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Die Kupferkette

Was ist eine Kupferkette?

Bei der Kupferkette handelt es sich um eine hormonfreie Verhütungsmethode.

Die Kupferkette ist eine Weiterentwicklung der klassischen Kupferspirale.
Es handelt sich um eine sehr sichere Verhütungsmethode, bei der nur bei etwa 0,1 bis 0,5 Prozent der Frauen trotzt Anwendung innerhalb eines Jahres schwanger werden.

Die Kupferkette besteht aus einem Faden mit mehreren Kupferstücken, welche kontinuierlich Kupferionen abgeben und so eine Empfängnis verhindern.
Ein Austauschen der Kupferkette ist normalerweise erst nach fünf Jahren Nutzung erforderlich.

Sicherheit

Die Sicherheit von Verhütungsmethoden wird mit dem Pearl-Index angegeben.
Je niedriger der Wert, desto sicherer die Verhütungsmethode.

Ein Wert von 100 sagt, dass alle getesteten Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden und ein Wert von 0 bedeutet, dass keine Frau schwanger wird.
Der Pearl-Index für die Kupferkette liegt bei 0,1 bis 0,5.

Das bedeutet, dass die Sicherheit der Kupferkette bei über 99,5 Prozent liegt.
Nur eine von 200 bis 1000 Frauen wird trotz der Kupferkette schwanger. Dieser Wert entspricht ungefähr der Sicherheit der Pille, bei korrekter Einnahme.

Für wen ist die Kupferkette geeignet?

Nahezu alle Frauen, welche sich im gebärfähigen Alter befinden, können die Kupferkette verwenden.

Frauen, welche schlechter Erfahrungen mit hormoneller Verhütung gemacht haben, wünschen sich oft eine hormonfreie Verhütung, was auf die Kupferkette zutrifft.
Auch junge Mädchen können bereits mit der Kupferkette verhüten, da die Kette klein ist und in jede Gebärmutter passt. Außerdem müssen die Mädchen nicht auf eine regelmäßige Medikamenteneinnahme achten.

Da die Kupferkette mit der Entfernung ihre Wirkung verliert und keine Zyklusveränderung verursacht, ist diese Verhütungsmethode auch für Frauen mit späterem Kinderwunsch geeignet und kann auch zwischen zwei Schwangerschaften verwendet werden.

In der Stillzeit sollten nur hormonfreie Verhütungsmethoden gewählt werden, sodass die Hormone nicht in die Muttermilch gelangen. Dabei ist die Kupferkette eine Möglichkeit.
Nach einem Kaiserschnitt sollte jedoch eine dreimonatige Pause eingelegt werden, bevor die Kupferkette eingesetzt wird.

Auch bei bestimmten chronischen Erkrankungen sind hormonelle Verhütungsmethoden kontraindiziert und die Kupferkette bietet eine Alternative.
Zu diesen Erkrankungen zählen beispielsweise Autoimmunerkrankungen, Thromboseneigungen und Krebserkrankungen.
Auch Veganer nutzen gerne die Kupferkette, da sowohl in Hormonpräparaten als auch in Kondomen tierische Bestandteile verwendet werden, was bei der Kette nicht der Fall ist.

Sie interessieren sich für weitere hormonfreie Verhütungsmethoden? Informieren Sie sich in unserer Übersichtsseite zum Thema: 

Für wen ist die Kupferkette nicht geeignet?

Obwohl die Kupferkette von den meisten Frauen gut vertragen wird, gibt es einige Kontraindikationen für die Nutzung dieser Verhütungsmethode.

  • Frauen, die unter sehr starken und unregelmäßigen Blutungen leiden und während ihrer Periode weitere körperliche Beschwerden entwickeln, sollten zunächst ihren Frauenarzt fragen, ob eine hormonelle Therapie diese Beschwerden lindern kann.
     
  • Bei einigen Frauen ist zudem die Wand der Gebärmutter nicht dick genug, um eine Kupferkette zu fixieren. Dies kann nach hormonellen Dauerbehandlungen der Fall sein und sollte sich bei den meisten Frauen selbstständig zurückbilden.
    In vielen Fällen kann das Einsetzen der Kupferkette später nachgeholt werden.
     
  • Wie gegen viele Substanzen kann der Körper auch gegen Kupfer eine Allergie ausbilden.
    Hierbei kann das Immunsystem überreagieren und die Kupferkette wird nicht vertragen.
     
