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OP einer Nasenscheidewandverkrümmung

Einleitung

Die Nasenscheidewandverkrümmung, welche in der Fachsprache auch Septumdeviation genannt wird, ist eine Verformung der Nasenscheidewand. Es gibt angeborene Nasenscheidewandverkrümmungen und solche, die durch ein Trauma verursacht wurden. Gerade eine sehr ausgeprägte Verkrümmung kann für Betroffene sehr störend sein, da sie die Nasenatmung behindert und weitere Beschwerden wie Schnarchen, Kopfschmerzen und Nasenbluten mit sich bringen kann.

Eine Nasenscheidenwandverkrümmung kann lediglich durch eine OP korrigiert werden. Diese wird meistens stationär durchgeführt. In einzelnen Fällen sind jedoch auch ambulante Eingriffe möglich. Bei einer operativen Korrektur der Nasenscheidewandverkrümmung ist es wichtig, dass das Ergebnis sowohl ästhetisch zufriedenstellend ist, als auch die Funktion der Nase nicht beeinträchtigt wird durch die OP.

Die Operation wird bei ausgeprägten Beschwerden und einem hohen Leidensdruck des Patienten durchgeführt. Das Ziel der OP ist eine Wiederherstellung der Nasenatmung sowie eine ästhetische Korrektur der äußeren und der inneren Nase. Die Beschwerden sollen nach der Operation nicht mehr vorhanden sein.

Der folgende Artikel befasst sich mit der OP bei einer Nasenscheidenwandverkrümmung und erläutert interessante Aspekte, wie beispielsweise den OP-Ablauf und die Risiken.                                                                                                                        

Indikationen

Eine Indikation, sprich ein Grund, zur Operation ist erst dann gegeben, wenn eine Nasenscheidewandverkrümmung auch tatsächlich vorliegt. Ist dies der Fall, so gibt es verschiedene Symptome und klinische Befunde, die eine Operation rechtfertigen.

Im folgenden Abschnitt finden Sie eine Übersicht über wichtige Indikationen zur OP:

1. Eine ständige oder intermittierende Behinderung der Nasenatmung

2. Eine Behinderung der Nasenatmung mit Folgeerkrankungen wie beispielsweise  Schnarchen, Mittelohrentzündungen  oder Mundatmung;

3. Ständiges, schwer zu stillendes Nasenbluten (Epistaxis);

4. Formveränderungen der äußeren Nase, die durch die Nasenscheidenwandverkrümmung zustande kommen;

5. Bei zusätzlichem Vorliegen eines Tumors  der Nase;

6. Zur Verbesserung der Atemmaskentherapie bei obstruktiver Schlafapnoe;

7. Gravierende ästhetische Beeinträchtigung, auch ohne Vorliegen einer Funktionsstörung der Nase;  

8. Funktionsstörungen der Nase, beispielsweise Störung des Riechfunktion, Beeinträchtigung der Stimme                                                                                       

Ablauf der OP

Es gibt viele verschiedene, spezielle OP-Techniken, die zur Behandlung einer Nasenscheidewandverkrümmung angewendet werden. Einzelne OP-Schritte werden an die individuelle Verkrümmung angepasst.

Im Allgemeinen läuft die Operation wie folgt ab: Die OP findet in der Regel in Vollnarkose statt, über die im Vorfeld ein Anästhesist aufklärt. Den OP-Ablauf selbst klärt der behandelnde Chirurg ebenfalls im Vorfeld auf.

Zur Begradigung der Nasenscheidewand wird kein äußerlich sichtbarer Schnitt benötigt, der Zugang erfolgt meist über die Nasenlöcher. Der Operateur arbeitet unter der Nasenschleimhaut und entfernt dort Teile des Knorpels sowie Knochens der Nasenscheidewand. Diese verkrümmten Anteile werden begradigt und anschließend wieder an ihre richtige Position eingesetzt. Schließlich werden zwei Plastikfolien entlang der Nasenscheidewand eingesetzt, die diese schienen und stützen sollen.

Oftmals werden zusätzlich die Nasenmuscheln verkleinert. Nasenmuscheln sind in der Nase befindliche Schwellkörper. Da sie bei einer Nasenscheidewandverkrümmung sehr oft vergrößert sind und so die Funktion der Nase zusätzlich einschränken, ist eine Verkleinerung oft sinnvoll. Das kann beispielsweise mit einem Laser oder mithilfe von elektrischem Strom (Elektrokoagulation) möglich.

Weiterhin kann ein Stück der Schleimhaut oder des Knochens entfernt werden.

Am Schluss werden die Schnitte in der Schleimhaut mit selbstauflösenden Nähten verschlossen. Nach der Operation wird die Nasenhöhle mit einer sogenannten Tamponade ausgefüllt, welche Wundsekret und Blut auffängt. In manchen Fällen kann auf die Tamponade jedoch verzichtet werden.               

