Die Minipille

Was ist die Minipille?

Bei der Minipille handelt es sich um ein Arzneimittel zur Verhütung ungewollter Schwangerschaft für Frauen. Sie werden auch als Kontrazeptiva bezeichnet. Bei der Minipille handelt es sich im Gegensatz zur Kombinationspille, der herkömmlichen „Anti-baby-pille“ um ein reines Gestagenpräparat, die Minipille enthält also kein Östrogen. Die Minipille wird Frauen empfohlen, die keine östrogenhaltigen Präparate vertragen, daneben gibt es weitere Indikationen für die Wahl dieser hormonellen Empfängnisverhütung.

Wirkstoff, Wirkung

Es gibt bereits mehrere Generationen der Minipille, alle zeichnen sich durch das Fehlen des Östrogens aus. Sie unterscheiden sich in ihrem Gestagen-Abkömmling.

Die meist verwendeten Präparate sind Minipillen mit Levonorgestrel oder die neueren Desogestrelpräparate. Levonorgestrel wirkt über eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch kann sich ein befruchtetes Ei nicht in der Schleimhaut einnisten.
Außerdem verdickt Levonorgestrel den Schleim im Gebärmutterhals, wodurch Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen können und es nicht zur Befruchtung kommt.

Desogestrel verhindert zusätzlich den Eisprung, die sogenannte Ovulation. Präparate mit Levonorgestrel müssen jeden Tag zur exakt gleichen Uhrzeit eingenommen werden damit der Verhütungsschutz besteht.

Levonorgestrel findet sich außerdem hochdosiert in der „Pille danach“, einem Notfallkontrazeptivum bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Verhütungspannen.

Unterschiede zwischen Minipille und ,,normalen Pille''

Die herkömmliche Antibabypille oder schlicht „Pille“ ist ein ebenfalls ein hormonelles Kontrazeptivum.
Im Gegensatz zur Minipille handelt es sich bei dem Wirkstoff jedoch um eine Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen. Die Minipille und ihre Vertreter enthalten dagegen nur das Hormon Gestagen.

Die Minipille ist niedriger dosiert und als östrogenfreie Variante besonders bei Frauen empfohlen, die Kombinationspräparate schlecht vertragen. Dabei kann es aber auch bei der Anwendung der Minipille zum Auftreten von Nebenwirkungen kommen.

Die Minipille muss jeden Tag möglichst zur selben Uhrzeit eingenommen werden um volle Sicherheit zu garantieren. Dies gilt vor allem für die Minipille mit dem Gestagen Levonorgestrel.
Die Verhütungssicherheit der Minipille ist hoch und mit der der herkömmlichen Kombinationspille zu vergleichen.

Die Minipille wird außerdem Frauen empfohlen, die ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen, etwa Raucherinnen. Auch stillende Mütter können die Minipille verwenden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Hormonelle Verhütungsmethoden.


Vorteile der Minipille

Die Minipille bietet sich als Alternative für Frauen an, die die östrogenhaltigen Kombinationspillen nicht gut vertragen.
In der Regel zeichnet sich die Minipille durch eine bessere Verträglichkeit aus, allerdings können auch bei der Einnahme der Minipille Nebenwirkungen auftreten.

Die Minipille gilt außerdem als relativ sicher während der Stillzeit. Die Produktion von Muttermilch wird durch östrogenfreie Präparate wie die Minipille nicht beeinflusst, außerdem geht nur ein geringer Teil des Wirkstoffes in die Muttermilch über.

Die Minipille wird außerdem bei Frauen empfohlen, die ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen. Bei zuverlässiger Einnahme ohne Verschiebung ist der Verhütungsschutz der Minipille mit dem der Kombinationspillen vergleichbar.
Außerdem wird sie ununterbrochen eingenommen.

Viele Frauen berichten zudem von einer verringerten oder ganz ausbleibenden Monatsblutung. Dieser Effekt kann sich nach einigen Monaten einpendeln, zu Beginn ist eher mit Menstruationsstörungen zu rechnen.

Nachteile der Minipille

Bei der Minipille gibt es bereits mehrere Generationen. Besonders die Minipille mit dem Gestagen Levonorgestrel toleriert keinerlei Verschiebung in der Einnahme. Um einen ausreichenden Verhütungsschutz zu garantieren, muss diese Minipille jeden Tag zur exakt gleichen Uhrzeit eingenommen werden.