  • Neben der Allergie gibt es auch chronische Erkrankungen, welche Kupferprodukte ausschließen.
    Hierzu zählt der Morbus Wilson. Dies ist eine Kupferspeicherkrankheit, bei der das Kupfer von der Leber nicht abgebaut werden kann und sich im Körper anreichert.
    Betroffene Frauen haben giftige Kupferablagerungen in vielen Organen und dürfen daher nicht noch zusätzlich Kupfer aufnehmen. Dies wäre bei einer Verwendung der Kupferkette jedoch möglich und damit ist die Kupferkette keine geeignete Verhütungsmethode für Betroffene.

Die Vorteile der Kupferkette

Die Kupferkette bietet gegenüber anderen Verhütungsmethoden einige Vorteile. Der erste Vorteil ist, dass die Kupferkette hormonfrei ist.
Dies führt dazu, dass die Kette keinen Einfluss auf den natürlichen Zyklus der Frau hat.
Außerdem ist die Kupferkette dadurch auch bei vielen chronischen Erkrankungen einsetzbar und kann auch bei späterem Schwangerschaftswunsch gut verwendet werden.

Der zweite Vorteil ist der niedrige Pearl-Index, welcher aussagt, dass die Kupferkette eine Sicherheit von 99,5 bis 99,9 Prozent aufweist. Damit liegt die Kupferkette in einem ähnlichen Rahmen wie die Pille und deutlich über dem Kondom.

Nach einmaligem Einsetzen hat die Frau zudem fünf Jahre Ruhe und muss sich nicht um ihre Verhütung sorgen.
Ein Anwendungsfehler durch die Frau, wie bei der Einnahme der Pille, ist ausgeschlossen, da die Kupferkette von einem Frauenarzt eingesetzt wird und danach nur noch regelmäßig kontrolliert wird.

Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind keine bekannt.
Nebenwirkungen sind auch im Vergleich mit der ähnlichen Kupferspirale sehr selten und die Kupferkette wird von fast allen Frauen gut vertragen.
Da die Kupferkette fünf Jahre hält, ist sie im Vergleich zur Pille deutlich günstiger.

Informieren Sie sich auch über Ihre Alternativen in der Wahl der Verhütungsmittel:

Die Nachteile der Kupferkette

Als Nachteil der Kupferkette gegenüber anderen Verhütungsmethoden sehen viele Frauen die Anlage.
Das Einsetzen der Kupferkette wird oft als unangenehm und schmerzhaft beschrieben.
Nach dem Einsetzen kann es noch mehrere Tage zu Blutungen und Schmerzen bis hin zu Krämpfen kommen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass in den ersten Monaten die Menstruationsblutung deutlich stärker sein kann und auch einige Tage länger dauern kann.
Diese stärkeren Blutungen können mit Bauchkrämpfen und Schmerzen einhergehen.
Wenn diese Blutungen zu stark sind oder nach einem halben Jahr nicht weniger werden kann eine Entfernung der Kupferkette notwendig werden.

In einigen Fällen führt die Kupferkette auch zu einem erhöhten Entzündungsrisiko der Gebärmutter und der Eileiter.
Auch bei einer anders geformten Gebärmutter kann die Kupferspirale zu vermehrten Schmerzen führen und eine geringere Sicherheit aufweisen.

Kommt es trotz einer Kupferkette zu einer Schwangerschaft, ist die Wahrscheinlichkeit einer sogenannten Eileiterschwangerschaft  erhöht, welche ein Risiko für die Frau darstellt.

Obwohl die Kupferkette im direkten Vergleich mit der Pille günstiger ist, sind die Kosten von rund 300€ zunächst selbst zu tragen.
Dies ist besonders für junge Frauen ein Nachteil, da die Krankenkassen bis zum 20. Lebensjahr die Pille bezahlen.

Das können die Nebenwirkungen sein

Die Nebenwirkungen der Kupferkette sind den Nebenwirkungen der klassischen Kupferspirale sehr ähnlich. Während der Einlage kann die Gebärmutterwand verletzt werden und im Extremfall kann die Kupferkette im Bauchraum zu liegen kommen, wo sie operativ entfernt werden muss.

Die Anlage selbst kann sehr schmerzhaft sein. Direkt nach der Anlage kann es zu Blutungen, Krämpfen der Gebärmuttermuskulatur und Schmerzen kommen, welche einige Tage anhalten.

