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Die Kriebelmücke

Was ist eine Kriebelmücke?

Die Kriebelmücke stellt eine bis zu sechs Millimeter große, blaugraue bis schwarze Stechmücke dar, deren weibliche Tiere bei warmblütigen Tieren und dem Menschen Blut saugen. Dabei stechen sie nicht im engeren Sinn den Wirt, sondern schaffen mit ihren Mundwerkzeugen eine Wunde, aus der sie dann saugen. Die Kriebelmücke ernährt sich vom Nektar vieler Pflanzen, lediglich die Weibchen benötigen Blut zur Eientwicklung. Dabei spüren sie ihren möglichen Wirt über den Geruch von Kohlendioxid und optisch auf.

Welche Krankheiten werden durch die Kriebelmücke übertragen?

Der Biss der Kriebelmücke ist sehr schmerzhaft und führt häufig zu lokalen Blutergüssen und starken Schwellungen. Durch die Absonderung des Hormons Histamin entstehen häufig pseudoallergische Reaktionen, die durchaus eine Gefahr bergen.

Viele Kriebelmücken übertragen giftige Stoffe in die Wunde der gestochenen Menschen, sodass sich diese eitrig entzünden. Aus dieser zuerst lokalen Infektion entwickelt sich häufig eine Entzündung der Lymphgefäße, die zu einer Blutvergiftung führen kann.

Vor allem afrikanische Untergruppen der Kriebelmücke übertragen Fadenwürmer, was „Onchozerkose“ genannt wird. Die meisten Infizierten klagen über Knoten und Entzündungen der Haut. Etwa zehn Prozent der Erkrankten erblinden durch die Besiedlung des Wurmes, was in diesem Zusammenhang als „Flussblindheit“ bezeichnet wird.

Auch in Europa übertragen die Kriebelmücken gefährliche Erkrankungen, wie die Borreliose, die zu Schmerzen, Entzündungen und Nervenausfällen führen kann.

Wie sieht der Stich der Kriebelmücke aus?

Da Kriebelmücken eher kleine Mücken sind und geräuschlos an den Menschen heran fliegen, wird ihr Biss meist nicht bemerkt. Dabei stechen sie den Menschen nicht direkt zum Blutsaugen, sondern beißen zuerst eine Wunde. In ihr sammelt sich Blut, das aufgrund eines Gerinnungshemmers im Speichel der Kriebelmücke ständig nachfließt. Aus diesen so entstandenen „Pools“ wird dann von der Mücke das Blut getrunken. Der gebissene Mensch bemerkt dann häufig eine kleine blutende Stelle und oder einen blutunterlaufenen Punkt auf der Haut.

Zusätzlich kann es, durch das Hormon Histamin im Speichel der Kriebelmücke, zu einem kleinen Knötchen unter der Haut kommen. Im Verlauf bilden sich häufig ein kleines eitriges Bläschen auf der Stelle des Bisses und eine ein bis zwei Zentimeter große Rötung um die Bissstelle. Das Jucken und die Schwellung des Mückenbisses wird durch das Hormon Histamin im Mückenspeichel verursacht, was dann auch durch den eigenen Körper weiter ausgeschüttet wird. Es stellt eigentlich eine Abwehrreaktion des Körpers dar. Allerdings kann zu starkes Kratzen Infektionserreger in die Wunde tragen, die dann eine heftige Entzündung zur Folge haben kann.

Begleitende Symptome

Neben dem ersten Schmerz des Bisses der Kriebelmücke, kann es im Verlauf zu einer Schwellung und Rötung der Bissstelle kommen. Meistens klagen die Betroffenen von einem Juckreiz, dem sie mit Kratzen nachgeben.

In einigen, zum Glück seltenen Fällen, kann es auch zu stärkeren, allergischen Symptomen kommen. Dabei wird eine Nesselsucht auf der Haut in Nähe der Bissstelle und auch an entfernteren Lokalisationen, ein starker Ausschlag und bis hin zu Atemnot durch Histamin verursacht, das in geringen Mengen im Speichel der Kriebelmücke vorhanden ist. Auch andere giftige Stoffe in diesem Speichel können eine Kaskade in Gang setzen, bei der weitere Hormone und Abwehrzellen diese stärkeren Symptome bis hin zum allergischen Schock verursachen.