Bei der Minipille mit Desogestrel gibt es eine Toleranz von maximal zwölf Stunden. Die Minipille verlangt ihren Anwenderinnen dabei also eine hohe Disziplin ab.

Auch die Minipille kann mit Nebenwirkungen einhergehen. Dabei können Schmierblutungen und Zwischenblutungen auftreten, sowie verzögerte Monatsblutungen.
Auch Kopfschmerzen, Akne, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, depressive Verstimmung und Libidoverlust treten als häufige Nebenwirkungen auf. Gewichtszunahmen können vorkommen.

Obwohl das Thromboserisiko geringer als bei herkömmlichen Präparaten ist, ist es bei der Einnahme der Minipille weiterhin erhöht.

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Indikationen für die Minipille

Die Minipille wird Frauen empfohlen, bei denen erhebliche Nebenwirkungen bei der Einnahme von Kombinationspillen auftreten.

Eine Unverträglichkeit an Östrogen äußert sich beispielsweise durch Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen bis hin zur depressiven Verstimmung, Libidoverlust, Migräne, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Brustspannen.

Die Minipille wird außerdem empfohlen bei Frauen mit hohem Thromboserisiko oder bei stillenden Müttern, die hormonell verhüten möchte.

Nebenwirkungen

Wie bei jedem Arzneimittel kann auch die Einnahme der Minipille mit Nebenwirkungen einhergehen, die nicht bei jeder Anwenderin auftreten müssen.

Obwohl die Wirkstoffe im Vergleich zur Kombinationspille niedriger dosiert sind, können Nebenwirkungen auftreten, die einen Abbruch oder Wechsel des Kontrazeptivums nötig machen.

Zu den häufig bei der Minipille auftretenden Nebenwirkungen gehören Unregelmäßigkeiten der Monatsblutungen, Schmier- oder Zwischenblutungen. Häufig beobachtet wird außerdem unter anderem:
-Akne 
-Übelkeit, Erbrechen
-Kopfschmerzen
-Brustspannen, sexuelle Unlust (Lesen Sie dazu auch: Schmerzen an der Brustwarze)
-Schwindel
-Nervosität oder depressive Verstimmungen
-Gewichtszunahme.

In seltenen Fällen treten Hautveränderungen wie Haarausfall, Ausschlägen oder Pigmentflecken auf. 
Mehr zu diesem Thema können sie hier lesen: Pigmentstörungen durch die Einnahme der Pille.
 

Die Anwenderin sollte ausführlich über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt sein und ihren Arzt oder Apotheker aufsuchen, wenn eine oder mehrere Nebenwirkungen in starkem Maße auftreten. In diesem Fall kann ein Wechsel der Empfängnisverhütung angezeigt sein.

Thrombose

Generell ist das Thromboserisiko jeder Frau erhöht, die ein hormonelles Verhütungsmittel einnimmt. In der Regel wird das Thromboserisiko für die Minipille allerdings geringer geschätzt als bei der Kombinationspille.

Frauen, die rauchen, Übergewicht oder bereits Thrombosefälle in der Familie haben, sollten sich ausführlich zum Thema Verhütungsschutz beraten lassen. Bei den geringsten Anzeichen für eine Thrombose muss die Therapie mit dem Kontrazeptivum abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
Hinweise auf eine mögliche Thrombose sind Überwärmung und Verdickung der Extremität, spannende Schmerzen, oberflächliche Venenzeichnung oder Rötung. Eine tiefe Venenthrombose kann eine lebensgefährliche Lungenembolie nach sich ziehen und muss unbedingt behandelt werden.

 

Gewichtszunahme

Eine Veränderung des Appetits und Gewichtszunahme gilt als mögliche Nebenwirkung der Minipille. Auch Wassereinlagerungen (Ödeme) können zu einem steigenden Körpergewicht führen.

Wie Patientinnen individuell reagieren, ist schwer vorauszusagen. Viele Frauen berichten von einer Besserung bei einem Umstieg auf ein anderes Verhütungsmittel.