Lesen sie mehr zu dem Thema unter: Nasenscheidewand OP           

Ambulante Behandlung

In der Regel wird die Operation einer Nasenscheidenwandverkrümmung stationär unter Vollnarkose durchgeführt. Es gibt jedoch einzelne Fälle, in denen eine ambulante Operation durchgeführt werden kann. Ob dies möglich ist, muss jedoch der Arzt individuell mit dem Patienten klären.

Voraussetzung für eine ambulante Durchführung der OP ist eine unkomplizierte Nasenscheidenwandverkrümmung. Weiterhin muss der Patient in einem guten gesundheitlichen Allgemeinzustand sein und für die Tage nach der OP eine gute häusliche Betreuung vorweisen. Da der Patient nach der OP nicht selbst fahren darf, muss er sich von einer Person, beispielsweise einem Angehörigen, abholen lassen.

Nach der Operation sollte eine tägliche Nachversorgung im Operationszentrum stattfinden, welches für den Patienten gut erreichbar sein muss. Da eine körperliche Schonung nach der Operation sehr wichtig ist, sollte der Patient auch hier nicht fahren, sondern sich lieber fahren lassen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass der Patient im Falle eines Notfalles sofort in die Klinik kommt.

Sehr alte Menschen oder Menschen mit vielen Erkrankungen kommen daher für eine ambulante Operation eher nicht in Frage.      

Dauer der OP

In der Regel dauert eine unkomplizierte Korrektur einer Nasenscheidewandverkrümmung etwa 30 bis 40 Minuten. Die Operation kann länger dauern, wenn es sich um eine komplizierte Verkrümmung handelt oder beispielsweise andere Fehlstellungen der Nase mitkorrigiert werden müssen. In der Regel wird jedoch eine Dauer von einer Stunde nicht überschritten. Anschließend erfolgt meistens ein stationärer Krankenhausaufenthalt von 4 bis 5 Tagen.   

Kosten

Die Kosten für die Operation einer Nasenscheidewandverkrümmung werden von den Krankenkassen getragen, wenn eine funktionelle Beeinträchtigung vorliegt. Das ist beispielsweise eine beeinträchtigte Nasenatmung oder Folgeerkrankungen wie Nasennebenhöhlenerkrankungen. Lediglich kosmetische Gründe können bei der Krankenkasse nicht geltend gemacht werden, sodass dafür die Kosten selbst getragen werden müssen.

Die Kosten für eine Operation sind ganz unterschiedlich. Beispielsweise sind stationär durchgeführte Operationen teurer als ambulante Eingriffe. Abhängig sind die Kosten auch von der angewandten Technik und dem OP-Aufwand. Eine individuelle Beratung ist daher am sinnvollsten. Auch die Nachbehandlungen sind kostenintensiv, sodass bei einer privaten Rechnung die Kosten schnell in die Höhe schießen können. Eine ungefähre Einschätzung auf einen unteren vierstelligen Bereich erscheint als sinnvoll.                                                   

Risiken

Es gibt gewisse Risiken, die die Operation einer Nasenscheidewandverkrümmung mit sich bringt. Bei der Operation kann es zu Verletzungen von Nerven, Blutgefäßen, Weichteilen, Knorpel und Knochen kommen. Weiterhin ist eine Unverträglichkeit gegen die Narkosemittel möglich. Es kann nach der Operation zu Nachblutungen, Wundinfektionen und einer trockenen Nasenschleimhaut kommen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass trotz der Operation das funktionelle sowie ästhetische Ergebnis nicht optimal ist.

Insbesondere direkt nach der Operation ist die Nasenatmung behindert. Kopfschmerzen, Empfindungsstörungen der Nase, Riechstörungen sowie ein Druckgefühl sind möglich. Tage und Wochen nach der Operation kann es zu einer Blutung der Nasenscheidewand (Septumhämatom), einem Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation) mit Absinken des Nasenrückens oder einem Abszess kommen. Im Allgemeinen halten sich die Risiken jedoch bei körperlicher Schonung und guter Nachsorge in Grenzen.

Bei Kindern ist zu beachten, dass die Nase nach der Operation weiterwachsen kann. So können Formveränderungen und im schlimmsten Fall Deformitäten auftreten. Daher muss streng abgewogen werden, ob solch eine Operation im Kindes- und Jugendalter Sinn macht. Wie bei jeder OP muss jedoch folgende Tatsache beachtet werden: Komplikationen und Risiken sind prinzipiell immer möglich. Jedoch treten schwerwiegende Komplikationen nur sehr selten ein.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen finden Sie unter: 

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Nase finden Sie unter: Erkrankungen Nase

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.02.2019
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