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Magenschmerzen durch Stress

Definition

Lang andauernder körperlicher oder psychischer Stress kann sich unter Umständen auf den Magen projizieren und dort Beschwerden verursachen. Der Grund hierfür ist meist eine verminderte Durchblutung der Schleimhaut des Magens, was die Stoffwechselvorgänge der sich dort befindlichen Zellen verlangsamt. 

Diese produzieren physiologischerweise eine Schleimschicht, die der inneren Oberfläche des Magens anliegt und diese vor der Säure schützen soll. Fällt dieser Schutzmechanismus aus, kann die Schleimhaut von der Säure angegriffen und geschädigt werden.
Die Folgen sind eine chronische Magenentzündung bis hin zu der Entstehung von Magengeschwüren, sowie subjektive Beschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit oder Magenschmerzen.

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Ursachen

Lang andauernder Stress ohne ausreichende Kompensationsmechanismen kann die Ursache für vielfältige Magenbeschwerden sein. Der Körper befindet sich in einer solchen Situation nämlich in ständiger Alarmbereitschaft, was mit erhöhten Spiegeln der Stresshormone Adrenalin und Kortisol einhergeht. Diese wiederum spielen eine große Rolle bei der Regulation der Durchblutung vieler Organe, unter anderem auch der Organe des Verdauungstraktes.
Dieser Alarmzustand verursacht eine verstärkte Durchblutung von Herz und Muskulatur, um im Ernstfall jederzeit vor einer Gefahr flüchten zu können. Körperfunktionen wie Verdauung, Ausscheidung oder Sexualfunktion, die eher mit einem ruhenden Organismus verbunden sind werden daher heruntergefahren und es kann langfristig zu Beeinträchtigungen in den betroffenen Organen kommen.

Wichtig ist es daher bei Magenschmerzen durch Stress vordringlich die Ursache zu beheben, um langfristig den Magen entlasten zu können. Entspannungsübungen, eine Umstrukturierung des Alltags, eine bewusste Ernährung und ausreichend Sport sind in dieser Situation also bei Weitem nachhaltiger als die Einnahme von Medikamenten.

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Diagnose

Für die Diagnose ist das Anamnesegespräch zunächst von großer Bedeutung. Der Arzt sollte bewusst nach belastenden Stressfaktoren fragen, um potentielle Auslöser für die Beschwerden ausfindig machen zu können. Auch gezielte Fragen nach der Beschaffenheit und Häufigkeit des Stuhlgangs sind dabei von Interesse.

Danach folgt in der Regel die körperliche Untersuchung, bei der die Bauchdecke abgetastet und abgehört wird, um bedrohliche Krankheitsbilder ausschließen zu können.
Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, wenn sich aus der körperlichen Untersuchung ein konkreter Verdacht ergibt. Dauern die Beschwerden länger als vier Wochen an oder besteht der Verdacht auf ein Magengeschwür kann eine Magenspiegelung durchgeführt werden, um eine genaueres Bild der Magenschleimhaut zu erhalten.

Symptome

Die Symptome bei Magenschmerzen durch Stress können von Person zu Person in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich sein und auch bei derselben Person Schwankungen unterliegen.
Häufig ist dabei ein unspezifisches Druckgefühl über der Magenregion. Dies kann auch mit ständigem Völlegefühl oder sogar Übelkeit einhergehen. In manchen Fällen klagen Betroffene auch über Sodbrennen, welches durch den Konsum von Nikotin oder Kaffee verstärkt werden kann. Auch Veränderungen des Stuhlgangs sind denkbar, dabei können sich sowohl Verstopfung als auch Durchfälle manifestieren.

Liegt bereits eine fortgeschrittene Entzündung der Magenschleimhaut oder gar ein Magengeschwür vor, kann es zu spontanen Blutungen in diesem Bereich kommen. Diese machen sich häufig als sogenannter Teerstuhl bemerkbar. Hintergrund hierfür ist, dass das Blut zunächst mit der Magensäure in Kontakt kommt und sich dadurch schwarz anfärbt. Eine starke, akute Blutung aus einem Magengeschwür kann unter Umständen auch mit blutigem Erbrechen einhergehen. In diesem Fall sollte ein umgehender Transport in die nächstgelegene Klinik erfolgen, da der Blutverlust potentiell lebensbedrohlich werden kann.