Bei einigen Frauen wird die Menstruationsblutung durch die Kupferkette stärker und dauert länger. Die Blutungen können ebenfalls von starken Krämpfen und Schmerzen begleitet sein.
In einigen Fällen kommt es auch zu Zwischenblutungen zwischen den eigentlichen Menstruationsblutungen.
Wenn diese Blutungen nicht nach einem halben Jahr schwächer werden oder von vorneherein zu stark sind muss die Kupferkette wieder entfernt werden.

Die Kupferkette ist mit einem erhöhten Entzündungsrisiko der Gebärmutter und der Eileiter verbunden. Bei einer Schwangerschaft, trotz Kupferkette, ist die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft mit all ihren Risiken erhöht.

Kann eine Kupferkette unfruchtbar machen?

Da die Kupferkette keine Hormone enthält, ist die Wirkung weg, sobald die Kupferkette entfernt wird.
Die Kette hat keine Auswirkungen auf den normalen Zyklus der Frau und kann auch bei späterem Kinderwunsch angewandt werden.

Da die Kupferkette bei dennoch eintretender Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft steigert, kann hierüber in sehr seltenen Fällen eine Unfruchtbarkeit eintreten.
Die Verletzung der Gebärmutter durch die Kupferkette selbst, ist so gering, dass keine Spätfolgen zu erwarten sind.

Wie wird die Kupferkette eingesetzt?

Die Kupferkette besteht aus einem Faden, auf den vier Kupferkapseln aufgefädelt sind. Dieser soll nach der Anlage frei in der Gebärmutter hängen.
Die Anlage erfolgt bei einem speziell geschulten Frauenarzt, da die Anlage der Kupferkette etwas komplizierter ist, als die Anlage der klassischen Kupferspirale.

Vor dem Einsetzen der Kupferkette muss eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um die Wanddicke und die Form der Gebärmutter zu vermessen.
Einige Frauenärzte geben einige Stunden vor der Anlage ein Medikament, welches den Muttermund weitet.
Die Scheide und der Muttermund werden dann gut desinfiziert um Entzündungen zu vermeiden. Die Gebärmutter muss dann mit einer Klammer stabilisiert werden.
Die Kupferkette selbst wird mit einem Applikator in die Gebärmutter eingebracht. Mit einer kleinen Nadel wird das Ende der Kette, an dem sich ein Knoten befindet, in die Muskulatur der Gebärmutterwand gestochen.
Die endgültige Fixierung übernimmt die Muskulatur selbst, wofür allerdings eine Woche nötig ist.

Da die Anlage von einigen Frauen als sehr schmerzhaft beschrieben wird, kann die Anlage unter der Nutzung von lokalen Betäubungsmitteln stattfinden.
In der Woche nach der Anlage ist die Kette noch nicht vollständig fixiert und kann daher leichter ausgestoßen werden.

Wie schmerzhaft ist das?

Die Anlage der Kupferkette wird von einigen Frauen als sehr schmerzhaft beschrieben. Dies hat unterschiedliche Gründe:

Die erste Ursache für Schmerzen kann bereits die Dehnung der Scheide und des Muttermundes sein. Dies trifft vor Allem auf junge Mädchen zu, da der Scheideneingang noch enger sein kann.

Die eigentliche Anlage kann ebenfalls zu Schmerzen führen, da die Kupferkette mit einer kleinen Nadel in die Gebärmutterwand eingebracht wird. Hierbei reagieren Frauen unterschiedlich stark auf die Schmerzen. Nach Absprache mit dem Frauenarzt kann die Anlage unter der Nutzung von lokalen Betäubungsmitteln erfolgen.

Eine dementsprechende Aufklärung sollte an einem gesonderten Termin stattfinden, sodass die Frau Bedenkzeit hat, ob eine Betäubung gewünscht ist.
Angst vor den Schmerzen bei der Anlage ist der häufigste Grund, warum sich Frauen gegen die sonst sehr sichere Verhütungsmethode Kupferkette entscheiden.

Kann die Kupferkette Schmerzen nach dem Einsetzen verursachen?

Unmittelbar nach dem Einsetzen der Kupferkette kann die Frau für ungefähr eine Woche unter starken Schmerzen, Blutungen und Krämpfen leiden.

Diese Schmerzen sollten jedoch nach einigen Tagen rückläufig sein.
Beim Einlegen selbst kann die Scheide und der Muttermund gereizt werden und somit ebenfalls für einige Tage Schmerzen bereiten.
Auch später kann die Kupferkette noch zu Bauchkrämpfen führen.

Da die Kupferkette häufig mit einer stärkeren Menstruationsblutung einhergeht, sind auch die Menstruationsbeschwerden gesteigert.
Sollten diese gesteigerten Beschwerden sich nicht innerhalb von sechs Monaten bessern, sollte über eine Entfernung der Kupferkette nachgedacht werden.

