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Scharlach beim Erwachsenen

Was ist Scharlach beim Erwachsenen?

Scharlach ist eine bekannte und nicht selten vorkommende Kinderkrankheit.
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sich auch Erwachsene infizieren können.
Gegen Scharlach gibt es keine Impfung und man kann sich in jedem Alter mit dem Erreger Streptokokkus anstecken.

Dieses Bakterium löst viele Krankheiten aus und bei Scharlach ist charakteristisch, dass der Keim ein bestimmtes Toxin produziert, was zu den typischen Symptomen führt.
Da der Verlauf des Scharlachs bei Erwachsenen allerdings häufig abgeschwächt verläuft, kann es dazu kommen, dass die Krankheit spät oder nicht erkannt wird, was im schlimmsten Fall zu Komplikationen führt.

Ursachen

Scharlach ist durch ß-hämolysierende-Streptokokken der Gruppe A ausgelöst und gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten in Deutschland.
Bei Scharlach trägt der Erreger einen bestimmten Giftstoff mit sich, was die Krankheit zu anderen Infektionen mit dem Erreger unterscheidet.

In den meisten Fällen sind Kinder zwischen 4-10 Jahren erkrankt, man kann sich allerdings in jedem Alter anstecken. Beim Sprechen, Husten oder Niesen – also die sogenannte Tröpfcheninfektion – kann der Erreger weitergegeben und dann durch die Einatemluft des Gegenübers aufgenommen werden.

Es gibt auch Wundscharlach, was allerdings selten auftritt und die Weichteile des Menschen infiziert.

Lesen Sie mehr zur Ansteckung mit Scharlach:

Diagnose

Bei Erwachsenen verläuft Scharlach oft in milderer Form oder in einem atypischen Krankheitsverlauf, sodass die Diagnosestellung nicht wie beim Kind einfach durch Feststellen der äußerlichen Erscheinung möglich ist.

Erfahren Sie mehr über die Symptome von Scharlach.

Fehlen klassische Krankheitssymptome, wie die Mandelentzündung, die roten Wangen und der Hautausschlag, so bleibt nur der Nachweis des auslösenden Bakteriums durch einen Laboruntersuchung.
Hierfür können je nach Ausprägung eine Blutuntersuchung, ein Rachenabstrich oder andere Probenentnahmen notwendig sein.
Scharlach liegt vor, wenn man sich mit einem Bakterium namens Streptokokkus infiziert hat, was ein bestimmtes Toxin produziert.

Sie wollen wissen, wie man Scharlach noch nachweisen kann? Informieren Sie sich über den:

Schnelltest

Es gibt einen bestimmten Schnelltest, der als Streptokokken-A-Schnelltest bezeichnet wird, da er besonders auf diese Gruppe des Bakteriums untersucht. Dieser Test wird in den meisten Praxen und Krankenhäusern durchgeführt.
Es wird dabei geprüft, ob im Rachenabstrich Antigene des Erregers zu finden ist.

Nach ca. 10 Minuten kann mit einer ungefähr 95%-igen Sicherheit ausgesagt werden, ob es sich bei dem Keim um den ß-hämolysierenden Streptokokkus der Gruppe A handelt.
Es lässt sich dann aber dadurch nicht feststellen, ob es sich um Scharlach oder eine gewöhnliche Mandelentzündung mit Streptokokken ohne dem charakteristischen Exotoxin handelt.

Lesen Sie hierzu auch unseren ausführlichen Artikel zum:

Was sind die Anzeichen von Scharlach beim Erwachsenen?

Bricht die Krankheit Scharlach bei einem Erwachsenen aus, so beginnt dies 2-4 Tage nach dem Anstecken meist mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl.
Häufig kommt es außerdem zur Entzündung der Rachenmandeln und Anschwellen der regionalen Lymphknoten am Hals.

Im weiteren Krankheitsverlauf kann es zu verschiedenen Begleitsymptomen kommen, die im nächsten Abschnitt besprochen werden.

Grundsätzlich verläuft Scharlach bei Erwachsenen im Gegensatz zu Kindern im Großteil der Fälle in abgeschwächter Form.
Symptome können auch ganz fehlen oder verändert sein.

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie an einer Scharlachinfektion leiden? Informieren Sie sich noch ausführlicher über:

Begleitende Symptome

Scharlach liegt vor, wenn neben Fieber und bei den meisten Patienten Rachenmandelentzündung noch ein weiteres der folgenden Begleitsymptome auftritt:

  • Gerötete Wangen mit blasser Partie um den Mund herum

  • Feinfleckig geröteter weicher Gaumen

  • Feinfleckiger Hautausschlag an Hals, Stamm und Extremitäten (sandpapierartig)

  • Scharlachzunge/Himbeerzunge

  • Schuppige Ablösung der Haut

Scharlachzunge/Himbeerzunge

Sehr charakteristisch für Scharlach ist die sogenannte Himbeer- oder Erdbeerzunge.
Einige Tage nach Ausbruch der Krankheit kommt es zu einem weißlichen Belag auf der Zunge mit Hervortreten der roten Zungenpapillen.
Die Papillen sind kleine Erhebungen in der Zungenschleimhaut, die bei Scharlach anschwillen.