Dauer

In der Regel ist davon auszugehen, dass Magenschmerzen durch Stress für die Dauer der psychischen Belastung andauern. Akut kann mit diversen Mittel eine kurzfristige Besserung der Symptome erreicht werden, eine langfristige Heilung ist jedoch in der Regel nur möglich, wenn gleichzeitig die Ursache behoben wird.

Was tun bei Magenschmerzen durch Stress?

Bei Magenschmerzen durch Stress sollte vorrangig versucht werden das Stressniveau zu reduzieren, um dem Körper ausreichende Entspannungsintervalle gewährleisten zu können.

Auch das bewusste Einhalten einer gesunden Ernährung ist von großer Bedeutung. Dazu sollten gezielt Essenspausen eingelegt werden, bei denen man sich ausschließlich auf das Essen konzentriert. Die Auswahl von ausgewogenen Nahrungsbestandteilen und das bewusste Kauen der Nahrungsmittel wirkt sich meist gut auf den Verdauungsprozess aus. Steht unmittelbar nach dem Essen wieder der nächste Termin an, sollten fettarme Mahlzeiten mit viel Gemüse bevorzugt werden.
Auch der Konsum von für die Magenschleimhaut reizenden Substanzen sollte reduziert beziehungsweise ganz vermieden werden. Hierzu zählen Nikotin, Alkohol und Kaffee. Am Arbeitsplatz kann durch das Einlegen gezielter Entspannungsphasen oder kurze Aufenthalte an der frischen Luft der Stresspegel etwas reduziert werden. 

Eine langfristige Senkung des Stressniveaus kann mit ausreichender sportlicher Aktivität oder Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation erreicht werden.

Die Redaktion empfiehlt hierzu Wie kann man Stress abbauen?

In der Akutsituation kann auch medikamentös eingegriffen werden. Protonenpumpenhemmer führen beispielsweise zu einer Senkung der Magensäureproduktion, was sich wiederum schützend auf die Magenschleimhaut auswirkt.

Hausmittel gegen Magenschmerzen bei Stress

Es gibt auch eine Reihe von Hausmitteln, die bei Magenschmerzen Abhilfe schaffen können. Die Anwendung einer Wärmeflasche ist dabei das wohl bekannteste Beispiel. Der Hintergrund dafür ist, dass Wärme entspannend und krampflösend wirkt. Außerdem bewirkt sie kurzfristig auch eine vermehrte Durchblutung der betroffenen Stelle.

Manchmal kann auch zu enge Kleidung die Beschwerden triggern, sodass diese vermieden werden sollte. Außerdem gibt es mehrere Tees, die die Magenschleimhaut beruhigen und bei Magenschmerzen helfen können. Hierzu werden vor allem der Fenchel- und der Kamillentee gezählt. Und nicht zuletzt wirkt sich natürlich das Ausruhen und Hinlegen selbstverständlich auch positiv auf Magenschmerzen aus.

Homöopathie bei Magenschmerzen durch Stress

Bei Magenschmerzen durch Stress gibt es auch eine Reihe von Vorschlägen durch Homoöpathieexperten, welche Substanzen eingenommen werden können. Bei Magenbeschwerden ohne organisches Korrelat (also beispielsweise durch Stress) wird beispielsweise Staphisagria als Option genannt. Auch das aus der Rinde gewonnene Okoubaka, Chamomilla und Nux vomica sollen sich positiv auf den Magen- Darm- Trakt auswirken.

Schüssler Salze

Es gibt eine Reihe verschiedener Schüssler Salze, von denen sich nicht alle gegen Magenschmerzen eignen. Bei diesem Krankheitsbild werden vor allem das Schüssler- Salz Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und Nr. 9 (Natrium phosphoricum) empfohlen. Sie sollen stoffwechselaktivierend wirken und den Säure- Base- Haushalt des Körpers ausgleichen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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