Da die Kupferkette mit einem erhöhten Entzündungsrisiko verbunden ist, sollte bei plötzlich auftretenden Schmerzen ein Frauenarzt aufgesucht werden.

Kosten

Die Kosten für die Einlage einer Kupferkette liegen bei ungefähr 250 bis 400 Euro.

Da die Kupferkette fünf Jahre halten sollte, liegen die monatlichen Kosten bei ungefähr fünf Euro.
Im Vergleich dazu liegen die monatlichen Kosten bei der Pille bei ungefähr zehn bis zwanzig Euro je nach Präparat.

Einige Frauenärzte bieten für die Anlage auch Ratenzahlungen an. Die Kosten steigen, wenn die Kette früher als geplant entfernt oder gewechselt werden muss.

Wann zahlt die Krankenkasse?

Verhütungsmittel gehören zu den medizinischen Produkten, welche vom Nutzer selbst bezahlt werden müssen.

Bei Minderjährigen übernehmen einige Kassen die Kosten für die Anlage, da auch die Pille bis zum 20. Lebensjahr bezahlt wird. In Ausnahmefällen, wie nach einer Abtreibung oder bei nachgewiesener Hormonunverträglichkeit zahlen einige Kassen auch über das 20. Lebensjahr hinaus die Kupferkette.

In einigen Städten übernimmt statt der Krankenkasse die Initiative Profamilia die Kosten für eine Kupferkette für sozial benachteiligte Frauen, geförderte Studentinnen und Auszubildende mit Beihilfen.

Was ist der Unterschied zur Spirale?

Die Kupferkette wird gerne als die Weiterentwicklung der klassischen Spirale bezeichnet. Der erste Unterschied zwischen der Spirale und der Kette ist die Verankerung.

Eine Kupferkette wird in der Gebärmutterwand verankert, während eine Spirale durch ihre Form und kleine Wiederhaken in der Gebärmutter verbleibt, ohne eine Fixierung zu haben. Außerdem gibt es verschiedene Formen der Spirale.
Einige enthalten Hormone und andere sind nur aus Kupfer. Die Kupferkette ist immer hormonfrei.

Informieren Sie sich auch über die relevanten Informationen zur Verhütung mit der Spirale:

Aufgrund der Form der Kupferkette lässt sie sich bereits bei einer sehr kleinen, jungen Gebärmutter einsetzen, während junge Mädchen häufig über Schmerzen beim Tragen einer Spirale klagen.

In der ersten Zeit nach Anlage kommt es bei der Kupferkette häufiger zu Abstoßungen als bei der Kupferspirale, da die vollständige Fixierung durch den Muskel erst entstehen muss. Der Tragekomfort wird bei der Kupferkette als höher beschrieben, da keine Wiederhaken in der Gebärmutter liegen.

Die weiteren Nebenwirkungen, wie die verstärkte Menstruationsblutung, sind bei der Kupferkette und der Kupferspirale ähnlich. Welche Verhütungsmethode sich individuell besser eignet sollte mit dem behandelnden Frauenarzt besprochen werden.

Was ist der Unterschied zum Kupferball?

Der Kupferball ist, ähnlich der Kupferkette, ein Faden mit mehreren Kupferkugeln. Dieser Faden rollt sich jedoch in der Gebärmutter zu einem Ball zusammen und ist so zu groß, um durch den Muttermund ausgestoßen zu werden. Der Kupferball kommt daher ohne eine Fixierung aus und die Anlage ist weniger schmerzhaft.

Alle anderen Nebenwirkungen sind der Kupferkette sehr ähnlich. Die Kosten für den Kupferball liegen mit ungefähr 500 Euro über den Kosten der Kupferkette, aber gehören immer noch zu den günstigeren Verhütungsmethoden.

Kann man mit einer Kupferkette ein MRT machen?

Bei der Magnet-Resonanz-Tomographie dürfen keine magnetischen Metalle im Raum sein, da diese beschleunigt werden und zu Verletzungen führen können. Reines Kupfer ist nicht magnetisch und daher völlig unproblematisch bei einer MRT-Aufnahme. Eine Kupferkette besteht aus reinem Kupfer und stellt daher kein Hindernis für ein MRT dar. Dem Arzt sollte jedoch von der Kupferkette erzählt werden, da sonst die Auswertung und Interpretation der Bilder verfälscht sein kann.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.01.2019
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