Im weiteren Verlauf der Krankheit bildet sich der weiße Belag zurück und die Zunge erscheint stark gerötet.
Die geschieht häufig zeitgleich mit dem Hautausschlag und zeigt weiterhin geschwollene Papillen auf der Zunge.

Für ausführlichere Informationen zu diesem Thema lesen Sie auch unseren Artikel:

Hautausschlag

Auch der Hautausschlag ist im klassischen Fall ein wichtiges klinisches Merkmal zur Diagnosestellung des Scharlachs.
Kommt es zur Infektion und Ausbruch der Krankheit so zeigt sich nach weiteren 48 Stunden dann der Hautausschlag mit Rötung der Wangen, kleinfleckiger Rötung des weichen Gaumens, kleinen roten Flecken am Stamm, den Extremitäten und der Leiste.

Bei Erwachsenen ist ein abgeschwächter oder atypischer Verlauf des Scharlachs viel häufiger und deswegen ist die Gefahr größer, dass die Krankheit übersehen wird.

Für detailliertere Informationen zu diesem Thema lesen Sie auch unseren Artikel:

Welcher Ausschlag sieht ähnlich aus?

Bei Auftreten eines Hautausschlages ist es wichtig, sich eingehend mit dem Beginn und Verlauf zu befassen, da dies bedeutend sein kann für die richtige Diagnosestellung.

Auch müssen alle zuletzt veränderten Faktoren, wie Ernährung, Waschmittel, Medikamente oder Infektionen um einen herum dem Arzt mitgeteilt werden.
Ein ähnlich kleinfleckiges Exanthem kann zum Beispiel bei einer Allergie gegen ein Antibiotikum oder der sogenannten Infektiösen Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) auftreten.

Das Exanthem bei Ringelröteln beginnt im Gesicht mit girlandenförmiger Ausbreitung auf den Stamm und die Extremitäten.
Masern, Röteln, Dreitagefieber oder andere Virus-Hautausschläge sind auch typische Kinderkrankheiten mit Ausschlag.

Sie haben kürzlich Antibiotika eingenommen oder nehmen diese aktuell noch ein und sind sich nicht sicher, ob Ihr Ausschlag daher kommen könnte? Informieren Sie sich durch unseren Artikel:

Husten

Zu den typischen Symptomen des Scharlachs zählt auch Husten.
Durch die Infektion und das Anschwellen der Rachenmandeln können die oberen Atemwege schnell eingeengt sein.

Auch Schluckbeschwerden sind ein häufiges Problem bei Scharlach.
Im Anfangsstadium tritt der Husten oft mit anderen spezifischen Krankheitssymptomen, wie zum Beispiel Kopfschmerz und Erbrechen auf.

Gegen den Husten können erstmal einfache Mittel, wie ausreichende Trinkmenge, Lutschtabletten oder Inhalationen ausprobiert werden.
Werden Schluckschwierigkeit und Abhusten zu einem größer werdenden Problem, so kann Cortison gegen stark geschwollene Mandeln helfen.

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Juckreiz

In einigen Fällen kommt es mit dem Hautausschlag auch zu starkem Juckreiz, den die Patienten dann als sehr störend empfinden.
Da es über einige Wochen hinweg zur schuppigen Ablösung der Haut kommt, kann der Hautausschlag in jedem Fall mit rückfettenden Cremes behandelt werden, die keine Duftstoffe enthalten.
Denn diese reizen die Haut zusätzlich.

Falls Juckreiz besteht, kann man zum Beispiel Fenistil-Creme oder Imiquimod-Creme auf die betroffenen Hautstellen auftragen.
Es sollte darauf geachtet werden, dass Narben durch zu starkes Kratzen verhindert werden.

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Durchfall

Ein weiteres unspezifisches Symptom bei Scharlach ist Durchfall, oft auch in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen.
Hier sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Wasser, ungesüßtem Tee und gegebenenfalls Elektrolytlösungen geachtet werden.

Einige Menschen reagieren auch auf das Antibiotikum, das das Scharlach auslösende Bakterium bekämpft, mit Durchfall.
Das bedeutet erstmal nicht, dass eine Allergie gegen das Medikament vorliegt und man es deswegen nicht mehr einnehmen sollte.
Es empfiehlt sich jedoch, dies mit dem behandelnden Arzt abzusprechen und bei weiteren Beschwerden, ein anderen Antibiotikum zu verwenden.