Bei steigendem Körpergewicht bis hin zu Übergewicht sollte die Anwenderin ihren Arzt oder Apotheker auf die mögliche Nebenwirkung der Dauermedikation hinweisen.

Beeinflussung des Libidos

Viele Frauen wechseln von der Kombinationspille zur Minipille, da sich teilweise als Nebenwirkung ein Verlust der Libido, also eine sexuelle Unlust, einstellt.

Jedoch kann es auch bei der Einnahme der Minipille zum Libidoverlust kommen. Inwieweit die weibliche Libido durch die Einnahme eines hormonellen Kontrazeptivums beeinflusst wird, ist individuell.

Manchmal lohnt sich ein Wechsel des Präparates um dieser Nebenwirkung zu entgehen.

Haarausfall

Teilweise kann es bei der Minipille zu unerwünschten Nebenwirkungen mit Hautveränderungen oder Haarausfall kommen.

Dabei kommt es unter Umständen zur diffusen Alopezie, also Haarausfall am gesamten Kopf. Bei starkem Haarausfall, der sich nicht innerhalb von drei Monaten normalisiert, sollte über ein Wechsel des Präparats nachgedacht werden. In schweren Fällen sollte ein Hautarzt aufgesucht werden.

Depression

Generell gehören Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung und Depressionen zu den möglichen Nebenwirkungen sowohl von Kombinationspräparaten, als auch der Minipille.

Diese sind meist am stärksten ausgeprägt zu Beginn der Einnahme. Vor einem Wechsel sollte man abwarten, ob die Symptome verschwinden sobald der Körper sich an die neue hormonelle Situation gewöhnt hat.

Bei schweren Depressionen und psychischer Belastung sollte über einen Wechsel nachgedacht werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Ursachen von Depression.

Akne (> Indikation)

Bei Akne ist von der Anwendung der Minipille abzuraten.

Allerdings gibt es durchaus die Möglichkeit, hormonelle Verhütungsmittel bei Akne einzusetzen.

Die Pubertät geht mit einer Umstellung des Hormonhaushalts des Körpers einher. Diese Umstellung kann bei vielen Jugendlichen mit Akne einhergehen. Teilweise werden hormonelle Verhütungsmittel eingesetzt, um die hormonell bedingt Akne in den Griff zu bekommen. Die Wirksamkeit mancher hormoneller Kontrazeptiva liegt in ihrer antiandrogenen Wirkung, die zu einer verringerten Talg Produktion und zu einem verbesserten Hautbild führt.

Die Minipille wird dazu allerdings nicht empfohlen. Akne gilt sogar als mögliche Nebenwirkung der Minipille. Bei Akne als Indikation zur Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln sein sollte zu herkömmlichen Kombinationspräparaten gegriffen werden. Hier wirkt die Östrogenzufuhr positiv auf das Hautbild.

Wann darf sie nicht gegeben werden?

Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Gestagen und weiteren enthaltenen Stoffen sollte die Minipille nicht eingenommen werden. Die Minipille sollte nicht eingenommen werden, wenn bereits eine Schwangerschaft besteht.

Bei einer vorliegenden Thrombose darf die Minipille nicht eingenommen werden. Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko oder Frauen mit Gefäßveränderungen, etwa durch Diabetes Mellitus, sollten vor der Einnahme einen Arzt konsultieren. Die Einnahme ist hier kontraindiziert.

Die Minipille sollte nicht eingenommen werden, falls eine Lebererkrankung oder eine Lebertumorerkrankung besteht. Auch andere bösartige Tumoren, speziell geschlechtshormonabhängige Tumoren wie etwa Brustkrebs, gelten als absolute Kontraindikation.

Bei ungeklärten vaginalen Blutungen darf die Minipille ebenfalls nicht eingenommen werden. Frauen müssen sehr zuverlässig in der Einnahme der Minipille sein, da bei wenigen Stunden Verschiebung die Empfängnisverhütung nicht mehr gewährleistet sein kann.

Pearl-Index, Wechselwirkung

Der Pearl-Index ist ein Maß für die Sicherheit von Verhütungsmitteln. Je niedriger der Wert, desto sicherer die Methode. Um die Sicherheit zweier Verhütungsmittel zu vergleichen, zieht man die Pearl-Indices heran.

