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Medikamente in den Wechseljahren

Wechseljahre

Wechseljahre sind keine Krankheit sondern eine natürliche Umstellung des Körpers auf hormoneller Ebene. Trotzdem können sie zum Teil schwerwiegende und quälende Symptome auslösen, die dann auch manchmal medikamentös behandelt werden müssen. 

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Wechseljahre Symptome

Es gibt zahlreiche pflanzliche und hormonelle Medikamente, die dabei verschrieben werden und zum Einsatz kommen. Meistens verschreibt diese Medikamente der Gynäkologe, wenn die Wechseljahrsbeschwerden Frauen betreffen und der Hausarzt oder der Endokrinologe, wenn die Beschwerden Männer betreffen. Wechseljahre treten individuell auf, in der Regel nach dem 50. Lebensjahr. Die hormonelle Ersatztherapie ist hierbei eine sehr häufige Behandlung und wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Pflanzliche medikamentöse Verfahren sind meistens aber Eigenleistungen.

Welche Medikamentengruppen gibt es?

Man unterscheidet im Wesentlichen vier Gruppen von Medikamenten, die bei Wechseljahrsbeschwerden zum Einsatz kommen:

  • Hormonersatztherapie
  • Hormone, die auf pflanzlicher Basis hergestellt wurden
  • rein pflanzliche Medikamente, die sogenannte Phytotherapie 
  • Homöopathie (Lesen Sie auch: Homöopathie in den Wechseljahren)

Hormone sind die Substanzen, die eigentlich schuld am Beginn der Menopause sind und die auch zu den Beschwerden führen. Zu den oft geäußerten Symptomen von einsetzenden Wechseljahren gehören Schwitzen, Stimmungsschwankungen, Unwohlsein, Herzrasen, Gewichtsschwankungen, Libidoverlust, Schlafstörungen, Blasenschwäche u.e.m. Bei der hormonellen Umstellung fährt der Körper die Produktion verschiedener Hormone zurück, was zur Folge hat, dass es zu einem starken Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Hormonen kommt. Die Hormonersatztherapie versucht diesen Unterschied auszugleichen und die natürliche Abnahme der Hormonproduktion so mild, wie möglich zu gestalten.
Der pflanzliche Therapieansatz ist eher eine symptomatische Behandlung. So werden durch die Einnahme bestimmter pflanzlicher Stoffe die Symptome wie Herzrasen und Schwitzen gelindert. Die Behandlung erfolgt also nicht durch einen Ausgleich des hormonellen Ungleichgewichtes.
Der homöopathische Ansatz ist medizinisch wissenschaftlich nicht geklärt, da homöopathische Medikamente durch ihre starke Verdünnung im Körper nicht nachweisbar sind, allerdings oftmals eine positive Wirkung beschrieben wird.

Welche Medikamente in den Wechseljahren machen keine Gewichtszunahme?

Eines der häufigsten und meistens ungewollten Begleitsymptome einer Hormonersatztherapie ist die Gewichtszunahme. Vor allem die meistens mit in der Hormontherapie beinhalteten Östrogene sorgen für eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 1-2 kg und mehr. Im Umkehrschluss produziert Fettgewebe vermehrt Östrogen d.h schwergewichtige Frauen kämen später in einen Östrogenmangel als dünne Frauen. Die Gewichtzunahme ist meistens aber durch eine vermehrte Wassereinlagerung bedingt. Hormone sorgen aber als positive Nebenwirkung dafür, dass es zu einer Umverteilung des Fettes kommt, die der altersbedingten störenden Gewichtzunahme an Bauch und Po entgegenwirkt.
Während das Östrogen meistens zu einer Gewichtszunahme führt, fördern Androgene (wie Progesteron) allerdings den Fettabbau, was wiederum zu einer Gewichtabnahme führt. Progesteron fördert den Fettabbau am Bauch und hilft bei der Entwässerung. Progesteron ist das in den Wechseljahren am häufigsten eingesetzte hormonelle Präparat. Es ist als Vaginalgel und auch als Filmtabletten sowie als Gel für die Haut zu haben. Es ist u.a. unter dem Namen Progestogel, Utrogestan oder Famenita erhältlich.
Die von Pflanzen abstammenden Phytoöstrogene haben eine ähnliche Wirkung wie die Östrogene. Die Wirkung ist aber etwas schwächer und die Patienten klagen nach der Einnahme wesentlich seltener über Gewichtszunahme. Gleiches gilt für die Pflanzen Rotklee, Soja und Jamswurzel, die zwar einen schwächeren therapeutischen Effekt bei Wechseljahrsbeschwerden haben, aber dafür auch keine Gewichtszunahme verursachen.