Schwellung

Durch das Stechen und das Blutsaugen einer Kriebelmücke kann es zu einer Schwellung um den Biss herum kommen. Verursacht wird diese durch eine lokale Entzündung, die durch giftige Stoffe und dem Hormon Histamin entfacht wird.

Dabei sorgt die Mücke selbst dafür, dass diese Substanzen in die Bisswunde gelangen, indem sie damit versetzten Speichel absondert. Die damit versetzen Hautpartien setzen eine Kaskade in Gang, bei der es zum verstärkten Bluteinstrom und Flüssigkeitseintritt ins Gewebe kommt. Die damit verursachte Schwellung beinhaltet neben Flüssigkeit auch Abwehrzellen, die der Entzündung ein Ende setzen.

Durch Kühlen und entzündungshemmende Schmerzmittel, wie Ibuprofen, Diclofenac und ähnliche, kann die Schwellung schneller bekämpft werden.

Allergie

Durch die giftigen Stoffe und das Histamin im Speichel der Kriebelmücke kann eine Allergie asugelöst werden. Diese kann sich durch eine verstärkte Reizung mit Juckreiz und Rötung sowie einer großen Schwellung äußern.
In anderen Fällen kann es zu allgemeinem Unwohlsein kommen und sogar Atemnot auftreten. Einige Patienten berichten in diesem Zusammenhang von Kopfschmerz, Herzklopfen und sogar Fieber. Im schlimmsten Fall, kann es zu einem allergischen Schock mit Herz-Kreislauf-Versagen kommen. Zum Glück sind diese Erscheinungen sehr selten.

Lesen Sie weiter unterAllergische Reaktion auf einen Mückenstich

Mögliche Komplikationen

Bluterguss

Ein Bluterguss rund um die Bissstelle der Kriebelmücke kann durch gerinnungshemmende Stoffe im Mückenspeichel entstehen. Außerdem kommt es häufig zu kleineren Blutergüssen durch Kratzen und Drücken an der Wunde. Diese bilden sich meist sehr schnell wieder zurück und heilen folgenlos ab.

Entzündung

Es können auf zwei Wege Entzündungen der Stichstelle ausgelöst werden:  Zum einen werden Bakterien durch einige Kriebelmücken mit dem Saugvorgang in die Wunde abgegeben, zum anderen können sie beim Kratzen in die Wunde gelangen, da auf der Haut jedes Menschen natürlicherweise Bakterien vorkommen. 

Blutvergiftung

Bei einer Blutvergiftung infolge eines Mückenstichs, klagen die Patienten oft über Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Übelkeit, Abgeschlagenheit, eine starke Schwellung der betroffenen Körperteile und Fieber. Dies ist allerdings sehr selten. Ein Arzt sollte in diesem Fall kontaktiert werden, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu unterbinden.
Lesen Sie mehr dazu unter: Symptome einer Blutvergiftung

Behandlung

Sofern die Kriebelmücke keine andere Erkrankung übertragen hat, muss lediglich das Jucken und der Schmerz  therapiert werden. Dazu sollte, auch wenn es schwer fällt, möglichst nicht an der Bissstelle gekratzt werden. Bakterien und andere Giftstoffe werden über das Kratzen (tiefer) in die Wunde befördert, was zu einer starken Infektion führen kann. Am Besten sollte der Stich desinfiziert werden, um einer Infektion vorzubeugen.

Gegen den Juckreiz hilft kühles Wasser oder Eis. Gewisse Hausmittel, wie in etwa Lavendel, Zitronenöl oder Spitzwegerichsaft eigenen sich gut um den Juckreiz zu stillen und Schwellungen, sowie Rötungen zu bekämpfen. In der Apotheke gibt es zusätzlich viele weiter Präparate.

Sollten der Juckreiz und die Schmerzen auch nach einigen Tagen nicht verschwunden sein, so sollte ein Arztbesuch vorgenommen werden. Es entscheidet sich dann, ob ein Antiallergikum oder aufgrund einer bakteriellen Infektion ein Antibiotikum eingesetzt werden sollte. Zusätzlich können auch entzündungshemmende Schmerzmittel, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac verwendet werden.