Allerdings hängt die Zuverlässigkeit der meisten Verhütungsmethoden entscheidend von der richtigen Anwendung ab. Die Minipille gilt bei der richtigen Anwendung als sehr sicher, vergleichbar mit der herkömmlichen Kombinationspille.

Der Pearl-Index für die Minipille liegt bei 0,14 bis 3. Die Unterschiede ergeben sich hauptsächlich durch Einnahmefehler, da die Minipille nur wenig Spielraum zulässt und sehr zuverlässig eingenommen werden muss.

Wie bei jedem Arzneimittel kann es bei der gleichzeitigen Einnahme eines anderen Arzneimittels zu Wechselwirkungen kommen. Diese können unter Umständen die Wirksamkeit der Minipille herabsetzen, der Verhütungsschutz ist dann nicht mehr gewährt.

Ab wann besteht Verhüttungsicherheit?

Wird mit der Einnahme der Minipille am ersten Tag des Zyklus begonnen, das heißt am ersten Tag der Monatsblutung, besteht der Empfängnisschutz ab Einnahmebeginn.

Wenn zu einem späteren Zeitpunkt mit der Einnahme begonnen wird, ist die Empfängnisverhütung in den ersten sieben Tagen nicht gewährleistet. Hier sollten zusätzliche Barrieremethoden zum Einsatz kommen.

Gibt es die auch ohne Östrogen?

Bei der Minipille handelt es sich um ein hormonelles Verhütungsmittel, das grundsätzlich östrogenfrei ist. Das enthaltene Gestagen ist entweder Levonorgestrel oder Desogestrel und andere neue Gestagene.

Die Minipille sollte nicht mit der sogenannten Mikropille verwechselt werden. Dabei handelt es sich um ein Kombinationspräparat, sie enthält also eine Kombination von Östrogen und Gestagen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kombinationspille enthält sie eine geringere Dosis an Östrogenen, definitionsgemäß weniger als 50 mikrogramm pro Dragee.

Dosierung

Die Einnahme der Minipille sollte genau nach den Anweisungen des Arztes erfolgen. Üblicherweise wird eine Pille am Tag eingenommen, sie wird durchgehen ohne Pause eingenommen.

Die Pille muss jeden Tag möglichst zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, sodass zwischen den Einnahmen 24 Stunden liegen. Schon kleine Abweichungen können die Wirksamkeit beeinflussen und die Sicherheit der Minipille aufheben.

Preis

Der Preis für die Minipille schwankt je nach Anbieter und Packungsgröße. Der Preis für eine 3-Monats-Packung liegt bei um 30 €.

Minipille und Alkohol

In der Regel hebt Alkohol den Verhütungsschutz der Pille nicht auf.

Probleme treten auf, sobald die vollständige Aufnahme des Wirkstoffs durch den Körper nicht gesichert ist. Erfolgt durch den Konsum von Alkohol beispielsweise Durchfall oder Erbrechen, wird der Wirkstoff vorher möglicherweise aus dem Körper entfernt.

Erhöhte Alkoholkonzentration im Blut führt außerdem oft zum Vergessen der Einnahme. Besonders bei Präparaten mit Levonorgestrel geht dies mit einem hohen Risiko einer ungewollten Schwangerschaft einher, da die Einnahme immer exakt zur gleichen Uhrzeit erfolgen muss.

Auch beim Konsum von Alkohol kann man möglichen Verhütungspannen durch die Verwendung eines Kondoms entgehen.

Pille einmal vergessen-was tun?

Auch wenn nur eine Tablette verspätet eingenommen wurde, kann der Empfängnisschutz beeinträchtigt sein. Besonders die Minipille mit Levonorgestrel darf maximal zwei Stunden nach der üblichen Einnahmezeit eingenommen werden.

Wurde eine Tablette vergessen, ist die Einnahme so schnell wie möglich nachzuholen. Für die kommenden sieben Tage sollten neben der Minipille weitere Verhütungsmethoden angewandt werden.

Kam es in den vorangegangenen sieben Tagen vor dem Vergessen zum Geschlechtsverkehr, kann es zu einer ungewollten Schwangerschaft gekommen sein. In diesem Fall ist sofort ein Arzt zu kontaktieren.

