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Behandlung von Scharlach

Einleitung

Bei Scharlach handelt es sich um eine Erkrankung, die aufgrund von einer Infektion mit Streptokokken, einer Bakterienart, auftritt. Typische Symptome sind hohes Fieber, Gliederschmerzen, Halsschmerzen, geschwollene Mandeln und Kopfschmerzen. Charakteristischerweise entsteht eine Himbeerzunge (glänzend rot) sowie ein Hautausschlag mit perioraler Blässe, also ein Ausschlag, der den Mund ausspart. Die Behandlung besteht aus der Gabe von Antibiotika und der zusätzlichen Therapie der Symptome durch fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel. Das Hauptziel der Therapie ist das Verhindern schwerwiegender Komplikationen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: Scharlach

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

  • Antibiotikum

    • Penicillin

    • Erythromycin

    • Clarithromycin

  • Fiebersenker/Schmerzmittel

    • Paracetamol

    • Ibuprofen

    • Lutschtabletten gegen Halsschmerzen

    • Hausmittel (Tee, Wickel)

Diese Antibiotika werden eingesetzt

Das vorrangige Antibiotikum, welches bei Scharlach eingesetzt wird ist das Penicillin V. Dieses kann in Tablettenform gegeben werden. Bei Allergien gegen Penicillin können andere Antibiotika wie Erythromycin oder Clarithromycin genutzt werden. Etwa drei Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie ist man meist nicht mehr ansteckend, dennoch sollte die Therapie über zehn Tage durchgeführt werden. Aufgrund der schwerwiegenden Komplikationen, die Scharlach mit sich bringt, wird die Erkrankung immer mit Antibiotika behandelt.

Welches Antibiotikum ist das Beste?

Das am besten geeignete Antibiotikum gegen Scharlach ist das schon sehr lange bekannte Penicillin. Von diesem Antibiotikum gibt es mittlerweile verschiedene Unterklassifikationen, in der Regel wird Penicillin V eingesetzt. Da es vor allem gegen Penicillin viele Allergien gibt, ist jedoch oftmals der Gebrauch von anderen Medikamenten angebracht. Dazu werden in der Regel sogenannte Makrolidantibiotika verwendet.

Lesen Sie mehr zum Thema: Penicillin

Behandlung ohne Antibiotika

Die Behandlung des Scharlachs ohne Antibiotika zielt in der Regel darauf ab, die individuellen Abwehrkräfte des Körpers zu stärken, damit dieser sich selbstständig gegen die Erkrankung wehren kann. Dazu gehören beispielsweise Wadenwickel bei Fieber. Diese können ebenso wie fiebersenkende Mittel die Körpertemperatur verringern. Allerdings unterdrücken sie das Fieber nicht sondern helfen dem Körper nur im richtigen Moment die Temperatur schneller wieder zu senken. Bei Halsschmerzen aufgrund von Scharlach sind Tees am besten geeignet. Sie sorgen erstens dafür, dass betroffene Personen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Dies ist gerade bei Fieber wichtig, damit der Körper nicht austrocknet. Nur so ist man kräftig genug um die Infektion zu bekämpfen.

Zweitens enthalten die Inhaltsstoffe der Tees oftmals entzündungshemmende und gleichzeitig antibakteriell wirksame Substanzen. Dafür können beispielsweise Ingwer-, Brennnessel-, Zitronen- oder Salbeitee eingesetzt werden. Um die Halsschmerzen zusätzlich zu lindern kann ein Löffel Honig zum Tee hinzugegeben werden. Auch Halsbonbons können dies Inhaltsstoffe enthalten. Besonders geeignet sind Salbeipastillen oder isländisch Moos. Auch Kapuzinerkresse kann gegen die Bakterien eingenommen werden. Aufgrund der gefährlichen Komplikationen, die bei Scharlach auftreten können, wird trotz guter anderweitiger Behandlungsmöglichkeiten eine Antibiotikatherapie absolut empfohlen.

Hausmittel

Hausmittel dienen in erster Linie dazu die Symptome des Scharlachs zu behandeln. Die auslösenden Bakterien selbst, sollten unbedingt mit Antibiotika behandelt werden, da es sonst zu schweren Komplikationen kommen kann. Das ausgeprägteste Symptom bei Scharlach ist das Fieber, was auch Schüttelfrost zur Folge haben kann. Als Hausmittel ist hier vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geeignet. Dafür können Tee, Säfte und Hühnersuppe oder Gemüsebrühe eingesetzt werden. Ist das Fieber besonders hoch, sind auch kalte Wadenwickel eine gute Methode um die Symptome zu lindern. Allerdings sollten diese nicht angewandt werden, wenn betroffene Personen gerade Schüttelfrost haben oder die Hände und Füße kalt sind.