Salbe

Zur Therapie einer Mückenbissverletzung werden gerne Salben verwendet, da sie eine gute lokal wirken und dabei nur geringe bzw. kaum allgemeine Nebenwirkungen auftreten.
So können die meisten Medikamente, die hier zur Anwendung kommen, wie Antiallergika, Antibiotika, Diclofenac und Cortison, bequem als Salbe verabreicht werden. Außerdem gibt es in der Apotheke einige Produkte, die Juckreiz stillen und kühlend wirken. Sie werden für Mückenbisse auch als Salbe verabreicht.

Cortison

Cortison stellt ein stark wirksames Medikament gegen Entzündungen und Reizungen dar. Gerade bei Verletzungen und Infektionen der Haut, wird es besonders gerne als Salbe direkt auf die erkrankte Hautpartie aufgetragen. Auf diese Weis stillt es besonders schnell die Reizung und besitzt kaum Nebenwirkungen, die sich auf den restlichen Körper beziehen. Dennoch sollte ein Arzt die Entscheidung treffen, Cortison zu verwenden, da es nicht für den längern Gebrauch auf der Haut geeignet ist. 

Wann braucht man Antibiotika?

Antibiotika sind dann sinnvoll, wenn es zu einer bakteriellen Infektion der Wunde gekommen ist, oder die Kriebelmücke Borreliose-Bakterien übertragen hat. Ein Arzt entscheidet dann, ob eine antibiotische Salbe oder sogar Antibiotika als Tablette verabreicht werden sollten.
Nur selten ist es nötig die Antibiotika direkt in die Vene als Infusion zu geben. Eine Borreliose-Infektion würde man klassischerweise durch eine „Erythema chronicum migrans“ erkennen. Dabei handelt es sich um eine sich nach außen ausbreitende  Rötung rund um die Bissstelle, die aber zentral mit der Zeit blasser wird.

Wie kann man dem Stich der Kriebelmücke vorbeugen?

Eine gute Vorbeugung vor dem Biss der Kriebelmücke ist die beste Strategie um Entzündungen und Allergien gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dazu sollte man die Brutplätze der Mücken, also fließende Gewässer, meiden. Außerdem schützt lange Kleidung vor dem Biss der Insekten. Zusätzlich gibt es noch mückenabschreckende Mittel, wie zum Beispiel ätherische Öle wie Citrus oder Eukalyptu oder spezielle Anti-Mückensprays. Sie halten die Kriebelmücken für einige Stunden fern.

Informieren Sie sich auch unter: Mückenschutz

Welcher Arzt behandelt einen Mückenstich?

In aller Regel wird der unkomplizierte oder auch leicht infizierte Biss der Kriebelmücke sowie auftretende Allergien vom Hautarzt behandelt. Besteht eine tieferliegende Infektion mit Wundheilungsstörungen, können diese von Chirurgen behandelt werden. Nur im Falle einer Übertragung von Borreliose oder der „Ochozerkose“ sollte ein Neurologe oder ein Tropenmediziner mit „ins Boot“ geholt werden.

Vorkommen der Kriebelmücke

Die Familie der Kriebelmücke kommt mit seinen in etwa 200 Arten weltweit vor. Mehr als 50 dieser Arten sind in Deutschland zu finden. Allerdings konnte bisher nur in tropischen Regionen eine Übertragung der „Onchozerkose“, die zur „Flussblindheit“ führen kann, beobachtet werden. Heimische Arten der Kriebelmücke übertragen dagegen in einigen Fällen die Borreliose.

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Dauer

Die Dauer eines Bisses der Kriebelmücke ist schwierig abzuschätzen. Sie hängt stark davon ab, wie die entstandene Wunde sauber gehalten wird, wie schnell die Wundheilung abläuft und wie sehr ein Patient zu Allergien und starken Infektionen neigt.
Es kommt nur sehr selten vor, dass diese Komplikationen auftreten und ein Biss der Kriebelmücke nicht innerhalb weniger Tage wieder folgenlos abheilt. Sollte dies nicht der Fall sein und weitere Symptome wie Schmerzen, oder eine Eiterbildung kommt hinzu, so sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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