Bei den neueren Minipillen mit dem Wirkstoff Desogestrel ist die Zuverlässigkeit der Empfängnisverhütung beeinträchtigt, sobald die Tablette mehr als zwölf Stunden zu spät eingenommen wurde. Auch in diesem Fall sollten zusätzliche Barrieremethoden in den folgenden sieben Tagen eingesetzt werden. Es besteht auch hier die Möglichkeit, durch Geschlechtsverkehr in der vorangegangenen Woche ungewollt schwanger geworden zu sein.

Welche Medikamente heben die Wirksamkeit der Pille auf?

Bei der Einnahme zweier Arzneimittel kann es zu Wechselwirkungen kommen. Es gibt Arzneimittel, die die Wirksamkeit der Minipille beeinflussen und den Verhütungsschutz aufheben können. Sollte vom Arzt ein Medikament verschrieben werden, muss unbedingt auf die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln hingewiesen werden.

Die Wirkung der Minipille kann durch folgende Medikamente beeinträchtigt werden: Antiepileptika wie Hydantoine, Barbiturate, Primidon, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat und andere Medikamente zur Behandlung von Epilepsie, Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose wie Rifampicin.

Auch andere  Antibiotika können die Wirksamkeit der Pille beeinflussen, beispielsweise Präparate,  die bei Patienten die Darmflora stören. Dies gilt vor allem für Penicillin, Tetracycline, Cephalosporine oder Cloramphenicol.

Neben Antibiotika beeinträchtigen eine Vielzahl von Virostatika die Wirksamkeit der Minipille, unter diesen Ritanovir, Rifabutin, Efavirenz, Nevirapin und Nelfinavir. Griseofulvin, ein Antimykotikum gegen Pilzinfektionen, zählt ebenfalls zu den bedenklichen Arzneimitteln.

Auch das pflanzliche Arzneimittel Johanniskraut, das teilweise bei leichten bis mittelschweren Depressionen verwendet wird, setzt die Wirksamkeit der Pille über einen beschleunigten Abbau herab. Aktivkohle kann die Aufnahme des Wirkstoffs und damit den Empfängnisschutz ebenfalls verringern.

Minipille und Antibiotika

Sollte die Einnahme eines Antibiotika erforderlich sein, muss der verschreibende Arzt über die hormonelle Verhütung informiert werden. Er kann weitere Empfehlungen geben.

Teilweise wird die Wirksamkeit der Pille durch Antibiotika herabgesetzt, dies gilt vor allem für Rifampicin bei der Behandlung von Tuberkulose. Auch eine Vielzahl anderer Antibiotika können die Wirksamkeit der Minipille verringern.

Durch eine Beeinflussung der Darmflora wird der Wirkstoff der Minipille unter Umständen nicht vollständig aufgenommen und erreicht nicht die notwendige Konzentration im Blut um den vollen Verhütungsschutz zu gewähren.  

Besonders bei Erbrechen oder Durchfall kann der Verhütungsschutz beeinträchtigt sein. Anwenderinnen sollten zur Sicherheit auf zusätzliche Barrieremethoden zurückgreifen.

Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Minipille gilt nach nicht-hormonellen Verhütungsmethoden als Mittel der Wahl bei stillenden Müttern. Es kommt durch die Einnahme der Minipille nicht zur Beeinflussung der Milchproduktion. Außerdem ist der Anteil an Wirkstoff, der auf den Säugling über die Muttermilch übergeht, vergleichsweise gering. Es gibt bisher keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung von Wachstum oder Entwicklung des gestillten Kindes.

Bei einer Schwangerschaft oder dem Verdacht auf eine Schwangerschaft sollte die Minipille nicht eingenommen, beziehungsweise die Einnahme abgebrochen werden. Es ist bei der fortgesetzten Einnahme von hormonellen Verhütungsmittel in der Schwangerschaft nicht vollkommen auszuschließen, dass es zu Missbildungen beim Ungeborenen kommt.

Minipille und Stillen

Wer in der Stillzeit verhüten möchte, sollte in der Regel zu nicht-hormonalen Methoden greifen.

