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So lange dauert eine Scharlacherkrankung normalerweise

Einleitung

Bei Scharlach handelt es sich um eine der typischen Erkrankungen des Kindesalters. Ihre Dauer hängt immer von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Außerdem spielt es eine entscheidende Rolle, ob und mit welchem Antibiotika die Erkrankung behandelt wird. 

Dauer der Erkrankung

Die gesamt Erkrankung dauert ca. 7 bis 10 Tage und gliedert sich in drei Stadien, wobei die Person im ersten Stadium selbst noch nichts von der Erkrankung merkt.

  • Dieses Phase dauert ca. 4,
  • das Inkubationsstadium ca. 2 und
  • das Erythemstadium nochmals ca. 5 Tage.

Natürlich hängt die Erkrankungsdauer wie in allen Krankheitsfällen stark von individuellen Faktoren ab, die dafür sorgen können, dass der Scharlach schneller oder langsamer überstanden ist.

Dauer der Inkubationszeit

Die Inkubationszeit ist die erste Phase einer jeden Erkrankung. In diesem Zeitraum merkt der Mensch selbst noch nichts von der Erkrankung und auch das körpereigene Immunsystem ist noch nicht mit dem Bekämpfen der Erreger beschäftigt.
Vielmehr können sich die Erreger in dieser Phase fast ungestört vermehren, bis sie ein kritische, wirklich krankheitsauslösende Menge erreicht haben.

In der Literatur finden sich für die Inkubationszeit bei Scharlach Angaben von 2 bis 4 oder 3 bis 5 Tagen.
Abhängig ist die Inkubationszeit dabei von der Anfangslast der Erreger, also wie viele Erreger den Körper zu Beginn befallen und dann natürlich von der Generationsdauer der Bakterien, also der Zeit, die sie zum Vermehren benötigen.

Lesen Sie auch unseren Hauptartikel zum Thema: Scharlach - Das sollten Sie wissen!

Wie lange dauern die Symptome von Scharlach?

Die Symptome des Scharlachs treten in leicht verzögerten Abständen auf. Der eigentliche Krankheitsbeginn ist gekennzeichnet durch einen akut einsetzenden Fieberschub, Schüttelfrost und eine erhöhte Herzfrequenz.
Kurz im Anschluss treten dann auch Halsschmerzen mit entzündetem Hals und einer Lymphknotenschwellung der Halslymphknoten auf. Meist am Folgetag kommt es dann auch zum Auftreten der typischen Symptome wie der himbeerroten Zunge.

Die ebenfalls typische Gesichtsrötung, das sogenannte Exanthemstadium, tritt in aller Regel 48 Stunden nach dem Einsetzend es Fiebers auf.
Diese Rötung breitet sich anschließend über den gesamten Körper aus und beginnt nach 3 bis 4 Tagen dann wieder zu verblassen. Zeiträume bis zu einer Woche bis zum Abklingen der Rötung sind aber ebenfalls noch normal.
Das Entfiebern stellt sich meist ebenfalls nach ca. einer Woche ein.

Informieren Sie sich auch unter: Symptome von Scharlach

Dauer der Scharlachbehandlung

Die Dauer der Behandlung entspricht in aller Regel der Antibiotikaeinnahmezeit, da es nur sehr selten zum Auftreten von Spätkomplikationen kommt. Bezieht man diese jedoch auch noch mit in die Behandlungsdauer ein, so kann die Behandlung insgesamt bis zu mehreren Monaten dauern.

In aller Regel ist die Behandlung aber nach Ende der Antibiotikagabe, also nach spätestens 10 Tagen, beendet.

Informieren Sie sich auch unter: Was tun bei Scharlach?

Wie lange muss man Antibiotika nehmen?

Die Antibiotikaeinnahme sollte mindestens sieben Tage andauern, so die Empfehlung der deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektionskrankheiten.
In diversen Kinderärztlichen Fachbüchern wird eine Therapiedauer von 10 Tagen empfohlen.

In aller Regel wird der Kinderarzt den Erfolg der Antibiotikatherapie nach 7 Tagen kontrollieren wollen. Das Absetzen der Medikation ist dann nur angezeigt, wenn keine Krankheitssymptome mehr vorliegen, also weder Fieber, noch Gesichtsrötung, noch Halsschmerzen bzw. eine Halsentzündung.

Wann treten Komplikationen auf?

Die Dauer bis zum Auftreten von Komplikationen ist unterschiedlich und richtet sich nach den jeweils auftretenden Komplikationen. Meistens verläuft die Scharlacherkrankung aber ganz ohne Komplikationen.

  • So dauert es bis zum Auftreten des sogenannten akuten Rheumatischen Fiebers ca. drei Wochen.
  • Die akute Streptokokken-Glomerulonephritis tritt im Bereich von einer bis 5 Wochen nach dem eigentlichen Scharlach auf.
  • Die Poststreptokokken-Arthritis beginnt hingegen meist schon früher. In aller Regel tritt diese Komplikation 3 bis 10 Tage nach der Grunderkrankung auf.
  • Der Beginn der „Chorea minor“ ist schwer fassbar. Erste Symptome wie beispielsweise zunehmende Ungeschicklichkeit stellen sich nach mehreren Wochen bis Monaten ein.

Ausführliche Informationen dazu finden Sie auch unter: Diese Komplikationen können bei Scharlach auftreten 

Wie lange ist man krankgeschrieben?

Die Krankschreibung sollte sich in aller Regel an der Zeit der Antibiotikaeinnahme orientieren und kann auch noch darüber hinaus andauern. Da es sich bei Scharlach um eine übertragbare Infektionskrankheit handelt, sollten Erkrankte sich nicht unnötigerweise unter Menschen begeben, sondern das Haus hüten.

Da mit Abschluss der Antibiotikatherapie auch die Ansteckbarkeit verschwunden sein sollte, darf danach theoretisch wieder gearbeitet werden. Ist die Person jedoch noch nicht wieder voll bei Kräften, empfiehlt es sich, die Krankschreibung noch etwas auszudehnen, um der Person die Zeit zu geben, sich vollends zu erholen.

Wann darf mein Kind wieder in die Kita / Kindergarten /Schule?

Kinder sollten den Kindergarten oder die Kita erst dann wieder besuchen, wenn sämtliche Krankheitssymptome abgeklungen sind. Die beinhaltet sowohl der Körpererythem, als auch das Fieber. In aller Regel kann das Kind den Kindergarten also nach ca. einer Woche wieder besuchen.

Sollten sich die Eltern aus irgendwelchen Gründen gegen eine antibiotische Behandlung entscheiden, kann es auch bis zu drei Wochen dauern, bis die Symptome wieder abgeklungen sind.

Wann darf man wieder Sport machen?

Dies ist abhängig von der körperlichen Verfassung, in der sich die Patienten nach dem Abklingen der Symptome befinden.

Aus medizinischer Sicht empfiehlt es sich, dem Körper nach überstandener Krankheit noch einige Tage Pause zu gönnen. Im Zweifelsfall sollte jedoch nur leichter Sport absolviert werden, der den Körper nicht in extremer Weise fordert.

Ob eine direkte Korrelation zwischen dem Auftreten von Spätkomplikationen und einer zu frühen Aufnahme von sportlicher Aktivität besteht, ist nicht bekannt.
In aller Regel meldet der Körper dem Sporttreibenden aber zurück- ob er sich schon bereit für den Sport fühlt oder lieber noch pausieren würde – vorausgesetzt, man überlistet den Körper nicht durch die Einnahme von Fiebersenkenden oder schmerzlindernden Substanzen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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