenentzündungen führt.
Wichtig, um eine eindeutige Untersuchung des Urins vornehmen zu können, ist dabei, dass der Urin aus der Mitte des Pinkelvorgangs gewonnen wird, da die ersten Milliliter noch Verunreinigungen enthalten können, die dann das Ergebnis verfälschen würden.

Hautausschlag im Gesicht

Das Gesicht ist nicht der typischste Ort für ein Exanthem, weist aber bei vielen Streptokokken-Infektionen ebenfalls Veränderungen auf. Der bekannteste Streptokokken-Ausschlag, das Scharlach-Exanthem, betrifft zunächst den Oberkörper und breitet sich von dort aus. Das Gesicht ist leichter befallen, jedoch fallen hier eine Blässe (vor allem um den Mund) und eine gerötete Zunge, die sogenannte „Erdbeer-Zunge“, auf. Das Erysipel hingegen, das im Volksmund auch Wundrose genannt wird, kann durchaus primär das Gesicht betreffen. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen wirklichen Ausschlag, sondern um eine akute Entzündung der Haut und des Bindegewebes, die durch das Eindringen von Streptokokken über z.B. eine kleine Wunde ausgelöst wird. Auch andere Entzündungen der Haut durch Streptokokken und weitere Erreger sind möglich. Zeigt daher nur das Gesicht Veränderungen, die zusätzlich Symptome einer akuten Entzündung zeigen (Überwärmung, Schmerz, Schwellung usw.), kann dies auch durch Streptokokken bedingt sein, stellt dann aber kein klassisches Exanthem da, sondern eine lokale Entzündung.

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Hautausschlag beim Baby

Die bisher genannten Beispiele beschreiben Erkrankungen des Kindes- oder Erwachsenenalters. Aber auch Babys können sich mit Streptokokken und anderen Keimen infizieren und daraufhin Hautreizungen und Ausschläge entwickeln. Besonders gefürchtet ist die sogenannte Sepsis, umgangssprachlich „Blutvergiftung“, eines Neugeborenen. Diese ist sehr häufig mit Streptokokken assoziiert und beschreibt ein hochakutes Krankheitsbild, bei dem es dem Baby sehr schnell sehr schlecht geht. Typischerweise sind die Babys dabei blass, die Haut grau-marmoriert und eventuell rot gefleckt. Hierbei stehen allerdings die schweren Allgemeinsymptome im Vordergrund und der Ausschlag erleichtert lediglich die Diagnose, ohne selbst Beschwerden zu machen. Andere Streptokokken-Infektionen können auch direkt die Haut befallen und zu einem Ekzem führen, wie beispielsweise die Impetigo contagiosa, umgangssprachlich auch Eiterflechte oder Borkenflechte genannt. Hierbei lösen Streptokokken und ggf. noch weitere Keime eine unschöne Entzündung der Haut aus, die sehr dramatisch aussehen kann. Streptokokken können somit auch beim Baby die Haut direkt befallen oder durch Systemerkrankungen zu einer Hautreaktion führen.

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Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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