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Wie oft kann man Scharlach bekommen?

Scharlach ist eine durch Bakterien vermittelte Infektionskrankheit, an der vor allem Kinder ab drei Jahren erkranken. Grundsätzlich besteht jedoch in jedem Alter das Risiko an Scharlach zu erkranken. Typisch für eine Scharlachinfektion ist der kleinfleckige Hautausschlag, welcher meist ein bis zwei Tage nach Krankheitsbeginn auftritt und sich vom Oberkörper ausgehend über den ganzen Körper, ausgenommen der Fuß- und Handinnenflächen, ausbreitet. Außerdem zeigen erkrankte Personen eine sogenannte Himbeerzunge (gerötete Zunge) und eine Blässe um den Mund herum.

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Wie oft kann man Scharlach bekommen?

Grundsätzlich kann man mehr als einmal an Scharlach erkranken. Jedoch ist es oft gar nicht so einfach eine Scharlachinfektion von anderen Infektionen zu unterscheiden. Nach momentanem Stand der Wissenschaft ist eine Infektion mit Scharlach dreimal möglich. Nichtsdestotrotz gibt es häufig Fälle, in denen Kinder laut Kinderarzt zehn- bis 15mal an der Infektionskrankheit erkrankt wären. So etwas ist allerdings eher unwahrscheinlich, denn häufig werden jegliche Infektionen mit dem Bakterium Streptococcus Pyogenes als Scharlach bezeichnet. Dieses Bakterium ist zwar auch für Scharlach verantwortlich, verursacht daneben aber noch eine Reihe von anderen Infekten der oberen Atemwege.

Besonders die sogenannte Streptokokken-Angina, eine durch das Bakterium ausgelöste Infektion des Halses und der Gaumenmandeln, wird häufig mit Scharlach gleichgesetzt. Jedoch fehlt hier die typische gerötete Zunge („Himbeerzunge“) und die um den Mund herum auftretende Blässe.

Ein scharlachähnlicher Ausschlag kann aber auch bei der Streptokokken-Angina auftreten. Da es zwischen der Therapie von Scharlach und der Streptokokken-Angina meist keinen Unterschied gibt, ist es häufig auch nicht entscheidend, welche der beiden Formen das Kind aufweist. In beiden Fällen wird die Erkrankung mit Antibiotika behandelt.

Streptokokken reagieren bereits empfindlich auf Penicilline, bei Allergien können auch die sogenannten Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin) gegeben werden. Im Nachhinein ist es deshalb häufig nicht mehr möglich, nachzuweisen, ob ein Kind nun tatsächlich Scharlach hatte oder lediglich eine Streptokokken-Angina. An dieser Form der Streptokokken-Infektion kann ein Mensch übrigens noch deutlich häufiger erkranken als an der eigentlichen Scharlach-Infektion. Aber sogar eine harmlosere virale Mandelentzündung, die häufigste Form der Mandelentzündung beim Erwachsenen, stellt eine mögliche Differentialdiagnose zur Scharlach-Infektion dar. Diese sollte jedoch nicht mit Scharlach verwechselt werden, da eine Therapie mit Antibiotika bei viralen Infekten keine Besserung bringt.

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Womit hängt es zusammen wie oft man Scharlach bekommt?

Scharlach wird durch das Bakterium Streptokokkus Pyogenes ausgelöst. Jedoch geschieht dies nur unter bestimmten Bedingungen. Wird ein Mensch mit dem Bakterium infiziert, so kommt es im Normalfall nur zu einer Streptokokken-Angina, also einer Hals- und Mandelentzündung. Jedoch kann es vorkommen, dass das Bakterium selbst von einem speziellen Virus befallen ist. Solche Viren, die lediglich Bakterien befallen können, nennen sich Bakteriophagen. Ein Kontakt mit diesem Virus ist für das Bakterium auch nicht zwangsweise schlecht, denn das Virus kann einen Teil seines Erbgutes in das Erbgut des Bakteriums einbauen.

Daraus resultieren neue Fähigkeiten für das Bakterium. Im Falle der Streptokokken resultiert daraus die Fähigkeit Toxine, also Giftstoffe, zu bilden. Wenn ein zuvor mit einem Bakteriophagen infizierter Streptokokkus nun einen Menschen infiziert, erkrankt dieser Mensch durch den Giftstoff bedingt an Scharlach. Da es drei verschiedene Bakteriophagen gibt, die einen Streptokokkus befallen können, gibt es auch drei verschiedene Toxine, die Scharlach auslösen können. Weil ein Mensch nach einer Scharlach-Infektion Antikörper gegen das jeweils beteiligte Toxin bildet, kann man nach aktuellem Stand der Wissenschaft auch genau drei Mal an Scharlach erkranken.

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Wenn man schon einmal Scharlach hatte, ist das nächste Mal dann weniger schlimm?

Da Scharlach wie oben beschrieben von Streptokokken ausgelöst wird, die mit drei unterschiedlichen Toxinen ausgestattet sein können, ist das Immunsystem nach der ersten Infektion nur mit einem der drei Toxine vertraut. Bei einer erneuten Infektion mit genau diesem Typ an Streptokokken, kommt es nun nicht mehr zu einem Krankheitsausbruch. Die anderen Toxine sind dem Immunsystem jedoch noch nicht bekannt. Deshalb ist eine Infektion mit einem anderen Typ noch möglich und meist auch nicht wesentlich weniger schlimm als bei der ersten Scharlach-Infektion.

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Wie schnell hintereinander kann man Scharlach bekommen?

Theoretisch kann direkt nach der ersten durchgemachten Scharlach-Infektion die nächste folgen, wenn eine Ansteckung mit einem anderen Typ an Streptokokken erfolgt. Häufig haben Infektionen, die sehr schnell aufeinander folgen aber einen anderen Grund. Wird das Antibiotikum nicht lange genug genommen, können einzelne Streptokokken überleben und die Symptome nach anfänglicher Besserung zurückkehren, sobald das Antibiotikum abgesetzt wird.

Dabei handelt es sich dann aber nicht um eine Infektion mit einem anderen Streptokokken-Typ. Sollten Unsicherheiten bestehen, lohnt es sich nach Absetzen des Antibiotikums noch einmal zum Arzt zu gehen und einen Abstrich auf Streptokokken vornehmen zu lassen. Wenn keine Bakterien mehr gefunden werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, die Infektion überstanden zu haben.

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Gibt es eine Impfung gegen Scharlach?

Gegen eine Scharlach-Infektion gibt es leider keine Impfung. Nichtsdestotrotz ist es wichtig einer Infektion vorzubeugen. Gesunde sollten möglichst wenig direkten Kontakt mit Infizierten haben. Lässt sich dies nicht vermeiden, gilt es danach gründlich die Hände zu waschen, diese eventuell auch mit Händedesinfektionsmittel zu desinfizieren. Zudem kann es sinnvoll sein nach einer durchgemachten Infektion Bettwäsche, Stofftiere und Kleidung gründlich zu waschen und Hygieneartikel, wie z.B. die Zahnbürste auszutauschen.   

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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