Für Frauen, die trotzdem hormonell verhüten möchten, ist die Minipille die Methode der Wahl in der Stillzeit. Das Präparat beeinflusst die Milchproduktion im Unterschied zu Kombinationspräparaten nicht. Über die Muttermilch erreicht ein geringer Teil des Wirkstoffs den Säugling. Die Einnahme der Minipille sollte frühestens sechs Wochen nach der Entbindung begonnen werden.
Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Einnahme der Minipille bei stillenden Müttern zur Beeinflussung von Wachstum und Entwicklung des Säuglings führt. Frauen, die Stillen, sollten die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Alternativen zur Minipille

Die Entscheidung für ein Verhütungsmittel sollte ausführlich mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin besprochen werden. Jede Methode birgt Vor- wie auch Nachteile.

Als alternatives hormonelles Verhütungsmittel gilt das herkömmliche Kombinationspräparat, das die Hormone Östrogen und Gestagen enthält. Die sogenannte Mikropille enthält einen weit geringeren Anteil an Östrogenen, ist allerdings nicht komplett östrogenfrei.

Daneben gibt es weitere Verhütungsmethoden, etwa das Hormonpflaster, die Hormonspritze oder das Hormonimplantant.

Außerdem gibt es den sogenannten Vaginalring, der monatlich ausgetauscht wird. Die sogenannte Hormonspirale bietet einen Drei- oder Fünf-Jahres-Schutz, je nach System.

Daneben gibt es eine Vielzahl mechanischer Verhütungsmethoden, etwa das Kondom, das Femidom (das Kondom für die Frau), das Diaphragma und weitere.

Cerazette

Bei Cerazette handelt es sich um einen Vertreter der Minipillen der neueren Generation. Es ist ein östrogenfreies Präparat auf Basis des Gestagens Desogestrel.  Es handelt sich um ein in der Regel gut verträgliches Präparat mit einem Verhütungsschutz vergleichbar mit den herkömmlichen Kombinationspillen.

Desogestrel

Bei Desogestrel handelt es sich um östrogenfreie Minipillen der neueren Generationen.

Im Unterschied zu Levonorgestrel hemmt Desogestrel zusätzlich den Eisprung. Außerdem beeinflusst es die Gebärmutterschleimhaut und führt zur Verdickung des Schleimes im Gebärmutterhals, wodurch Spermien der Weg zur Gebärmutter erschwert wird.
Desogestrel hat einen Vorteil gegenüber Levonorgestrel, da es im Gegensatz zu diesem nicht zwingend zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden muss. Der Verhütungsschutz besteht auch noch, wenn die Einnahme um maximal zwölf Stunden verzögert erfolgt. Den besten Schutz bietet die regelmäßige Einnahme im Abstand von 24 Stunden.
Desogestrel bietet einen Verhütungsschutz ähnlich zu herkömmlichen Kombinationspillen.

Was ist zu beachten wenn ich die Minipille absetze?

Die Einnahme der Minipille kann zu jedem Moment abgebrochen werden. Der Verhütungsschutz verfällt ab dem Tag des Absetzens. Wer also weiterhin nicht schwanger werden möchte, muss zu alternativen Verhütungsmethoden greifen.

Im besten Falle sollte das Absetzen der Minipille vorher mit dem Frauenarzt besprochen werden. Bei manchen Frauen kann es auch zum Auftreten von Nebenwirkungen nach dem Absetzen der Minipille kommen. Durch die hormonelle Umstellung kann es unter Umständen zu Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung kommen.

Wer einen Kinderwunsch hat, kann die Minipille jederzeit absetzen. Grundsätzlich besteht ab diesem Moment die Möglichkeit schwanger zu werden, was aber nicht bei jeder Frau klappen muss. Sollten sie nach dem Absetzen trotz Kinderwunsch nicht schwanger werden, kann es ratsam sein einen Arzt aufzusuchen.

Minipille in den Wechseljahren

Im Alter steigt das Risiko für Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da Kombinationspräparate das Risiko zusätzlich erhöhen, wird von diesen eher abgeraten. Möchte man allerdings nicht auf hormonelle Verhütungsmethoden verzichten, kann man in diesem Fall zur Minipille greifen.

Nach bisherigem Wissensstand gehen sie mit einem geringeren Thromboserisiko einher. Teilweise kommt die Minipille auch als Hormonbehandlung während der Wechseljahre zum Einsatz.

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Qualitätssicherung durch:      |     Letzte Änderung: 18.12.2017
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