Halsschmerzen, die ebenfalls im Rahmen der Scharlach Infektion auftreten können, werden meist mit Erkältungstee gut behandelt. Beispielsweise ist Ingwertee mit Honig gut geeignet um die Halsschmerzen zu lindern. Der Tee enthält antientzündliche Stoffe, die die Bakterien bekämpfen und gleichzeitig die Schmerzen im Hals lindern. Auch kalte oder warme Tücher können (je nachdem was betroffenen Personen angenehmer erscheint) um den Hals gewickelt werden und so die Beschwerden lindern. Um Muskelschmerzen zu lindern eignet sich die Anwendung von warmen Kompressen. Gelenkschmerzen werden dagegen am besten durch Kälte therapiert. Dazu können kalte Kompressen, Quark- oder Kohlwickel eingesetzt werden.

Homöopathie

Bei einer Infektion mit Scharlach können homöopathische Mittel zur Therapie eingesetzt werden. Dabei wirken Belladonna, Phytolacca americana und Apis millifera gut gegen Fieber und Halsschmerzen. Ipecacuanha wird eingesetzt, wenn Übelkeit und Erbrechen auftreten. Da Scharlach schwere Komplikationen mit sich bringen kann, ist trotz einiger berechtigter Bedenken eine Antibiotikatherapie absolut zu empfehlen. Antibiotika bieten im Vergleich zu Antibiotika einen wesentlich besseren Schutz gegen die teilweise lebensbedrohlichen Spätfolgen.

Dauer der Behandlung

Die Behandlung von Scharlach erfolgt mit Antibiotika und sollte über volle 10 Tage durchgeführt werden. Da es ohne eine ausreichend Therapie zu schwerwiegenden Komplikationen kommen kann, ist die 10-tägige Behandlung unbedingt vollständig bis zum Ende durchzuführen. Bei einem frühzeitigen Abbruch der Behandlung können trotz Antibiotikagabe Organerkrankungen von Herz, Leber, Niere und Gehirn auftreten. Diese sind unter Umständen lebensbedrohlich und ziehen lebenslang andauernde Folgeschäden nach sich.

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Was kann passieren, wenn man Scharlach nicht behandelt?

Die Komplikationen von Streptokokkeninfektionen wie Scharlach können schwerwiegende Folgen haben, die zu einem Organversagen und sogar bis zum Tod führen können. Die Komplikationen treten vor allem dann auf, wenn das Immunsystem stark auf die Infektion reagiert und einige Wochen nach der eigentlichen Scharlacherkrankung beginnt, sich gegen den eigenen Körper zu richten. Von diesem Post-Streptokokken-Syndrom können Herz, Leber, Nieren, Gelenke und das Hirn betroffen sein.

Am Herzen kommt es im Rahmen des akuten rheumatischen Fiebers zu einer Infektion des Herzmuskels oder der Herzinnenhaut. Dadurch können eine Herzschwäche sowie Herzklappenerkrankungen entstehen, die ohne Behandlung lebensbedrohlich sind. Auch Leber und Nieren können nach einer Infektion mit Scharlach schwer betroffen sein und sogar versagen. In diesem Fall muss eine Antibiotikatherapie erfolgen, manchmal muss vorrübergehend auch ein Nierenersatzverfahren (die Dialyse) eingesetzt werden, um die Komplikationen zu behandeln.

Gelenke sind meist ebenfalls betroffen, wenn es zum rheumatischen Fieber kommt. Dabei tritt eine sogenannte Polyarthritis auf, bei der einzelne große Gelenke im Wechsel stark schmerzen können. Am Gehirn kann Scharlach Erkrankungen wie PANDAS, Chorea minor und das Tourette-Syndrom hervorrufen. All diese Komplikationen können lebenslange Einschränkungen mit sich bringen, unbehandelt enden sie oftmals sogar tödlich. Daher ist eine adäquate Behandlung des Scharlachs unabdinglich.

Weitere Informationen finden Sie unter: Komplikationen von Scharlach

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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