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Behandlung

Da Scharlach beim Erwachsenen häufig nicht so wie im Lehrbuch verläuft, sondern die Symptome schwächer, wenn nicht sogar überhaupt nicht auftreten, ist die Diagnose in einigen Fällen sehr schwer zu stellen.
Sind die klassischen Erscheinungen, die das Krankheitsbild oft begleiten, nicht zu finden, so kann die Diagnose noch durch einen Nachweis des Erregers zum Beispiel im Rachen erfolgen.

Handelt es sich um das Streptokokken-Bakterium, so sollte umgehend mit einer Antibiotika-Therapie begonnen werden, mit Penicillin als Mittel der Wahl.
Meistens wird das Medikament 7 Tage gegeben.
Durch die antibiotische Behandlung kann außerdem die Zeit verkürzt werden, in der ein Patient ansteckend ist.
Des Weiteren verringert es auch die Dauer, in der die Symptome auftreten.

Auch werden damit Spätfolgen und Komplikationen verhindert, weswegen die Antibiose bei Scharlach dringend gegeben werden sollte.

Zur Behandlung des Fiebers können fiebersenkende Medikamente, wie Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin eingenommen werden.

Lindernd wirkt auch die Gabe von Nasentropfen und verlegen die geschwollenen Rachenmandeln den Rachen und erschweren Schlucken und Atmung, so kann Cortison zum Abschwellen gegeben werden.

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Antibiotika

Antibiotika, wie Penicillin oder Erythromycin bei einer Penicillin-Allergie, sind unerlässlich für die Therapie des Scharlachs, da nur auf diese Weise Spätfolgen und Komplikationen vermieden werden.

Durch das sichere Erkennen der Krankheit durch einen erfahrenen Arzt oder einen Nachweis des Erregers in einer Patientenprobe kann eine virale Mandelentzündung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen und sollten nicht gegeben werden, wenn ein Virus die Krankheit auslöst, da es dann in nicht wirkt und ausschließlich Nebenwirkungen oder die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen gefördert werden.

Hausmittel

Es gibt auch einige Hausmittel und einfache Methoden, um die Symptome des Scharlachs zu lindern.
Wichtig ist, dass der Patient auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet.

Warmer Tee, Lutschbonbons, heißes Wasser mit Zitronensaft und Honig, Inhalationen mit Kochsalz, Wadenwickel gegen das Fieber oder Quarkwickel gegen die Halsentzündung können als Hausmittel eingesetzt werden.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass auf die antibiotische Therapie verzichtet werden darf – nicht nur der Krankheitsverlauf an sich wird durch ein Antibiotikum verkürzt.
Viel wichtiger noch verhindert es schlimme Komplikationen im Anschluss an die Krankheit.

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Dauer

Nach der Infektion mit dem Scharlach auslösenden Streptokokkus bricht die Krankheit nach 2-4 Tagen Inkubationszeit aus.
Fieber, Kopfschmerz, Krankheitsgefühl und die weiße Erdbeerzunge können auftreten.

Nach weiteren circa 48 Stunden können dann weitere Symptome dazukommen, wie der Ausschlag am Stamm, Kopf, Extremitäten, Wangen und Gaumen.
Der Hautausschlag kann bis zu einer Woche bestehen und die schuppenartige Ablösung der Haut kann weiterhin sich über Wochen bis Monate ausbreiten.

Im Anschluss kann es dann noch zur Poststreptokokken-Infektion kommen.

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Was können die Spätfolgen sein?

Die gefürchtete Spätfolge des Scharlachs ist die sogenannte Poststreptokokken-Infektion.

Um diese zu verhindern, ist die Therapie mit Antibiotikum essentiell.
Bei Erwachsenen wird eine Scharlach Erkrankung aufgrund des häufig milderen Verlaufes leicht übersehen und deswegen nicht mit Antibiotikum angegangen.

Das Scharlach auslösende Bakterium Streptokokkus ruft eine selbstständige Antwort des menschlichen Immunsystems hervor, die Schädigungen einzelner Organe mit sich zieht. Zum einen erwirkt der Keim eine Kreuzreaktion von Antikörpern, die der Körper gegen die Antigene des Streptokokkus bildet. Da die Antigene des Keims den Zellen in Herz und Nerven sehr ähnlich sind, attackieren die selbstgebildeten Antikörper diese Zellen und lösen eine Infektion aus.

Des Weiteren können durch diese Reaktion des Immunsystems die Nieren, die Gelenke und die Haut infiziert werden.
Ein typisches Krankheitsbild, das ungefähr 2-6 Wochen nach der Streptokokken Infektion auftreten kann, ist das rheumatische Fieber.
Hierbei kann es zu

  • einer erhöhten Temperatur,
  • einer Entzündung des Herzmuskels,
  • Hautausschlag,
  • Entzündung der Gelenke oder
  • Entzündung der Nieren kommen.

In medizinisch nicht gut entwickelten Ländern tritt dies weit häufiger auf als in Deutschland. Die Therapie ist auch hier ein Antibiotikum, das den auslösenden Keim abtötet.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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