Medikamente gegen Hitzewallungen

Medikamente, die in der Menopause speziell gegen Hitzewallungen zum Einsatz kommen, sind neben den Östrogenen auch pflanzliche Präparate wie Soja, Johanniskraut, Salbei, Rotklee, Mönchspfeffer und Traubensilberkerze. Homöopathische Medikamente, die gegen wechseljahrsbedingte Hitzewallungen zum Einsatz kommen, sind Salvia officinalis oder Aconitum Globuli, Bella Donna oder Kalium Iodatum. Des Weiteren können Salbei Tee oder auch Salbei Pastillen helfen, die Schweißproduktion zu lindern.

Behandlung der Wechseljahrsbeschwerden beim Mann

Männer durchlaufen auch die Wechseljahre und haben ebenfalls entsprechende Beschwerden, die sich aber in Art und Ausmaß sehr stark von denen der Frau unterscheiden. Während der Anteil der Frauen, der medikamentös bei wechselsjahrbedingten Beschwerden behandelt werden muss, bei ca 25 % liegt, sind es nur fast 2-3 % der Männer, die medizinische Hilfe aufgrund von wechseljahrsbedingten Beschwerden in Anspruch nehmen. Nichtsdestotrotz können auch die Beschwerden bei Männern so stark werden, dass es ohne Medikamente nicht mehr geht.
Männer leiden ebenfalls unter Stimmungsschwankungen oder starkem Schwitzen, Schlafstörungen oder Blasenentleerungsstörungen sowie Erektionsstörungen. Die Hauptbeschwerden beim Mann in den Wechseljahren kommen durch ein altersbedingtes Absinken der Testosteron Produktion zustande. Ca. 10 % der Männer leiden an einer symptomatischen Absenkung der Testosterons, das durch ein Blutbild ermittelt werden kann. Die Behandlung bei Männern mit Wechseljahresbeschwerden erfolgt durch Testosteronzufuhr. Folgende Medikamente werden bei einem symptomatischen Testosteronmangel eingesetzt: Andriol Kapseln, Androtop Gel, Axiron Gel für die Haut sowie Nebido Injektionslösung. Auf pflanzlicher Ebene kommt vor allem Astaxantin zum Einsatz, das zu der Gruppe der Carotinoide gehört und aus Algen oder Plankton hergestellt wird. Das Extrakt der Sägepalme, das vor allem beim Vorliegen einer gutartigen Prostatavergößerung zum Einsatz kommt, kann die Wirkung von Astaxantin verstärken und damit die Testosteronneubildung weiter verbessern.

Homöopathie in den Wechseljahren

Die Wirkung von Homöopathie ist nicht bekannt. Trotzdem gibt es viele Menschen, die homöopathische Medikamente einnehmen und die positive Wirkung bestätigen. Gegen Wechseljahresbeschwerden gibt es ebenfalls zahlreiche homöopathische Präparate, deren Einnahme man bei leichten bis mittleren Beschwerden durchaus versuchsweise empfehlen kann. Bei den homöopathischen Präparaten unterscheidet man Einzelmittelhomöopathie und Komplexmittelhomöopathie. Komplexhomöopathische Präparate sind meistens Mischungen aus verschiedenen Stoffen, die aber gemeinsam eingenommen werden. Die beste Wahl des richtigen homöopathischen Medikamentes trifft man, wenn man sich zunächst anschaut, welches Symptom bei den Wechseljahren führt. Wenn starkes Schwitzen das Hauptproblem ist, das dann von Kältegefühl gefolgt ist, würde man Acisum sulfuricum nehmen. Bei starkem Schwitzen, das vor allem am Abend auftritt, wäre Sepia officinalis das beste Präparat mit der stärksten homöopathischen Wirkung. Lässt einen das Schwitzen nicht schlafen und tritt es hauptsächlich in der Nacht auf, müsste man eine Behandlung mit Aurum metallicum durchführen.

Schlafstörungen, die durch Wechseljahre bedingt sind, sollten ebenfalls zunächst genauer klassifiziert werden, bevor das richtige Medikament gefunden wird. Schlafstörungen, die vor allem durch Ängste oder Sorgen ausgelöst werden, müssten mit Aconitum behandelt werden, bei einer Schlaflosigkeit trotz starker Müdigkeit kann ein Behandlungsversuch mit Arnica unternommen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Homöopathie in den Wechseljahren

Weiterführende Informationen

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Eine Liste aller Medikamente, die wir bereits veröffentlicht haben, finden Sie unter: Medikamente A-Z

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Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2018
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